{"id":38610,"date":"2018-07-27T08:00:45","date_gmt":"2018-07-27T06:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herold.at\/blog\/?p=38610"},"modified":"2019-01-07T08:41:25","modified_gmt":"2019-01-07T07:41:25","slug":"ploetzlicher-kindstod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herold.at\/blog\/ploetzlicher-kindstod\/","title":{"rendered":"Pl\u00f6tzlicher Kindstod: Kann man dem SIDS vorbeugen?"},"content":{"rendered":"<div class=\"mceTemp\"><\/div>\n<figure id=\"attachment_103136\" aria-describedby=\"caption-attachment-103136\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-kindstod.-Adobe-Stock-c-Alexandr-Vasilyev.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-103136 size-full\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-kindstod.-Adobe-Stock-c-Alexandr-Vasilyev-e1531396270488.jpg\" alt=\"Beim pl\u00f6tzlichen Kindstod oder SIDS sterben Babys und kleine Kinder im Alter zwischen 0 und 2 Jahren v\u00f6llig ohne Vorwarnung.\" width=\"830\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-kindstod.-Adobe-Stock-c-Alexandr-Vasilyev-e1531396270488.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-kindstod.-Adobe-Stock-c-Alexandr-Vasilyev-e1531396270488-300x134.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-kindstod.-Adobe-Stock-c-Alexandr-Vasilyev-e1531396270488-768x344.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-103136\" class=\"wp-caption-text\">Erschreckend, aber wahr: Jedes Baby hat ein Risiko, am pl\u00f6tzlichen Kindstod zu versterben. Aber es gibt auch Hoffnung. Adobe Stock, (c) Alexandr Vasilyev<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der pl\u00f6tzliche Kindstod (englisch\u00a0<em>Sudden Infant Death Syndrom<\/em>) ist der Alptraum aller Eltern. Das tragische Ph\u00e4nomen bezeichnet ein\u00a0<strong>pl\u00f6tzliches<\/strong>, das hei\u00dft ohne Vorwarnung und ohne feststellbare, plausible Ursache eintretendes\u00a0<strong>Versterben<\/strong>\u00a0augenscheinlich vollkommen<strong>\u00a0gesunder S\u00e4uglinge<\/strong>. Warum ein pl\u00f6tzlicher Kindstod eintritt, wei\u00df niemand genau. Allerdings ist heute klar,\u00a0<strong>was das SIDS beg\u00fcnstigt<\/strong>\u00a0und wie man ihm vorbeugen kann.\u00a0Wir berichten \u00fcber Wichtiges, womit sich niemand gerne auseinandersetzt.<\/p>\n\n<h2>Was ist pl\u00f6tzlicher Kindstod?<\/h2>\n<p>Als Pl\u00f6tzlichen Kindstod (SIDS = Sudden Infant Death Syndrom, Krippentod, pl\u00f6tzlicher S\u00e4uglingstod) bezeichnet man das<strong>\u00a0unerwartete Ableben von S\u00e4uglingen<\/strong>\u00a0oder seltener Kleinkindern, das sich nicht durch vorangegangene Erkrankungen erkl\u00e4ren l\u00e4sst und dessen Ursache auch bei einer Obduktion nicht eindeutig festgestellt werden kann. Obwohl sein Vorkommen in \u00d6sterreich r\u00fcckl\u00e4ufig ist, zeichnet er in Europa f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Sterbef\u00e4lle im S\u00e4uglingsalter verantwortlich. In \u00d6sterreich werden derzeit<strong>\u00a0pro Jahr rund 30 SIDS F\u00e4lle<\/strong>\u00a0verzeichnet.<\/p>\n<div class=\"content-box-yellow\"><strong>\u00dcbrigens<\/strong>: Niemand wei\u00df genau, aus welchem Grund das SIDS eintritt. \u00dcber die Ursachen wird bislang also nur gemutma\u00dft. Dies erschwert nat\u00fcrlich,\u00a0<em>spezifische Anzeichen<\/em>\u00a0auszumachen beziehungsweise\u00a0<em>wirksame Ma\u00dfnahmen<\/em>\u00a0zu treffen, um den Pl\u00f6tzlichen Kindstod zu verhindern.<\/div>\n<h3>Was\u00a0verursacht\u00a0Pl\u00f6tzlichen Kindstod?<\/h3>\n<p>Am Zustandekommen eines SIDS sind wahrscheinlich mehrere Faktoren beteiligt. Forscher gehen haupts\u00e4chlich von schon bei der Geburt vorliegenden\u00a0<strong>St\u00f6rungen der Regelmechanismen<\/strong>\u00a0lebenswichtiger Funktionen wie zum Beispiel der Atmung, Temperaturregulation, des Herzrhythmus oder Nervenst\u00f6rungen (in Verbindung mit\u00a0<strong>belastenden Faktoren im Schlaf<\/strong>) aus. Es gibt aber auch andere Theorien, wie das SIDS (mit)ausgel\u00f6st werden k\u00f6nnte:<\/p>\n<h3><strong>SIDS durch Blutfluss-Anomalien oder Infektionen<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>Ein\u00a0<strong>mangelnder Blutfluss zum Hirnstamm<\/strong>\u00a0(Sitz des Atemzentrums), wie er als Folge eines stark zur Seite gedrehten Kopfes bei Risikobabys (lageabh\u00e4ngiger, verlangsamter Blutstrom in der<em>\u00a0Arteria basilaris<\/em>\u00a0bei Bauchlage) auftritt.<\/li>\n<li>Eine noch\u00a0<strong>unausgereifte Blutdruck-Regulation<\/strong>, die einen Ausgleich des normalerweise im Schlaf automatisch stattfindenden Blutdruckabfalls verhindert.<\/li>\n<li>Bestimmte\u00a0<strong>Krankheitserreger\u00a0<\/strong>wie etwa das Bakterium\u00a0<em>Helicobacter pylori<\/em>\u00a0(potenzieller Ausl\u00f6ser einer Magenschleimhautentz\u00fcndung) oder\u00a0<em>Enteroviren<\/em>, die Herzmuskelentz\u00fcndungen und Herzrhythmusst\u00f6rungen hervorrufen k\u00f6nnen (Coxsackie-Viren, Parvovirus B19) und in Untersuchungen von Herzgewebeproben bei SIDS-Patienten verst\u00e4rkt vorkommen. M\u00f6glicherweise auch\u00a0<em>RS-Viren<\/em>\u00a0(Respiratory-syncytical-Virus), die u.a. Atemwegserkrankungen hervorrufen.<\/li>\n<li>Hohe Konzentrationen von\u00a0<strong>Bakterien<\/strong>\u00a0(zum Beispiel in gebrauchten Matratzen) werden ebenfalls als Ausl\u00f6ser eines SIDS diskutiert.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>SIDS durch Besonderheiten von Nerven- oder Sinneszellen<\/strong><\/h3>\n<p>Auch\u00a0<strong>neurologische Abnormit\u00e4ten<\/strong>\u00a0wie zum Beispiel eine angeborene \u00dcberaktivit\u00e4t des SK3-Ionenkanals in Nervenzellen (ruft eine Atemschw\u00e4che hervor) werden als Ursache des Pl\u00f6tzlichen Kindstods diskutiert. Oder ein\u00a0<strong>Defekt an bestimmten Botenstoffen<\/strong>\u00a0im Gehirn, der dazu f\u00fchrt, dass der Atemreflex ausbleibt, ist m\u00f6glich. Ebenso ein\u00a0<strong>Defekt in der Stammhirnregion<\/strong>, die die Kohlendioxidkonzentration reguliert. Dies w\u00fcrde dazu f\u00fchren, dass sich\u00a0beim Baby in Bauchlage Kohlendioxid zwischen dem Gesicht und der Unterlage ansammelt und das Baby sich quasi selbst vergiftet.<\/p>\n<p>Auch eine<strong>\u00a0St\u00f6rung der Haarzellen<\/strong>\u00a0im Innenohr,\u00a0die Informationen \u00fcber den Kohlendioxidgehalt im Blut an das Gehirn \u00fcbermitteln, kann ein SIDS ausl\u00f6sen. F\u00e4llt dieser Wert zu hoch aus, setzt normalerweise der Atemreiz ein. Bei einer St\u00f6rung bleibt diese Reaktion jedoch aus.<\/p>\n<div class=\"content-box-yellow\"><strong>\u00dcbrigens<\/strong>: Wenn diese Theorie stimmt, birgt sie gro\u00dfe Hoffnungen. Dann\u00a0k\u00f6nnte man k\u00fcnftig mit einem relativ einfachen<strong>\u00a0H\u00f6rscreening<\/strong>\u00a0(\u00dcberpr\u00fcfung des akustischen Echos des Innenohrs anhand eines Klickger\u00e4uschs) S\u00e4uglinge mit einem Risiko f\u00fcr ein SIDS aufgrund des bei ihnen\u00a0<strong>schw\u00e4cheren Echos<\/strong>\u00a0identifizieren und fr\u00fchzeitig vorbeugende Ma\u00dfnahmen gegen den Pl\u00f6tzlichen Kindstod treffen.<\/div>\n<h3><strong>\u00c4u\u00dfere Gr\u00fcnde f\u00fcr Pl\u00f6tzlichen Kindstod<\/strong><\/h3>\n<p>Auch eine gewisse Wehrlosigkeit gegen\u00a0<strong>lebensbedrohliche Situationen<\/strong>\u00a0bei Babys wird als Ursache eines SIDS f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, etwa weil sie beispielsweise die Bettdecke nicht vom Kopf ziehen k\u00f6nnen, wenn sie darunter feststecken. Ein Horrorszenario entwerfen einige amerikanische Kinder\u00e4rzte, die hinter dem Ph\u00e4nomen SIDS \u00f6fter als angenommen\u00a0<strong>versteckte T\u00f6tungen<\/strong>\u00a0vermuten. Diese Vermutung wird durch Videoaufnahmen aus Kliniken gest\u00fctzt, welche Eltern zeigen, die versuchten, ihre nach angeblichen h\u00e4uslichen Unf\u00e4llen eingelieferten Kinder heimlich zu ersticken.\u00a0Aus Gr\u00fcnden wie diesen fordern britische Forscher, dass s\u00e4mtliche F\u00e4lle von SIDS durch speziell ausgebildete \u00c4rzte oder Gerichtsmediziner untersucht werden sollten.<\/p>\n<p><strong>Achtung<\/strong>: Auch wenn es eine gewisse Dunkelziffer an Kindst\u00f6tungen geben mag, sollten man trauernde Eltern nicht vor-verurteilen. Der Pl\u00f6tzliche Kindstod ist ein grausames, aber leider sehr reales Ph\u00e4nomen, dem Jahr f\u00fcr Jahr hunderte Kinder weltweit zum Opfer fallen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_103307\" aria-describedby=\"caption-attachment-103307\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-Kindstod-Adobe-Stock-c-nd3000.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-103307 size-full\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-Kindstod-Adobe-Stock-c-nd3000-e1531471958318.jpg\" alt=\"Beim pl\u00f6tzlichen Kindstod oder SIDS sterben Babys und kleine Kinder im Alter zwischen 0 und 2 Jahren v\u00f6llig ohne Vorwarnung.\" width=\"830\" height=\"526\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-Kindstod-Adobe-Stock-c-nd3000-e1531471958318.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-Kindstod-Adobe-Stock-c-nd3000-e1531471958318-300x190.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-Kindstod-Adobe-Stock-c-nd3000-e1531471958318-768x487.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-103307\" class=\"wp-caption-text\">Rauchen und Drogenkonsum in der Schwangerschaft erh\u00f6ht das Risiko f\u00fcr den pl\u00f6tzlichen Kindstod nachweislich. Foto: Adobe Stock, (c) nd3000<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Alter: Wie lange besteht Risiko f\u00fcr Pl\u00f6tzlichen Kindstod?<\/h3>\n<p>Viele Eltern fragen sich, wie lange sie mit dem Risiko f\u00fcr\u00a0einen Pl\u00f6tzlichen Kindstod leben m\u00fcssen. Grunds\u00e4tzlich sind Babys von der Geburt\u00a0<strong>bis zum zweiten Lebensjahr<\/strong>\u00a0gef\u00e4hrdet. Knapp 90%\u00a0der F\u00e4lle von SIDS treten jedoch\u00a0<strong>bis zum Alter von vier Monaten<\/strong>\u00a0auf. Nur etwa 2 bis 6% der Todesf\u00e4lle betreffen Kinder im zweiten Lebensjahr. Au\u00dferdem fallen\u00a0<strong>\u00f6fter Jungen<\/strong>\u00a0als M\u00e4dchen dem Pl\u00f6tzlichen Kindstod zum Opfer. Warum der Pl\u00f6tzliche Kindstod h\u00e4ufiger im<strong>\u00a0Winter\u00a0<\/strong>als im Sommer auftritt, ist noch nicht hinreichend erforscht. Denkbar ist allerdings ein Zusammenhang mit geh\u00e4uften Infekten w\u00e4hrend dieser Jahreszeit sowie die Tendenz der Eltern, das Babyzimmer w\u00e4hrend des Winters zu sehr zu beheizen.<\/p>\n<h2>Was pl\u00f6tzlichen Kindstod beg\u00fcnstigt<\/h2>\n<p>Vor einem SIDS ist grunds\u00e4tzlich kein S\u00e4ugling sicher. Es gibt jedoch eine Reihe von Umst\u00e4nden, die im Verdacht stehen, das<strong>\u00a0Risiko<\/strong>\u00a0f\u00fcr einen SIDS\u00a0<strong>zu erh\u00f6hen<\/strong>. Dazu geh\u00f6ren erbliche Vorbelastungen (zum Beispiel, wenn in der Familie bereits SIDS-F\u00e4lle aufgetreten sind), sowie\u00a0<a href=\"http:\/\/arztsuche24.at\/ratgeber\/frauengesundheit-und-schwangerschaft\/vermeidbare-embryopathien-wie-alkohol-nikotin-und-keime-kindern-schaden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rauchen in der Schwangerschaft<\/a>. Ein Nikotinkonsum der Mutter erh\u00f6ht die Kohlenmonoxid-Konzentration im Blut des Kindes, verlangsamt die Ausscheidungszeit des giftigen Gases um das Zwei- bis Dreifache und\u00a0<strong>verringert das Geburtsgewicht<\/strong>\u00a0des Neugeborenen.<\/p>\n<p>Nach der Geburt zeigt sich eine Erh\u00f6hung der Cotinin-Werte (Abbauprodukt von Nikotin) im Organismus des unfreiwilligen Passivrauchers gegen\u00fcber \u201cunbedampften\u201c S\u00e4uglingen. Kohlenmonoxid und Cotinin k\u00f6nnen\u00a0<strong>Atemstillst\u00e4nde<\/strong>\u00a0und<strong>\u00a0verz\u00f6gerte Aufwachreflexe<\/strong>\u00a0hervorrufen.<\/p>\n<h3>M\u00f6gliche Anzeichen f\u00fcr Pl\u00f6tzlichen Kindstod<\/h3>\n<p>Weitere Anzeichen beziehungsweise Umst\u00e4nde, die das\u00a0<em>Sudden Infant Death Syndrom<\/em>\u00a0beg\u00fcnstigen, sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Geh\u00e4ufte<strong>\u00a0schwere Infekte<\/strong>\u00a0des Kindes, die eine station\u00e4re Aufnahme erforderlich machen.<\/li>\n<li>Ein oder mehrere\u00a0<strong><em>Acute Life Threatening Events<\/em><\/strong>\u00a0(ALTE) des Kindes (= Zust\u00e4nde mit blasser Haut, Schlaffheit und kaum ersichtlicher Atmung), die durch Wiederbelebung \u00fcberwunden wurden.<\/li>\n<li>Ein verl\u00e4ngertes\u00a0<strong>QT-Syndrom<\/strong>\u00a0(Long-QT-Syndrom), das ist eine spezielle\u00a0<strong><a href=\"http:\/\/arztsuche24.at\/ratgeber\/herz-kreislauf-blutgefase\/herzrhythmusstoerungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Herzrhythmusst\u00f6rung<\/a><\/strong>, die zum pl\u00f6tzlichen Herztod f\u00fchren kann und von der es auch ererbte Formen gibt.<\/li>\n<li><strong>Atemunregelm\u00e4\u00dfigkeiten<\/strong>\u00a0bzw. zu lange Atempausen beim S\u00e4ugling w\u00e4hrend des Schlafes.<\/li>\n<li>Eine\u00a0<strong>verlangsamte Erweckbarkeit<\/strong>\u00a0aus dem Schlaf, inklusive auffallender Bewegungsarmut und hohem, schrillen Schreien.<\/li>\n<li>Schlafen in\u00a0<strong>Bauchlage<\/strong>.<\/li>\n<li><strong>\u00dcberw\u00e4rmung<\/strong>\u00a0im Schlaf (in R\u00e4umen, die w\u00e4hrend der Nacht beheizt werden, sterben doppelt so viele Babys am\u00a0SIDS wie in unbeheizten R\u00e4umen).<\/li>\n<li><strong>Stress<\/strong>\u00a0(z.B. Alleinsein) und<strong>\u00a0mangelnde Zuwendung<\/strong>\u00a0durch die Bezugspersonen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Pl\u00f6tzlichen Kindstod\u00a0vermeiden &#8211; geht das?<\/h2>\n<p>Eine bombensichere Methode zur Verhinderung eines SIDS kann die Medizin bisher nicht bieten, doch gibt es einige\u00a0<strong>vorbeugende Ma\u00dfnahmen<\/strong>, die besorgte Eltern ergreifen k\u00f6nnen. Hierzu geh\u00f6rt vor allem, das Baby ausschlie\u00dflich in\u00a0<strong>R\u00fcckenlage schlafen<\/strong>\u00a0zu lassen. Es gilt n\u00e4mlich als nachgewiesen, dass das Schlafen in Bauchlage das Risiko f\u00fcr einen Pl\u00f6tzlichen Kindstod erh\u00f6ht. Die Seitenlage ist keine geeignete Alternative, da das Kind sich aus dieser Position leicht von selbst in die Bauchlage rollen kann.<\/p>\n<figure id=\"attachment_103523\" aria-describedby=\"caption-attachment-103523\" style=\"width: 830px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-kindstod.-Adobe-Stock-c-Konstantin-Yuganov.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-103523 size-full\" src=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-kindstod.-Adobe-Stock-c-Konstantin-Yuganov-e1531732238920.jpg\" alt=\"Beim pl\u00f6tzlichen Kindstod oder SIDS sterben Babys und kleine Kinder im Alter zwischen 0 und 2 Jahren v\u00f6llig ohne Vorwarnung.\" width=\"830\" height=\"513\" srcset=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-kindstod.-Adobe-Stock-c-Konstantin-Yuganov-e1531732238920.jpg 830w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-kindstod.-Adobe-Stock-c-Konstantin-Yuganov-e1531732238920-300x185.jpg 300w, https:\/\/www.herold.at\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ploetzlicher-kindstod.-Adobe-Stock-c-Konstantin-Yuganov-e1531732238920-768x475.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-103523\" class=\"wp-caption-text\">Regelm\u00e4\u00dfig wahrgenommene Vorsorgeuntersuchungen senken nachweislich das Risiko f\u00fcr den Pl\u00f6tzlichen Kindstod. Foto: Adobe Stock, c Konstantin Yuganov<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Vorbeugende Ma\u00dfnahmen gegen SIDS<\/h3>\n<ul>\n<li>Babys und Kleinkinder sollten grunds\u00e4tzlich in ihrem\u00a0<strong>eigenen Bettchen<\/strong>\u00a0und NICHT im Bett der Eltern schlafen.\u00a0Es spricht allerdings nichts dagegen, das Babybett im elterlichen Schlafzimmer aufzustellen. Im Gegenteil: Je besser du dein Kind im Blick hast, desto schneller kannst du im Notfall reagieren.<\/li>\n<li>Das Kinderbett sollte\u00a0<strong>karg ausgestattet<\/strong>\u00a0sein: Stofftiere, Spielzeug, Schlafpositionierer\u00a0usw. haben hier nichts zu suchen! Grunds\u00e4tzlich gilt: Je weniger, desto besser.<\/li>\n<li>Das Baby braucht eine feste, flache,\u00a0<strong>luftdurchl\u00e4ssige Schlafunterlage<\/strong>.<\/li>\n<li>Zwischen Leintuch und Matratze sollte\u00a0<strong>keine\u00a0Kunststoff-Unterlage<\/strong>\u00a0liegen.<\/li>\n<li>Der Abstand zwischen den Gitterst\u00e4ben sollte\u00a0<strong>4,5 bis 7,5 cm<\/strong>\u00a0betragen, damit das Kind sich nicht den Kopf einklemmen kann.<\/li>\n<li>Der Schlafraum darf\u00a0<strong>nicht zu warm<\/strong>\u00a0(ideal sind rund 18\u00b0C) und sollte immer gut bel\u00fcftet sein.<\/li>\n<li>Das Kinderbett sollte nicht vor der Heizung oder am Fenster stehen.<\/li>\n<li>Von einem<strong>\u00a0intensiven Beheizen<\/strong>\u00a0des Babyschlafraums\u00a0<strong>ist abzusehen<\/strong>. W\u00e4hrend der Wintermonate sterben nachweislich mehr S\u00e4uglinge in beheizten R\u00e4umen als in nicht beheizten R\u00e4umen.<\/li>\n<li>Das Baby oder Kleinkind sollte\u00a0<strong>niemals ganz zugedeckt<\/strong>\u00a0sein. Idealerweise\u00a0nutzt du einen speziellen Schlafsack f\u00fcr Babys, der nicht \u00fcber das Gesicht rutschen kann.<\/li>\n<li>Sorge f\u00fcr eine entspannte und\u00a0<strong>liebevolle Atmosph\u00e4re<\/strong>: Unruhe, Stress und Passivrauchen erh\u00f6hen das Risiko deines Kindes, am Pl\u00f6tzlichen Kindstod zu sterben.<\/li>\n<li>Das Baby sollte im Bett\u00a0<strong>nicht zu viel Kleidung<\/strong>\u00a0tragen. Im Schlafsack ist ein Body (ohne Socken!) vollkommen ausreichend.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcbrigens<\/strong>: Die\u00a0Verwendung von Schnullern wirkt sich Beobachtungen zufolge positiv aus, vermindert also die Gef\u00e4hrdung f\u00fcr ein SIDS. Gleiches gilt m\u00f6glicherweise auch f\u00fcr manche\u00a0<a href=\"http:\/\/arztsuche24.at\/ratgeber\/gesundheit-allgemein\/impfungen-pro-contra\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Impfungen<\/a>\u00a0wie die gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderl\u00e4hmung und vor allem Keuchhusten, wie es sich etwa in Schweden gezeigt hat. Der Grund hierf\u00fcr ist allerdings noch unklar.<\/p>\n<div class=\"content-box-purple\">\n<h3><strong>Was\u00a0SIDS schon in der Schwangerschaft f\u00f6rdert<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>sehr niedriges Geburtsgewicht<\/li>\n<li>vorzeitige Geburt (<strong><a href=\"http:\/\/arztsuche24.at\/ratgeber\/frauengesundheit-und-schwangerschaft\/fruehgeburt-schwieriger-start-ins-leben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fr\u00fchchen<\/a><\/strong>\u00a0unter 1.500 Gramm) in Kombination mit Erkrankungen (zum Beispiel Lungenleiden)<\/li>\n<li>geringer zeitlicher Abstand der Geburt des Kindes zu vorangegangenen Schwangerschaften<\/li>\n<li>niedriger Apgar-Wert (= Punkteschema zur Bewertung des klinischen Zustandes von Neugeborenen) des S\u00e4uglings bei der Geburt, eventuell mit nachfolgender notwendiger\u00a0<em>Intensivbehandlung<\/em><\/li>\n<li>wiederholte Harnwegsinfekte der Mutter w\u00e4hrend der Schwangerschaft<\/li>\n<li><em>Drogen- und Zigarettenkonsum<\/em>\u00a0der Mutter w\u00e4hrend oder nach der Schwangerschaft<\/li>\n<li>ein sehr junges Alter (&lt; 20 Jahre) der Mutter<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3>Auf m\u00f6gliche Anzeichen f\u00fcr SIDS achten<\/h3>\n<p>Auf jeden Fall empfiehlt es sich, alle laut\u00a0<a href=\"http:\/\/arztsuche24.at\/ratgeber\/kindergesundheit\/mutter-kind-pass-garant-fur-gesunde-kinder\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mutter-Kind-Pass<\/a>\u00a0empfohlenen Untersuchungen wahrzunehmen, damit der\u00a0<strong><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/kinderarzt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kinderarzt<\/a><\/strong>\u00a0die Gesundheit des Babys \u00fcberpr\u00fcfen und rechtzeitig m\u00f6gliche\u00a0<strong>Risikozeichen erkennen<\/strong>\u00a0kann. Bei folgenden Auff\u00e4lligkeiten\/ Anzeichen solltest du dein Baby lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Arzt bringen:<\/p>\n<ul>\n<li>l\u00e4nger als 15 Sekunden dauernde Atempausen<\/li>\n<li>blaue Flecken auf der Haut<\/li>\n<li>starkes, nicht durch Reduktion der Kleidung regulierbares Schwitzen im Schlaf<\/li>\n<li>eine auffallende Bl\u00e4sse<\/li>\n<li>h\u00e4ufiges Erbrechen<\/li>\n<li>Probleme beim Trinken bzw. ein h\u00e4ufiges Verschlucken<\/li>\n<li>Fieber unklarer Ursache oder l\u00e4ngerer Dauer (&gt; 3 Tage)<\/li>\n<li>schwere Erweckbarkeit aus dem Schlaf<\/li>\n<li>auffallend schrilles Schreien<\/li>\n<li>l\u00e4nger als drei Tage andauernder Schnupfen (Ziel: Freihaltung der Atemwege)<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Sicherheit durch Schlaf\u00fcberwachung?<\/h3>\n<p>Leider ist bislang\u00a0<strong>keine Untersuchung bekannt<\/strong>, die eine verl\u00e4ssliche Risikoabw\u00e4gung erlaubt, ob ein Kind gef\u00e4hrdet ist, an SIDS zu versterben. Ein Kinderarzt kann jedoch vorsorglich die Betreuer des Kindes in Erste Hilfe-Ma\u00dfnahmen (Herzdruckmassage, Mund-zu-Mundbeatmung) unterrichten. Bei Risikogruppen wird h\u00e4ufig eine\u00a0<strong><a href=\"http:\/\/arztsuche24.at\/ratgeber\/gesundheit-allgemein\/schlaflabor-schlafstoerungen-auf-die-schliche-kommen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Polysomnographie<\/a><\/strong>\u00a0(Schlafuntersuchung: simultane Aufzeichnung verschiedener Parameter wie Puls, EKG, EEG, nasaler Luftstrom, Brustkorbbewegungen am schlafenden Kind) durchgef\u00fchrt, um das Ma\u00df der Gef\u00e4hrdung besser absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es die M\u00f6glichkeit, einen sogenannten<strong>\u00a0Heimmonitor<\/strong>\u00a0zu verordnen, der die n\u00e4chtlichen\u00a0<strong>Vitalfunktionen<\/strong>\u00a0des Babys \u00fcberwacht. F\u00fcr welche Familien diese M\u00f6glichkeit infrage kommt, wird anhand eines\u00a0<a href=\"http:\/\/kinderabteilung.lkh-vil.or.at\/fileadmin\/user_upload\/pdfs\/LKH_SIDS_FB.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fragebogens<\/a>\u00a0ermittelt. Besonders sinnvoll ist die Anwendung eines Heimmonitors bei Babys und Kleinkindern mit bestehenden Grunderkrankungen. Die Eltern\u00a0werden normalerweise\u00a0durch\u00a0SIDS-<a href=\"http:\/\/www.sids.at\/beratungsstellen_w_noe_bg.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Beratungsstellen<\/a>\u00a0betreut und in der Anwendung des Monitors unterrichtet. In folgenden F\u00e4llen ist der Monitor\u00a0<strong>obligatorisch<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>bei abgelaufenen ALTE-Phasen.<\/li>\n<li>Fr\u00fchgeburten mit Lungenerkrankung und Sauerstoffabh\u00e4ngigkeit.<\/li>\n<li>Fr\u00fch- und Neugeborenen, die zum Zeitpunkt der Spitalsentlassung noch eine auff\u00e4llige Atmung zeigen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein Heimmonitor kann aber auch zum Einsatz kommen, wenn<\/p>\n<ul>\n<li>bereits ein Geschwisterkind am SIDS verstorben ist.<\/li>\n<li>das Baby zu fr\u00fch geboren wurde und unter 1.500 g\u00a0wiegt.<\/li>\n<li>S\u00e4uglinge eine drogenabh\u00e4ngige Mutter haben.<\/li>\n<li>das Kind unter einer mit einer Atemst\u00f6rung einhergehenden Krankheit leidet (der Monitor dient dann der fr\u00fchzeitigen Erkennung einer eventuellen Verschlechterung des klinischen Zustandes).<\/li>\n<li>die Speichermonitoren f\u00fcr die Diagnosestellung notwendig sind.<\/li>\n<li>die Eltern dies ausdr\u00fccklich w\u00fcnschen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><strong>Wie ein Heimmonitor funktioniert<\/strong><\/h3>\n<p>Das Ger\u00e4t zeichnet anhand von Messdaten, die am K\u00f6rper des Babys aufgeklebte Sensoren liefern, die Vitalfunktionen (Atemt\u00e4tigkeit UND Herzfrequenz, Atemt\u00e4tigkeit allein ist zu wenig!) w\u00e4hrend der Schlafzeit des Kindes auf und l\u00e4sst ein\u00a0<strong>Alarmzeichen<\/strong>\u00a0ert\u00f6nen, wenn es anhand fehlender Meldungen eine<strong>\u00a0Gef\u00e4hrdung erkennt<\/strong>.\u00a0Leider stellen sich, auch bei den modernsten Ger\u00e4ten, recht h\u00e4ufig Fehlalarme (eingestellte Grenzwerte \u00e4rztlich \u00fcberpr\u00fcfen lassen!) ein oder es kommt zu \u00dcberwachungsl\u00fccken.\u00a0<strong>M\u00f6gliche Fehlerquellen<\/strong>\u00a0liegen zudem in<\/p>\n<ul>\n<li>einer mangelnden Einschulung bez\u00fcglich des regelgerechten Umgangs mit dem Ger\u00e4t.<\/li>\n<li>einer unpassenden Positionierung des Monitors, z.B. auf einem strahlenden Ger\u00e4t wie etwa einem Fernseher oder Computer.<\/li>\n<li>Unvertr\u00e4glichkeitsreaktionen der Babyhaut auf die Elektroden: Abhilfe: Wechsel zwischen verschiedenen Hautstellen oder Wahl eines anderen Herstellers.<\/li>\n<li>einer Anbringung der Elektroden in unzureichendem Abstand voneinander.<\/li>\n<li>einem Aufkleben der Elektroden an zuvor eingecremten, einge\u00f6lten oder gepuderten Hautstellen.<\/li>\n<li>zu warmer Lagerung der Elektroden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Pl\u00f6tzlicher Kindstod: Was tun im Notfall?<\/h2>\n<p>Wenn Eltern den Eindruck haben, mit ihrem Baby stimmt etwas nicht, wenn es sehr blass oder sogar leicht bl\u00e4ulich aussieht, hei\u00dft die erste Handlung immer: aufwecken! Gelingt dies, besteht kein Grund zur Sorge. L\u00e4sst sich das Kind nicht aufwecken, sollten Eltern wie folgt handeln:<\/p>\n<ul>\n<li>Puls und Atmung kontrollieren (Ohr dicht an Nase und Mund des Kindes halten und \u00fcberpr\u00fcfen, ob sich der Brustkorb des Babys hebt und senkt),<\/li>\n<li>wenn sich keine Atem- bzw. Herzt\u00e4tigkeit ersp\u00fcren bzw. sehen l\u00e4sst: Wiederbelebungsma\u00dfnahmen durchf\u00fchren! Also Mund-zu-Mund-Beatmung mit Herzdruckmassage im Rhythmus von 1 zu 3, d.h. auf jede Atemspende folgen drei Herzdruckmassagen.<\/li>\n<li>die Rettung 144 rufen (wenn m\u00f6glich reanimiert eine Person das Kind, eine andere telefoniert)<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"content-box-yellow\"><strong>Tipp<\/strong>: Am besten \u00fcbt man vorsorglich die notwendigen Aktivit\u00e4ten im Rahmen eines Erste-Hilfe-Kurses an einer Puppe, um f\u00fcr den Ernstfall ger\u00fcstet zu sein.<\/div>\n<h3>Hilfe f\u00fcr Betroffene<\/h3>\n<p>Sein Baby unerwartet pl\u00f6tzlich tot aufzufinden ist eine traumatisierende Erfahrung. Eltern und Geschwister ben\u00f6tigen in diesem Fall intensiven R\u00fcckhalt und Trost, um das traumatische\u00a0Ereignis verarbeiten und ad\u00e4quat trauern zu k\u00f6nnen.<strong>\u00a0Entsprechende Hilfe<\/strong>\u00a0finden Betroffene zum Beispiel bei\u00a0<a href=\"http:\/\/www.sids.at\/sids_austria.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Elterninitiative \u201cSIDS Austria\u201c<\/a>, verschiedenen\u00a0<a href=\"http:\/\/www.sids.at\/selbsthilfegruppen_austria.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Selbsthilfegruppen<\/a>\u00a0oder professionell geschulten\u00a0<a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/psychologen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Psychologen<\/a>,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.herold.at\/gelbe-seiten\/psychotherapie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Psychotherapeuten<\/a>\u00a0und Kriseninterventionsteams.<\/p>\n<p>Eltern, die ihr Kind durch SIDS verloren haben, machen noch\u00a0eine\u00a0<strong>weitere Belastung<\/strong>\u00a0durch. Da es sich um eine pl\u00f6tzliche, nicht nat\u00fcrliche Todesursache handelt, erfolgt normalerweise eine\u00a0<strong>Befragung<\/strong>\u00a0durch die Exekutive und eine\u00a0<strong>Untersuchung<\/strong>\u00a0des toten Kindes an einem gerichtsmedizinischen Institut. Auch wenn dieses Vorgehen nat\u00fcrlich durchaus im Interesse der Angeh\u00f6rigen sein kann (z.B. Ausschluss etwaiger ansteckender Infektionskrankheiten oder angeborener Stoffwechselst\u00f6rungen als Grund des Ablebens)\u00a0so sind sie dennoch extrem belastend.<\/p>\n<div class=\"content-box-yellow\"><strong>Tipp<\/strong>: Im Blogartikel <em><a href=\"https:\/\/www.herold.at\/blog\/trauerbegleitung-trauerhilfe-wien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Trauerbegleitung: zwischen Erinnern und Neuanfang<\/a><\/em> finden Betroffene Kontaktdaten und Anlaufstellen f\u00fcr Trauer Therapeuten. Au\u00dferdem verraten wir, was eine Trauer Therapie kostet und wer die Kosten tr\u00e4gt.<\/div>\n<h3><strong>In Sachen SIDS ist der Kinderarzt der erste Ansprechpartner:<\/strong><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der pl\u00f6tzliche Kindstod (englisch\u00a0Sudden Infant Death Syndrom) ist der Alptraum aller Eltern. Das tragische Ph\u00e4nomen bezeichnet ein\u00a0pl\u00f6tzliches, das hei\u00dft ohne Vorwarnung und ohne feststellbare, plausible Ursache eintretendes\u00a0Versterben\u00a0augenscheinlich vollkommen\u00a0gesunder S\u00e4uglinge. Warum ein pl\u00f6tzlicher Kindstod eintritt, wei\u00df niemand genau. Allerdings ist heute klar,\u00a0was das SIDS beg\u00fcnstigt\u00a0und wie man ihm vorbeugen kann.\u00a0Wir berichten \u00fcber Wichtiges, womit sich niemand gerne auseinandersetzt. Was ist pl\u00f6tzlicher Kindstod? Als Pl\u00f6tzlichen Kindstod (SIDS = Sudden Infant Death Syndrom, Krippentod, pl\u00f6tzlicher S\u00e4uglingstod) bezeichnet man das\u00a0unerwartete Ableben von S\u00e4uglingen\u00a0oder seltener Kleinkindern, das sich nicht durch vorangegangene Erkrankungen erkl\u00e4ren l\u00e4sst und dessen Ursache auch bei einer Obduktion nicht eindeutig festgestellt werden kann. Obwohl sein Vorkommen in \u00d6sterreich r\u00fcckl\u00e4ufig ist, zeichnet er in Europa f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Sterbef\u00e4lle im S\u00e4uglingsalter verantwortlich. In \u00d6sterreich werden derzeit\u00a0pro Jahr rund 30 SIDS F\u00e4lle\u00a0verzeichnet. \u00dcbrigens: Niemand wei\u00df genau, aus welchem Grund das SIDS eintritt. \u00dcber die Ursachen wird bislang also nur gemutma\u00dft. Dies erschwert nat\u00fcrlich,\u00a0spezifische Anzeichen\u00a0auszumachen beziehungsweise\u00a0wirksame Ma\u00dfnahmen\u00a0zu treffen, um den Pl\u00f6tzlichen Kindstod zu verhindern. Was\u00a0verursacht\u00a0Pl\u00f6tzlichen Kindstod? Am Zustandekommen eines SIDS sind wahrscheinlich mehrere Faktoren beteiligt. Forscher gehen haupts\u00e4chlich von schon bei der Geburt vorliegenden\u00a0St\u00f6rungen der Regelmechanismen\u00a0lebenswichtiger Funktionen wie zum Beispiel der Atmung, Temperaturregulation, des Herzrhythmus oder Nervenst\u00f6rungen (in Verbindung mit\u00a0belastenden Faktoren im Schlaf) aus. Es gibt aber auch andere Theorien, wie das SIDS (mit)ausgel\u00f6st werden k\u00f6nnte: SIDS durch Blutfluss-Anomalien oder Infektionen Ein\u00a0mangelnder Blutfluss zum Hirnstamm\u00a0(Sitz des Atemzentrums), wie er als Folge eines stark zur Seite gedrehten Kopfes bei Risikobabys (lageabh\u00e4ngiger, verlangsamter Blutstrom in der\u00a0Arteria basilaris\u00a0bei Bauchlage) auftritt. Eine noch\u00a0unausgereifte Blutdruck-Regulation, die einen Ausgleich des normalerweise im Schlaf automatisch stattfindenden Blutdruckabfalls verhindert. Bestimmte\u00a0Krankheitserreger\u00a0wie etwa das Bakterium\u00a0Helicobacter pylori\u00a0(potenzieller Ausl\u00f6ser einer Magenschleimhautentz\u00fcndung) oder\u00a0Enteroviren, die Herzmuskelentz\u00fcndungen und Herzrhythmusst\u00f6rungen hervorrufen k\u00f6nnen (Coxsackie-Viren, Parvovirus B19) und in Untersuchungen von Herzgewebeproben bei SIDS-Patienten verst\u00e4rkt vorkommen. M\u00f6glicherweise auch\u00a0RS-Viren\u00a0(Respiratory-syncytical-Virus), die u.a. Atemwegserkrankungen hervorrufen. Hohe Konzentrationen von\u00a0Bakterien\u00a0(zum Beispiel in gebrauchten Matratzen) werden ebenfalls als Ausl\u00f6ser eines SIDS diskutiert. SIDS durch Besonderheiten von Nerven- oder Sinneszellen Auch\u00a0neurologische Abnormit\u00e4ten\u00a0wie zum Beispiel eine angeborene \u00dcberaktivit\u00e4t des SK3-Ionenkanals in Nervenzellen (ruft eine Atemschw\u00e4che hervor) werden als Ursache des Pl\u00f6tzlichen Kindstods diskutiert. Oder ein\u00a0Defekt an bestimmten Botenstoffen\u00a0im Gehirn, der dazu f\u00fchrt, dass der Atemreflex ausbleibt, ist m\u00f6glich. Ebenso ein\u00a0Defekt in der Stammhirnregion, die die Kohlendioxidkonzentration reguliert. Dies w\u00fcrde dazu f\u00fchren, dass sich\u00a0beim Baby in Bauchlage Kohlendioxid zwischen dem Gesicht und der Unterlage ansammelt und das Baby sich quasi selbst vergiftet. Auch eine\u00a0St\u00f6rung der Haarzellen\u00a0im Innenohr,\u00a0die Informationen \u00fcber den Kohlendioxidgehalt im Blut an das Gehirn \u00fcbermitteln, kann ein SIDS ausl\u00f6sen. F\u00e4llt dieser Wert zu hoch aus, setzt normalerweise der Atemreiz ein. Bei einer St\u00f6rung bleibt diese Reaktion jedoch aus. \u00dcbrigens: Wenn diese Theorie stimmt, birgt sie gro\u00dfe Hoffnungen. Dann\u00a0k\u00f6nnte man k\u00fcnftig mit einem relativ einfachen\u00a0H\u00f6rscreening\u00a0(\u00dcberpr\u00fcfung des akustischen Echos des Innenohrs anhand eines Klickger\u00e4uschs) S\u00e4uglinge mit einem Risiko f\u00fcr ein SIDS aufgrund des bei ihnen\u00a0schw\u00e4cheren Echos\u00a0identifizieren und fr\u00fchzeitig vorbeugende Ma\u00dfnahmen gegen den Pl\u00f6tzlichen Kindstod treffen. \u00c4u\u00dfere Gr\u00fcnde f\u00fcr Pl\u00f6tzlichen Kindstod Auch eine gewisse Wehrlosigkeit gegen\u00a0lebensbedrohliche Situationen\u00a0bei Babys wird als Ursache eines SIDS f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, etwa weil sie beispielsweise die Bettdecke nicht vom Kopf ziehen k\u00f6nnen, wenn sie darunter feststecken. Ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":175,"featured_media":105994,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[247],"tags":[],"acf":[],"yoast_head":"\n<title>Pl\u00f6tzlicher Kindstod: Kann man dem SIDS vorbeugen? - HEROLD.at<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Alleine der Gedanke an pl\u00f6tzlichen Kindstod ist f\u00fcr Eltern der blanke Horror. 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