{"id":172391,"date":"2019-11-15T08:00:16","date_gmt":"2019-11-15T07:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herold.at\/blog\/?p=172391"},"modified":"2019-11-11T08:33:14","modified_gmt":"2019-11-11T07:33:14","slug":"stammzellentherapie-erfolge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herold.at\/blog\/stammzellentherapie-erfolge\/","title":{"rendered":"Stammzellentherapie: Einsatzgebiete, Erfahrungen &#038; Erfolge"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_181352\" aria-describedby=\"caption-attachment-181352\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzellentherapie.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-181352 size-full\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzellentherapie.jpg\" alt=\"Stammzellentherapie F\u00f6tus\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzellentherapie.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzellentherapie-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzellentherapie-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-181352\" class=\"wp-caption-text\">Embrionale Stammzellen bilden sich w\u00e4hrend der Entwicklung eines Kindes im Mutterleib. Foto: Adobe Stock; (c) unlimit3d<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Stammzellen<\/strong> k\u00f6nnen sich zu mehreren Zellarten entwickeln, nicht nur zu einer wie sonst viele K\u00f6rperzellen. Das macht die <strong>Stammzellentherapie<\/strong> geeignet zur Bek\u00e4mpfung von Blutkrankheiten wie z. B. Leuk\u00e4mie. Doch sie kann mehr. Wie sie wirkt, wer sie macht und warum sie ein Hoffnungstr\u00e4ger f\u00fcr die Behandlung bislang unheilbarer Leiden ist, alles dazu gibt es hier.<\/p>\n\n<h2><strong>Stammzellentherapie \u2013 was ist das?<\/strong><\/h2>\n<p>Normale teilungsf\u00e4hige K\u00f6rperzellen k\u00f6nnen bei ihrer Vermehrung nur Zellen vom gleichen Zelltyp bilden, die bestimmte Aufgaben erf\u00fcllen. <strong>Stammzellen <\/strong>hingegen weisen keine oder eine geringere Ausrichtung auf und sind daher <strong>nicht auf eine spezielle Funktion festgelegt<\/strong>. Aus ihnen k\u00f6nnen durch Zellteilung weitere Stammzellen oder durch Differenzierung spezialisierte Zellen, die eine bestimmte Aufgabe \u00fcbernehmen, entstehen. Medizinische Verfahren, bei denen solche Stammzellen als Behandlung zum Einsatz kommen, um besch\u00e4digte Zellen oder Gewebe zu ersetzen oder zu reparieren, nennt man <strong>Stammzellentherapie<\/strong>.<\/p>\n<p>In diese Behandlungsform setzt die Medizin gro\u00dfe Zukunftshoffnungen. Denn schaffen Wissenschaftler es, Stammzellen dazu zu bringen, sich gezielt zu bestimmten Arten von Gewebe zu entwickeln und sich an einem daf\u00fcr vorgesehenen Ort im Organismus anzusiedeln, kann man so krankhaft ver\u00e4nderte bzw. in ihrer Funktion beeintr\u00e4chtigte Gewebe erneuern und damit einige, bislang unheilbare Krankheiten besiegen. Doch das ist bisher nur in bestimmten F\u00e4llen m\u00f6glich.<\/p>\n<h3><strong>Welche Stammzellen gibt es?<\/strong><\/h3>\n<p>Es existieren <strong>zwei Arten<\/strong> von Stammzellen: <strong>embryonale<\/strong> und <strong>adulte<\/strong>. Sie unterscheiden sich in ihrem <strong>Vorkommen<\/strong> und vor allem in ihrem <strong>Differenzierungsgrad<\/strong>, d. h. in puncto Entwicklung von einem weniger in einen st\u00e4rker spezialisierten Zustand.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Embryonale Stammzellen:<\/strong><\/span>\u00a0Sie bilden sich w\u00e4hrend der Entwicklung eines Kindes im Mutterleib. Diejenigen, die in den ersten Tagen nach der Befruchtung der Eizelle entstehen und aus denen sich sp\u00e4ter alle Zellformen entwickeln, sind <strong>omnipotent<\/strong> oder totipotent. Das hei\u00dft, sie sind noch in keine Richtung spezialisiert. Nach dieser kurzen Phase haben die Stammzellen zwar immer noch das Potenzial, zu allen Arten von K\u00f6rperzellen zu reifen, jedoch nicht mehr zu Teilen des Mutterkuchens (Plazenta). Sie sind also nur mehr <strong>pluripotent<\/strong>.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Adulte Stammzellen:<\/strong><\/span>\u00a0Sie werden w\u00e4hrend des gesamten Lebens gebildet und k\u00f6nnen sich noch weniger frei spezialisieren.\u00a0Adulte Stammzellen sitzen in verschiedenen Gewebetypen des K\u00f6rpers, befinden sich aber auch in <strong>Nabelschnurblut<\/strong>. Ihre Aufgabe sind <strong>Reparaturarbeiten<\/strong>. Indem sie zugrunde gegangenes Gewebe ersetzen, weil sie sich zu verschiedenen Zellarten dieses Gewebes entwickeln, die spezifische Funktionen erf\u00fcllen. Daher bezeichnet man sie als <strong>multipotent <\/strong>(z. B. Blutzellen). Oder, wenn sie sich nur in wenige verschiedene Zelltypen innerhalb eines Gewebetyps differenzieren k\u00f6nnen, als <strong>oligopotent<\/strong> (z. B. lymphoide Stammzellen).<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu sind\u00a0normale teilungsf\u00e4hige <strong>K\u00f6rperzellen unipotent<\/strong>, k\u00f6nnen also nur Zellen vom gleichen Zelltyp hervorbringen. Also beispielsweise Leberzellen nur weitere Leberzellen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_182678\" aria-describedby=\"caption-attachment-182678\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzelle.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-182678\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzelle.jpg\" alt=\"\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzelle.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzelle-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzelle-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-182678\" class=\"wp-caption-text\">Adulte Stammzellen sitzen in verschiedenen Gewebetypen des K\u00f6rpers, aber auch im Blut der Nabelschnur. Foto: Adobe Stock; (c) VanHope<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>Woher kommen Stammzellen f\u00fcr eine Stammzellentherapie? <\/strong><\/h2>\n<p>Stammzellen, die zu therapeutischen Zwecken genutzt werden sollen, gewinnt der Arzt aus dem Blut, dem <strong>Knochenmark<\/strong> oder aus <strong>Nabelschnurblut<\/strong>. Nach Aufbereitung f\u00fcr die Behandlung im Labor verabreicht er sie dem Patienten.<\/p>\n<h3>Stammzellen aus Blut der Nabelschnur<\/h3>\n<p><strong>Stammzellen aus Nabelschnurblut<\/strong> werden nach der Geburt eines Kindes aus der Nabelschnur extrahiert und in Zellbanken <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/schwanger-werden-kryokonservierung\/#Was_ist_Kryokonservierung\">kryokonserviert<\/a>, d. h. mit K\u00e4lte haltbar gemacht. Aufgrund der nur geringen Anzahl der Zellen, die man aus einer einzelnen Nabelschnur beziehen kann, bekommen erwachsene Empf\u00e4nger ein sogenanntes Doppeltransplantat, d. h. Stammzellen aus zwei verschiedenen Nabelschn\u00fcren verabreicht, was eine verst\u00e4rkte Immunantwort mit entsprechenden Problemen zur Folge haben kann.<\/p>\n<h3>Stammzellen aus dem Knochenmark<\/h3>\n<p><strong>Stammzellen aus dem Knochenmark<\/strong> gewinnt man durch mehrere Punktionen am hinteren Beckenkamm, die f\u00fcr den Spender schmerzhaft sein k\u00f6nnen und daher \u00fcblicherweise unter Narkose durchgef\u00fchrt werden. Der Eingriff birgt einige Risiken wie Narkosezwischenf\u00e4lle, lokale Infektionen, Bluterg\u00fcsse, Fieber oder \u2013 extrem selten \u2013 Br\u00fcche des Beckenknochens.<\/p>\n<figure id=\"attachment_182738\" aria-describedby=\"caption-attachment-182738\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Nabelschnur-Stammzelle.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-182738\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Nabelschnur-Stammzelle.jpg\" alt=\"\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Nabelschnur-Stammzelle.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Nabelschnur-Stammzelle-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Nabelschnur-Stammzelle-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-182738\" class=\"wp-caption-text\">Stammzellen k\u00f6nnen dem Blut der Nabelschnur entnommen werden. Foto: Adobe Stock; (c) Kristin Gr\u00fcndler<\/figcaption><\/figure>\n<h3><strong>Welche Arten von Stammzellentherapie gibt es? <\/strong><\/h3>\n<p>Stammen die Zellen, die der Patient erh\u00e4lt, von ihm selbst, handelt es sich um eine sogenannte <strong>autologe Stammzelltransplantation<\/strong>. Hierzu werden aus seinem Blut Stammzellen entnommen, dann die Erkrankung \u2013 z. B. mit Chemotherapie \u2013 behandelt und danach erh\u00e4lt er seine Stammzellen zur\u00fcck. Diese Form von Stammzellentherapie bietet den Vorteil, dass es, da es sich um k\u00f6rpereigene Zellen handelt, zu keinen Absto\u00dfungsreaktionen kommt. Doch besteht das Risiko, dass eventuell durch die Krebstherapie nicht beseitigte Krebszellen mit den Stammzellen zur\u00fcck in den K\u00f6rper \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p>Ist eine andere Person Spender der Zellen, spricht man von einer <strong>allogenen Stammzelltransplantation<\/strong>. Wobei der Spender mit dem Empf\u00e4nger m\u00f6glichst gewebevertr\u00e4glich sein sollte. Das hei\u00dft, er sollte mit ihm in bestimmten Gewebemerkmalen, den <strong>Histokompatibilit\u00e4tsantigenen<\/strong> (HLA, Humane-Leukozyten-Antigene), weitgehend <strong>\u00fcbereinstimmen<\/strong>, damit es m\u00f6glichst zu keinen Absto\u00dfungsreaktionen kommt. HLA sind erbliche Blutgruppeneigenschaften. Genauer gesagt in der Zellmembran wei\u00dfer Blutzellen sitzende Glykoproteine, die dem Immunsystem erm\u00f6glichen, zwischen k\u00f6rpereigenen und k\u00f6rperfremden Strukturen zu unterscheiden.<\/p>\n<h3>Wer kommt f\u00fcr eine Stammzellenspende in Frage?<\/h3>\n<p>Passende Stammzellspender kann man in der Kernfamilie, etwa bei Geschwistern, seltener auch bei anderen nahen Blutsverwandten finden.\u00a0Leider ben\u00f6tigen viele Patienten einen nicht verwandten Fremdspender, der erst aus einer Knochenmarkspenderdatei herausgesucht werden muss. Der Erfolg dieser Suche h\u00e4ngt von den jeweiligen Gewebemerkmalen des Patienten ab, denn manche HLA, von denen bislang mehr als 10.000 Typen bekannt sind, treten h\u00e4ufiger auf als andere. Gl\u00fcck hat, wer einen gesunden eineiigen Zwilling hat, denn dann stimmen die Merkmale gut \u00fcberein (<strong>syngene<\/strong> <strong>Stammzelltransplantation<\/strong>).<\/p>\n<p>Es besteht aber unter Umst\u00e4nden auch die M\u00f6glichkeit einer sogenannten <strong>HLA-haploidentischen<\/strong> <strong>Stammzelltransplantation<\/strong>, bei der nur die H\u00e4lfte der HLA-Merkmale von Spender und Empf\u00e4nger \u00fcbereinstimmen. Hier dienen meist die Eltern oder leiblichen Kinder als Spender. Diese Option erfordert jedoch eine spezielle Aufbereitung der Zellspende, bei der aus ihr bestimmte Zellen entfernt werden, die Abwehrreaktionen ausl\u00f6sen. Das geschieht etwa per mit Antik\u00f6rper markierten magnetischen Mikropartikeln, sodass nur die wichtigen Stammzellen \u00fcbrig bleiben.<\/p>\n<h3><strong>Was geschieht vor der Stammzellentherapie?<\/strong><\/h3>\n<p>Dient eine Stammzellentransplantation zur Behandlung eines Krebsleidens, geht ihr eine <strong>Krebstherapie<\/strong> \u2013 meist in Form einer Chemotherapie oder auch Strahlentherapie \u2013 voraus, um m\u00f6glichst viele Tumorzellen zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Vor der Durchf\u00fchrung einer <strong>allogenen Stammzellentransplantation<\/strong> wird das <strong>Immunsystem<\/strong> des Empf\u00e4ngers mit Medikamenten oder einer Ganzk\u00f6rperbestrahlung <strong>unterdr\u00fcckt<\/strong>, damit es die Stammzellspende nicht abst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<h3><strong>Was passiert bei der Stammzellentherapie?<\/strong><\/h3>\n<p>Bei der <strong>allogenen Stammzelltransplantation<\/strong> erh\u00e4lt der Kranke die fremden, aufbereiteten <strong>Stammzellen<\/strong> in Form einer intraven\u00f6sen <strong>Infusion<\/strong>. Das f\u00fchrt bei schweren Erkrankungen des blutbildenden Systems (z. B. Leuk\u00e4mie, myelodysplastisches Syndrom, angeborene An\u00e4mie) zu einem Neuaufbau seines blutbildenden Systems. Bei Lymphomen (Lymphdr\u00fcsenkrebs) und angeborenen Immundefekten zur Wiederherstellung seines Immunsystems und bei bestimmten Stoffwechselleiden zur Zufuhr funktionsf\u00e4higer Enzyme, die dem Organismus fehlen.<\/p>\n<p>Bei der <strong>autologen Stammzelltransplantation<\/strong>, die vor allem beim multiplen Myelom und bei bestimmten b\u00f6sartigen Lymphomen Einsatz findet, erh\u00e4lt der Patient einen sogenannten <strong>Wachstumsfaktor<\/strong>, der die Aussch\u00fcttung von Stammzellen aus dem Knochenmark in den Blutkreislauf anregt. Nach einigen Tagen oder Wochen werden diese Zellen per Stammzellapherese (\u201cBlutw\u00e4sche\u201c) aus dem Blut gesammelt, das so gewonnene Stammzellpr\u00e4parat eingefroren und bis zur Transplantation aufbewahrt. Auch k\u00f6nnen vor der Stammzelltransplantation noch weitere Chemotherapien durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h2><strong>Wo\u00a0wird die Stammzellentherapie eingesetzt?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Stammzelltherapie hat sich bisher vor allem bei einigen Erkrankungen bew\u00e4hrt, die zum Teil lebensgef\u00e4hrliche Folgen haben k\u00f6nnen. Insbesondere bei Blutbildungsst\u00f6rungen. Das hei\u00dft Leuk\u00e4mien (\u201cBlutkrebs\u201c) mit akutem und chronischem Verlauf, die h\u00f6chstwahrscheinlich durch konventionelle Chemotherapie nicht mehr geheilt werden k\u00f6nnen sowie bestimmten An\u00e4mien (\u201cBlutarmut\u201c, z. B. Aplastische An\u00e4mie, Sichelzellenan\u00e4mie, Beta-Thalass\u00e4mie).<\/p>\n<p>Die Blutstammzellentherapie wird zudem oft nach Bestrahlungen oder hochdosierten Chemotherapien durchgef\u00fchrt, weil diese Behandlungen h\u00e4ufig nicht nur \u2013 wie beabsichtigt \u2013 Krebszellen, sondern auch das Knochenmark sch\u00e4digen, sodass die Blutbildung gest\u00f6rt ist. Um zu verhindern, dass die Anzahl der roten und wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen sowie Blutpl\u00e4ttchen stark absinkt. Denn das kann lebensbedrohliche Folgen (Blutarmut\/Sauerstoffunterversorgung, Immunschw\u00e4che\/Infektionen, Gerinnungsst\u00f6rungen\/Blutungen) haben.<\/p>\n<p>Selten erfolgt eine Blutstammzelltherapie auch nach Hochdosischemotherapie bei soliden Gew\u00e4chsen wie z. B. Brustkrebs oder Hodentumoren.<\/p>\n<p>Sonst kommt die Stammzellentherapie bei myelodysplastischem Syndrom, Lymphomen (\u201cLymphdr\u00fcsenkrebs\u201c), bestimmten angeborenen Immundefekten (z. B. SCID, Whiskott-Aldrich-Syndrom) oder speziellen Stoffwechselleiden zur Anwendung. In manchen F\u00e4llen dient sie auch dem Ersatz von gesch\u00e4digter Haut, Cornea (Hornhaut des Auges) oder l\u00e4diertem Gelenkknorpel.<\/p>\n<p>Andere m\u00f6gliche Anwendungsgebiete befinden sich erst noch im Experimentierstadium. So wird beispielsweise geforscht am Einsatz der Stammzelltherapie bei<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/makuladegeneration\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Makuladegeneration<\/a><\/li>\n<li>neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/multiple-sklerose\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Multiple Sklerose<\/a>, Chorea Huntington, Amyotrophe Lateralsklerose, R\u00fcckenmarksverletzungen usw.<\/li>\n<li>Autoimmunerkrankungen wie <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/typ-1-diabetes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Diabetes mellitus Typ 1<\/a>, Rheumatoide Arthritis, Lupus, Morbus Crohn<\/li>\n<li>Transplantat-gegen-Wirt-Reaktionen (GvHD = Graft-versus-host Disease), Beeintr\u00e4chtigungen des Gehirns wie Demenz, <a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/schlaganfall\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schlaganfall<\/a>, Hirnverletzungen oder fr\u00fchkindlichen Hirnsch\u00e4den<\/li>\n<li>Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z. B. Herzinfarkt<\/li>\n<li>Hautleiden wie Epidermolysis bullosa (\u201cSchmetterlingskinder\u201c)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Doch hat die Sache einen Haken: Pluripotente Stammzellen k\u00f6nnen auch zur Entstehung von Tumoren f\u00fchren. Eine gef\u00fcrchtete unerw\u00fcnschte Wirkung, die die medizinische Wissenschaft bislang noch nicht beseitigen kann.<\/p>\n<h3><strong>Stammzellentherapie gegen Leuk\u00e4mie &amp; Co.<\/strong><\/h3>\n<p>Im Knochenmark sitzen Blutstammzellen, die sich laufend durch Zellteilung erneuern. Aus ihnen entstehen reife Blutzellen. Und zwar<\/p>\n<ul>\n<li>f\u00fcr die Immunabwehr notwendige wei\u00dfe Blutk\u00f6rperchen, genannt <strong>Leukozyten<\/strong>.<\/li>\n<li>an der Blutgerinnung beteiligte Blutpl\u00e4ttchen, genannt <strong>Thrombozyten<\/strong>.<\/li>\n<li>f\u00fcr den Sauerstofftransport zust\u00e4ndige rote Blutk\u00f6rperchen, genannt <strong>Erythrozyten<\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sie sind also f\u00fcr die Blutbildung verantwortlich. Erkrankungen des blutbildenden Systems oder bestimmte Medikamente (z. B. Zytostatika zur Bek\u00e4mpfung von Krebs) k\u00f6nnen diese Blutstammzellen beeintr\u00e4chtigen, sodass es zu einer vermehrten oder verminderten Bildung von Blutzellen kommt.<\/p>\n<p>Stammzellen bzw. daraus hervorgehende Blutzellen k\u00f6nnen fehlerhafte bzw. fehlende Blutzellen ersetzen. Daher eignet sich die Stammzelltherapie zur Behandlung von schweren Erkrankungen des blutbildenden Systems wie z. B. Leuk\u00e4mien, myelodysplastischen Syndromen oder angeborenen An\u00e4mien (Blutarmut).<\/p>\n<p>Die h\u00e4matopoetische Stammzelltransplantation, d. h. \u00dcbertragung von Blutstammzellen zur Behandlung von Krankheiten des Blutes und des Immunsystems oder zur Wiederherstellung des blutbildenden Systems nach Krebstherapien gilt als verbreitetste und am besten etablierte Stammzellentherapie. Mit Blutstammzellen werden europaweit <strong>mehr als 26.000 Patienten pro Jahr<\/strong> behandelt.<\/p>\n<h3><strong>Wogegen wird Stammzellentherapie noch eingesetzt?<\/strong><\/h3>\n<p>Die Stammzellentherapie kommt derzeit haupts\u00e4chlich bei Erkrankungen des Blutes zur Anwendung. Doch gibt es zwei weitere inzwischen anerkannte, wenn auch weit weniger oft genutzte Einsatzgebiete, n\u00e4mlich die Haut- und Hornhautregeneration nach Sch\u00e4digung dieser Strukturen. Und einige Verwendungszwecke, deren Erfolge nicht ganz unumstritten sind.<\/p>\n<h4><strong>Stammzellentherapie zur Hauttransplantation <\/strong><\/h4>\n<p>Seit den 1970er-Jahren kommen im Rahmen lebensbedrohlicher gro\u00dffl\u00e4chiger hochgradiger Verbrennungen, f\u00fcr die ausgedehnte Hauttransplantationen erforderlich sind, Hautstammzellen zum Einsatz, allerdings nur an wenigen Zentren. Nachteil der so geschaffenen Haut: Sie besitzt weder Haarfollikel noch Schwei\u00df- oder Talgdr\u00fcsen.<\/p>\n<h4><strong>Stammzellentherapie zur Hornhautregeneration<\/strong><\/h4>\n<p>Seit wenigen Jahren dienen Stammzellen \u2013 jedoch nur in bestimmten F\u00e4llen \u2013 zur Reparatur von durch eine Ver\u00e4tzung oder Verbrennung verursachten Sch\u00e4den des transparenten Teils der Augen, der Hornhaut. Sofern ein Auge noch so weit intakt ist, dass es funktionsf\u00e4hige sogenannte limbale Stammzellen aufweist. Denn dann kann man diese im Labor vermehren und in das gesch\u00e4digte Auge bzw. die gesch\u00e4digten Augen zur\u00fcck transplantieren, um das Sehverm\u00f6gen wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Somit bildet diese Form von Stammzelltherapie einen Hoffnungsschimmer f\u00fcr manche von schleichender Erblindung bedrohten Menschen. Sie gilt als recht vertr\u00e4glich, weil die Biopsie nur geringf\u00fcgige Sch\u00e4den und die Operation meist nur eine Entz\u00fcndung des Augenlids und einen Defekt des Hornhautepithels hinterl\u00e4sst, selten infolge der notwendigen Behandlung mit Kortikosteroiden auch einen gr\u00fcnen Star. Dem gegen\u00fcber stehen Nachteile wie die derzeit noch\u00a0<strong>begrenzte Anwendbarkeit<\/strong> und die <strong>hohen Kosten<\/strong> des Verfahrens.<\/p>\n<h4><strong>Stammzellentherapie zur Besserung von Stoffwechselleiden<\/strong><\/h4>\n<p>Angeborene An\u00e4mien und Immunschw\u00e4chen lassen sich durch im Nabelschnurblut enthaltene Stammzellen heilen. Im Gegensatz dazu kann man angeborene Stoffwechselkrankheiten, die meist durch Enzymdefekte verursacht werden, damit nur einigerma\u00dfen in Schach halten. Denn sie beruhen in der Regel auf einem Gendefekt, der einen Gro\u00dfteil der K\u00f6rperzellen beeintr\u00e4chtigt. Dazu geh\u00f6ren die sogenannten <a href=\"https:\/\/arztsuche24.at\/ratgeber\/stoffwechsel\/speicherkrankheiten-krank-durch-uberladung-mit-stoffwechselprodukten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Speicherkrankheiten<\/a>. Etwa Mukopolysaccharidosen, bei denen sich \u2013 je nach Enzymdefekt \u2013 bestimmte Kohlenhydrate in den Zellen ansammeln. Oder Sphingolipidosen, bei denen es zu einer Anh\u00e4ufung fettartiger Substanzen in den Zellen kommt.<\/p>\n<p>Wie etwa beim Morbus Krabbe. Diese seltene Erbkrankheit f\u00fchrt ohne Stammzelltherapie meist fr\u00fch zum Tod, weil ein an der Ausbildung von Nervenbahnen im Gehirn beteiligtes Enzym funktionsunt\u00fcchtig ist und es zur Anh\u00e4ufung sch\u00e4dlicher Stoffwechselprodukte kommt. Eine Transplantation von Nabelschnurblut kann das \u00dcberleben von Kindern mit Morbus Krabbe sichern, einigen sogar eine fast normale Entwicklung erm\u00f6glichen. Denn aus den \u00fcbertragenen Stammzellen entstehen reife Blutzellen, die sich im K\u00f6rper ausbreiten und ihre funktionsf\u00e4higen Enzyme in die betroffenen Gewebe tragen, sodass der Gendefekt zumindest teilweise ausgeglichen wird.<\/p>\n<figure id=\"attachment_182693\" aria-describedby=\"caption-attachment-182693\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzellentherapie-Knorpelaufbau.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-182693\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzellentherapie-Knorpelaufbau.jpg\" alt=\"Stammzellentherapie zur Knorpelregeneration\" width=\"830\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzellentherapie-Knorpelaufbau.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzellentherapie-Knorpelaufbau-300x148.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Stammzellentherapie-Knorpelaufbau-768x379.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-182693\" class=\"wp-caption-text\">Die Stammzellentherapie kommt auch bei der Regeneration von Gelenksknorpeln zur Anwendung. Foto: Adobe Stock; (c) peterschreiber.media<\/figcaption><\/figure>\n<h4><strong>Stammzellentherapie zur Knorpelregeneration<\/strong><\/h4>\n<p>Knorpelgewebe kann schwinden. Etwa durch Verschlei\u00dferscheinungen wie z. B. Arthrosen oder Fehlbelastungen von Gelenken. Durch solche Sch\u00e4den an den Gelenkfl\u00e4chen kommt es zu Schmerzen und Bewegungseinschr\u00e4nkungen. Doch Knorpelgewebe w\u00e4chst nicht nach. Hier soll die Stammzellentherapie in Form einer autologen Chondrocytentransplantation f\u00fcr den <strong>Aufbau neuer Knorpelmasse<\/strong> sorgen.<\/p>\n<p>Das l\u00e4uft so ab: Der Orthop\u00e4de f\u00fchrt zun\u00e4chst eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) durch, bei der er eine Bohrung an der Knochen-Knorpel-Grenze (Pridie-Bohrung) vornimmt, wodurch der Knorpel zur Regeneration angeregt wird. Dieses Verfahren allein erweist sich aber nur f\u00fcr kleinere Knorpeldefekte als erfolgversprechend und f\u00fchrt zur Bildung von weniger belastbarem Ersatzknorpel statt hochwertigem hyalinem Knorpel.<\/p>\n<p>Daher injiziert der Arzt Wachstumsfaktoren aus dem Blut des Patienten ins Gelenk. Zudem entnimmt er sp\u00e4ter per Punktion in \u00f6rtlicher Bet\u00e4ubung Stammzellen aus dem Knochenmark im Beckenkamm und spritzt diese nach ihrer Zentrifugation bzw. Aufbereitung im Labor (\u201cKnorpelz\u00fcchtung\u201c) in das Gelenk. Dort entwickeln sie sich zu Knorpelzellen und sollen auf diese Art unter Bewegung ohne Belastung mittels Motorschiene eine Neubildung von hyalinem Knorpelgewebe bewirken. <strong>\u200b<\/strong>Diese Methode eignet sich vor allem zur Behandlung von Knorpeldefekten des Gelenks zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen, um Schmerzfreiheit und Bewegungsf\u00e4higkeit wiederzuerlangen.<\/p>\n<h3><strong>Was geschieht nach der Stammzellentherapie?<\/strong><\/h3>\n<p>Das einige Zeit vor bis einige Zeit nach der Stammzelltransplantation geschw\u00e4chte Immunsystem beg\u00fcnstigt das Auftreten von <strong>Infektionen<\/strong>. Daher erh\u00e4lt der Patient <strong>vorbeugend Medikamente<\/strong>, um dieses Risiko zu senken, eventuell auch zus\u00e4tzlich Erythrozyten- und Thrombozytenkonzentrate. Innerhalb von zwei bis vier Wochen nach der Stammzelltherapie <strong>regeneriert sich \u00fcblicherweise seine Blutbildung<\/strong>, sodass sich seine Blutwerte verbessern. Rund drei Monate nach der Stammzellentransplantation ist sein blutbildendes System komplett durch Spenderzellen ersetzt. Wobei eine gewisse, <strong>m\u00e4\u00dfige Absto\u00dfungsreaktion<\/strong> der transplantierten Stammzellen auf die Zellen des Empf\u00e4ngers (Graft-versus-Host-Reaktion) von Vorteil sein kann, weil dadurch auch verbliebene <strong>Tumorzellen zerst\u00f6rt<\/strong> werden.<\/p>\n<p>Schwere bis lebensbedrohliche <strong>Absto\u00dfungsreaktionen<\/strong> sind hingegen unerw\u00fcnscht. Sie werden mit <strong>Immunsuppressiva<\/strong>, d. h. Medikamenten zur Unterdr\u00fcckung des Abwehrsystems, unterdr\u00fcckt. Im Unterschied zu Organtransplantationen erfordert eine Stammzelltransplantation jedoch keine lebenslange Immunsuppression, da sich \u00fcblicherweise innerhalb von mehreren Monaten eine Toleranz gegen\u00fcber den erhaltenen Blutstammzellen einstellt.<\/p>\n<p>Nach der Stammzellentherapie sind <strong>regelm\u00e4\u00dfige \u00e4rztliche Kontrollen<\/strong> \u2013 ambulant im Transplantationszentrum oder beim Facharzt f\u00fcr H\u00e4matologie und Onkologie \u2013 notwendig. Bei solchen Nachsorgeuntersuchungen \u00fcberpr\u00fcft der Arzt den Gesundheitszustand, die Medikation, die Blutwerte sowie bei einer allogenen Stammzelltransplantation den Immunstatus. Ziel ist, rechtzeitig etwaige Komplikationen und Sp\u00e4tfolgen zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln. Hierzu k\u00f6nnen Knochenmarkspunktionen notwendig sein. Manchmal ist auch psychologische Unterst\u00fctzung erforderlich.<\/p>\n<h3><strong>Welche Nebenwirkungen kann eine Stammzellentherapie haben? <\/strong><\/h3>\n<p>Chemotherapien, Bestrahlungen und Immunsuppressiva k\u00f6nnen Folgen haben wie<\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcbelkeit und Erbrechen<\/li>\n<li>Haarausfall<\/li>\n<li>Entz\u00fcndungen der Mundschleimhaut und Haut<\/li>\n<li>Infektionen mit Bakterien, Pilzen und Viren<\/li>\n<li>eine verz\u00f6gerte Regeneration des Knochenmarks mit teilweisem oder g\u00e4nzlichem Ausfall der Blutzellbildung<\/li>\n<li>Hormonst\u00f6rungen mit Unfruchtbarkeit<\/li>\n<li>bei Kindern Wachstumsverz\u00f6gerungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine h\u00e4ufige Komplikation von <strong>allogenen Stammzelltransplantationen<\/strong> ist die <a href=\"https:\/\/flexikon.doccheck.com\/de\/Graft-versus-Host-Reaktion\"><strong>Graft versus Host Disease<\/strong><\/a>, bei der sich gespendete Immunzellen (T-Lymphozyten) gegen das Gewebe des Empf\u00e4ngers richten und so Organe sch\u00e4digen k\u00f6nnen. Diese Reaktion kann akut auftreten und f\u00fchrt dann zu Symptomen wie Hautausschl\u00e4gen, Durchf\u00e4llen oder Leberentz\u00fcndung.\u00a0Oder chronisch, mehrere Monate nach der Transplantation, in Form von wiederkehrenden Infektionen, Hautausschl\u00e4gen, Entz\u00fcndungen von Schleimh\u00e4uten wie z. B. dem Zahnfleisch, \u00dcbelkeit, Durchfall und Gewichtsverlust.<\/p>\n<h2><strong>Stammzellentherapie: wo wird sie durchgef\u00fchrt?<\/strong><\/h2>\n<p>Blutstammzelltransplantationen f\u00fchren hierzulande \u2013 nach \u00dcberweisung durch den behandelnden Arzt \u2013 Transplantationszentren in bestimmten Spit\u00e4lern durch.<\/p>\n<h3><strong>Stammzellentherapie: Zentren<\/strong> <strong>f\u00fcr <\/strong><strong>Erwachsene in \u00d6sterreich<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/X29rD\/universit%C3%A4tsklinik-f%C3%BCr-innere-medizin-i\/\">Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Innere Medizin I<\/a> an der Medizinischen Universit\u00e4t Wien, Allgemeines Krankenhaus, Knochenmarktransplantation 1090 Wien, W\u00e4hringer G\u00fcrtel 18\u201320.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.tirol-kliniken.at\/page.cfm?vpath=standorte\/landeskrankenhaus-innsbruck\/kliniken\/department-innere-medizin\/univ-klinik-fuer-innere-medizin-v\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Innere Medizin V<\/a> an der Medizinischen Universit\u00e4t Innsbruck, Department Innere Medizin, H\u00e4matologie und Onkologie 6020 Innsbruck, Anichstra\u00dfe 35<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/inneremedizin.uniklinikumgraz.at\/haematologie\/Seiten\/default.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Innere Medizin<\/a> an der Medizinischen Universit\u00e4t Graz (LKH), Klinische Abteilung f\u00fcr H\u00e4matologie 8036 Graz, Auenbruggerplatz 38.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/linz\/VSgnr\/ordensklinikum-linz-gmbh-elisabethinen\/\">Interne 1 am Ordensklinikum Linz GmbH Elisabethinen<\/a>, H\u00e4matologie mit Stammzelltransplantation, H\u00e4mostaseologie und medizinischer Onkologie 4010 Linz, Fadingerstra\u00dfe\u00a01.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>Stammzellentherapie: Zentren f\u00fcr Kinder in \u00d6sterreich<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/wien\/rCvTq\/st-anna-kinderspital\/\">St. Anna Kinderspital<\/a>, Stammzelltransplantationseinheit, Station 1A 1090 Wien<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.tirol-kliniken.at\/page.cfm?vpath=standorte\/landeskrankenhaus-innsbruck\/kliniken\/department-kinder--und-jugendheilkunde\/univ-klinik-fuer-paediatrie-i\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr P\u00e4diatrie I<\/a> an der Medizinischen Universit\u00e4t Innsbruck, Department Kinder- und Jugendheilkunde 6020 Innsbruck<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/graz\/hCTk8\/landeskrankenhaus-universit%C3%A4tsklinikum-graz\/\">Klinische Abteilung f\u00fcr P\u00e4diatrische H\u00e4mato-Onkologie<\/a> an der Medizinischen Universit\u00e4t Graz (LKH) 8036 Graz<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>Kosten: Wer bezahlt die Stammzellentherapie?<\/strong><\/h3>\n<p>Besteht eine nachgewiesene medizinische Notwendigkeit einer Stammzelltherapie und ist deren Wirksamkeit f\u00fcr die gestellte Diagnose anerkannt, tragen die gesetzlichen Krankenkassen im Normalfall die Kosten f\u00fcr die Behandlung. Sie belaufen sich auf 4.500 bis 22.500 Euro (Richtwerte). F\u00fcr noch nicht so etablierte Anwendungsgebiete wie etwa Leuk\u00e4mie besteht unter Umst\u00e4nden die M\u00f6glichkeit, in ein Studienprogramm aufgenommen zu werden und so die Therapie bezahlt zu bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stammzellen k\u00f6nnen sich zu mehreren Zellarten entwickeln, nicht nur zu einer wie sonst viele K\u00f6rperzellen. Das macht die Stammzellentherapie geeignet zur Bek\u00e4mpfung von Blutkrankheiten wie z. B. Leuk\u00e4mie. Doch sie kann mehr. Wie sie wirkt, wer sie macht und warum sie ein Hoffnungstr\u00e4ger f\u00fcr die Behandlung bislang unheilbarer Leiden ist, alles dazu gibt es hier. Stammzellentherapie \u2013 was ist das? Normale teilungsf\u00e4hige K\u00f6rperzellen k\u00f6nnen bei ihrer Vermehrung nur Zellen vom gleichen Zelltyp bilden, die bestimmte Aufgaben erf\u00fcllen. Stammzellen hingegen weisen keine oder eine geringere Ausrichtung auf und sind daher nicht auf eine spezielle Funktion festgelegt. Aus ihnen k\u00f6nnen durch Zellteilung weitere Stammzellen oder durch Differenzierung spezialisierte Zellen, die eine bestimmte Aufgabe \u00fcbernehmen, entstehen. Medizinische Verfahren, bei denen solche Stammzellen als Behandlung zum Einsatz kommen, um besch\u00e4digte Zellen oder Gewebe zu ersetzen oder zu reparieren, nennt man Stammzellentherapie. In diese Behandlungsform setzt die Medizin gro\u00dfe Zukunftshoffnungen. Denn schaffen Wissenschaftler es, Stammzellen dazu zu bringen, sich gezielt zu bestimmten Arten von Gewebe zu entwickeln und sich an einem daf\u00fcr vorgesehenen Ort im Organismus anzusiedeln, kann man so krankhaft ver\u00e4nderte bzw. in ihrer Funktion beeintr\u00e4chtigte Gewebe erneuern und damit einige, bislang unheilbare Krankheiten besiegen. Doch das ist bisher nur in bestimmten F\u00e4llen m\u00f6glich. Welche Stammzellen gibt es? Es existieren zwei Arten von Stammzellen: embryonale und adulte. Sie unterscheiden sich in ihrem Vorkommen und vor allem in ihrem Differenzierungsgrad, d. h. in puncto Entwicklung von einem weniger in einen st\u00e4rker spezialisierten Zustand. Embryonale Stammzellen:\u00a0Sie bilden sich w\u00e4hrend der Entwicklung eines Kindes im Mutterleib. Diejenigen, die in den ersten Tagen nach der Befruchtung der Eizelle entstehen und aus denen sich sp\u00e4ter alle Zellformen entwickeln, sind omnipotent oder totipotent. Das hei\u00dft, sie sind noch in keine Richtung spezialisiert. Nach dieser kurzen Phase haben die Stammzellen zwar immer noch das Potenzial, zu allen Arten von K\u00f6rperzellen zu reifen, jedoch nicht mehr zu Teilen des Mutterkuchens (Plazenta). Sie sind also nur mehr pluripotent. Adulte Stammzellen:\u00a0Sie werden w\u00e4hrend des gesamten Lebens gebildet und k\u00f6nnen sich noch weniger frei spezialisieren.\u00a0Adulte Stammzellen sitzen in verschiedenen Gewebetypen des K\u00f6rpers, befinden sich aber auch in Nabelschnurblut. Ihre Aufgabe sind Reparaturarbeiten. Indem sie zugrunde gegangenes Gewebe ersetzen, weil sie sich zu verschiedenen Zellarten dieses Gewebes entwickeln, die spezifische Funktionen erf\u00fcllen. Daher bezeichnet man sie als multipotent (z. B. Blutzellen). Oder, wenn sie sich nur in wenige verschiedene Zelltypen innerhalb eines Gewebetyps differenzieren k\u00f6nnen, als oligopotent (z. B. lymphoide Stammzellen). Im Gegensatz dazu sind\u00a0normale teilungsf\u00e4hige K\u00f6rperzellen unipotent, k\u00f6nnen also nur Zellen vom gleichen Zelltyp hervorbringen. Also beispielsweise Leberzellen nur weitere Leberzellen. Woher kommen Stammzellen f\u00fcr eine Stammzellentherapie? Stammzellen, die zu therapeutischen Zwecken genutzt werden sollen, gewinnt der Arzt aus dem Blut, dem Knochenmark oder aus Nabelschnurblut. Nach Aufbereitung f\u00fcr die Behandlung im Labor verabreicht er sie dem Patienten. Stammzellen aus Blut der Nabelschnur Stammzellen aus Nabelschnurblut werden nach der Geburt eines Kindes aus der Nabelschnur extrahiert und in Zellbanken kryokonserviert, d. h. mit K\u00e4lte haltbar gemacht. Aufgrund der nur geringen Anzahl der Zellen, die man aus einer einzelnen Nabelschnur beziehen kann, bekommen erwachsene Empf\u00e4nger ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":175,"featured_media":182666,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[247],"tags":[],"acf":[],"yoast_head":"\n<title>Stammzellentherapie | Einsatzgebiete &amp; Erfolge - HEROLD<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Als Stammzellentherapie werden Behandlungsverfahren bezeichnet, bei denen Stammzellen dem K\u00f6rper zugef\u00fcgt werden um den Zellenneubau anzuregen.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/stammzellentherapie-erfolge\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Stammzellentherapie | Einsatzgebiete &amp; 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