5 Digitalmarketing-Trends für Unternehmer 2020


Diese Trendaspekte sollten KMUs auf der Agenda haben, um mit ihren Marketing-Aktivitäten 2020 am Puls der Zeit zu bleiben. (Foto: Adobe Stock)

Rasant haben sich im Laufe des Jahrzehnts verschiedene Digitalmarketing-Trends eingestellt und durchaus etabliert: Voice Search, Personalisierung oder zum Beispiel auch die „künstliche Intelligenz“ sind gekommen, um zu bleiben.


Trenderscheinungen im Online-Marketing sind also kein reines Kommen und Gehen, sondern trotz aller Schnelllebigkeit von stetiger Entwicklung geprägt. In diesem Beitrag wagen wir auf Basis dessen einen kleinen Zukunftsausblick und gehen auf einige der spannendsten eMarketing-Trends für 2020 ein.

Marketing-Automatisierung in allen Bereichen

Die Automatisierung von Marketing-Prozessen haben auch immer mehr KMUs am Radar. 2020 wird das Ganze dann wahrscheinlich so richtig salonfähig werden. Schließlich brauchen Unternehmen effiziente Lösungen, um ihre Ziele zu erreichen. Am höchsten im Kurs stehen Tools und Cases wie:


  • Chatbots (= textbasierte Dialogsysteme, die das Chatten von Menschen mit einem technischen System ermöglichen) und automatisierte Anrufe
  • komplexe E-Mail-Marketing-Kampagnen
  • eCommerce-Ergänzungen (z.B. gegen Kaufabbrüche)
  • Digitalisierung des Vertriebs

Wohl auch, da Marketing-Automatisierung zig Ausprägungen hat, geht der Trend ansonsten auch in Richtung All-in-One-Lösungen fürs eMarketing. Hier rittern immer mehr Plattformen und Anbieter um die Gunst der Unternehmen.

Es braucht neue Strategien bei der Suchmaschinenoptimierung

Die neue Generation der Suche ist bereits da und ihre Technologien werden 2020 noch stärker genutzt werden. Für Unternehmen erscheinen insbesondere folgende (relativ neuartige) Suchvarianten besonders interessant: Voice Search und Visual Search
Bei der Sprachsuche sprechen die Zahlen und Fakten (Quelle: Google) für sich:


  • über 40% nutzen Voice-Technologien mehrmals täglich, bei Teenagern sogar mehr als die Hälfte
  • sie wird nicht nur als „die Zukunft“ angesehen, sondern auch als hocheffizient
  • sie ist prädestiniert fürs „Multitasking“ (funktioniert auch beim Workout, im Auto oder beim Fernsehen)

Wie können Unternehmen nun ihre Inhalte für Voice Search optimieren? In erster Linie muss man dabei verstehen, wie Sprach-Suchanfragen in der Regel aussehen. Während bei der „normalen“ Google-Suche oft nur einzelne Stichwörter eingegeben werden, fragen Menschen via Voice Search um ein Vielfaches öfter Fragestellungen in ganzen Sätzen.


Schon alleine solche Fragen verstärkt zu stellen und dann prägnant zu beantworten, wäre also eine effektive SEO-Content-Strategie für 2020 (SEO= Search Engine Optimization / Suchmaschinenoptimierung). Eine, die auch kleine Unternehmen mit beschränkten Ressourcen sehr gut umsetzen können.


Und worum geht’s bei Visual Search? Um das Suchen MIT Bildern. Also beispielsweise eine Pflanze oder eine Sehenswürdigkeit. Während die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt, funktioniert sie bereits ziemlich gut. Google Lens (die wohl bekannteste Anwendung im Bereich Visual Search) wurde bereits über 1 Milliarde Mal benutzt, die App kennt bereits ebensoviele Gegenstände. Die Leute lieben Visual Search also und Unternehmen sollten die Möglichkeiten (Shopping, Lokale, Rezensionen usw.) keineswegs unterschätzen.


Google erklärt in diesem (englischsprachigen) Video das Anwendungsprinzip der Visual Search mit Google Lens.

Ein für Viele zunächst beunruhigender SEO-Trend ist hingegen auch nicht von der Hand zu weisen: Organische Klickraten (= Suchergebnisse unbezahlter Beiträge auf Google) sind im Sinken begriffen. Der Hauptgrund: Songtexte, Fußball-Resultate, Rezepte, aber auch technische Produktinfos sowie Antworten auf konkrete Fragen bekommt man immer häufiger direkt in den Google-Ergebnissen präsentiert, ohne dass man eine weitere Website laden muss.


Im Jahr 2020 müssen Unternehmen daher ihre Inhalte (und Snippets, das sind die Ausschnitte, die Google pro Resultat anzeigt) verstärkt an diese neuen Features der Suchmaschine ausrichten, wenn sie in Sachen SEO nicht an Boden verlieren wollen.


Lesetipp: Die großen Entwicklungen in diesem Bereich haben wir detaillierter im Artikel Inbound Marketing Trends behandelt.


Der Trend geht dahin, dass sich einzelne Kanäle wechselseitig ergänzen, um dem Kunden ein einheitliches Erlebnis zu bieten. (Foto: Adobe Stock)

Der Weg zum Omni-Channel-Marketing

Multi-Channel-Marketing war gestern. Soll heißen: Unternehmen haben verstärkt versucht, Konsumentinnen und Konsumenten über verschiedene Kanäle (aber jeweils separat) zu erreichen. Darauf aufbauend geht der Trend im eMarketing heute dahin, diese Kanäle sich wechselseitig ergänzen zu lassen. Dem Kunden soll ein einheitliches Erlebnis geboten werden, egal, ob er gerade in Ihrem Geschäft ist oder über eine Werbeanzeige in Ihrem Online-Shop gelandet ist.


Wie kann man diesem Trend folgen? Vermutlich wird Ihr Unternehmen weder den Bekanntheitsgrad noch die finanziellen Ressourcen von riesigen Unternehmen wie zum Beispiel IKEA haben. Doch der Einrichtungskonzern zeigt auch kleineren Unternehmen vor, wie kanalübergreifendes eMarketing funktionieren kann:


  • Präsenz in allen gängigen Sozialen Netzwerken
  • einheitlicher Style, einheitliche Kundenansprache
  • Online-Shop und App zeigen die Verfügbarkeit der Produkte in den nächstgelegenen Filialen (zentrales Lagerverwaltungssystem)
  • gleiche Preise, gleiches Angebot online wie auch offline im Geschäft
  • gelungene Werbekampagnen auf allen Kanälen

Kunden wollen im Mittelpunkt stehen und maximalen Kundenservice genießen, egal auf welchem Weg sie gerade mit einem Unternehmen interagieren. Die Digitalisierung ermöglicht es auch kleineren Unternehmen, solche Omni-Channel-Marketing-Strategien an den Tag zu legen.


Dennoch ist und bleibt das natürlich eine Ressourcenfrage. Im Zweifelsfall empfehlen wir kleineren Betrieben mit beschränktem Budget, sich auch weiterhin auf ausgewählte Kanäle zu konzentrieren, und diese dafür umso engagierter zu bespielen. In weiterer Folge kann man dann die eigene Online-Präsenz immer noch weiter ausbauen.

Menschlichkeit und Vertrauen als Marketing-Trend?

Als „authentisch, human und relevant“ bezeichnet Branchenriese Deloitte die globalen Marketing-Trends. Warum das? Das ist wohl auch eine Art Gegenentwurf zur fortschreitenden Digitalisierung. Und manche Aspekte davon sind extrem wichtig. Speziell im eMarketing darf es nämlich nicht nur um Technologie, Zahlen und Datensätze gehen. Denn der Endkunde (egal ob B2B oder B2C) ist immer noch menschlich.


Erfolgreiches Marketing muss daher die Probleme der Menschen erkennen, lösen und das Ganze auch noch geschickt verkaufen. Im Kontext mit eMarketing ergeben sich für diesen „Trend“ u.a. folgende Aspekte:


  • Analyse-Tools können und sollen auch dazu genutzt werden, die Bedürfnisse der Zielgruppe in Erfahrung zu bringen und somit für zufriedenere Kunden zu sorgen.
  • Big Data, künstliche Intelligenz und dergleichen sind Zeiterscheinungen, die man als Unternehmen möglichst gewissenhaft einsetzen sollte. Pannen und moralisch fragwürdige Aktionen können leicht nach hinten losgehen.
  • Es geht immer mehr um Relevanz und Mehrwert: Marketing braucht gute, sinnvolle Inhalte, damit Sie bzw. Ihr Unternehmen über Expertise Vertrauen zu den Menschen aufbauen können.
  • Vertrauen heißt aber auch: Ihr elektronisches Angebot datenschutzkonform und ohne Sicherheitslücken anzubieten.

Mehr Fokus auf Datenschutz & Security

Die rechtlichen Bestimmungen rund um die DS-GVO haben 2018 das Thema Datenschutz erst (wieder) in den Fokus vieler Unternehmer gebracht. Doch klar ist: Auch in Zukunft wird Datenschutz Marketing-Abteilungen bzw. Unternehmen aller Größenordnungen beschäftigten. Gleiches gilt für dieAnwendungssicherheit der eigenen Tools, Apps und Websites. eMarketing 2020 kommt nicht ohne Überlegungen wie diese aus:


  • Wie realisiere ich ein Tracking von Online-Werbung ohne den Einsatz von Cookies?
  • Wie funktioniert eine anonymisierte Webanalyse?
  • Wie regle ich datenschutzkonform das Opt-in und Opt-Out bei der Cookie-Nutzung im Browser?
  • Wie kann ich mein Unternehmen vor Spam, Scam und sonstigen Formen der Cyber-Kriminalität wirkungsvoll schützen?

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Fazit: eMarketing wird 2020 noch vielseitiger

Online Marketing ist heute komplexer denn je. Das impliziert aber auch, dass die Möglichkeiten dadurch immer größer werden. Technologie, rechtliche Aspekte und immer mehr denkbare Berührungspunkte mit der Zielgruppe sorgen dafür.


Unternehmen, die sich an die aktuellen Trends anpassen – soweit es für deren Geschäftsmodell sinnvoll ist –  dürfen sich potenziell über mehr (und qualitativ hochwertigere) Anfragen bzw. Geschäftsabschlüsse freuen. Übrigens gilt auch für 2020: Im Zweifelsfall ist fachliche Online-Marketing-Beratung für KMUs sinnvoller, als blind gewisse Trendstrategien zu verfolgen.

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