{"id":153160,"date":"2019-08-10T08:00:10","date_gmt":"2019-08-10T06:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herold.at\/blog\/?p=153160"},"modified":"2021-04-29T17:45:05","modified_gmt":"2021-04-29T15:45:05","slug":"epilepsie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herold.at\/blog\/epilepsie\/","title":{"rendered":"Epilepsie: Ursachen, Arten &#038; Behandlung"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-154108 size-full\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Epilepsie-c-sudok1.jpg\" alt=\"Epilepsie\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Epilepsie-c-sudok1.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Epilepsie-c-sudok1-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Epilepsie-c-sudok1-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/p>\n<p>Fokale Epilepsie Anf\u00e4lle beschr\u00e4nken sich auf bestimmte Areale des Gehirns. Foto: AdobeStock (c) sudok1Pl\u00f6tzlich umfallen, zucken und krampfen: so kann ein epileptischer Anfall aussehen. Doch hat die Epilepsie auch weniger dramatische Erscheinungsformen. Manche Formen der St\u00f6rung sind schwer zu erkennen, andere besonders schwierig zu behandeln.\u00a0In unserem Ratgeber erkl\u00e4ren wir die Unterschiede, wie eine Epilepsie Diagnose abl\u00e4uft und\u00a0von welcher Therapie Betroffene Hilfe erwarten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<h2><strong>Was ist Epilepsie?<\/strong><\/h2>\n<p>Das Wort\u00a0<strong>Epilepsie<\/strong>\u00a0stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Ergriffenwerden. Damit bezeichnet man eine Erkrankung, bei der ohne erkennbaren Grund f\u00fcr den Zeitpunkt des Geschehens wiederholt epileptische Anf\u00e4lle auftreten. Ein solcher Anfall kommt durch unkontrollierte, synchrone (gleichzeitige)\u00a0<strong>elektrische Entladungen<\/strong>\u00a0von Nervenzellen zustande. Diese bewirken unwillk\u00fcrliche, stereotype (gleichf\u00f6rmig ablaufende) Verhaltens- oder Empfindungsst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Die Krankheit wird auch zerebrales Krampfleiden, zerebrales Anfallsleiden oder \u2013 veraltet \u2013 Fallsucht genannt. Bis zum Mittelalter war auch die Bezeichnung Morbus sacer verbreitet (lateinisch f\u00fcr heilige Krankheit). Ein Ausdruck, der die Besonderheit der Epilepsie hervorkehren wollte. Die meisten Epilepsien beginnen entweder bereits im Kindes- oder Jugendalter oder aber erst nach dem 60. Lebensjahr (Altersepilepsie).<\/p>\n<h3><strong>Epilepsie: Definition<\/strong><\/h3>\n<p>Gleich vorweg: Epilepsie ist\u00a0<strong>keine Geisteskrankheit<\/strong>. Die Mehrzahl aller Menschen mit Epilepsie ist nicht geistig behindert.<\/p>\n<p>Epilepsie ist eine Sammelbezeichnung f\u00fcr eine Gruppe von\u00a0<strong>anfallsartigen Funktionsst\u00f6rungen des Gehirns<\/strong>, bei denen eine andauernde Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr epileptische Anf\u00e4lle besteht. Die Erkrankung liegt vor, wenn mindestens zwei nicht provozierte, einzelne Anf\u00e4lle im Abstand von mindestens 24 Stunden vorgefallen sind. Oder wenn nach einem ersten Anfall ein hohes Risiko f\u00fcr weitere Anf\u00e4lle besteht.<\/p>\n<h3><strong>Was sind Epilepsie Anf\u00e4lle?<\/strong><\/h3>\n<p>Epileptische Anf\u00e4lle sind\u00a0<strong>pl\u00f6tzliche \u00c4nderungen<\/strong>\u00a0in puncto Bewusstsein, Denken, Verhalten, Ged\u00e4chtnis, Empfinden oder Muskelanspannung. Sie werden\u00a0<strong>durch vor\u00fcbergehende Funktionsst\u00f6rungen von Nervenzellen im Gehirn<\/strong>\u00a0hervorgerufen, die\u00a0<strong>gleichzeitig Impulse<\/strong>\u00a0abfeuern.<\/p>\n<p>Doch\u00a0<strong>nicht jeder epileptische Anfall bedeutet, dass man unter Epilepsie leidet<\/strong>. Sch\u00e4tzungen zufolge erleiden rund\u00a0<strong>f\u00fcnf bis zehn Prozent<\/strong>\u00a0der Bev\u00f6lkerung mindestens einmal im Leben einen Krampfanfall, ohne dass sich daraus eine Epilepsie, d.h. eine erh\u00f6hte Neigung zu epileptischen Anf\u00e4llen, entwickelt.<\/p>\n<p>Es gibt mehr als zehn Formen epileptischer Anf\u00e4lle und\u00a0<strong>mehr als 30 Arten<\/strong>\u00a0von Epilepsien. Auch deshalb, weil letztere mit einer Kombination aus verschiedenen Anfallsformen einhergehen k\u00f6nnen. Betroffene von Epilepsie weisen \u00fcblicherweise nur eine dieser Arten auf, die eine bis drei Anfallsformen umfasst.<\/p>\n<h4><strong>Was passiert bei Epilepsie im Gehirn?<\/strong><\/h4>\n<p>Die Aufgabe der miteinander vernetzten\u00a0<strong>Nervenzellen<\/strong>\u00a0im Gehirn besteht darin, Informationen aufzunehmen, in elektrochemische Signale umzuwandeln und diese an andere Nervenzellen, Sinnes-, Muskel- oder Dr\u00fcsenzellen weiterzuleiten, wo sie in Aktivit\u00e4ten (z.B. Bewegungen) umgesetzt werden. Die\u00a0<strong>Signal\u00fcbertragung<\/strong>\u00a0geschieht mithilfe der Freisetzung von\u00a0<strong>Botenstoffen\u00a0<\/strong>(Neurotransmitter), die durch einen schmalen Spalt zu benachbarten Nervenzellen gelangen. Wobei es Neurotransmitter wie z. B. Glutamat und Aspartat gibt, die dort eine Erregung ausl\u00f6sen, und andere wie z. B. Gamma-Amino-Butters\u00e4ure (GABA), die sie hemmen.<\/p>\n<p>Normalerweise entladen sich Nerven rund 80 mal in der Sekunde. Bei Epilepsie-Patienten feuern sie\u00a0<strong>bis zu 500 mal pro Sekunde<\/strong>. Welche Auswirkungen das hat, h\u00e4ngt davon ab, wozu die am epileptischen Anfall beteiligten Nerven normalerweise dienen. Sind sie z. B. f\u00fcr den Zustand Wachheit verantwortlich, kommt es zu Bewusstlosigkeit. Ist es etwa das Sehen, kann es bei Betroffenen zur Wahrnehmung von Blitzen oder anderen Lichtreizen kommen.<\/p>\n<h4><strong>Gibt es spezielle Ausl\u00f6ser f\u00fcr epileptische Anf\u00e4lle?<\/strong><\/h4>\n<p>Manche Formen epileptischer Anf\u00e4lle lassen sich durch bestimmte Ausl\u00f6ser provozieren. Zu solchen\u00a0<strong>Triggern<\/strong>\u00a0z\u00e4hlen beispielsweise:<\/p>\n<ul>\n<li>Alkohol<\/li>\n<li>Drogen wie z.B. Ecstasy, Crack, Kokain und Amphetamine<\/li>\n<li>Medikamente wie etwa Neuroleptika, trizyklische Antidepressiva und Sympathomimetika<\/li>\n<li>Alkohol-, Medikamenten-, Drogen- oder Schlafentzug<\/li>\n<li>emotionaler Stress<\/li>\n<li>Flackerlicht, etwa von Monitoren wie Fernseher oder Computer, Stroboskopeffekte in Diskotheken rasche Hell-Dunkel-Wechsel, z.B. bei Filmen oder Videospielen<\/li>\n<li>gewisse optische Muster, z.B. Schachbrettmuster<\/li>\n<li>exzessive k\u00f6rperliche Verausgabung<\/li>\n<li>Sauerstoffmangel oder Hyperventilation<\/li>\n<li>Erkrankungen, die mit Fieber einhergehen<\/li>\n<li>Elektrolytentgleisungen wie Hypomagnesi\u00e4mie, Hypokalzi\u00e4mie, Hypo- oder Hypernatri\u00e4mie<\/li>\n<li>Unterzuckerungen bei\u00a0<a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/typ-1-diabetes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Diabetikern<\/a>\u00a0(vor allem bei Insulin\u00fcberdosierung)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/arztsuche24.at\/ratgeber\/frauengesundheit-und-schwangerschaft\/schwangerschaftsdiabetes-praeklampsie-gefahr-fuer-mutter-und-kind\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pr\u00e4eklampsie<\/a>\u00a0und Eklampsie in der Schwangerschaft<\/li>\n<\/ul>\n<h4><strong>Epilepsie \u2013 wie oft hat man Anf\u00e4lle?<\/strong><\/h4>\n<p>Die H\u00e4ufigkeit epileptischer Anf\u00e4lle ist individuell sehr unterschiedlich. Die Abst\u00e4nde zwischen den einzelnen Anf\u00e4llen k\u00f6nnen je nach Syndrom und Person im g\u00fcnstigsten Fall Jahre bis sogar Jahrzehnte betragen, schlimmstenfalls nur Sekunden.<\/p>\n<h4><strong>Epilepsie Anfall \u2013 wie reagieren?<\/strong><\/h4>\n<p>Das wichtigste bei einem epileptischen Anfall, der meist nur ein bis drei Minuten dauert, ist,\u00a0<strong>Ruhe zu<\/strong>\u00a0<strong>bewahren<\/strong>\u00a0und den Krampfenden\u00a0<strong>vor Gefahren abzuschirmen<\/strong>. Indem man in seinem Umfeld z.B. Objekte, die zu Verletzungen f\u00fchren k\u00f6nnen, entfernt, Absturzkanten sichert, laufende Maschinen abstellt etc. Keinesfalls darf man Betroffene festhalten. Oder\u00a0ihnen in scheinbar wohlmeinender Absicht einen Gegenstand in den Mund stecken, um einen Zungenbiss zu verhindern.<\/p>\n<p>Hat\u00a0die betroffene Person aufgeh\u00f6rt zu krampfen, sollte\u00a0sie in die\u00a0<a href=\"http:\/\/arztsuche24.at\/ratgeber\/krankheiten\/erste-hilfe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>stabile Seitenlage<\/strong><\/a>\u00a0gebracht werden, damit eventuell Erbrochenes nicht in die Lunge gelangt. Au\u00dferdem ist darauf zu achten, dass\u00a0die\u00a0<strong>Atemwege frei<\/strong>\u00a0sind. Nach dem Anfall solltest du bei dem Epileptiker bleiben, bis er\u00a0<strong>vollst\u00e4ndig bei Bewusstsein<\/strong>\u00a0und ansprechbar ist. Geht ein epileptischer Anfall mit Bewusstseinsst\u00f6rungen wie Verwirrtheit einher, gilt es, den Patienten nur zu beobachten. Ohne zu versuchen, seine \u2013 vielleicht merkw\u00fcrdig erscheinenden \u2013 Handlungen, zu unterbrechen oder zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Handelt es sich um einen\u00a0<strong>erstmaligen Anfall<\/strong>, ist immer der\u00a0<strong>Notarzt\u00a0<\/strong>zu rufen. Ebenso bei einem\u00a0<strong>l\u00e4nger als f\u00fcnf Minuten dauernden Anfall<\/strong>\u00a0oder kurz aufeinander folgenden\u00a0<strong>weiteren Anf\u00e4llen<\/strong>. Denn dann liegt ein lebensbedrohlicher Status epilepticus vor, der unbedingt einer \u00e4rztlichen Versorgung bedarf. Viele Epilepsie-Patienten oder deren Angeh\u00f6rige f\u00fchren Notfallmedikamente mit sich. Sie werden entweder in die Wangentasche oder Nase getropft, unter die Zunge gelegt oder als Mikroklistier in den After eingef\u00fchrt und k\u00f6nnen nach entsprechender Schulung auch von medizinischen Laien verabreicht werden.<\/p>\n<h2><strong>Arten von Epilepsie \/ Anfallarten<\/strong><\/h2>\n<p>Beschr\u00e4nkt sich die unkontrollierte\u00a0<strong>Entladung von Nervenzellen<\/strong>\u00a0bei epileptischen Anf\u00e4llen auf\u00a0<strong>bestimmte Areale des Gehirns<\/strong>, spricht man von\u00a0<strong>fokalen Anf\u00e4llen<\/strong>. Erfasst sie das\u00a0<strong>gesamte Gehirn<\/strong>, handelt es sich um\u00a0<strong>generalisierte Anf\u00e4lle<\/strong>. Findet bei einem zun\u00e4chst fokalen Anfall eine anschlie\u00dfende Ausbreitung der Entladungen auf das ganze Gehirn statt, wird dieses Geschehen als\u00a0<strong>sekund\u00e4re Generalisierung<\/strong>\u00a0bezeichnet.<\/p>\n<p>Die Vielzahl an Anfallsformen hat zu verschiedenen Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt, epileptische Anf\u00e4lle zu klassifizieren. Derzeit richtet man sich im Regelfall nach der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.ilae.org\/files\/ilaeGuideline\/Classification-Scheffer-2017-GERMAN.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Klassifikation<\/strong>\u00a0<strong>der Internationalen Liga gegen Epilepsie<\/strong>\u00a0<\/a>(International League Against Epilepsy, ILAE), einer l\u00e4nder\u00fcbergreifenden medizinischen Fachgesellschaft zur Bek\u00e4mpfung der Epilepsie.<\/p>\n<h4>Welche sind die am h\u00e4ufigsten auftretenden Formen von Epilepsie?<\/h4>\n<p>Die h\u00e4ufigsten Formen von Epilepsie umfassen einerseits genetisch bedingte\u00a0<strong>idiopathische generalisierte Epilepsien<\/strong>\u00a0wie z.B. die juvenile Absence-Epilepsie, juvenile myoklonische Epilepsie oder Aufwach-Grand-mal-Epilepsie (Grand Mal Anf\u00e4lle beim Erwachen). Anderseits gibt es\u00a0<strong>idiopathische fokale Epilepsien<\/strong>\u00a0wie etwa die prim\u00e4re Lese-Epilepsie, bei der \u2013 meist ab der Pubert\u00e4t \u2013 v.a. lautes Vorlesen Zuckungen der Kau-, Gesichts- und Halsmuskulatur ausl\u00f6st.<\/p>\n<p>Zu einer dritten Gruppe geh\u00f6ren\u00a0<strong>symptomatische oder kryptogene<\/strong><strong>\u00a0fokale Epilepsien<\/strong>, die in jedem Alter auftreten k\u00f6nnen. Diese Art deutet auf eine nicht nachweisbare, aber extrem wahrscheinliche Sch\u00e4digung des Hirns hin. M\u00f6gliche Ursachen sind Hirntumore, Infektionen, Schlaganf\u00e4lle, Kopfverletzungen u.v.m. Je nach Ausgangspunkt der Anf\u00e4lle im Gehirn unterscheidet man im Wesentlichen zwischen\u00a0<strong>Schl\u00e4fen-, Stirn-, Scheitel- und Hinterhauptslappen-Epilepsien<\/strong>, doch gibt es auch Mischformen.<\/p>\n<p>Aufgrund der zahlreichen m\u00f6glichen Ursachen und unterschiedlichen betroffenen Hirnareale gestalten sich die\u00a0<strong>Symptome<\/strong>\u00a0bei dieser Gruppe vielf\u00e4ltig. Die Palette reicht von rein subjektiven, also nur f\u00fcr den Erkrankten selbst wahrnehmbaren Symptomen, \u00fcber unkontrollierte Bewegungen ohne oder mit Bewusstseinstr\u00fcbung bis hin zu sekund\u00e4r generalisierten tonisch-klonischen Anf\u00e4llen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-154129 size-full\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Epilepsie-c-Aleksandra-Mikhailec.jpg\" alt=\"Epilepsie\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Epilepsie-c-Aleksandra-Mikhailec.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Epilepsie-c-Aleksandra-Mikhailec-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Epilepsie-c-Aleksandra-Mikhailec-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/p>\n<p>Fokale Epilepsie Anf\u00e4lle\u00a0gehen bei Betroffenen mit keiner Bewusstseinstr\u00fcbung einher. Foto: AdobeStock (c) Aleksandra Mikhailec<\/p>\n<h3><strong>Fokale Epilepsie<\/strong><\/h3>\n<p>Fokale Anf\u00e4lle gehen\u00a0<strong>von einem bestimmten Hirnareal aus<\/strong>\u00a0und beschr\u00e4nken sich \u00fcblicherweise auf eine Gehirnh\u00e4lfte. Sogenannte\u00a0<strong>komplex fokale Anf\u00e4lle<\/strong>\u00a0gehen mit einer\u00a0<strong>Bewusstseinseinschr\u00e4nkung<\/strong>\u00a0einher. Das hei\u00dft, der Erkrankte nimmt den epileptischen Anfall nicht bewusst wahr und kann sich sp\u00e4ter an nichts erinnern.\u00a0<strong>Einfach fokale Anf\u00e4lle<\/strong>\u00a0hingegen sind mit\u00a0<strong>keiner Bewusstseinstr\u00fcbung<\/strong>\u00a0verbunden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Anf\u00e4lle laufen unterschiedliche Bewegungsabl\u00e4ufe oder Verhaltensweisen ab. Oft kommt es zu oroaliment\u00e4ren Automatismen wie Schmatzen, Lippenlecken, Kauen oder Grimassieren sowie nestelnden oder wischenden Handbewegungen, seltener zu komplexeren Arm- und Beinbewegungen (z.B. Radfahrbewegungen, zielloses Herumlaufen).<\/p>\n<p>M\u00f6glich sind\u00a0<strong>motorische Symptome\u00a0<\/strong>wie<\/p>\n<ul>\n<li>Zuckungen eines K\u00f6rperteils, meist einer Extremit\u00e4t.<\/li>\n<li>epileptische Spasmen, rasche blitzartige Muskelanspannungen.<\/li>\n<li>Versivanf\u00e4lle, eine unwillk\u00fcrliche Drehung von Augen, Kopf oder K\u00f6rper zu einer Seite.<\/li>\n<li>Haltungs- bzw. Arrestanf\u00e4lle, ein Verharren in ungew\u00f6hnlichen K\u00f6rperpositionen.<\/li>\n<li>phonatorische Anf\u00e4lle, Wortwiederholungen oder Laut\u00e4u\u00dferungen wie z.B. St\u00f6hnen, Schreien oder R\u00f6cheln.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Oder\u00a0<strong>(somato-)sensorische Symptome\u00a0<\/strong>wie<\/p>\n<ul>\n<li>Missempfindungen: Kribbeln, Taubheitsgef\u00fchle oder Ameisenlaufen.<\/li>\n<li>visuelle Auren, etwa die Wahrnehmung von Blitzen, Streifen, Schatten oder farbigen, sich bewegenden Objekten.<\/li>\n<li>auditive Auren wie die Wahrnehmung eines Pfeifens, Quietschens oder einer Melodie.<\/li>\n<li>olfaktorische Auren, Geruchsempfindungen meist unangenehmer Natur.<\/li>\n<li>gustatorische Auren, Geschmacksst\u00f6rungen unangenehmen Charakters.<\/li>\n<li>vertigin\u00f6se Auren (Drehschwindel).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch m\u00f6glich sind<strong>\u00a0autonome Symptome\u00a0<\/strong>wie<\/p>\n<ul>\n<li>epigastrische Auren, vom oberen Bauchraum zum Hals-\/Kopfbereich aufsteigende Missempfindungen.<\/li>\n<li>Bl\u00e4sse, Schwitzen, weite Pupillen, G\u00e4nsehaut, schneller Puls oder Inkontinenz.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ebenso kommen\u00a0<strong>psychische Symptome<\/strong>\u00a0vor,<strong>\u00a0<\/strong>wie etwa Wut-, Angst- oder Gl\u00fccksgef\u00fchle sowie die Empfindung, etwas schon einmal gesehen (\u201cd\u00e9j\u00e0 vu\u201c) bzw. geh\u00f6rt (\u201cd\u00e9j\u00e0 entendu\u201c) zu haben. Oder \u2013 seltener \u2013 etwas in dieser Intensit\u00e4t noch nie gesehen (\u201cjamais vu\u201c) bzw. geh\u00f6rt (\u201cjamais entendu\u201c) zu haben. Auch gibt es kognitive Anf\u00e4lle mit z. B. Tr\u00e4umen oder verzerrter Zeitwahrnehmung.<\/p>\n<p>Komplex-fokale Anf\u00e4lle k\u00f6nnen von einer der oben beschriebenen Auren eingeleitet werden. Vor allem mit einer Bewusstseinsst\u00f6rung verbundene fokale epileptische Anf\u00e4lle k\u00f6nnen in einen sekund\u00e4r generalisierten Anfall \u00fcbergehen.<\/p>\n<h4><strong>Temporallappenepilepsie<\/strong><\/h4>\n<p>Eine Temporallappenepilepsie ist die Folge einer Sch\u00e4digung des Schl\u00e4fenlappens im Gro\u00dfhirn. Sie macht etwa ein Drittel aller Epilepsien aus. Besonders h\u00e4ufig in Form eines Syndroms, das man als\u00a0<strong>mesiale Temporallappen Epilepsie mit Hippocampussklerose<\/strong>\u00a0bezeichnet. Dieses entsteht als Auswirkung einer Sklerose unbekannter Ursache in einer bestimmten Region an der Innenseite (mesial) des Temporallappens, Hippocampus genannt.<\/p>\n<p>Dadurch kommt es zun\u00e4chst zu einem\u00a0<strong>einfach fokalen Anfall<\/strong>\u00a0mit einer\u00a0<strong>epigastrischen Aura<\/strong>, d.h. einem von der Magengegend aufsteigenden Unwohlsein. Ihm folgt h\u00e4ufig ein\u00a0<strong>komplex-fokaler Anfall<\/strong>\u00a0mit pl\u00f6tzlicher oder schleichender Bewusstseinstr\u00fcbung. W\u00e4hrenddessen laufen\u00a0<strong>Automatismen<\/strong>\u00a0ab, d.h. unwillk\u00fcrliche stereotype Bewegungen. Oft ein Schmatzen oder Kauen als Reaktion auf einen empfundenen seltsamen Geschmack im Mund. Gefolgt von sich wiederholenden Handbewegungen (\u201cNesteln\u201c), einem Umherschauen und schlie\u00dflich Bewegungen des ganzen K\u00f6rpers. Auch k\u00f6nnen die fokalen Anf\u00e4lle in einen Grand mal-Anfall \u00fcbergehen.<\/p>\n<h4>Ursachen f\u00fcr\u00a0<strong>Temporallappenepilepsie<\/strong><\/h4>\n<p>Als m\u00f6gliche Ursachen einer Temporallappenepilepsie werden Fieberkr\u00e4mpfe, Traumata, Infektionen oder ein Sauerstoffmangel des Gehirns in Betracht gezogen, denn darunter haben viele der daran Erkrankten vor ihrem f\u00fcnften Lebensjahr gelitten.<\/p>\n<p>Im Vergleich zur Temporallappenepilepsie treten Epilepsien, die vom\u00a0<strong>Frontallappen<\/strong>\u00a0(Stirnlappen) ausgehen und h\u00e4ufig mit sehr\u00a0<strong>heftigen Bewegungen<\/strong>\u00a0verbunden sind, relativ selten auf. Ebenso solche, die ihren Ursprung im\u00a0<strong>Parietallappen\u00a0<\/strong>(Scheitellappen) haben, haupts\u00e4chlich ohne Beeintr\u00e4chtigung des Bewusstseins, aber h\u00e4ufig mit sogenannten\u00a0<strong>somatosensorischen Anf\u00e4llen<\/strong>, d.h. einem Kribbeln, Brennen, Taubheitsgef\u00fchlen usw. einhergehen. Und auch Epilepsien, die vom\u00a0<strong>Okzipitallappen<\/strong>\u00a0(Hinterhauptslappen), dem Sitz des Sehzentrums, ihren Ausgang nehmen und daher oft zu visuellen Halluzinationen, vor\u00fcbergehender Blindheit oder unkontrollierten Augenbewegungen f\u00fchren.<\/p>\n<h3><strong>Generalisierte Epilepsie<\/strong><\/h3>\n<p>Generalisierte Anf\u00e4lle lassen sich keinem umgrenzten Ursprungsort im Gehirn zuordnen. Ihre Ausbreitung kann unterschiedlich verlaufen und das gesamte Hirnareal umfassen. Sie treten auf als<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Absencen<\/strong>\u00a0(fr\u00fcher: Petit mal): vor allem bei Kindern vorkommende, nur wenige Sekunden anhaltende Bewusstseinsst\u00f6rungen mit \u201cins Leere starren\u201c, Unterbrechung der aktuell ausge\u00fcbten Aktivit\u00e4t und verz\u00f6gerter Reaktion auf Ansprechen.<\/li>\n<li><strong>myoklonische Anf\u00e4lle<\/strong>: oft in der morgendlichen Aufwachphase stattfindende, durch Schlafentzug und Flackerlicht provozierbare, sehr kurze, nicht rhythmische Muskelzuckungen vorwiegend am Kopf und \u2013 meist symmetrisch \u2013 an Armen oder auch Beinen, bei erhaltenem Bewusstsein.<\/li>\n<li><strong>klonische Anf\u00e4lle<\/strong>: l\u00e4nger anhaltende rhythmische Zuckungen der Beugemuskulatur der Extremit\u00e4ten, des Kopfes oder Rumpfes, oft mit Blauverf\u00e4rbung der Lippen oder des gesamten Gesichts durch die Sauerstoffunterversorgung und anschlie\u00dfender Ersch\u00f6pfung.<\/li>\n<li><strong>tonische Anf\u00e4lle<\/strong>: abrupte, sekundenlang andauernde Muskelkontraktionen der gesamten Muskulatur mit Bewusstseinsverlust sowie Sturz- und Verletzungsgefahr.<\/li>\n<li><strong>tonisch-klonische Anf\u00e4lle<\/strong>\u00a0alias Grand-mal-Anf\u00e4lle: pl\u00f6tzlicher Bewusstseinsverlust mit massiver Anspannung der gesamten Muskulatur und daher Sturz- und Verletzungsgefahr.<\/li>\n<li><strong>atonische\u00a0<\/strong>(astatische)\u00a0<strong>Anf\u00e4lle<\/strong>: pl\u00f6tzlicher Bewusstseinsverlust und abruptes Erschlaffen der Muskulatur mit Sturz- und Verletzungsgefahr.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der tonisch-klonische oder\u00a0<strong>Grand-mal-Anfall<\/strong>\u00a0ist wohl die bekannteste aller Art von epileptischem Anfall. Zu Beginn kommt es zu einer tonischen Phase, die in eine klonische Phase \u00fcbergeht, die wiederum in gro\u00dfer k\u00f6rperlicher Ersch\u00f6pfung oder tiefem Schlaf endet. Der Anfall kann mit einem Initialschrei beginnen.\u00a0Er hinterl\u00e4sst eine Blauverf\u00e4rbung der Lippen oder der gesamten Gesichtshaut, einen heftigen Muskelkater, oft auch Kopfschmerzen. W\u00e4hrend des Anfalls kann es zu einem Zungenbiss, einem Einn\u00e4ssen oder auch Einkoten kommen.<\/p>\n<h3><strong>Nicht klassifizierbare epileptische Anf\u00e4lle<\/strong><\/h3>\n<p>Aufgrund unzureichender Daten sind nicht alle epileptischen Anf\u00e4lle nach dem g\u00e4ngigen Schema klassifizierbar. So gibt es etwa generalisierte Anf\u00e4lle nur einer Hirnh\u00e4lfte wie den\u00a0<strong>Jackson-Anfall<\/strong>, der fokal im Frontal- oder Parietallappen beginnt. Oder von mehreren Herden ausgehende fokale Anf\u00e4lle. Ist eine Zuordnung nicht m\u00f6glich, wird f\u00fcr solche Anf\u00e4lle der Begriff \u201cnicht klassifizierbare epileptische Anf\u00e4lle\u201c verwendet.<\/p>\n<h4><strong>Notfall Status epilepticus<\/strong><\/h4>\n<p>Ein Spezialfall, der t\u00f6dlich enden kann, liegt vor, wenn ein generalisierter\u00a0<strong>Krampfanfall l\u00e4nger als f\u00fcnf Minuten<\/strong>\u00a0dauert oder\u00a0<strong>mehrere Anf\u00e4lle rasch hintereinander<\/strong>\u00a0auftreten. Ebenso, wenn\u00a0<strong>fokale Anf\u00e4lle oder Absencen l\u00e4nger als 20 bis 30 Minuten<\/strong>\u00a0anhaltend. Denn dabei handelt es sich um einen\u00a0<strong>Status epilepticus<\/strong>. Das ist ein\u00a0<strong>Notfall<\/strong>, der schnell not\u00e4rztlich versorgt werden muss, da sonst irreversible Sch\u00e4digungen des Gehirns drohen.<\/p>\n<p>Der Notarzt verabreicht meist zun\u00e4chst ein<strong>\u00a0Beruhigungsmittel<\/strong>, indem er es intraven\u00f6s spritzt, in die Wangentasche platziert oder als Creme \u00fcber eine kleine Tube in den After einf\u00fchrt. Auch andere\u00a0<strong>Antiepileptika und Sauerstoff<\/strong>\u00a0kommen unter Umst\u00e4nden zur Anwendung. Zudem nimmt er jeweils erforderliche symptomatische Ma\u00dfnahmen (z.B. Versorgung eventueller Verletzungen) vor. Danach bedarf es einer weiteren Behandlung im Krankenhaus, bei l\u00e4nger als 30 bis 60 Minuten anhaltenden Kr\u00e4mpfen h\u00e4ufig einer Gabe von Narkotika oder auch k\u00fcnstlichen Beatmung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-154138 size-full\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-Tobilander.jpg\" alt=\"Epilepsie\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-Tobilander.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-Tobilander-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-Tobilander-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/p>\n<p>Bestimmte Formen von Epilepsie treten nur bei Kindern auf. Foto: AdobeStock (c) Tobilander<\/p>\n<h3><strong>Epilepsie bei Kindern<\/strong><\/h3>\n<p>Epileptische Anf\u00e4lle k\u00f6nnen zwar in jedem Lebensalter auftreten, tun das jedoch h\u00e4ufig bei Kindern. Oft sind eine Unreife des Gehirns oder angeborene bzw. genetische St\u00f6rungen daf\u00fcr verantwortlich. Auch gibt es mehrere\u00a0<a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/epilepsie-bei-kindern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Epilepsie-Formen<\/a>, die ausschlie\u00dflich bei Kindern vorkommen bzw. sich in der Kindheit das erste Mal zeigen. Mehr Informationen zu kindlichen Epilepsien bieten wir in einem eigenen Beitrag.<\/p>\n<h2><strong>Epilepsie \u2013 Ursachen<\/strong><\/h2>\n<p>Manche Epilepsien lassen sich auf einen konkreten Ausl\u00f6ser zur\u00fcckf\u00fchren. Wie etwa<\/p>\n<ul>\n<li>einen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/geburtskomplikation-sauerstoffmangel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sauerstoffmangel im Gehirn<\/a>\u00a0w\u00e4hrend der Schwangerschaft oder Geburt<\/li>\n<li><strong>Durchblutungsst\u00f6rungen<\/strong>\u00a0im Gehirn, z.B. durch\u00a0<a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/schlaganfall\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schlaganf\u00e4lle<\/a>, Hirnblutungen, Hirnvenenthrombosen, Gef\u00e4\u00dfmissbildungen, Aneurysmen, H\u00e4mangiome oder Arteriosklerose<\/li>\n<li><strong>Gehirnentz\u00fcndungen<\/strong>\u00a0(z.B. durch Meningokokken, Herpes-, Hepatitis C- oder FSME-Viren)<\/li>\n<li><strong>Gehirntumore<\/strong>\u00a0oder Metastasen<\/li>\n<li><strong>Fehlbildungen<\/strong>\u00a0von Hirngewebe<\/li>\n<li><strong>Hirnverletzungen<\/strong>\u00a0oder -abszesse<\/li>\n<li>S<strong>toffwechselst\u00f6rungen<\/strong>\u00a0wie Hyperparathyreoidismus, H\u00e4mochromatose oder Diabetes<\/li>\n<\/ul>\n<p>Solche Einfl\u00fcsse k\u00f6nnen Narben im Gehirn hinterlassen, die Nervenzellen in ihrer Umgebung irritieren, sodass sich in diesem Hirnareal leichter Anf\u00e4lle entwickeln. In diesem Fall spricht man von einer\u00a0<strong>symptomatischen Epilepsie<\/strong>. Weisen Symptome und Befunde klar darauf hin, dass es eine konkrete Ursache f\u00fcr die Epilepsie geben muss, l\u00e4sst sich diese aber trotz entsprechender Untersuchungen nicht nachweisen, nennen das Mediziner eine\u00a0<strong>kryptogenetische Epilepsie<\/strong>.<\/p>\n<p>Recht oft jedoch liegt eine\u00a0<strong>idiopathische Epilepsie<\/strong>\u00a0vor. Im Klartext:\u00a0<strong>Ursache unbekannt<\/strong>. Manche Menschen haben einfach eine erh\u00f6hte Neigung zu epileptischen Anf\u00e4llen.\u00a0Betroffene reagieren auf Faktoren wie Schlafmangel, Fieber oder Flimmerlicht leichter als andere mit einem epileptischen Anfall. Eine solche grunds\u00e4tzliche Bereitschaft zur Entwicklung einer Epilepsie kann auch famili\u00e4r geh\u00e4uft vorkommen, was f\u00fcr genetische Faktoren bei der Entstehung spricht.\u00a0Allerdings bedeutet eine erh\u00f6hte Neigung zu Anf\u00e4llen noch nicht, dass\u00a0diese tats\u00e4chlich\u00a0auftreten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Warum aus der blo\u00dfen Neigung eine behandlungsbed\u00fcrftige Erkrankung wird, kann die Wissenschaft noch nicht schl\u00fcssig erkl\u00e4ren und ist Gegenstand intensiver Forschungen. Als m\u00f6gliche Ursache diskutiert werden\u00a0<strong>Ver\u00e4nderungen mehrerer Gene<\/strong>, weshalb Wissenschaftler bei der idiopathischen Epilepsie auch von genetischer Epilepsie sprechen. Doch sind mehr als 90 Prozent aller Epilepsien nicht in dem Sinne erblich, dass bei einem von Epilepsie betroffenen Elternteil mit einer kindlichen Epilepsie gerechnet werden muss. Bei Kindern treten idiopathische Epilepsien deutlich h\u00e4ufiger auf als bei Erwachsenen, die haupts\u00e4chlich an symptomatischen Epilepsien leiden.<\/p>\n<h3><strong>Wie entsteht Epilepsie?<\/strong><\/h3>\n<p>Grund f\u00fcr das \u201cGewitter im Gehirn\u201c ist eine\u00a0<strong>\u00dcbererregbarkeit\u00a0<\/strong>einzelner Hirnzellen, wobei sich ganze Nervenzellverb\u00e4nde gleichzeitig abnorm entladen. Dar\u00fcber hinaus liegt ein\u00a0<strong>Ungleichgewicht<\/strong>\u00a0<strong>zwischen erregenden und hemmenden Botenstoffen<\/strong>\u00a0vor, sodass es zu einer mangelnden Koordination neuronaler Netzwerke kommt.<\/p>\n<p>Auch d\u00fcrften krankhafte Ver\u00e4nderungen an der\u00a0<strong>Nervenzellmembran<\/strong>\u00a0wie z. B. defekte Natrium- oder Kalzium-Ionen-Kan\u00e4le und eine fehlerhafte Erregungs\u00fcbertragung zwischen den Nervenzellen eine Rolle bei der Entstehung der Anf\u00e4lle spielen. Doch sind noch nicht alle neurobiologischen Details, die zu Epilepsie f\u00fchren, restlos gekl\u00e4rt.<\/p>\n<h3><strong>Wo im Gehirn entsteht Epilepsie?<\/strong><\/h3>\n<p>Die Entstehung von Epilepsie ist\u00a0an verschiedensten Stellen m\u00f6glich, denn grunds\u00e4tzlich sind alle Nervenzellen imstande, sich abnorm zu entladen. Ein bevorzugter Ort scheint der Schl\u00e4fenlappen zu sein. Dann entsteht eine Temporallappenepilepsie (siehe oben).<\/p>\n<h2><strong>Epilepsie erkennen: Symptome<\/strong><\/h2>\n<p>Welche Symptome sich bei einem epileptischen Anfall einstellen, h\u00e4ngt davon ab, in\u00a0<strong>welchem Teil des Gehirns<\/strong>\u00a0die unkontrollierte Entladung erfolgt. Dementsprechend gro\u00df ist die Vielfalt der Krankheitszeichen. Eine recht umfassende Auswahl beschreiben wir weiter oben unter \u201cfokale Epilepsie\u201c, \u201cTemporallappenepilepsie\u201c und \u201cgeneralisierte Epilepsie\u201c.<\/p>\n<h3><strong>Sieht man einen epileptischen Anfall kommen?<\/strong><\/h3>\n<p>Ein Anfall k\u00fcndigt sich nur in seltenen F\u00e4llen an. Bestimmten epileptischen Anf\u00e4llen (siehe: fokale Epilepsie) kann eine\u00a0<strong>Aura<\/strong>, d.h. Sinnesempfindungen verschiedenster Natur (z.\u00a0B. halluzinatorische Geruchs-, Geschmacks- oder Ger\u00e4uschwahrnehmung,) vorausgehen.<\/p>\n<h3><strong>Wie f\u00fchlt sich ein epileptischer Anfall an?<\/strong><\/h3>\n<p>Das gestaltet sich sehr unterschiedlich. So empfinden beispielsweise manche an fokaler Epilepsie Erkrankte eine Art Euphorie beim Anfall, andere ein Hitze- oder Schw\u00e4chegef\u00fchl. Wieder andere nehmen einen metallischen Geschmack im Mund, einen Ozongeruch, Blitze oder bunte Sterne wahr. Bei recht vielen setzt die Erinnerung aus. Doch gibt es noch viele andere M\u00f6glichkeiten, wie ein epileptischer Anfall erlebt werden kann.<\/p>\n<h3><strong>Epilepsie feststellen: Welcher Arzt diagnostiziert Epilepsie?<\/strong><\/h3>\n<p>Die\u00a0Diagnose von Epilepsien f\u00e4llt in den Zust\u00e4ndigkeitsbereich von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/neurologe-wien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fach\u00e4rzten f\u00fcr\u00a0<strong>Neurologie<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-154147 size-full\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-digitale.fotografien.jpg\" alt=\"Epilepsie\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-digitale.fotografien.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-digitale.fotografien-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-digitale.fotografien-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/p>\n<p>Eine Art zur Feststellung von Epilepsie ist die\u00a0Magnetresonanztomographie.\u00a0 Foto: AdobeStock (c) digitale-fotografien<\/p>\n<h3><strong>Wie wird Epilepsie festgestellt?<\/strong><\/h3>\n<p>Erster und wichtigster Schritt zur\u00a0Diagnose einer Epilepsie ist eine sorgf\u00e4ltige\u00a0<strong>Anamnese<\/strong>\u00a0(Erhebung der Krankengeschichte) durch einen Neurologen. Wobei der Schilderung der Symptome und Beschreibung der Anf\u00e4lle durch den Patienten selbst besondere Bedeutung zukommt. So liefern etwa angegebene Vorzeichen, Ver\u00e4nderungen der Wahrnehmung oder motorische Auff\u00e4lligkeiten wie etwa Zuckungen wichtige Hinweise auf die Natur der Epilepsie. Ebenso Symptome nach dem Anfall wie z.B. D\u00e4mmerzustand, anhaltende Ged\u00e4chtnisst\u00f6rung, Verwirrtheit, Unruhe, Muskelkater etc.<\/p>\n<p>Der Anamnese folgt eine\u00a0<strong>k\u00f6rperliche Untersuchung<\/strong>. Und eine\u00a0<strong>Elektroenzephalographie<\/strong>\u00a0(EEG), d.h. Aufzeichnung der Hirnstr\u00f6me.\u00a0Bei einer EEG-Untersuchung k\u00f6nnen sich bestimmte\u00a0<strong>Muster<\/strong>\u00a0von Zacken, Wellen und Kurven zeigen, sogenannte Spikes, Sharp-Waves, Spikes and Waves sowie Hypsarrhythmien, die auf eine Epilepsie sowie ihre Lokalisation im Gehirn hinweisen. Manchmal zeigen sich diese erst nach Provokation durch Reize wie Schlafentzug, Lichtstimuli oder Hyperventilation.<\/p>\n<h3><strong>Bildgebende Verfahren<\/strong><\/h3>\n<p>Eine cerebrale\u00a0<strong>Computertomographie<\/strong>\u00a0(cCT) oder\u00a0<strong>Magnetresonanztomographie<\/strong>\u00a0(MRT) zeigen spezielle Hirnfunktionen und etwaige \u00c4nderungen von Strukturen im Gehirn. Sie dienen der Ortung epilepsieausl\u00f6sender Herde.<\/p>\n<p>Um bei der Diagnose andere Krankheiten als Ursache von Anf\u00e4llen auszuschlie\u00dfen, k\u00f6nnen weitere Untersuchungen notwendig sein. Etwa ein EKG zum Nachweis von\u00a0<strong>Herzrhythmusst\u00f6rungen<\/strong>\u00a0als m\u00f6gliche Ausl\u00f6ser pl\u00f6tzlicher Bewusstlosigkeit, Blutuntersuchungen zur Feststellung von\u00a0<strong>Stoffwechselst\u00f6rungen<\/strong>\u00a0oder eine Lumbalpunktion zur Gewinnung von Nervenwasser, das im Labor begutachtet wird, bei Verdacht auf eine Gehirnentz\u00fcndung.<\/p>\n<h3><strong>Wer behandelt Epilepsie?<\/strong><\/h3>\n<p>Auch die Behandlung von Epilepsien geh\u00f6rt in die H\u00e4nde eines\u00a0<strong>Neurologen<\/strong>, in bestimmten F\u00e4llen \u2013 wenn eine Epilepsiechirurgie infrage kommt \u2013 auch eines\u00a0<strong>Neurochirurgen<\/strong>.<\/p>\n<h2><strong>Epilepsie behandeln: Therapie<\/strong><\/h2>\n<h3><strong>Wie wird Epilepsie behandelt? Therapie Leitlinien<\/strong><\/h3>\n<p>Treten\u00a0<strong>symptomatische epileptische Anf\u00e4lle<\/strong>\u00a0infolge einer akuten Gehirnerkrankung (z.B. Schlaganfall), Stoffwechselerkrankung oder Provokation durch Alkoholgenuss oder Schlafmangel auf, l\u00e4sst sich die\u00a0<strong>Ursache\u00a0<\/strong>durch entsprechende Behandlung bzw. \u00c4nderungen des Lebensstils meist beseitigen, sodass keine antiepileptische Therapie notwendig ist.<\/p>\n<p>Erfolgt der\u00a0<strong>erste Anfall spontan<\/strong>, d.h. ohne Provokation, kommt es bei rund einem Drittel aller Erwachsenen zu weiteren Anf\u00e4llen. Vor allem, wenn in bildgebenden Verfahren (Magnetresonanztomographie) Gehirnver\u00e4nderungen wie Narben oder in der Elektroenzephalographie epileptische Aktivit\u00e4ten nachweisbar sind, erscheint bereits nach dem ersten Anfall eine antiepileptische Therapie angesagt, nicht wie sonst erst nach dem zweiten Anfall.<\/p>\n<p>Eine solche\u00a0<strong>medikament\u00f6se Therapie<\/strong>\u00a0hat eine\u00a0<strong>vollst\u00e4ndige Anfallsfreiheit<\/strong>\u00a0zum Ziel. Bei m\u00f6glichst\u00a0<strong>guter Vertr\u00e4glichkeit<\/strong>, d.h. das eingesetzte Mittel sollte gar keine oder zumindest keine beeintr\u00e4chtigenden Nebenwirkungen haben. Bleibt diese Strategie erfolglos, zielt die Behandlung entweder in erster Linie auf eine Anfallsfreiheit ab und nimmt daf\u00fcr tolerierbare Nebenwirkungen in Kauf. Oder sie duldet sehr wenige bzw. sehr leichte Anf\u00e4lle, sofern es zu nur geringen Nebenwirkungen kommt.<\/p>\n<h3>Wie beginnt eine Epilepsietherapie?<\/h3>\n<p>Begonnen wird eine Epilepsietherapie \u00fcblicherweise mit einem\u00a0<strong>einzelnen Wirkstoff<\/strong>\u00a0in\u00a0<strong>niedriger Dosierung<\/strong>. Bei ausbleibendem Erfolg wird meist dessen\u00a0<strong>Dosis gesteigert<\/strong>. F\u00fchrt auch das nicht zum Ziel oder treten starke Nebenwirkungen auf, erfolgt der Wechsel zu einem\u00a0<strong>anderen Wirkstoff\u00a0<\/strong>oder es wird eine\u00a0<strong>Wirkstoffkombination<\/strong>\u00a0verabreicht.<\/p>\n<p>Epilepsien gut einzustellen erfordert oft ein l\u00e4ngeres Ausprobieren verschiedener Medikamente. Denn ob ein bestimmter Wirkstoff helfen wird, l\u00e4sst sich nicht vorhersagen. Zur \u00dcberpr\u00fcfung des Therapieerfolgs ist es notwendig, einen\u00a0<strong>Anfallskalende<\/strong>r zu f\u00fchren. In diesem notiert man, welche Medikamente man wie und wann einnimmt, wann Anf\u00e4lle auftreten, wie und unter welchen Umst\u00e4nden sie sich \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Die Auswahl des Mittels richtet sich nach der Epilepsieform, dem Alter und eventuellen Begleiterkrankungen des Patienten. Auch nach m\u00f6glichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wie blutverd\u00fcnnenden Cumarinen, Immunsuppressiva oder der Anti-Baby-Pille. Zur Risikoeinsch\u00e4tzung und\u00a0<strong>Wirkstoffauswahl<\/strong>\u00a0stehen dem Neurologen wissenschaftlich fundierte\u00a0<a href=\"https:\/\/www.awmf.org\/uploads\/tx_szleitlinien\/030-041l_S1_Erster-epileptischer-Anfall_Epilespien_2018-05.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\"><strong>Leitlinien<\/strong><\/a>\u00a0zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h4><strong>Epilepsie Medikamente\u00a0<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/h4>\n<p><strong>Antiepileptika<\/strong>\u00a0(Antikonvulsiva) beseitigen zwar nicht die Ursache der Epilepsie, hemmen aber die\u00a0<strong>\u00fcberm\u00e4\u00dfige Aktivit\u00e4t der Nerven<\/strong>und senken so das Risiko, dass es zu Anf\u00e4llen kommt. Sie kommen in verschiedenen Darreichungsformen \u2013 meist als Tablette, Kapsel oder Saft \u2013 zur Anwendung. Manche werden auch gespritzt, infundiert oder als Z\u00e4pfchen verabreicht.<\/p>\n<p>Diese Medikamente\u00a0k\u00f6nnen teils\u00a0<strong>unerfreuliche Nebenwirkungen<\/strong>\u00a0wie Schl\u00e4frigkeit, Schwindel, verlangsamtes Denken, \u00dcbelkeit, Hautausschlag, Osteoporose, starke Gewichtsver\u00e4nderungen, St\u00f6rungen der Sexualfunktion oder Psyche haben, werden aber in niedriger Dosierung oft gut vertragen. Jedenfalls ist es wichtig, sorgf\u00e4ltig abzuw\u00e4gen, ob eine medikament\u00f6se Behandlung sinnvoll ist und falls ja, welches Mittel in welcher Dosierung infrage kommt. Treten Anf\u00e4lle nur sehr selten auf und sind diese eher leichter Natur, sodass sie die Lebensqualit\u00e4t kaum einschr\u00e4nken, hat eine medikament\u00f6se Behandlung z.B. nur wenige Vorteile.<\/p>\n<h4>Welche Wirkstoffe werden bei welchen Formen der Epilepsie eingesetzt?<\/h4>\n<p>Mehr als\u00a0<strong>20 verschiedene<\/strong>\u00a0<strong>Wirkstoffe<\/strong>\u00a0sind f\u00fcr die Behandlung von Epilepsie\u00a0in \u00d6sterreich\u00a0zugelassen. Sie eignen sich\u00a0<strong>unterschiedlich\u00a0<\/strong>gut f\u00fcr die\u00a0<strong>verschiedenen Formen der Erkrankung<\/strong>. Welche im jeweiligen Fall infrage kommen, h\u00e4ngt nicht nur von der erwarteten Wirksamkeit und den m\u00f6glichen Nebenwirkungen, sondern\u00a0auch von der individuellen Vertr\u00e4glichkeit, den Lebensumst\u00e4nden und pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnissen des Patienten ab.<\/p>\n<p>Bei\u00a0<strong>generalisierten Epilepsien<\/strong>\u00a0finden Wirkstoffe wie Valproins\u00e4ure, Lamotrigin oder Topiramat bzw. in Kombination mit anderen Wirkstoffen Levetiracetam und Perampanel Anwendung. Die g\u00e4ngigsten Substanzen zur Behandlung\u00a0<strong>fokaler Epilepsien<\/strong>\u00a0sind Carbamazepin, Gabapentin, Lamotrigin, Levetiracetam, Oxcarbazepin, Topiramat, Valproins\u00e4ure und Zonisamid sowie kombiniert mit anderen Wirkstoffen Eslicarbazepinacetat, Lacosamid, Perampanel oder Pregabalin.<\/p>\n<p>Ist ein Mensch mit Epilepsie\u00a0<strong>\u00fcber mehrere Jahre anfallsfrei<\/strong>, kann es \u2013 nach Absprache mit dem behandelnden Neurologen \u2013 unter Umst\u00e4nden m\u00f6glich sein, die\u00a0<strong>Medikamente abzusetzen<\/strong>. Das Absetzen sollte jedoch keinesfalls abrupt erfolgen. Denn das kann einen lebensbedrohlichen Status epilepticus hervorrufen. Vielmehr ist ein\u00a0<strong>langsames Reduzieren<\/strong>\u00a0der Medikamentendosis angesagt. Meistens bietet sich diese Option, wenn nur ein einziges, niedrig dosiertes Medikament eingenommen und im EEG keine erh\u00f6hte Anfallsneigung mehr festgestellt wird.<\/p>\n<h3><strong>Epilepsie \u2013 Operation m\u00f6glich?<\/strong><\/h3>\n<p>Es kann vorkommen, dass Arzneien keine oder nur wenig Wirkung zeigen. So leidet etwa\u00a0<strong>ein Drittel<\/strong>\u00a0der Menschen mit Epilepsie trotz Mehrfachtherapie weiter unter Anf\u00e4llen. Dann muss abgekl\u00e4rt werden, ob daf\u00fcr nicht-epileptische Anf\u00e4lle oder eine schwer behandelbare Epilepsie verantwortlich sind. Oder ob eine falsche Zuordnung der Epilepsie vorliegt, f\u00fcr die die aktuelle Therapie nicht taugt. Oder man muss\u00a0<strong>andere Therapieoptionen<\/strong>\u00a0ins Auge fassen.<\/p>\n<p>Kann\u00a0bei einer\u00a0<strong>fokalen Epilepsie<\/strong>\u00a0jener Bereich\u00a0des Gehirns ausfindig gemacht werden, der f\u00fcr die Anf\u00e4lle verantwortlich ist, kann eine\u00a0<strong>chirurgische<\/strong><strong>\u00a0Entfernung<\/strong>\u00a0des Areals die Frequenz der Anf\u00e4lle reduzieren oder im besten Fall sogar zur\u00a0<strong>Beschwerdefreiheit<\/strong>\u00a0f\u00fchren. Das gelingt bei\u00a0<strong>bis zu 70 Prozent<\/strong>\u00a0der Patienten mit Temporallappenepilepsie.<\/p>\n<p>Bei\u00a0<strong>schwer behandelbaren<\/strong><strong>\u00a0Epilepsien<\/strong>, die nicht operativ behandelt werden k\u00f6nnen, l\u00e4sst sich die\u00a0H\u00e4ufigkeit der Anf\u00e4lle durch einen<strong>\u00a0Vagusnerv-Stimulator<\/strong>\u00a0verringern, der im Hirn implantiert wird.\u00a0Das Implantat reizt den<strong>\u00a0linken Vagusnerv<\/strong>\u00a0in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden \u00fcber feine Elektroden, was sich auf die Aktivit\u00e4t im Hirn auswirkt und Anf\u00e4llen vorbeugt.<\/p>\n<p>Hierzu wird der Stimulator, der aus einem Pulsgenerator (\u201cSchrittmacher\u201c) chirurgisch implantiert. Das Ger\u00e4t wird unterhalb des linken Schl\u00fcsselbeins unter die Haut eingesetzt, die Elektrode im Halsbereich um den linken Vagusnerv gelegt und befestigt, das Kabel unter der Haut bis zum Schrittmacher gef\u00fchrt und mit dem Ger\u00e4t verbunden. Bereits w\u00e4hrend der Operation findet eine Funktionspr\u00fcfung des Vagusnerv-Stimulators statt. Sp\u00e4ter wird die Stromst\u00e4rke, mit der der Vagusnerv gereizt wird, bis zur optimalen Einstellung nach und nach erh\u00f6ht.<\/p>\n<h3><strong>Was kann ich selbst tun?<\/strong><\/h3>\n<p>Besteht nachweislich bereits eine Epilepsie, kann man epileptischen Anf\u00e4llen am ehesten vorbeugen, indem man\u00a0<strong>regelm\u00e4\u00dfig die verordneten Antiepileptika in der \u00e4rztlich empfohlenen Dosierung einnimmt<\/strong>. Und potenziell\u00a0<strong>anfallsausl\u00f6sende Faktoren<\/strong>\u00a0wie Alkohol- und Drogenmissbrauch oder -entzug, starke Ersch\u00f6pfung, Schlafmangel, Lichtreize oder Medikamente, die die Krampfschwelle erniedrigen, meidet sowie bei Fieber dieses bek\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Bestimmte\u00a0<strong>Antiepileptika<\/strong>\u00a0wie z.B. die Wirkstoffe Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon und Valproins\u00e4ure senken den Blutspiegel von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/vitamin-d-mangel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Vitamin D<\/strong><\/a>\u00a0und\u00a0<strong>Fols\u00e4ure<\/strong>. Das kann vor allem die Blutbildung, das Denkverm\u00f6gen und die Knochendichte beeintr\u00e4chtigen. Daher ist es sinnvoll, sich dar\u00fcber mit dem behandelnden Arzt zu beraten bzw. gegebenenfalls entsprechende Vitaminpr\u00e4parate einzunehmen.<\/p>\n<p>Empfehlenswert ist, einen\u00a0<strong>Notfallausweis<\/strong>\u00a0mitzuf\u00fchren, der Informationen zur Erkrankung und ihrer genauen Therapie enth\u00e4lt, sodass sich im Bedarfsfall Helfer daran orientieren k\u00f6nnen. Ebenso Notfallmedikamente. Unter Umst\u00e4nden, etwa bei h\u00e4ufigen Anf\u00e4llen, kann es auch sinnvoll sein, vorsorglich einen\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Epilepsiehelm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Epilepsiehelm<\/a>, der vor Kopfverletzungen sch\u00fctzt, zu tragen.<\/p>\n<h4>Epilepsie &amp; der Alltag<\/h4>\n<p>Geht es darum, mit der Epilepsie im Alltag zurechtzukommen, kann eine\u00a0<strong>psychologische Beratung<\/strong>\u00a0hilfreich sein, in jugendlichem Alter auch eine Beratung hinsichtlich\u00a0<strong>Berufswahl<\/strong>. Denn wenn die Arbeit z.B. T\u00e4tigkeiten in gro\u00dfer H\u00f6he oder das Lenken eines Fahrzeugs umfasst, kann sie sich aufgrund des erh\u00f6hten Unfallrisikos als ungeeignet erweisen. Zudem existieren f\u00fcr verschiedene F\u00fchrerscheinklassen und Krankheitsauspr\u00e4gungen unterschiedliche gesetzliche Regelungen, in welchem Fall jemand mit Epilepsie ein Fahrzeug lenken darf und wann nicht. Gegebenenfalls muss ein Fahrtauglichkeitsgutachten erstellt werden.<\/p>\n<h4><strong>Gibt es Trigger, die ich vermeiden kann?<\/strong><\/h4>\n<p>Um epileptische Anf\u00e4lle zu verhindern, kann es sich lohnen nachzuforschen, ob es bestimmte Ausl\u00f6ser daf\u00fcr gibt. Etwa mittels Anfallskalender, in dem vermerkt wird, wann unter welchen Umst\u00e4nden Anf\u00e4lle bevorzugt auftreten. Es gibt einige Faktoren, die man eliminieren bzw. zumindest reduzieren kann:<\/p>\n<ul>\n<li>Alkoholgenuss<\/li>\n<li>emotionaler Stress<\/li>\n<li>Flackerlicht<\/li>\n<li>bestimmte optische Muster<\/li>\n<li>Schlafmangel<\/li>\n<\/ul>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-154159 size-full\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-anaumenko-2.jpg\" alt=\"Epilepsie\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-anaumenko-2.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-anaumenko-2-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Epilepsie-c-anaumenko-2-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/p>\n<p>Ketonk\u00f6rpern wirken direkt auf das Gehirn und k\u00f6nnen bei Epilepsie Anf\u00e4lle verhindern. Foto: AdobeStock (c) anaumenko<\/p>\n<h4><strong>Gibt es eine Di\u00e4t gegen Epilepsie?<\/strong><\/h4>\n<p>Besonders bei Epilepsien bei Kindern kann\u00a0das Einhalten von\u00a0<strong>ketogener Ern\u00e4hrung\u00a0<\/strong>helfen die Beschwerden zu lindern. Die ketogene Di\u00e4t sollte dabei von einem Arzt und Ern\u00e4hrungsberater beobachtet werden. Je nach Bedarf kann auch die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoff-Pr\u00e4paraten notwendig sein, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.<\/p>\n<p>Im Zentrum\u00a0der ketogenen Ern\u00e4hrung steht die\u00a0<strong>Reduktion von Kohlenhydraten<\/strong>, die durch\u00a0<strong>gesundes Fett und Eiwei\u00df<\/strong>\u00a0ersetzt werden. Lebensmittel, die vermieden werden sollten, sind also z.B. Brot, Pasta, Kartoffeln, Karotten, Bananen, S\u00fc\u00dfigkeiten und zucker- bzw. kohlenhydrathaltige Speisen. Gesunde Quellen f\u00fcr Fett und Protein sind hingegen etwa Fisch, Fleisch, N\u00fcsse, K\u00e4se, und Gem\u00fcse-Sorten wie Avocado, gr\u00fcne Bohnen, Zucchini, Kohl, Rucola und Oliven.<\/p>\n<p>Durch die Reduktion von Kohlenhydraten muss der K\u00f6rper Fett verbrennen, um an Energie zu kommen. Der Stoffwechsel wird dazu umgestellt und es kommt zur Produktion von\u00a0<strong>Ketonen<\/strong>, einer chemischen Verbindung die dem\u00a0<strong>Abbau von Fetts\u00e4uren<\/strong>\u00a0dient. Der Keton-Spiegel wirkt sich neben dem Stoffwechsel auch auf das Gehirn aus und sch\u00fctzt dort Zellen vor freien Radikalen. Auch epileptische Anf\u00e4lle k\u00f6nnen sich auf diese Weise verringern.<\/p>\n<h4><strong>Epilepsie vorbeugen \u2013 geht das?<\/strong><\/h4>\n<p>Vielen Epilepsie-Formen kann man kaum vorbeugen. Was doch bis zu einem gewissen Grad m\u00f6glich erscheint ist, Sch\u00e4digungen und Krankheiten des zentralen Nervensystems und damit symptomatische Epilepsien zu verhindern. Etwa indem man<\/p>\n<ul>\n<li>in der Schwangerschaft potenziell sch\u00e4dliche Einfl\u00fcsse wie R\u00f6ntgenstrahlen, Infektionen, Nikotin, Alkohol, Drogen oder fruchtsch\u00e4digende Medikamente meidet.<\/li>\n<li>bei Neugeborenen durch Vitamin-K-Gabe Hirnblutungen vorbeugt.<\/li>\n<li>Kinder und Jugendliche regelm\u00e4\u00dfig auf Stoffwechselst\u00f6rungen testen l\u00e4sst.<\/li>\n<li>unfallbedingte Gehirnerkrankungen durch das Tragen von Schutzhelmen z.B. beim Radfahren, Rollerbladen oder Skaten vermeidet.<\/li>\n<li>Infektionskrankheiten, die Hirnentz\u00fcndungen nach sich ziehen k\u00f6nnen, durch Schutzimpfungen vorbeugt.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>Hier findest du die besten Neurologen in deinem Bundesland:\u00a0<\/strong><\/h3>\n<p><div class=\"herold_bl\"><div class=\"herold_bl_col\"><div class=\"herold_bl_col_inner\"><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/neurologe\/\" target=\"_blank\">Wien<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/burgenland\/neurologe\/\" target=\"_blank\">Burgenland<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/salzburg\/neurologe\/\" target=\"_blank\">Salzburg<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"herold_bl_col\"><div class=\"herold_bl_col_inner\"><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/nieder\u00f6sterreich\/neurologe\/\" target=\"_blank\">Nieder\u00f6sterreich<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/steiermark\/neurologe\/\" target=\"_blank\">Steiermark<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/tirol\/neurologe\/\" target=\"_blank\">Tirol<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"herold_bl_col\"><div class=\"herold_bl_col_inner\"><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/ober\u00f6sterreich\/neurologe\/\" target=\"_blank\">Ober\u00f6sterreich<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/k\u00e4rnten\/neurologe\/\" target=\"_blank\">K\u00e4rnten<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><div class=\"herold_bl_text\"><p>\u2192 <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/vorarlberg\/neurologe\/\" target=\"_blank\">Vorarlberg<\/a><\/p><\/div><div class=\"herold_bl_last\"><\/div><div class=\"tobelastincol\"><\/div><\/div><\/div><\/div><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fokale Epilepsie Anf\u00e4lle beschr\u00e4nken sich auf bestimmte Areale des Gehirns. Foto: AdobeStock (c) sudok1Pl\u00f6tzlich umfallen, zucken und krampfen: so kann ein epileptischer Anfall aussehen. Doch hat die Epilepsie auch weniger dramatische Erscheinungsformen. Manche Formen der St\u00f6rung sind schwer zu erkennen, andere besonders schwierig zu behandeln.\u00a0In unserem Ratgeber erkl\u00e4ren wir die Unterschiede, wie eine Epilepsie Diagnose abl\u00e4uft und\u00a0von welcher Therapie Betroffene Hilfe erwarten k\u00f6nnen. Was ist Epilepsie? Das Wort\u00a0Epilepsie\u00a0stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Ergriffenwerden. Damit bezeichnet man eine Erkrankung, bei der ohne erkennbaren Grund f\u00fcr den Zeitpunkt des Geschehens wiederholt epileptische Anf\u00e4lle auftreten. Ein solcher Anfall kommt durch unkontrollierte, synchrone (gleichzeitige)\u00a0elektrische Entladungen\u00a0von Nervenzellen zustande. Diese bewirken unwillk\u00fcrliche, stereotype (gleichf\u00f6rmig ablaufende) Verhaltens- oder Empfindungsst\u00f6rungen. Die Krankheit wird auch zerebrales Krampfleiden, zerebrales Anfallsleiden oder \u2013 veraltet \u2013 Fallsucht genannt. Bis zum Mittelalter war auch die Bezeichnung Morbus sacer verbreitet (lateinisch f\u00fcr heilige Krankheit). Ein Ausdruck, der die Besonderheit der Epilepsie hervorkehren wollte. Die meisten Epilepsien beginnen entweder bereits im Kindes- oder Jugendalter oder aber erst nach dem 60. Lebensjahr (Altersepilepsie). Epilepsie: Definition Gleich vorweg: Epilepsie ist\u00a0keine Geisteskrankheit. Die Mehrzahl aller Menschen mit Epilepsie ist nicht geistig behindert. Epilepsie ist eine Sammelbezeichnung f\u00fcr eine Gruppe von\u00a0anfallsartigen Funktionsst\u00f6rungen des Gehirns, bei denen eine andauernde Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr epileptische Anf\u00e4lle besteht. Die Erkrankung liegt vor, wenn mindestens zwei nicht provozierte, einzelne Anf\u00e4lle im Abstand von mindestens 24 Stunden vorgefallen sind. Oder wenn nach einem ersten Anfall ein hohes Risiko f\u00fcr weitere Anf\u00e4lle besteht. Was sind Epilepsie Anf\u00e4lle? Epileptische Anf\u00e4lle sind\u00a0pl\u00f6tzliche \u00c4nderungen\u00a0in puncto Bewusstsein, Denken, Verhalten, Ged\u00e4chtnis, Empfinden oder Muskelanspannung. Sie werden\u00a0durch vor\u00fcbergehende Funktionsst\u00f6rungen von Nervenzellen im Gehirn\u00a0hervorgerufen, die\u00a0gleichzeitig Impulse\u00a0abfeuern. Doch\u00a0nicht jeder epileptische Anfall bedeutet, dass man unter Epilepsie leidet. Sch\u00e4tzungen zufolge erleiden rund\u00a0f\u00fcnf bis zehn Prozent\u00a0der Bev\u00f6lkerung mindestens einmal im Leben einen Krampfanfall, ohne dass sich daraus eine Epilepsie, d.h. eine erh\u00f6hte Neigung zu epileptischen Anf\u00e4llen, entwickelt. Es gibt mehr als zehn Formen epileptischer Anf\u00e4lle und\u00a0mehr als 30 Arten\u00a0von Epilepsien. Auch deshalb, weil letztere mit einer Kombination aus verschiedenen Anfallsformen einhergehen k\u00f6nnen. Betroffene von Epilepsie weisen \u00fcblicherweise nur eine dieser Arten auf, die eine bis drei Anfallsformen umfasst. Was passiert bei Epilepsie im Gehirn? Die Aufgabe der miteinander vernetzten\u00a0Nervenzellen\u00a0im Gehirn besteht darin, Informationen aufzunehmen, in elektrochemische Signale umzuwandeln und diese an andere Nervenzellen, Sinnes-, Muskel- oder Dr\u00fcsenzellen weiterzuleiten, wo sie in Aktivit\u00e4ten (z.B. Bewegungen) umgesetzt werden. Die\u00a0Signal\u00fcbertragung\u00a0geschieht mithilfe der Freisetzung von\u00a0Botenstoffen\u00a0(Neurotransmitter), die durch einen schmalen Spalt zu benachbarten Nervenzellen gelangen. Wobei es Neurotransmitter wie z. B. Glutamat und Aspartat gibt, die dort eine Erregung ausl\u00f6sen, und andere wie z. B. Gamma-Amino-Butters\u00e4ure (GABA), die sie hemmen. Normalerweise entladen sich Nerven rund 80 mal in der Sekunde. Bei Epilepsie-Patienten feuern sie\u00a0bis zu 500 mal pro Sekunde. Welche Auswirkungen das hat, h\u00e4ngt davon ab, wozu die am epileptischen Anfall beteiligten Nerven normalerweise dienen. Sind sie z. B. f\u00fcr den Zustand Wachheit verantwortlich, kommt es zu Bewusstlosigkeit. Ist es etwa das Sehen, kann es bei Betroffenen zur Wahrnehmung von Blitzen oder anderen Lichtreizen kommen. Gibt es spezielle Ausl\u00f6ser f\u00fcr epileptische Anf\u00e4lle? Manche Formen epileptischer Anf\u00e4lle lassen sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":175,"featured_media":154111,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[247],"tags":[],"acf":[],"yoast_head":"\n<title>Epilepsie: Ursachen, Arten &amp; Behandlung - Herold Blog<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Was genau ist Epilepsie? Wie erkennt man einen epileptischen Anfall? Welche Arten gibt es? Wie wird Epilepsie behandelt? 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