Ich will den A Führerschein – was muss ich tun?

Vespa Roller - Foto © Faber GmbH / www.vespa.at

Vespa Roller – Foto © Faber GmbH / www.vespa.at

Die Sonne lacht vom Himmel, die Temperaturen sind im Steigen begriffen. Da kommt doch gleich große Lust auf, sich auf einen Roller oder ein Motorrad zu setzen und sich dem Genuss hinzugeben. Habe ich euch letztes Jahr die Geschichte „Mit einem feschen Roller flott und kostengünstig in der Stadt unterwegs“ erzählt, so berichte ich dieses Mal, was man tun muss, um an den passenden A Führerschein, zu kommen.

 

 

Ich will gar keinen A-Führerschein machen

Will man keinen A-Führerschein machen (aus welchen Gründen auch immer), aber trotzdem mit einem Roller unterwegs sein, dann gibt es eine Möglichkeit. Spezielle dreirädrige Fahrzeuge, beispielsweise der tolle Piaggio MP3, lassen sich auch mit dem B-Führerschein fahren. Ganz ohne Prüfung oder Fahrtstunden! Zu entsprechenden Praxistrainings rate ich aus Sicherheitsaspekten trotzdem dringend.

Piaggio MP3 © Faber GmbH / www.piaggio.at

Piaggio MP3 © Faber GmbH / www.piaggio.at

Ich will einen Roller bis 125 ccm2 / 15 PS fahren – Code 111 oder A1

Will man einen Roller bis 125 ccm2 / 15 PS (11 kW) fahren, der durchgehend schon seit mindestens fünf Jahren den B-Führerschein hat, so lässt sich das flott, unkompliziert und kostengünstig realisieren. Durch die Ergänzung Code 111 im Führerschein. Dazu sind lediglich sechs lockere Unterrichtseinheiten am Übungsgelände der Fahrschule oder bei den Autofahrerclubs zu absolvieren. Dabei ist keine Ausbildung im Straßenverkehr erforderlich. Es ist auch keine Prüfung abzulegen. Man bekommt von der Fahrschule nach dem Praxiskurs eine Ausbildungsbestätigung, mit der man bei einer beliebigen Führerscheinbehörde die Ergänzung des Führerscheins beantragt.
Das ist kostengünstig – ab 90 Euro für die sechs Einheiten plus knapp 50 für den frischen Scheckkarten-Führerschein.
Achtung: Gilt ausschließlich für Österreich!

Ergänzende Info: Wer das mit den fünf Jahren B-Führerschein nicht vorweisen kann, der muss den Führerschein A1 machen, was ab 16 Jahren möglich ist.

 

Der Weg zu einem A-Führerschein

Motorrad Führerschein, A-Schein, Österreich

Foto: Shutterstock, oneinchpunch

Wem die beiden einfachen Möglichkeiten, einen Roller zu fahren, nicht reichen, der muss ein bisschen büffeln sowie Zeit und Geld investieren, um an den erforderlichen A-Schein zu kommen. Welchen, das hängt davon ab, welchen Roller bzw. welches Motorrad man fahren möchte. Auf alle Fälle findet die praktische Schulung ausschließlich in Fahrschulen statt. Wer schon den B-Führerschein hat, der muss nur mehr den spezifischen Teil für die Klasse A absolvieren (Theorie & Praxis).

Hinweis: Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestzahl an Fahrstunden vor. Alle, die das 39. Lebensjahr bereits vollendet haben, müssen zusätzlich noch zwei Fahrstunden auf Straßen mit öffentlichem Verkehr absolvieren.

 

Ich will einen Roller/ein Motorrad bis 48 PS fahren – A2 Führerschein

Will man einen Roller/ein Motorrad mit maximal 48 PS (35 kW) fahren, dann ist ein Führerschein der Klasse A2 Voraussetzung. Den kann man ab 18 Jahren bekommen. Zu absolvieren sind dafür:

• 20 Lektionen Theorieausbildung über das Grundwissen für alle Klassen (entfällt bei Besitz der Klasse B) sowie sechs Lektionen Zusatzwissen für die Klasse A.

• 14 Lektionen Fahrausbildung – davon mindestens 10 auf Straßen mit öffentlichem Verkehr. Wie schon erwähnt kommen ab dem 39. Geburtstag zwei Lektionen hinzu.

• Theorieprüfung am Computer – die Prüfungsfragen sind im Multiple-Choice Verfahren zu beantworten,

• Praktische Fahrprüfung.

KTM 690 DUKE R © KTM Sportmotorcycle

KTM 690 DUKE R © KTM Sportmotorcycle

Ich will jedes Motorrad fahren – A Führerschein

Will man alle Motorräder – unabhängig von der Leistung – fahren, so muss man die Klasse A machen. Bei Direkteinstieg ist das ab 24 Jahren möglich. Hat man schon den Führerschein der Klasse A2, kann man nach zwei Jahren Besitz von A2 sowie absolvierter Mehrphasenausbildung mit sieben Lektionen Fahrtraining oder einer Fahrprüfung (jeweils auf einem A-Motorrad) umsteigen. Der Ablauf (Theorie, Fahrtstunden, Prüfung) für A deckt sich mit dem von A2.

 

Mehrphasenausbildung – Die 2. Ausbildungsphase der Klasse A1, A2 oder A

Für Besitzer der Klassen A1, A2 oder A ist dann noch eine zweite Ausbildungsphase vorgeschrieben. Diese umfasst zwei Module:

• Innerhalb von zwei bis zwölf Monaten nach Erwerb der Lenkberechtigung sind – gesammelt – ein Fahrsicherheitstraining, ein verkehrspsychologisches Gruppengespräch sowie ein Gefahrenwahrnehmungstraining zu machen.

• Innerhalb von vier bis 14 Monaten nach Erwerb der Lenkberechtigung ist eine Perfektionsfahrt zu absolvieren. Mindestens zwei Monate nach dem ersten Modul. Mit Funkverbindung zwischen dem Ausbildner der Fahrschule und den Teilnehmern.

Nicht darauf vergessen!

 

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Die Kosten für einen A-Schein sind auf den Webseiten der Fahrschulen detailliert aufgelistet. Mein Tipp: Miteinander vergleichen und das individuell passende Paket wählen. So um die 800 bis 1.000 Euro sollte man für A2/A mindestens einplanen.
P.S.: Und nicht auf die Motorrad-Versicherung vergessen!

 

Extratipp: Mit einer App am Smartphone / Tablet lernen

Um für den Führerschein zu lernen oder das Wissen aufzufrischen, lässt sich bequem das Smartphone oder Tablet verwenden. Eine App, die mir gut gefällt, ist der ÖAMTC Führerschein-Test. Kostenlos für Android und für iOS.

ÖAMTC Führerschein-Test App für Smartphones & Tablets

 

Hinweis: Ab 7. März 2016 gibt es komplett neue Fragen bei der Führerschein-Prüfung. Mit aktualisierten Formulierungen und Fotos, mit neuen Schwerpunkten.

 

4 Tipps für mehr Sicherheit beim Biken

Tipp #1: Niemals unausgeschlafen, unkonzentriert oder nicht fit mit dem Motorrad/Roller fahren. Das ist gefährlich – nicht nur für dich selbst, sondern auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Tipp #2: Vorausschauendes, defensives, situationsangepasstes Fahren mit der richtigen Geschwindigkeit erhöht die Sicherheit und kann Risiken verhindern. Immer mit Überraschungen rechnen, immer auf Unachtsamkeiten anderer gefasst sein.

Tipp #3: Immer mit bestmöglicher Bekleidung unterwegs sein. Und damit ist nicht nur der Helm gemeint, sondern auch beispielsweise Protektoren und Bekleidung.

Tipp #4: Regelmäßiges Training und Üben in der Praxis ist ganz, ganz wichtig. Man lernt bekanntlich nie aus. Denn wenn man bei einer plötzlichen Gefahr erst zu denken beginnt und nicht sogleich richtig reagiert, dann kann dies böse Folgen haben. Speziell nach der Winterpause daran erinnern!

 

HEROLD wünscht viel Erfolg bei der Prüfung und mächtig Spaß beim Fahren!

Ich bin seit fast 30 Jahren Journalist & Blogger. Ich bezeichne mich als "Mobilitäts-Kulinarik-Reisenden" und beschäftige mich mit unterschiedlichen Aspekten des mobilen, digitalen und kulinarischen Lebens. Ich publiziere unter pocket.at einen eigenen Blog (Mobility Lounge), liefere individuelle Geschichten an Firmen und agiere für Unternehmen als Wegbegleiter in Sachen Blogs, Produktivität sowie Mobilität.