{"id":150042,"date":"2020-06-02T08:00:49","date_gmt":"2020-06-02T06:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herold.at\/blog\/?p=150042"},"modified":"2020-06-08T11:44:27","modified_gmt":"2020-06-08T09:44:27","slug":"typ-1-diabetes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herold.at\/blog\/typ-1-diabetes\/","title":{"rendered":"Typ 1 Diabetes: Ursachen, Symptome, Behandlung"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_150123\" aria-describedby=\"caption-attachment-150123\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_118026812.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-150123\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_118026812.jpg\" alt=\"Typ 1 Diabetes\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_118026812.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_118026812-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_118026812-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-150123\" class=\"wp-caption-text\">Typ 1 Diabetes ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Foto: Adobe Stock, (c) Andrey Popov<\/figcaption><\/figure>\n<p>Beim <strong>Typ-1-Diabetes<\/strong> kann die <strong>Bauchspeicheldr\u00fcse kein Insulin<\/strong> herstellen. Daher m\u00fcssen Typ-1-Diabetiker das lebenswichtige Hormon zeitlebens spritzen. Ab der Diagnose z\u00e4hlen also Blutzuckermessger\u00e4t und Insulin-Pen zu den t\u00e4glichen Begleitern. Trotzdem ist ein fast normaler Alltag m\u00f6glich.<\/p>\n\n<h2><strong>Was ist Typ\u00a01\u00a0Diabetes? <\/strong><\/h2>\n<p><strong>Zuckerkrankheit<\/strong> kann auf unterschiedliche Arten entstehen. Je nach Ursache unterscheidet man daher im Wesentlichen <strong>vier Diabetes-Typen<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Typ-1-Diabetes<\/strong>, der durch einen absoluten Insulinmangel zustande kommt.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/diabetes-typ-2\/\"><strong>Typ-2-Diabetes<\/strong><\/a>, der auf einer Insulinresistenz beruht.<\/li>\n<li>Formen der Zuckerkrankheit, die durch Ver\u00e4nderungen des Erbguts, Erkrankungen der Bauchspeicheldr\u00fcse, Infektionen, die Einwirkung von bestimmten Arzneien oder Chemikalien u. a. m. ausgel\u00f6st werden.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/schwangerschaftsdiabetes-ernaehrung-blutzucker\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Schwangerschaftsdiabetes<\/strong><\/a> (Gestationsdiabetes).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der Ursache handelt es sich bei jedem <strong>Diabetes mellitus<\/strong> (lat.: honigs\u00fc\u00dfer Durchfluss) um eine Stoffwechselerkrankung, die sich auf viele Vorg\u00e4nge im Organismus auswirkt. Je nach Art der Zuckerkrankheit <strong>kann <\/strong>entweder die <strong>Bauchspeicheldr\u00fcse kein Insulin produzieren (Typ 1)<\/strong> oder der K\u00f6rper ist nicht imstande, das Hormon gen\u00fcgend zu nutzen (Typ 2).<\/p>\n<p>Denn das aus der Bauchspeicheldr\u00fcse ins Blut abgegebene Insulin schleust normalerweise Glukose (Traubenzucker) in die Zellen, die den Zucker zur Energiegewinnung verwenden. Ohne Insulin k\u00f6nnen die Zellen die Glukose nicht verwerten und sie verbleibt im Blut. Der dadurch entstehende <strong>hohe Blutzuckerspiegel<\/strong> hat viele gesundheitssch\u00e4dliche Folgen.<\/p>\n<h3><strong>Wer bekommt<\/strong> <strong>Typ\u00a01 Diabetes?<\/strong><\/h3>\n<p>Der klassische Insulinmangel-Diabetes kann in jedem Lebensalter erstmals in Erscheinung treten, tut das aber meistens schon in der <strong>Kindheit <\/strong>oder <strong>Jugend<\/strong>, weshalb er auch <strong>juveniler Diabetes<\/strong> oder <strong>Jugenddiabetes<\/strong> genannt wird.<\/p>\n<p>Doch kommt er auch bei Erwachsenen vor. So weisen etwa rund zehn Prozent der fr\u00fcher als Typ-2-Diabetiker klassifizierten Zuckerkranken f\u00fcr einen Diabetes Typ 1 typische Antik\u00f6rper auf, zeigen Untersuchungen. In einem solchen Fall spricht man von <strong>LADA<\/strong> (<strong>l<\/strong>atent <strong>a<\/strong>utoimmune <strong>d<\/strong>iabetes of the <strong>a<\/strong>dult = sp\u00e4tes Auftreten eines autoimmunen Diabetes beim Erwachsenen).<\/p>\n<p>Typ 1 Diabetes ist weltweit im Steigen. In <strong>\u00d6sterreich<\/strong> leiden derzeit rund <strong>40.000 Menschen<\/strong> daran.<\/p>\n<h4><strong>Ist Typ-1-Diabetes erblich?<\/strong><\/h4>\n<p>Im Gegensatz zum Diabetes Typ 2 zeigt der Diabetes Typ 1 eine deutlich geringere famili\u00e4re H\u00e4ufung. Das Risiko f\u00fcr Kinder, daran zu erkranken, liegt bei<\/p>\n<ul>\n<li>20 Prozent, wenn beide Eltern Typ-1-Diabetiker sind.<\/li>\n<li>rund 5 Prozent, wenn nur der Vater Typ-1-Diabetiker ist.<\/li>\n<li>etwa 2,5 Prozent, wenn nur die Mutter Typ-1-Diabetikerin ist.<\/li>\n<\/ul>\n<h4><strong>Ist Typ\u00a01 Diabetes heilbar?<\/strong><\/h4>\n<p>Bislang leider nicht, doch k\u00f6nnen Zuckerkranke mit Hilfe einer ma\u00dfgeschneiderten Therapie ein nahezu normales Leben f\u00fchren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_150156\" aria-describedby=\"caption-attachment-150156\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_116361720.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-150156\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_116361720.jpg\" alt=\"Typ 1 Diabetes\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_116361720.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_116361720-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_116361720-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-150156\" class=\"wp-caption-text\">Vom Typ 1 Diabetes mellitus sind oft Kinder betroffen. Foto: Adobe Stock, (c) Andrey Popov<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>Wie entsteht ein Diabetes Typ 1?<\/strong><\/h2>\n<p>Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine <strong>Autoimmunerkrankung<\/strong>. Das hei\u00dft, das Immunsystem bek\u00e4mpft k\u00f6rpereigene Strukturen. Und zwar richten sich bestimmte <strong>Antik\u00f6rper gegen<\/strong> die <strong>insulinproduzierenden Betazellen<\/strong> (\u03b2-Zellen) in der Bauchspeicheldr\u00fcse. Dadurch kommt es zu einer als Insulitis bezeichneten <strong>Entz\u00fcndungsreaktion<\/strong>, die zu einer <strong>Zerst\u00f6rung von \u03b2-Zellen<\/strong> und somit zu einem zunehmenden <strong>Insulinmangel<\/strong> f\u00fchrt. Doch m\u00fcssen bereits rund 80 bis 90 Prozent der \u03b2-Zellen zugrunde gegangen sein, bis sich Symptome des dadurch bedingten Insulinmangels einstellen.<\/p>\n<h3>Auswirkungen des Insulinmangels<\/h3>\n<p><strong>\u21d2 Glukose<\/strong> kann nicht mehr in insulinabh\u00e4ngige Zellen aufgenommen werden, <strong>fehlt<\/strong> innerhalb der Zellen <strong>als Energielieferant<\/strong> und sammelt sich im Blut an. Dadurch erh\u00f6ht sich der Blutzuckerspiegel.<\/p>\n<p><strong>\u21d2\u00a0<\/strong>Die <strong>Leber <\/strong>reagiert auf den Zuckermangel innerhalb der Zellen mit einer <strong>ungebremsten<\/strong> <strong>Neubildung von Glukose<\/strong>\u00a0und gibt sie ins Blut ab. Doch k\u00f6nnen die K\u00f6rperzellen auch diesen Zucker nicht verwerten und der Blutzuckerspiegel steigt weiter.<\/p>\n<p><strong>\u21d2\u00a0<\/strong>Zwecks Energiegewinnung <strong>baut <\/strong>der <strong>K\u00f6rper<\/strong> nun seine <strong>Fettdepots ab<\/strong> und \u00fcberschwemmt das Blut so mit <strong>freien Fetts\u00e4uren<\/strong>. Die br\u00e4uchten zu ihrem Abbau Substanzen aus dem Kohlenhydratstoffwechsel, die ihnen aber aufgrund der gest\u00f6rten Glukoseverwertung nicht zur Verf\u00fcgung stehen. Daher werden sie zu sogenannten <strong>Ketonk\u00f6rpern<\/strong>\u00a0verstoffwechselt. Diese S\u00e4uren f\u00fchren zu einer Ketoazidose, einer <strong>\u00dcbers\u00e4uerung des Blutes<\/strong>, die s\u00e4mtliche Stoffwechselvorg\u00e4nge im Organismus beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p><strong>\u21d2\u00a0<\/strong>\u00dcberschreitet der Blutzucker die Nierenschwelle, kann also in den Nierentubuli nicht mehr r\u00fcckresorbiert werden, wird <strong>Glukose mit dem Urin ausgeschieden<\/strong> (Glukosurie).<\/p>\n<h2><strong>Typ\u00a01\u00a0<\/strong><strong>Diabetes &#8211; Ursachen<\/strong><\/h2>\n<p>Die Entstehung von Typ-1-Diabetes beruht h\u00f6chstwahrscheinlich auf dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren wie <strong>Erbanlagen<\/strong> und <strong>Umwelt<\/strong>. So stehen etwa mehr als 50 Gene im Verdacht, an der Entwicklung von Diabetes Typ 1 beteiligt zu sein.<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dfere\u00a0Einfl\u00fcsse, die bei entsprechender erblicher Veranlagung einen Typ 1 Diabetes verursachen, sind<\/p>\n<div class=\"content-box-yellow\">\n<ul>\n<li>eine <strong>Entbindung per Kaiserschnitt<\/strong>, weil sie beim Kind eine andere Darmflora als normal bedingt, was die Entwicklung einer Autoimmunit\u00e4t beg\u00fcnstigt.<\/li>\n<li><b>Fremdeiwei\u00dfe<\/b> mit einer <strong>Insulin \u00e4hnlichen Struktur\u00a0<\/strong>(z. B. von Kuhmilch), sodass das Immunsystem nicht nur das fremde Antigen, sondern auch die Bauchspeicheldr\u00fcse attackiert (\u201c<strong>Kreuzreaktivit\u00e4t<\/strong>\u201c).<\/li>\n<li>m\u00f6glicherweise Diabetes ausl\u00f6sende\u00a0<strong>Viren<\/strong>, z.B. Coxsackie-, Echo-, Herpes-, Cytomegalie-, Entero- oder Rubeolaviren (R\u00f6teln), vor allem w\u00e4hrend der Schwangerschaft. Vermutlich aufgrund einer Kreuzreaktivit\u00e4t.<\/li>\n<li>an <strong>faulen Stellen<\/strong> von <strong>Wurzelgem\u00fcse<\/strong> (Kartoffeln, Karotten) von Streptomyceten-Bakterien gebildete <strong>Bafilomycine<\/strong>, die die Bauchspeicheldr\u00fcse sch\u00e4digen.<\/li>\n<li>ein <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/vitamin-d-mangel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Vitamin-D-Mangel<\/strong><\/a>, denn in L\u00e4ndern mit niedriger UVB-Sonnenstrahlung gibt es eine erh\u00f6hte Rate an Typ-1-Diabetikern.<\/li>\n<li><strong>Atemwegsinfektionen im S\u00e4uglingsalter<\/strong>, weil sich da oft schon entsprechende Autoantik\u00f6rper bei Babys oder Kleinkindern nachweisen lassen, auch wenn die Zuckerkrankheit erst viel sp\u00e4ter auftritt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p>Als weiteren potenziellen Ausl\u00f6ser eines Typ 1 Diabetes betrachten manche Forscher den <strong>Konsum von Kuhmilch<\/strong> in den ersten drei Lebensmonaten bei nur kurz gestillten Kindern. Ebenso eine sehr fr\u00fche Zufuhr von <strong>Gluten<\/strong>, das in verschiedenen Getreidesorten enthalten ist und die Darmflora ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Es scheint aber auch Umst\u00e4nde zu geben, die vor der Entwicklung eines Diabetes Typ 1 sch\u00fctzen. Wie etwa die f\u00fcr Kleinkinder empfohlene Impfung gegen Durchfall ausl\u00f6sende Rotaviren, legt eine australische Studie nahe.<\/p>\n<h2><strong>Typ 1 Diabetes &#8211;\u00a0Symptome<\/strong><\/h2>\n<p>Typisch f\u00fcr einen Typ-1-Diabetes ist, dass es innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen zu <strong>Symptomen<\/strong> kommt wie<\/p>\n<ul>\n<li>einem deutlichen <strong>Gewichtsverlust <\/strong><\/li>\n<li><strong>h\u00e4ufigem Wasserlassen <\/strong>(Polyurie)<\/li>\n<li><strong>unstillbarem Durst <\/strong>(Polydipsie)<\/li>\n<li>zunehmendem <strong>Fl\u00fcssigkeitsmangel<\/strong> (Dehydration) bis hin zur <strong>Austrocknung <\/strong>(Exsikkose)<\/li>\n<li><strong>\u00dcbelkeit<\/strong> und Erbrechen<\/li>\n<li>Appetitlosigkeit oder Hei\u00dfhunger<\/li>\n<li>(n\u00e4chtlichen) <strong>Wadenkr\u00e4mpfen<\/strong><\/li>\n<li><strong>M\u00fcdigkeit<\/strong>, Kraftlosigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungseinbu\u00dfen<\/li>\n<li>Seh- und Konzentrationsst\u00f6rungen, <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/schwindel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schwindel<\/a><\/li>\n<li>Kopf- oder Bauchschmerzen<\/li>\n<li><strong>Mundtrockenheit<\/strong><\/li>\n<li>Juckreiz, entz\u00fcndlichen Hautver\u00e4nderungen<\/li>\n<li>Azetongeruch in der Atemluft (\u00e4hnelt dem Geruch von Nagellackentferner oder faulem Obst)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Schlimmstenfalls entwickelt sich ein lebensbedrohliches <strong>ketoazidotisches Koma<\/strong>. Diese schwerwiegende Stoffwechselentgleisung zeigt sich mit Symptomen wie einer beschleunigten Atmung, nach Azeton riechendem Atem, \u00dcbelkeit und Bewusstlosigkeit.<\/p>\n<h3><strong>Wie erkennt der Arzt Typ 1 Diabetes? Diagnose<\/strong><\/h3>\n<p>Ein Diabetes Typ 1\u00a0wird diagnostiziert\u00a0indem die Zuckerkonzentration im Blut gemessen wird. Ein Diabetes liegt vor wenn<\/p>\n<div class=\"content-box-yellow\">\n<ul>\n<li>der <strong>Blutzuckerwert<\/strong> zu jedem Zeitpunkt \u00fcber 200mg\/dl liegt (n\u00fcchtern oder nach einer Mahlzeit)<\/li>\n<li>der mehrfach gemessene\u00a0<strong>N\u00fcchtern-Blutzuckerwert<\/strong> \u00fcber 125 mg\/dl liegt<\/li>\n<li>der\u00a0<strong>Blutzucker-Langzeitwerts HbA1c<\/strong> \u00fcber 6,5 Prozent liegt<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p>Der HbA1c-Wert gibt Auskunft dar\u00fcber, wie viel Blutzucker sich dauerhaft an den roten Blutfarbstoff H\u00e4moglobin (Hb) angelagert hat. Damit verr\u00e4t er, wie es in den letzten zwei bis drei Monaten vor der Messung um die durchschnittliche Zuckerkonzentration bestellt war.<\/p>\n<p>Ein Ma\u00df f\u00fcr die k\u00f6rpereigene Insulinproduktion ist das aus Proinsulin abgespaltene sogenannte <strong>C-Peptid<\/strong> (<strong>c<\/strong>onnecting <strong>p<\/strong>eptide) Es l\u00e4sst sich bei Typ-1-Diabetikern meist kaum nachweisen.<\/p>\n<p>Ab der Diagnose \u201cDiabetes Typ 1\u201c geh\u00f6ren Insulin, Blutzuckermessger\u00e4t und \u201cNotfall-Kohlenhydrate\u201c gegen eventuelle Unterzuckerungen zu den st\u00e4ndigen Begleitern des Patienten auf allen seinen Wegen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_150180\" aria-describedby=\"caption-attachment-150180\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_60826669.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-150180\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_60826669.jpg\" alt=\"Typ 1 Diabetes\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_60826669.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_60826669-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_60826669-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-150180\" class=\"wp-caption-text\">Erst nach mehrfacher Blutzuckermessung kann der Arzt Typ 1 Diabetes mellitus diagnostizieren. Foto: Adobe Stock, (c) skyfotostock<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>Behandlung von Typ\u00a01 Diabetes<\/strong><\/h2>\n<p>Anders als beim Typ 2 Diabetes gilt beim Typ 1 Diabetes: <strong>Ohne Insulin geht nichts<\/strong>. Denn da die Bauchspeicheldr\u00fcse nicht imstande ist, das Hormon zu produzieren, muss es durch von au\u00dfen zugef\u00fchrtes, d. h. gespritztes Insulin, ersetzt werden. Und zwar lebenslang. Oberstes Ziel ist eine weitgehende Normalisierung des Blutzuckers. Das ist notwendig, um<\/p>\n<ul>\n<li>diabetesbedingte Einschr\u00e4nkungen der Lebensqualit\u00e4t,<\/li>\n<li>Stoffwechselentgleisungen wie schwere Hypoglyk\u00e4mien (Unterzuckerungen) und eine Hyperglyk\u00e4mie (zu hoher Blutzucker) mit Ketoazidose (\u00dcbers\u00e4uerung des Blutes) sowie<\/li>\n<li>Gef\u00e4\u00dfsch\u00e4den als Sp\u00e4tkomplikationen<\/li>\n<\/ul>\n<p>zu vermeiden.<\/p>\n<p>Ein Typ-1-Diabetes erfordert eine <strong>lebenslange Insulintherapie<\/strong>, um Stoffwechselentgleisungen zu verhindern. Grunds\u00e4tzlich stehen hierf\u00fcr drei verschiedene Methoden zur Verf\u00fcgung, die konventionelle Insulintherapie, die intensivierte Insulintherapie und die Insulinpumpentherapie.<\/p>\n<h3><strong>Konventionelle Insulintherapie<\/strong><\/h3>\n<p>Bei der <strong>konventionellen Insulintherapie<\/strong> erfolgt eine <strong>Anpassung der Essensmengen und Essenszeiten<\/strong> an die zweimal t\u00e4glich \u2013 vor dem Fr\u00fchst\u00fcck und dem Abendessen \u2013 <strong>verabreichten Insulinmengen<\/strong>. Gespritzt wird intermedi\u00e4res Insulin, das mindestens einen halben Tag lang wirkt, oder lang wirksames Insulin. Eventuell fix kombiniert mit kurz wirksamem Insulin. Um der anhaltenden Insulinwirkung gerecht zu werden, muss regelm\u00e4\u00dfig eine festgelegte Menge an Nahrung zugef\u00fchrt werden. Bei viel Bewegung sind zum Ausgleich Zwischenmahlzeiten angesagt. Das Insulin wird mit einer Spritze oder einem Pen, d.h. f\u00fcllfederhalter\u00e4hnlichen Injektionsger\u00e4t, unter die Haut in das Fettgewebe am Bauch, Oberschenkel oder Oberarm gespritzt.<\/p>\n<p>Dieses starre Therapieschema kommt \u00fcblicherweise nur zu Beginn der Erkrankung zum Einsatz und wird \u2013 wenn m\u00f6glich \u2013 nach einigen Monaten von einer der anderen Formen der Insulintherapie abgel\u00f6st. Um eine nahezu normale Blutzuckereinstellung und weitgehend normale Gestaltung des Alltags zu erreichen. Eignet sich die konventionelle Insulintherapie doch vorwiegend f\u00fcr Menschen mit relativ gleichf\u00f6rmigem Tagesablauf, die feste Spritzzeiten bevorzugen. Sie beugt Folgekrankheiten der Zuckerkrankheit weniger gut vor als die funktionelle Insulintherapie.<\/p>\n<h3><strong>Intensivierte Insulintherapie<\/strong><\/h3>\n<p>Bei der <b>funktionellen Insulintherapie<\/b> (Basis-Bolus-Therapie) l\u00e4uft es umgekehrt zur konventionellen Insulintherapie: Die <strong>verabreichte Insulindosis richtet sich nach der Nahrungsmenge <\/strong>bzw. ihrem Kohlenhydratgehalt <strong>und den k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4ten<\/strong>, au\u00dferdem nach dem aktuellen Blutzuckerwert, der Tageszeit und eventuell bestehenden Krankheiten (z.B. fieberhafte Infekte).<\/p>\n<p>Diese Vorgangsweise erlaubt eine weitgehend <strong>flexible Gestaltung des Tagesablaufs<\/strong>. Wie viel Insulin zu verabreichen ist, h\u00e4ngt dabei von den Essgewohnheiten, der Nahrungsmenge, dem Alter und der Lebensweise des Diabetikers ab. Zur Feststellung der jeweils ben\u00f6tigten Insulinmenge sind mehrmals t\u00e4glich Kontrollen des Blutzuckers erforderlich.<\/p>\n<p>Dabei finden lang wirksame Insulinpr\u00e4parate, die die kontinuierliche Insulinaussch\u00fcttung der Bauchspeicheldr\u00fcse ersetzen sollen (\u201c<strong>Basis- oder Basalinsulin<\/strong>\u201c) ein bis zweimal t\u00e4glich Anwendung. Und schnell wirksames Insulin zur Bew\u00e4ltigung von Blutzuckerspitzen (\u201c<strong>Bolusinsulin<\/strong>\u201c) nach der Nahrungsaufnahme.<\/p>\n<h3><strong>Kontinuierliche subkutane Insulintherapie<\/strong><\/h3>\n<p>Bei der <strong>Insulinpumpentherapie<\/strong> \u00fcbernimmt die Abgabe von Insulin eine f\u00fcr den Diabetiker individuell programmierte, am K\u00f6rper getragene Pumpe. Sie setzt <strong>kontinuierlich<\/strong> ein <strong>kurz wirksames Insulin<\/strong> ins Blut frei. Zu den Mahlzeiten ruft der Diabetiker eine zus\u00e4tzliche Insulindosis \u00fcber die Pumpe ab.<\/p>\n<figure id=\"attachment_150150\" aria-describedby=\"caption-attachment-150150\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_112262418.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-150150\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_112262418.jpg\" alt=\"Typ 1 Diabetes\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_112262418.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_112262418-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_112262418-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-150150\" class=\"wp-caption-text\">Typ 1 Diabetes mellitus wird mit dem Spritzen von Insulin behandelt. Foto: Adobe Stock, (c) Dmitry Lobanov<\/figcaption><\/figure>\n<h3><strong>Wie spritzt man Insulin richtig?<\/strong><\/h3>\n<p>Damit Insulin optimal wirken kann, ist eine korrekte Anwendung erforderlich. Denn Fehler bei der Injektionstechnik k\u00f6nnen seinen blutzuckersenkenden Effekt beeinflussen.<\/p>\n<p>Wichtig sind vor allem drei Dinge:<\/p>\n<p>1.) Immer die <strong>Nadel<\/strong> des Insulinpens <strong>\u00fcberpr\u00fcfen<\/strong> und sie vor jedem Gebrauch des Pens wechseln. Ist sie verbogen, muss man sie austauschen. Auch ist zu checken, ob sich <strong>genug Insulin in der Ampulle<\/strong> befindet.<\/p>\n<p>2.) Die <strong>richtige Stelle zum Spritzen w\u00e4hlen<\/strong>. Am besten am <strong>Oberschenkel <\/strong>oder <strong>Bauch<\/strong>. Letzterer l\u00e4sst kurz wirkendes Insulin schneller ins Blut gelangen. Doch nicht dort, wo sich vielleicht ein Muttermal, blauer Fleck, Leberfleck oder eine Narbe befindet. Auch nicht nahe einer Krampfader. Vor dem Einstich kann man an der anvisierten Stelle \u2013 bei entsprechender Dicke des Fettgewebes \u2013 eine Hautfalte bilden. Der <strong>Einstich<\/strong> sollte <strong>senkrecht zur Hautoberfl\u00e4che<\/strong> erfolgen. Danach langsam den Knopf bis zum Anschlag dr\u00fccken und zehn Sekunden bis zum Nadel herausziehen warten, damit kein Insulin zur\u00fcckflie\u00dft.<\/p>\n<p>3.) Die <strong>Stelle zum Spritzen bei\u00a0jeder Injektion wechseln<\/strong>. Sonst kommt es an zu oft maltr\u00e4tierten Orten zu beulenartigen Verdickungen des Unterhautfettgewebes, die man medizinisch Lipohypertrophie und umgangssprachlich Spritzh\u00fcgel bezeichnet. Solche Stellen werden weniger gut durchblutet, sodass sich das Insulin nicht ausreichend verteilen kann.<\/p>\n<h4><strong>Was bedeutet Honeymoon-Phase? <\/strong><\/h4>\n<p>Manchmal verbessern sich die Blutzuckerwerte kurz nach Beginn der Insulintherapie so sehr, dass die Insulingabe gedrosselt oder sogar eingestellt werden kann. Doch leider nur vor\u00fcbergehend, also f\u00fcr einige Wochen bis Monate. Diesen Zeitraum bezeichnen Mediziner als Honeymoon-Phase.<\/p>\n<h3><strong>Was lernt man in einer Diabetikerschulung?<\/strong><\/h3>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr eine gelungene Umsetzung der lebensnotwendigen Hormonersatztherapie und einen praxisbezogenen Umgang mit der Erkrankung ist eine entsprechende Schulung des Diabetikers. Au\u00dferdem seine Bereitschaft, die Blutzuckerwerte mehrfach t\u00e4glich zu messen, um seine Behandlung im Alltag zu steuern.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt einer solchen Schulung steht die <strong>Handhabung der Blutzuckermessung<\/strong> sowie der <strong>Insulintherapie<\/strong> und damit bestm\u00f6gliche Einstellung des Blutzuckerspiegels. Die Teilnehmer lernen, den <strong>Kohlenhydratgehalt<\/strong> ihrer <strong>Mahlzeiten abzusch\u00e4tzen<\/strong> und die <strong>dazu ben\u00f6tigte Insulinmenge<\/strong> zu <strong>berechnen<\/strong>.<\/p>\n<p>Das dazu verwendete Ma\u00df sind sogenannte Broteinheiten, wobei eine Broteinheit (BE) 12 Gramm Kohlenhydraten entspricht. Also einer d\u00fcnnen Scheibe Wei\u00dfbrot, woher auch die Bezeichnung &#8220;Broteinheit&#8221; kommt. Oder man verwendet Kohlenhydrateinheiten (KE). Eine KE entspricht 10 Gramm Kohlenhydraten.\u00a0Eine Broteinheit bzw. Kohlenhydrateinheit erh\u00f6ht, abh\u00e4ngig von der Art der Kohlenhydrate (schnell oder langsam wirkende), Zusammensetzung der Mahlzeit, dem K\u00f6rpergewicht, Stoffwechsel und Aktivit\u00e4ten des Diabetikers, den Blutzuckerspiegel um 30 bis 40 mg\/dl. Sie erfordert 0,5 bis zwei Einheiten schnell wirksames Insulin.<\/p>\n<p>Bei Kindern sollten sich beide Elternteile, besser noch m\u00f6glichst viele ihrer Betreuungspersonen, das n\u00f6tige Wissen f\u00fcr den Umgang f\u00fcr den Alltag mit Typ-1-Diabetes aneignen.<\/p>\n<p>Sinnvoll ist auch, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschlie\u00dfen. Dort findet man Unterst\u00fctzung in vielen praktischen Belangen durch Leidensgenossen.<\/p>\n<h3>Zu welchem Arzt bei Diabetes?<\/h3>\n<p>Die <strong>Diabetesbehandlung <\/strong>geh\u00f6rt idealerweise in die H\u00e4nde eines <strong>Diabetologen<\/strong>, d.h. fachkundigen Allgemeinmediziners oder <strong>Facharzt f\u00fcr Innere Medizin<\/strong> mit Schwerpunkt Stoffwechselerkrankungen (Endokrinologie).<\/p>\n<p>Folgende <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/endokrinologe-wien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Endokrinologen in Wien<\/a> werden auf HEROLD.at von Patienten empfohlen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/sknMp\/mag-dr-irene-pecnik\/?geo=REG_A_9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Mag. Dr. Irene Pecnik, 1130 Wien<\/a>\u00a0(alle Kassen)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/9pStG\/dunky-attila-mr-univ-doz-dr-internist-rheumatologe-diabetologe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Univ. Doz. Dr. Attila Dunky MR, 1040 Wien<\/a>\u00a0(BVA, KFA, VA)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/TnHrK\/kacerovsky-bielesz-gertrud-oa-dr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">OA Dr. Gertrud Kacerovsky-Bielesz, 1140 Wien<\/a>\u00a0(Wahl\u00e4rztin)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/VbGMp\/dr-med-univ-mehrdad-etemad\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dr. med. univ. Mehrdad Etemad, 1160 Wien<\/a>\u00a0(Wahlarzt)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/hHFmR\/univ-prof-dr-felix-stockenhuber\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Univ. Prof. Dr. Felix Stockenhuber, 1010 Wien<\/a>\u00a0(Wahlarzt)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/7cQ1w\/ludvik-bernhard-univ-prof-dr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Univ. Prof. Dr. Bernhard Ludvik, 1090 Wien<\/a> (Wahlarzt)<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Welche Folgen hat ein Typ 1 Diabetes? Prognose<\/strong><\/h2>\n<p>Ein unbehandelter Diabetes mellitus Typ 1 endet in einem <strong>ketoazidotischen Koma<\/strong>, das ohne medizinische Gegenma\u00dfnahmen zum Tode f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Beim unzureichend behandelten, d.h. schlecht eingestellten Typ 1 Diabetes sch\u00e4digt der <strong>zu hohe Blutzuckerspiegel<\/strong> auf l\u00e4ngere Sicht vor allem die Blutgef\u00e4\u00dfe (<strong>diabetische Angiopathie<\/strong>). Einerseits die kleinen, das nennt man Mikroangiopathie. Andererseits auch die gro\u00dfen, das bezeichnet man als Makroangiopathie. Zu viel Blutzucker alias Hyperglyk\u00e4mie beeintr\u00e4chtigt auf die Art besonders die Netzhaut der Augen (<strong>diabetische Retinopathie mit Erblindungsrisiko<\/strong>), Nieren (<strong>diabetische Nephropathie mit Gefahr des Nierenversagens<\/strong>) und F\u00fc\u00dfe. Die Makroangiopathie beg\u00fcnstigt zudem das Eintreten kardiovaskul\u00e4rer Ereignisse wie Herzinfarkt oder <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/schlaganfall\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schlaganfall<\/a>. Auch die sogenannte vaskul\u00e4re (gef\u00e4\u00dfbedingt) Demenz soll mit Diabetes in Zusammenhang stehen.<\/p>\n<p>Abgesehen davon kann die Zuckerkrankheit eine <strong>diabetische Neuropathie<\/strong>, St\u00f6rungen der peripheren Nerven mit z.B. herabgesetztem Tast- und Temperaturempfinden oder Taubheitsgef\u00fchlen, hervorrufen. In der Folge werden Druckstellen und kleine Verletzungen nicht bemerkt, sodass sich daraus Wunden entwickeln, die noch dazu wegen der verminderten Durchblutung oft nur schlecht heilen. Oft an den F\u00fc\u00dfen (\u201c<strong>diabetischer Fu\u00df<\/strong>\u201c). Therapeutisch nicht beherrschbare Verletzungen k\u00f6nnen bis zur Amputation von Zehen, F\u00fc\u00dfen oder mehr f\u00fchren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_150630\" aria-describedby=\"caption-attachment-150630\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_205447453.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-150630\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_205447453.jpg\" alt=\"Typ 1 Diabetes\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_205447453.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_205447453-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Typ-1-Diabetes_205447453-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-150630\" class=\"wp-caption-text\">Diabetiker m\u00fcssen regelm\u00e4\u00dfig eine diabetikergerechte Fu\u00dfpflege durchf\u00fchren lassen. Foto: Adobe Stock, (c) IEGOR LIASHENKO<\/figcaption><\/figure>\n<h3><strong>Wie kann man Folgesch\u00e4den von Diabetes vermeiden?<\/strong><\/h3>\n<p>Auch das andere Extrem von Blutzuckerspiegelentgleisung wirkt sich negativ aus. Zu wenig Blutzucker (&lt; 50 mg\/dl), sprich eine <strong>Hypoglyk\u00e4mie<\/strong>, kann n\u00e4mlich zun\u00e4chst zu Hei\u00dfhunger, Schwitzen, Zittrigkeit, Herzrasen, \u00dcbelkeit, Erbrechen bis hin zu Bewusstlosigkeit f\u00fchren und schlimmstenfalls auch t\u00f6dlich enden.<\/p>\n<p>Sie ist meist die Konsequenz einer \u00dcberdosierung von Insulin. Das hei\u00dft, die gespritzte Insulinmenge wurde zu hoch gew\u00e4hlt. Oder es wurden Umst\u00e4nde wie zu wenig essen, k\u00f6rperliche Anstrengungen (z.B. Sport), Fieber, Alkoholgenuss usw., bei denen der K\u00f6rper mehr Glukose verbrennt, nicht eingerechnet. Dann hei\u00dft es, schnellstm\u00f6glich <strong>Zucker zu sich nehmen<\/strong>. G\u00fcnstig ist auch, einen <strong>Glucagon-Pen<\/strong> mit sich zu f\u00fchren, denn Glucagon, ein ebenfalls von der Bauchspeicheldr\u00fcse hergestelltes Hormon, setzt Zuckerreserven aus der Leber frei. Und in Zukunft die Therapie besser an solche Gegebenheiten anzupassen. Etwa indem man vor dem Sport etc. weniger Insulin spritzt oder zus\u00e4tzliche Kohlenhydrate zu sich nimmt.<\/p>\n<p>Um unliebsame <strong>Folgen der Zuckerkrankheit zu vermeiden<\/strong>, empfiehlt es sich generell,<\/p>\n<ul>\n<li>regelm\u00e4\u00dfig K\u00f6rpergewicht und Blutdruck zu messen sowie allf\u00e4llige Unterzuckerungen zu dokumentieren.<\/li>\n<li>viertel- bis halbj\u00e4hrlich das HbA1c, bei bereits gesch\u00e4digter Niere auch das Kreatinin und Mikroalbumin bestimmen zu lassen.<\/li>\n<li>j\u00e4hrlich zu Vorsorge-Untersuchungen zu gehen, die auch ein Elektrokardiogramm (EKG), eine Bestimmung der Nieren- und Blutfettwerte sowie Pr\u00fcfung der Sensibilit\u00e4t und Durchblutung der F\u00fc\u00dfe beinhalten sollte.<\/li>\n<li>Kontrollen beim Augenarzt wahrzunehmen, deren Intervalle sich danach richten, ob bereits Sch\u00e4den vorhanden sind.<\/li>\n<li>eine <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/diabetischer-fuss-schoene-fuesse\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">diabetikergerechte Fu\u00dfpflege<\/a> in Anspruch zu nehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Hier findest du Fach\u00e4rzte f\u00fcr Innere Medizin in deinem Bundesland:<\/h3>\n<div class=\"herold_bl\"><div class=\"herold_bl_col\"><div class=\"herold_bl_col_inner\"><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/internist\/\" target=\"_blank\">Wien<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/burgenland\/internist\/\" target=\"_blank\">Burgenland<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/salzburg\/internist\/\" target=\"_blank\">Salzburg<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"herold_bl_col\"><div class=\"herold_bl_col_inner\"><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/nieder\u00f6sterreich\/internist\/\" target=\"_blank\">Nieder\u00f6sterreich<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/steiermark\/internist\/\" target=\"_blank\">Steiermark<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/tirol\/internist\/\" target=\"_blank\">Tirol<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"herold_bl_col\"><div class=\"herold_bl_col_inner\"><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/ober\u00f6sterreich\/internist\/\" target=\"_blank\">Ober\u00f6sterreich<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/k\u00e4rnten\/internist\/\" target=\"_blank\">K\u00e4rnten<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/vorarlberg\/internist\/\" target=\"_blank\">Vorarlberg<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Typ-1-Diabetes kann die Bauchspeicheldr\u00fcse kein Insulin herstellen. Daher m\u00fcssen Typ-1-Diabetiker das lebenswichtige Hormon zeitlebens spritzen. Ab der Diagnose z\u00e4hlen also Blutzuckermessger\u00e4t und Insulin-Pen zu den t\u00e4glichen Begleitern. Trotzdem ist ein fast normaler Alltag m\u00f6glich. Was ist Typ\u00a01\u00a0Diabetes? Zuckerkrankheit kann auf unterschiedliche Arten entstehen. Je nach Ursache unterscheidet man daher im Wesentlichen vier Diabetes-Typen: Typ-1-Diabetes, der durch einen absoluten Insulinmangel zustande kommt. Typ-2-Diabetes, der auf einer Insulinresistenz beruht. Formen der Zuckerkrankheit, die durch Ver\u00e4nderungen des Erbguts, Erkrankungen der Bauchspeicheldr\u00fcse, Infektionen, die Einwirkung von bestimmten Arzneien oder Chemikalien u. a. m. ausgel\u00f6st werden. Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Unabh\u00e4ngig von der Ursache handelt es sich bei jedem Diabetes mellitus (lat.: honigs\u00fc\u00dfer Durchfluss) um eine Stoffwechselerkrankung, die sich auf viele Vorg\u00e4nge im Organismus auswirkt. Je nach Art der Zuckerkrankheit kann entweder die Bauchspeicheldr\u00fcse kein Insulin produzieren (Typ 1) oder der K\u00f6rper ist nicht imstande, das Hormon gen\u00fcgend zu nutzen (Typ 2). Denn das aus der Bauchspeicheldr\u00fcse ins Blut abgegebene Insulin schleust normalerweise Glukose (Traubenzucker) in die Zellen, die den Zucker zur Energiegewinnung verwenden. Ohne Insulin k\u00f6nnen die Zellen die Glukose nicht verwerten und sie verbleibt im Blut. Der dadurch entstehende hohe Blutzuckerspiegel hat viele gesundheitssch\u00e4dliche Folgen. Wer bekommt Typ\u00a01 Diabetes? Der klassische Insulinmangel-Diabetes kann in jedem Lebensalter erstmals in Erscheinung treten, tut das aber meistens schon in der Kindheit oder Jugend, weshalb er auch juveniler Diabetes oder Jugenddiabetes genannt wird. Doch kommt er auch bei Erwachsenen vor. So weisen etwa rund zehn Prozent der fr\u00fcher als Typ-2-Diabetiker klassifizierten Zuckerkranken f\u00fcr einen Diabetes Typ 1 typische Antik\u00f6rper auf, zeigen Untersuchungen. In einem solchen Fall spricht man von LADA (latent autoimmune diabetes of the adult = sp\u00e4tes Auftreten eines autoimmunen Diabetes beim Erwachsenen). Typ 1 Diabetes ist weltweit im Steigen. In \u00d6sterreich leiden derzeit rund 40.000 Menschen daran. Ist Typ-1-Diabetes erblich? Im Gegensatz zum Diabetes Typ 2 zeigt der Diabetes Typ 1 eine deutlich geringere famili\u00e4re H\u00e4ufung. Das Risiko f\u00fcr Kinder, daran zu erkranken, liegt bei 20 Prozent, wenn beide Eltern Typ-1-Diabetiker sind. rund 5 Prozent, wenn nur der Vater Typ-1-Diabetiker ist. etwa 2,5 Prozent, wenn nur die Mutter Typ-1-Diabetikerin ist. Ist Typ\u00a01 Diabetes heilbar? Bislang leider nicht, doch k\u00f6nnen Zuckerkranke mit Hilfe einer ma\u00dfgeschneiderten Therapie ein nahezu normales Leben f\u00fchren. Wie entsteht ein Diabetes Typ 1? Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Das hei\u00dft, das Immunsystem bek\u00e4mpft k\u00f6rpereigene Strukturen. Und zwar richten sich bestimmte Antik\u00f6rper gegen die insulinproduzierenden Betazellen (\u03b2-Zellen) in der Bauchspeicheldr\u00fcse. Dadurch kommt es zu einer als Insulitis bezeichneten Entz\u00fcndungsreaktion, die zu einer Zerst\u00f6rung von \u03b2-Zellen und somit zu einem zunehmenden Insulinmangel f\u00fchrt. Doch m\u00fcssen bereits rund 80 bis 90 Prozent der \u03b2-Zellen zugrunde gegangen sein, bis sich Symptome des dadurch bedingten Insulinmangels einstellen. Auswirkungen des Insulinmangels \u21d2 Glukose kann nicht mehr in insulinabh\u00e4ngige Zellen aufgenommen werden, fehlt innerhalb der Zellen als Energielieferant und sammelt sich im Blut an. Dadurch erh\u00f6ht sich der Blutzuckerspiegel. \u21d2\u00a0Die Leber reagiert auf den Zuckermangel innerhalb der Zellen mit einer ungebremsten Neubildung von Glukose\u00a0und gibt sie ins Blut ab. Doch k\u00f6nnen die K\u00f6rperzellen auch diesen Zucker nicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":175,"featured_media":150126,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[247],"tags":[],"acf":[],"yoast_head":"\n<title>Typ 1 Diabetes - Ursachen, Symptome, Behandlung - HEROLD.at<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Was ist Typ 1 Diabetes und wie entsteht er? 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