{"id":137679,"date":"2021-02-18T09:00:33","date_gmt":"2021-02-18T08:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herold.at\/blog\/?p=137679"},"modified":"2021-08-26T13:47:36","modified_gmt":"2021-08-26T11:47:36","slug":"erbrecht-pflichtteil-erbfolge-testament","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herold.at\/blog\/erbrecht-pflichtteil-erbfolge-testament\/","title":{"rendered":"Erbrecht in \u00d6sterreich: Erbfolge, Pflichtteil &#038; Testament"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_138369\" aria-describedby=\"caption-attachment-138369\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Erbrecht_137222824.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-138369\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Erbrecht_137222824.jpg\" alt=\"Stimmungsbild zur Thema Erbrecht mit Goldm\u00fcnzen und F\u00fcnfzigeuroscheinen\" width=\"830\" height=\"444\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Erbrecht_137222824.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Erbrecht_137222824-300x160.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Erbrecht_137222824-768x411.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-138369\" class=\"wp-caption-text\">Erbrecht: In \u00d6sterreich gilt die gesetzliche Erbfolge, wenn vom Verstorbenen kein Testament verfasst wurde. Foto: Adobe Stock; (c) Maurice Tricatelle<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn es um die eigene Erbschaft geht, sind sich viele Menschen selbst am n\u00e4chsten. Gelegentlich werden eigene Verwandte dann pl\u00f6tzlich zu Feinden und ein heftiger Erbschaftsstreit entbrennt.\u00a0Mit\u00a0Jahresbeginn 2017 wurde das \u00f6sterreichische Erbrecht grundlegend reformiert. Die\u00a0<strong>seit 1. J\u00e4nner 2017\u00a0geltenden\u00a0Neuerungen<\/strong>\u00a0betreffen s\u00e4mtliche\u00a0Todesf\u00e4lle, die sich ab diesem Zeitpunkt ereignet haben und ereignen werden. In unserem Beitrag erf\u00e4hrst du, welche Neuerungen das sind und welche Rechte und Pflichten du als Erbe hast.<\/p>\n\n<h2>Erbrecht: Was f\u00e4llt in die Verlassenschaft?<\/h2>\n<p>Bis zur Gesetzesnovelle im J\u00e4nner 2017 wurde die <strong>Verlassenschaft<\/strong> noch als Nachlass bezeichnet. Unter der Verlassenschaft\u00a0eines Erblassers\u00a0versteht man sein gesamtes Verm\u00f6gen\u00a0\u2013 sowohl das\u00a0aktive\u00a0Verm\u00f6gen (Kapital, Wertgegenst\u00e4nde, Wertpapiere,&#8230;) als auch das passive Verm\u00f6gen (Schulden &amp; Verbindlichkeiten).<\/p>\n<p>Laut aktuellem \u00f6sterreichischem Erbrecht kommt es im\u00a0Erbfall zun\u00e4chst zu einem sogenannten <strong>Verlassenschaftsverfahren<\/strong>, das\u00a0zur Feststellung des Verm\u00f6gensstandes der Verlassenschaft dient. Im Rahmen des Verlassenschaftsverfahrens werden die Verm\u00f6genswerte des Verstorbenen mit der sogenannten <a href=\"https:\/\/www.oesterreich.gv.at\/lexicon\/E\/Seite.990030.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einantwortung<\/a> an die rechtm\u00e4\u00dfigen Erben \u00fcbergeben. Als Erben kommen die <strong>gesetzlichen Erben<\/strong> (Pflichtteil) und\u00a0etwaige\u00a0<strong>testamentarische Erben<\/strong> in Betracht.<\/p>\n<h3>Gesetzliche Erben: Wer bekommt Pflichtteil?<\/h3>\n<p>Seit J\u00e4nner 2017 sind <strong>nur noch direkte Nachkommen<\/strong> (Kinder, Enkel) sowie <strong>der Ehepartner<\/strong> des Verstorbenen <strong>pflichtteilberechtigt<\/strong>. Vor der Gesetzesnovelle waren auch Eltern\u00a0und weitere Vorfahren\u00a0pflichtteilberechtigt. Sie erhalten seit der Erbrechtsreform aber nun <strong>keinen Pflichtteil<\/strong> mehr.<\/p>\n<h3>Was ist der Pflichtteil?<\/h3>\n<p>Der <strong>Pflichtteil ist\u00a0der gesetzliche\u00a0Mindestanteil am Erbe<\/strong>, den die pflichtteilsberechtigten Personen\u00a0erhalten m\u00fcssen, auch wenn sie\u00a0im Testament des Verstorbenen <strong>nicht bedacht<\/strong> wurden. Die pflichtteilsberechtigten Personen erhalten den Pflichtteil als Geldleistung\u00a0von den im Testament festgehaltenen Erben.<\/p>\n<h3>Wie hoch ist der Pflichtteil der Erbschaft?<\/h3>\n<p>Der Pflichtteil der Erbschaft betr\u00e4gt\u00a0<strong>50 Prozent<\/strong> dessen, was\u00a0die Pflichtteilsberechtigten\u00a0als alleinige gesetzliche Erben erhalten h\u00e4tten.<\/p>\n<h3>Enterbungsgr\u00fcnde laut \u00a7770 ABGB<\/h3>\n<p>Unter gewissen Voraussetzungen kann ein Pflichtteilsberechtigter seine Anspr\u00fcche auf den Pflichtteil verlieren. In solchen F\u00e4llen spricht man von einer Enterbung. Derzeit sind im <strong>Allgemeinen b\u00fcrgerlichen Gesetzbuch<\/strong>\u00a0(ABGB) sechs Gr\u00fcnde f\u00fcr Enterbung des Pflichtteilberechtigten festgehalten:<\/p>\n<ol>\n<li>Die <strong>vors\u00e4tzliche gerichtlich strafbare<\/strong> und mit\u00a0mehr als einj\u00e4hriger Freiheitsstrafe bedrohte<strong> Handlung gegen\u00a0den Erblasser<\/strong>.<\/li>\n<li>Die pflichtteilsberechtigte Person\u00a0wird au\u00dferdem enterbt, wenn\u00a0er gegen den Ehegatten, Lebensgef\u00e4hrten oder diverse Verwandte\u00a0und Stiefkinder des Verstorbenen eine <strong>gerichtlich strafbare Handlung begangen hat<\/strong>, die nur vors\u00e4tzlich begangen werden kann und die mit mehr als einj\u00e4hriger Freiheitsstrafe bedroht ist.<\/li>\n<li>Der <strong>absichtliche Versuch der Vereitelung<\/strong> der Verwirklichung <strong>des wahren letzten Willens<\/strong> des Verstorbenen.<\/li>\n<li>Der Pflichtteilsberechtigte wird zudem enterbt, wenn er\u00a0<strong>dem Erblasser<\/strong> in verwerflicher Weise <strong>schweres seelisches Leid zugef\u00fcgt<\/strong> hat.<\/li>\n<li>Die Vernachl\u00e4ssigung familienrechtlicher Pflichten gegen\u00fcber dem Verstorbenen.<\/li>\n<li>Die Verurteilung zu einer lebensl\u00e4nglichen oder 20-j\u00e4hrigen Freiheitsstrafe aufgrund\u00a0einer oder mehrerer mit Vorsatz begangener strafbarer Handlungen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Anmerkung<\/strong>: Zus\u00e4tzlich gibt es noch die in \u00a7771 ABGB festgehaltene <strong>Enterbung aus guter Absicht<\/strong>.\u00a0Diese tritt ein, wenn auf Grund der Verschuldung oder des verschwenderischen Lebensstils des Pflichtteilberechtigten, der Erblasser den Pflichtteil nicht an sein eigenes Kind, sondern an die Kindeskinder (Enkel) vererben m\u00f6chte.<\/p>\n<h3>Au\u00dferordentliches Erbrecht von Lebensgef\u00e4hrten<\/h3>\n<p>Seit der Gesetzesnovelle von J\u00e4nner 2017 werden\u00a0au\u00dferdem <strong>Lebensgef\u00e4hrten von Erblassern leicht bevorzugt behandelt<\/strong>. Lebensgef\u00e4hrten erhalten dann ein Erbe, wenn es keine gesetzlichen oder in einem Testament vermerkten Erben gibt. Man spricht in diesem Fall vom au\u00dferordentlichen Erbrecht. Vor der Gesetzes\u00e4nderung hatten Lebensgef\u00e4hrten keinerlei Erbschaftsanspr\u00fcche. Zudem erhalten Lebensgef\u00e4hrten ein sogenanntes <strong>Vorausverm\u00e4chtnis<\/strong>.\u00a0Das bedeutet, dass der Lebensgef\u00e4hrte\u00a0<strong>bis zu ein Jahr nach dem Ableben<\/strong> des Erblassers weiter in der <strong>gemeinsamen Wohnung wohnen<\/strong> darf.\u00a0Lebensgef\u00e4hrten erhalten das\u00a0au\u00dferordentliche Erbrecht allerdings nur wenn:<\/p>\n<ol>\n<li>Der Lebensgef\u00e4hrte mit dem Verstorbenen zumindest in den\u00a0<strong>vergangenen drei Jahren<\/strong> im gemeinsamen Haushalt gelebt hat.<\/li>\n<li>Der Verstorbene zum Zeitpunkt des Todes\u00a0<strong>nicht verheiratet<\/strong> war\u00a0und <strong>nicht in einer eingetragenen Partnerschaft<\/strong> gelebt hat.<\/li>\n<\/ol>\n<figure id=\"attachment_138378\" aria-describedby=\"caption-attachment-138378\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Erbe_70678530.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-138378 size-full\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Erbe_70678530-e1548926861260.jpg\" alt=\"\" width=\"830\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Erbe_70678530-e1548926861260.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Erbe_70678530-e1548926861260-300x107.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Erbe_70678530-e1548926861260-768x273.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-138378\" class=\"wp-caption-text\">Die Erbmasse beschreibt den gesamten Besitz des Verstorbenen. Sie ergibt sich aus der Differenz zwischen Aktiv- und Passivnachlass. Foto: Adobe Stock; (c) Gerhard Seybert<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Erbrecht: Was geh\u00f6rt zur Erbmasse?<\/h3>\n<p>Die Erbmasse beschreibt den gesamten Besitz des Erblassers. Sie geht nach\u00a0seinem\u00a0Tod in unterschiedlichen Teilen auf die Erben \u00fcber.\u00a0Das genaue\u00a0Nachlassverm\u00f6gens ergibt sich aus der <strong>Differenz von Aktivnachlass und Passivnachlass<\/strong>. Ersterer besteht aus dem Verm\u00f6gensguthaben in Form von Grundst\u00fccken, Immobilien, Unternehmen, Bankguthaben, Wertpapierdepots oder Bausparvertr\u00e4gen. Zweiterer setzt sich hingegen aus den Schulden und s\u00e4mtlichen vertraglichen Pflichten des Erblassers zusammen.<\/p>\n<h3>Was geh\u00f6rt nicht zur Erbmasse?<\/h3>\n<p>Nicht zur Erbmasse gez\u00e4hlt werden\u00a0die sogenannten <strong>h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Pflichten<\/strong>. Dazu z\u00e4hlen unter anderem Pensionsanspr\u00fcche\u00a0sowie Verm\u00f6gen aus Lebensversicherungen.<\/p>\n<h3>Was ist das Verm\u00e4chtnis?<\/h3>\n<p>Von einem <strong>Verm\u00e4chtnis<\/strong> spricht man, wenn der Erblasser einen bestimmten Teil aus seiner Verlassenschaft (z. B. eine M\u00fcnzsammlung, Pokale oder ein Auto) per Testament, Erbvertrag oder Verf\u00fcgung an eine <strong>Nicht-Verwandte Person vermacht <\/strong>hat.\u00a0Laut Rechtslage\u00a0ist der Erbe in einer viel st\u00e4rkeren Position als der Verm\u00e4chtnisnehmer. Der Erbe ist ein sogenannter Rechtsnachfolger des Verstorbenen und wird Eigent\u00fcmer aller Gegenst\u00e4nde sowie Inhaber aller Forderungen und Rechte, die zum Nachlass geh\u00f6ren.\u00a0Der Verm\u00e4chtnisnehmer wird nicht automatisch Eigent\u00fcmer, er kann\u00a0aber das Vermachte von den Erben verlangen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_138387\" aria-describedby=\"caption-attachment-138387\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Testament_118378672.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-138387\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Testament_118378672.png\" alt=\"Testament und Kugelschreiber\" width=\"830\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Testament_118378672.png 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Testament_118378672-300x146.png 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Testament_118378672-768x375.png 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-138387\" class=\"wp-caption-text\">Hat die verstorbene Person\u00a0kein, oder nur ein ung\u00fcltiges Testament hinterlassen, so kommt es zur gesetzlichen Erbfolge. Foto: Adobe Stock; (c) William W. Potter<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Wer erbt wie viel wenn kein Testament vorliegt?<\/h3>\n<p>Wenn der Verstorbene zu Lebzeiten kein (oder nur ein ung\u00fcltiges) Testament hinterlegt hat, kommt es zur gesetzlichen Erbfolge.<strong> Laut gesetzlicher Erbfolge\u00a0besitzen Ehepartner sowie\u00a0Nachkommen<\/strong> (Kinder, Enkel) <strong>einen Erbanspruch<\/strong>. Doch wie wird geteilt? Wenn Kinder vorhanden sind, erbt der <strong>Ehepartner ein Drittel<\/strong> der Erbmasse. Die <strong>Kinder und Enkel<\/strong> erben die <strong>restlichen zwei Drittel<\/strong>, m\u00fcssen diese aber untereinander aufteilen. Sind keinerlei Kinder (auch uneheliche Kinder und Adoptivkinder z\u00e4hlen hier hinzu) vorhanden, erbt der <strong>Ehepartner sogar zwei Drittel<\/strong>. Das letzte Drittel geht in diesem Fall an das 2. Parentel des Verstorbenen, also seine Eltern.<\/p>\n<h3>Erbrecht: Was sind Parentelen?<\/h3>\n<p><strong>Parentelen sind\u00a0ein Fachbegriff<\/strong>\u00a0aus dem Erbrecht f\u00fcr die unterschiedlichen Erblinien. Insgesamt gibt es vier Parentelen, wobei die untergeordnete Parentel immer nur dann zum Zug kommt, wenn aus der \u00fcbergeordneten Parentel kein lebender Verwandter mehr \u00fcbrig ist. Innerhalb einer Parentel erbt zuerst die \u00e4ltere Generation, also Eltern vor ihren Kindern.<\/p>\n<ol>\n<li>Parentel: Direkte Nachkommen des Verstorbenen (= Kinder, Enkel &amp; Urenkel des Verstorbenen)<\/li>\n<li>Parentel: Eltern des Verstorbenen und deren Nachkommen (= Geschwister bzw. Neffen &amp; Nichten des Verstorbenen)<\/li>\n<li>Parentel: Gro\u00dfelternpaare des Verstorbenen und deren Nachkommen (= Onkeln, Tanten bzw. Cousins und Cousinen des Verstorbenen)<\/li>\n<li>Parentel: Urgro\u00dfelternpaare des Verstorbenen<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Nachkommen der Urgro\u00dfeltern sind in der gesetzlichen Erfolge <strong>nicht inkludiert<\/strong>.<\/p>\n<h3>Welches Erbrecht gilt f\u00fcr Deutsche in \u00d6sterreich?<\/h3>\n<p>In der heutigen Zeit kommt es h\u00e4ufig vor, dass die Staatsb\u00fcrgerschaft und der Wohnort des Erblassers nicht \u00fcbereinstimmen. Seit 17. August 2015 hat die Staatsb\u00fcrgerschaft des Verstorbenen\u00a0auf die Erbschaft jedoch keinen Einfluss mehr. Dank der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verordnung_(EU)_Nr._650\/2012_(Erbrechtsverordnung)\">Europ\u00e4ischen Erbrechtsverordnung<\/a> wurde das grenz\u00fcberschreitende Erben mittlerweile deutlich vereinfacht. Diese EU-Verordnung gilt in allen EU-Mitgliedsstaaten, abgesehen von Gro\u00dfbritannien, Irland und D\u00e4nemark. Welches Erbrecht anzuwenden ist, richtet sich laut Verordnung\u00a0nach dem letzten langfristigen Aufenthaltsort des Verstorbenen. Wenn ein\u00a0verstorbener Deutscher seinen Lebensmittelpunkt also seit\u00a0l\u00e4ngerer Zeit in \u00d6sterreich hatte, ist f\u00fcr sein Erbe das \u00f6sterreichische Erbrecht anzuwenden.<\/p>\n<p><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Europ\u00e4ische Erbrechtsverordnung kann au\u00dfer Kraft gesetzt werden, wenn der Erblasser dies ausdr\u00fccklich in seinem Testament vermerkt.\u00a0In diesem Fall\u00a0wird das Erbrecht jenes Landes, dessen Staatsb\u00fcrgerschaft der\u00a0Erblasser zum Zeitpunkt seines\u00a0Ablebens inne hatte, angewandt.<\/p>\n<h3>Wie\u00a0teuer ist ein Anwalt f\u00fcr\u00a0Erbrecht?<\/h3>\n<p>Bei Erbstreitigkeiten ist es meist sinnvoll sich von einem Anwalt beraten zu lassen. Die Anwaltskosten bei Erbrecht lassen sich nicht so leicht beziffern, denn sie sind von Fall zu Fall verschieden. Das <strong>Erstgespr\u00e4ch<\/strong> als Beratungsgespr\u00e4ch ist bei den <strong>meisten Anw\u00e4lten jedoch kostenlos<\/strong>. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen Anw\u00e4lte ein <strong>Honorar pro Zeiteinheit<\/strong>\u00a0oder ein <strong>Pauschalhonorar<\/strong> vereinbaren.<\/p>\n<p><strong>Honorare pro Zeiteinheit<\/strong> haben den Nachteil, dass die Anwaltskosten im Vorhinein nur schwer absch\u00e4tzbar sind, da sich manche F\u00e4llen \u00fcber Jahre hin in die L\u00e4nge ziehen k\u00f6nnen.\u00a0Die Stundens\u00e4tze f\u00fcr einen auf Erbrecht spezialisierten Rechtsanwalt betragen in der Regel zwischen\u00a0<strong>250 Euro und 450 Euro<\/strong>. Zudem gibt es\u00a0Rechtsanw\u00e4lte, die nicht nur ihre selbst erbrachten Leistungen berechnen,\u00a0sondern auch f\u00fcr\u00a0ihr Personal niedrigere Stundens\u00e4tze ansetzen.<\/p>\n<p>Beim <strong>Pauschalhonorar<\/strong> hingegen sch\u00e4tzt der Anwalt seinen Leistungsaufwand im Vorhinein ein. Dies hat den Vorteil, dass der Mandant seine Kosten genau absch\u00e4tzen kann und\u00a0wei\u00df, ob er sich auf den bevorstehenden Rechtsstreit wirklich einlassen\u00a0will.<\/p>\n<h3>Wie finde ich einen guten Anwalt f\u00fcr Erbrecht?<\/h3>\n<p>Nicht jeder Anwalt kennt sich auf jedem Rechtsgebiet gleich gut aus. Welcher Anwalt bei Erbrecht geeignet ist, verraten dir unter anderem unsere zahlreichen User-Bewertungen auf herold.at<\/p>\n<h4>Dr. Roman Moser<\/h4>\n<p>Ein hervorragender Anwalt ist <strong>Dr. Roman Moser<\/strong> aus Salzburg. Mit einer\u00a0Empfehlungsrate von 100% geh\u00f6rt Dr. Moser zu den am besten bewerteten Anw\u00e4lten auf herold.at. Dr. Moser verf\u00fcgt unter anderem \u00fcber ausgezeichnete Kenntnisse \u00fcber Erbrecht, was auch die Bewertung von <em>herold.at-User magipi<\/em> best\u00e4tigt:<\/p>\n<blockquote>\n<div class=\"content-box-yellow\"><span style=\"font-size: 10pt;\">\u00dcber eine renommierte Versicherungsanstalt bin ich vor ca. 2 Jahren bei RA Dr. Moser gelandet. Mir h\u00e4tte nichts Besseres passieren k\u00f6nnen. Mittlerweile habe ich bereits die Schwerpunkte \u201eEherecht und Familienrecht\u201c, \u201eLiegenschaftsrecht, Baurecht und Immobilienrecht\u201c und das &#8220;Erbrecht&#8221;, bei ihm in Anspruch genommen. In allen F\u00e4llen hat er mich mit seinem fundierten Fachwissen, seinem Auftreten und seinem pers\u00f6nlichen Einsatz \u00fcberzeugen k\u00f6nnen.<\/span><\/div>\n<\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/salzburg\/1nZBg\/dr-roman-moser\/\">Dr. Moser, 5020 Salzburg<\/a><\/p>\n<h4>Mag. Dr. Ralf H\u00f6fler<\/h4>\n<p>Ein Experte auf dem Gebiet des Erbrechts ist auch Mag. Dr. Ralf H\u00f6fler aus Wien. Auch <em>herold.at-User kommsta\u00a0<\/em>zeigt sich begeistert:<\/p>\n<blockquote>\n<div class=\"content-box-yellow\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Meine Erfahrung beim Erbrecht: vife Gesetzesauslegung, Genauigkeit, arbeitet rasch und kompetent; auch die Angestellten sind sehr freundlich und zuvorkommend (was mir auch wichtig ist, da ich am Umfeld schon die Arbeitsweise ablesen kann); der Anwalt meines Vertrauens &#8211; kann ich auch mit sehr gutem Gef\u00fchl weiterempfehlen<\/span><\/div>\n<\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/sjcz8\/h%C3%B6fler-ralf-mag-dr\/\">Mag. H\u00f6fler, 1030 Wien<\/a><\/p>\n<h4>Mag. Sybille-Maria Lindeis<\/h4>\n<p>Wenn es um Erbrecht geht, kannst du dich auch auf Rechtsanw\u00e4ltin <strong>Mag. Sybille-Maria Lindeis<\/strong> verlassen. Menschlichkeit und soziale Kompetenz zeichnen sie unter anderem aus, wie man der Bewertung von herold.at-User elisabetter entnehmen kann:<\/p>\n<blockquote>\n<div class=\"content-box-yellow\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Eine Anw\u00e4ltin, die die Menschen versteht, die sich einf\u00fchlt und rechtlich so unterst\u00fctzt, dass man sich auskennt und wei\u00df, welche Schritte zu unternehmen sind. Ich f\u00fchle mich sehr gut beraten und kann Frau Mag. Lindeis nur w\u00e4rmstens empfehlen!<\/span><\/div>\n<\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/Tt2qc\/mag-sybille-maria-lindeis\/\">Mag. Lindeis, 1070 Wien<\/a><\/p>\n<h4>Dr. Christina Lindner<\/h4>\n<p>Eine regelrechte\u00a0Expertin im Bereich des Erbrechts scheint Rechtsanw\u00e4ltin\u00a0<strong>Dr. Christina Lindner<\/strong> aus F\u00fcgen zu sein. Gleich mehrere herold.at-User loben ihre fachlichen Kompetenzen\u00a0im Zusammenhang mit dem Erbrecht.<\/p>\n<blockquote>\n<div class=\"content-box-yellow\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Kompetente u. sehr verl\u00e4ssliche Betreuung bei Verlassenschaft\/Erbrecht! Abwicklung war sehr unkompliziert! Sensationell!!! (Bewertung von\u00a0W.W. 6263)<\/span><\/div>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<div class=\"content-box-yellow\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Rechtsberatung &#8211; Erbrecht<br \/>\nTerminvergabe sehr spontan, Kompetenz extrem hoch, tolle Atmosph\u00e4re, sehr zufrieden. (Bewertung von\u00a0H.R.)<\/span><\/div>\n<\/blockquote>\n<blockquote>\n<div class=\"content-box-yellow\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Eine Koryph\u00e4e in Sachen Erbrecht (Bewertung von G.R.)<\/span><\/div>\n<\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/f%C3%BCgen\/Nlr1k\/dr-christina-lindner\/\">Dr. Lindner, 6263 F\u00fcgen<\/a><\/p>\n<p><strong>Tipp:<\/strong> Hier findest du die besten <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/rechtsanwalt-wien\/\">Rechtsanw\u00e4lte Wiens<\/a>\u00a0samt ihrer Kompetenzprofile.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn es um die eigene Erbschaft geht, sind sich viele Menschen selbst am n\u00e4chsten. Gelegentlich werden eigene Verwandte dann pl\u00f6tzlich zu Feinden und ein heftiger Erbschaftsstreit entbrennt.\u00a0Mit\u00a0Jahresbeginn 2017 wurde das \u00f6sterreichische Erbrecht grundlegend reformiert. Die\u00a0seit 1. J\u00e4nner 2017\u00a0geltenden\u00a0Neuerungen\u00a0betreffen s\u00e4mtliche\u00a0Todesf\u00e4lle, die sich ab diesem Zeitpunkt ereignet haben und ereignen werden. In unserem Beitrag erf\u00e4hrst du, welche Neuerungen das sind und welche Rechte und Pflichten du als Erbe hast. Erbrecht: Was f\u00e4llt in die Verlassenschaft? Bis zur Gesetzesnovelle im J\u00e4nner 2017 wurde die Verlassenschaft noch als Nachlass bezeichnet. Unter der Verlassenschaft\u00a0eines Erblassers\u00a0versteht man sein gesamtes Verm\u00f6gen\u00a0\u2013 sowohl das\u00a0aktive\u00a0Verm\u00f6gen (Kapital, Wertgegenst\u00e4nde, Wertpapiere,&#8230;) als auch das passive Verm\u00f6gen (Schulden &amp; Verbindlichkeiten). Laut aktuellem \u00f6sterreichischem Erbrecht kommt es im\u00a0Erbfall zun\u00e4chst zu einem sogenannten Verlassenschaftsverfahren, das\u00a0zur Feststellung des Verm\u00f6gensstandes der Verlassenschaft dient. Im Rahmen des Verlassenschaftsverfahrens werden die Verm\u00f6genswerte des Verstorbenen mit der sogenannten Einantwortung an die rechtm\u00e4\u00dfigen Erben \u00fcbergeben. Als Erben kommen die gesetzlichen Erben (Pflichtteil) und\u00a0etwaige\u00a0testamentarische Erben in Betracht. Gesetzliche Erben: Wer bekommt Pflichtteil? Seit J\u00e4nner 2017 sind nur noch direkte Nachkommen (Kinder, Enkel) sowie der Ehepartner des Verstorbenen pflichtteilberechtigt. Vor der Gesetzesnovelle waren auch Eltern\u00a0und weitere Vorfahren\u00a0pflichtteilberechtigt. Sie erhalten seit der Erbrechtsreform aber nun keinen Pflichtteil mehr. Was ist der Pflichtteil? Der Pflichtteil ist\u00a0der gesetzliche\u00a0Mindestanteil am Erbe, den die pflichtteilsberechtigten Personen\u00a0erhalten m\u00fcssen, auch wenn sie\u00a0im Testament des Verstorbenen nicht bedacht wurden. Die pflichtteilsberechtigten Personen erhalten den Pflichtteil als Geldleistung\u00a0von den im Testament festgehaltenen Erben. Wie hoch ist der Pflichtteil der Erbschaft? Der Pflichtteil der Erbschaft betr\u00e4gt\u00a050 Prozent dessen, was\u00a0die Pflichtteilsberechtigten\u00a0als alleinige gesetzliche Erben erhalten h\u00e4tten. Enterbungsgr\u00fcnde laut \u00a7770 ABGB Unter gewissen Voraussetzungen kann ein Pflichtteilsberechtigter seine Anspr\u00fcche auf den Pflichtteil verlieren. In solchen F\u00e4llen spricht man von einer Enterbung. Derzeit sind im Allgemeinen b\u00fcrgerlichen Gesetzbuch\u00a0(ABGB) sechs Gr\u00fcnde f\u00fcr Enterbung des Pflichtteilberechtigten festgehalten: Die vors\u00e4tzliche gerichtlich strafbare und mit\u00a0mehr als einj\u00e4hriger Freiheitsstrafe bedrohte Handlung gegen\u00a0den Erblasser. Die pflichtteilsberechtigte Person\u00a0wird au\u00dferdem enterbt, wenn\u00a0er gegen den Ehegatten, Lebensgef\u00e4hrten oder diverse Verwandte\u00a0und Stiefkinder des Verstorbenen eine gerichtlich strafbare Handlung begangen hat, die nur vors\u00e4tzlich begangen werden kann und die mit mehr als einj\u00e4hriger Freiheitsstrafe bedroht ist. Der absichtliche Versuch der Vereitelung der Verwirklichung des wahren letzten Willens des Verstorbenen. Der Pflichtteilsberechtigte wird zudem enterbt, wenn er\u00a0dem Erblasser in verwerflicher Weise schweres seelisches Leid zugef\u00fcgt hat. Die Vernachl\u00e4ssigung familienrechtlicher Pflichten gegen\u00fcber dem Verstorbenen. Die Verurteilung zu einer lebensl\u00e4nglichen oder 20-j\u00e4hrigen Freiheitsstrafe aufgrund\u00a0einer oder mehrerer mit Vorsatz begangener strafbarer Handlungen. Anmerkung: Zus\u00e4tzlich gibt es noch die in \u00a7771 ABGB festgehaltene Enterbung aus guter Absicht.\u00a0Diese tritt ein, wenn auf Grund der Verschuldung oder des verschwenderischen Lebensstils des Pflichtteilberechtigten, der Erblasser den Pflichtteil nicht an sein eigenes Kind, sondern an die Kindeskinder (Enkel) vererben m\u00f6chte. Au\u00dferordentliches Erbrecht von Lebensgef\u00e4hrten Seit der Gesetzesnovelle von J\u00e4nner 2017 werden\u00a0au\u00dferdem Lebensgef\u00e4hrten von Erblassern leicht bevorzugt behandelt. Lebensgef\u00e4hrten erhalten dann ein Erbe, wenn es keine gesetzlichen oder in einem Testament vermerkten Erben gibt. Man spricht in diesem Fall vom au\u00dferordentlichen Erbrecht. Vor der Gesetzes\u00e4nderung hatten Lebensgef\u00e4hrten keinerlei Erbschaftsanspr\u00fcche. Zudem erhalten Lebensgef\u00e4hrten ein sogenanntes Vorausverm\u00e4chtnis.\u00a0Das bedeutet, dass der Lebensgef\u00e4hrte\u00a0bis zu ein Jahr nach dem Ableben des Erblassers [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":57,"featured_media":138372,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[147399],"tags":[],"acf":[],"yoast_head":"\n<title>Erbrecht in \u00d6sterreich | Wissenswerte Infos (Stand 2021) - HEROLD<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Du hast Fragen zum \u00f6sterreichischen Erbrecht? 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