Corona Kurzarbeit 2020: Infos für KMUs

Corona Kurzarbeit 2020
Arbeitgeber können beim AMS ab sofort Kurzarbeit beantragen. HEROLD hat alle Informationen über die Corona Kurzarbeit 2020 zusammengefasst. Adobe Stock, (c) Sonja Birkelbach

Corona Kurzarbeit ist in aller Munde. Mit dieser neuen und erleichterten Form der Kurzarbeit reagiert die Bundesregierung auf die Schwierigkeiten, mit denen sich Österreichs Arbeitgeber als Folge der weltweiten Corona-Krise konfrontiert sehen. Aber was genau bedeutet Kurzarbeit eigentlich? Welche Voraussetzungen muss ein Betrieb für die Corona Kurzarbeit erfüllen? Und wie verändert sich das Nettoentgelt für Arbeitnehmer? HEROLD hat alle wichtigen Informationen zum Thema Corona Kurzarbeit zusammengefasst.

Was ist Corona Kurzarbeit?

Die „Corona Kurzarbeit“ ist eine neue Form der Kurzarbeit, die im März 2020 als Reaktion auf das COVID-19-Maßnahmengesetz eingeführt wurde. Das Gesetz zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatte und hat die vorübergehende Einstellung des Kundenverkehrs in sämtlichen Geschäftslokalen des Handels- und Dienstleistungsbereiches sowie eine Totalsperre aller Gastronomiebetriebe in Österreich zur Folge. Da niemand weiß, wie lange diese Maßnahmen noch andauern werden, stehen betroffene Betriebe österreichweit vor einer ungewissen Zukunft.

Die Corona Kurzarbeit ist ein Hilfsangebot an alle Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen, die Kündigungen trotz der aktuellen Krisensituation vermeiden möchten. Die Beihilfen des Bundes unterstützen Unternehmen dabei, ihre Betriebskosten auf ein Minimum zu reduzieren, ohne Arbeitskräfte abbauen zu müssen.

Übrigens: Die Corona Kurzarbeit ist nur eine von vielen Hilfestellungen für KMUs und EPUs, mit denen Österreich auf die Ausbreitung von COVID-19 reagiert.

Wie funktioniert Corona Kurzarbeit?

Normalerweise müssen Unternehmen den Antrag auf Kurzarbeit spätestens drei Wochen vor deren Beginn einreichen. Die Corona Kurzarbeit hingegen kann rückwirkend bis 1. März für maximal 3 Monate beantragt werden. Eine Verlängerung um weitere 3 Monate ist möglich, sofern die wirtschaftlichen Schwierigkeiten andauern. Während das normale Kurzarbeitsmodell eine maximale Reduktion der Arbeitszeit von 90 Prozent vorsah, ist im COVID-19 Kurzarbeitmodell sogar eine vorübergehende Senkung auf null Prozent möglich.

ArbeitnehmerInnen beziehen ihr Nettogehalt (ggf. mit entsprechenden Abzügen) während der Kurzarbeit weiterhin durch den Arbeitgeber/die Arbeitgeberin. Die Kosten für die Ausfallstunden werden dem Arbeitgeber/der Arbeitgeberin durch das AMS ersetzt.

Corona Kurzarbeit – wie hoch sind die Beihilfen?

Das AMS ersetzt ArbeitgeberInnen die Ausfallstunden pro Mitarbeiter/in gemäß exakt festgelegten Pauschalsätzen. Diese enthalten sämtliche Sozialversicherungsbeiträge sowie sonstige lohnbezogene Dienstgeberabgaben. Für Unternehmen, die Corona Kurzarbeit in Erwägung ziehen, hat das AMS einen COVID-19-Kurzarbeitsbeihilfen-Rechner erstellt, der als erster Überblick dienen kann.

Corona Kurzarbeit – Was zahlt der Arbeitgeber?

Während der Dauer der Kurzarbeit beziehen Arbeitnehmer je nach Höhe ihres Gehalts zwischen 80 und 90 Prozent des Nettoentgelts. Die Differenz zwischen dieser Summe und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit übernimmt das AMS. Im Falle von Corona Kurzarbeit übernimmt das AMS darüber hinaus auch die Sozialversicherungsbeiträge für die betroffenen Mitarbeiter. Arbeitgeber zahlen für die Dauer der Kurzarbeit also (fast) nur die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden ihrer MitarbeiterInnen. Die Mehrkosten, die im Verhältnis zur tatsächlich geleisteten Stundenanzahl entstehen, werden (fast) vollständig vom AMS getragen. Nähere Informationen hierzu finden Sie in diesem Factsheet der WKO.

Nettogehalt bei Kurzarbeit

Im Falle von Kurzarbeit erhalten ArbeitnehmerInnen ein reduziertes Nettoentgelt. Die gesetzliche Staffelung orientiert sich an dem Bruttogehalt, das der/die Mitarbeiter/in vor der Kurzarbeit erhalten hat, und sieht folgende Sätze vor:


Bruttoentgelt VOR KurzarbeitProzentsatz während Kurzarbeit
Bruttoentgelt bis € 1.70090 Prozent des Nettoentgeltes

Bruttoentgelt bis € 2.685

85 Prozent des Nettoentgeltes

Bruttoentgelt bis € 5.370

80 Prozent des Nettoentgeltes

Bruttoentgelt für Lehrlinge

keine Reduzierung

Bildungskarenz- und teilzeit während Corona Kurzarbeit

MitarbeiterInnen, die sich während des Zeitraums, für den die Corona Kurzarbeit geplant wird, in Bildungskarenz befinden, werden (nach aktuellem Stand) nicht für die Kurzarbeit angemeldet. Sie beziehen weiterhin und unverändert die Förderung durch das AMS. Kehrt ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin während des betreffenden Zeitraums aus der Bildungskarenz zurück, kann er oder sie nachträglich zur Kurzarbeit angemeldet werden.

Bei ArbeitnehmerInnen, die sich in Bildungsteilzeit befinden, ist die Arbeitszeit um maximal 50 Prozent reduziert. Entscheidet sich ein Arbeitgeber dafür, einen Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin in Bildungsteilzeit für Kurzarbeit anzumelden (was möglich ist), so ist darauf zu achten, dass die betreffende Arbeitskraft trotz Kurzarbeit nicht weniger als 10 Stunden in der Woche normal arbeitet. Anderenfalls sind die Bedingungen für die Bildungsteilzeit (siehe 26a AIVG und § 11a AVRAG) nicht mehr erfüllt und das Bildungsteilzeitgeld vom AMS kann nicht länger bezogen werden.

Achtung! Derzeit gibt es noch keine offiziellen Richtlinien dazu, wie im Falle von Kurzarbeit während der Bildungsteilzeit vorzugehen ist. Unsere Informationen basieren auf persönlicher Nachfrage beim AMS Wien am 24.03.2020. Selbstverständlich werden wir die Informationslage regelmäßig überprüfen.

Voraussetzungen für Corona Kurzarbeit

Alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Arbeitskräfteüberlasser in Österreich können einen Antrag auf Corona Kurzarbeit einreichen. Im Rahmen der Corona-Pandemie ist es neuerdings auch möglich, Lehrlinge in die Kurzarbeit zu schicken. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Antrag auf Corona Kurzarbeit bewilligt wird:

  1. Das einreichende Unternehmen hat vorübergehende wirtschaftliche Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit COVID-19 stehen.
  2. Der Arbeitszeitausfall darf (auf den gesamten Zeitraum der Kurzarbeit gerechnet) nie weniger als 10 Prozent und nie mehr als 90 Prozent betragen.
  3. Der Arbeitnehmer muss eine COVID-19-Sozialpartnervereinbarung treffen, die die näheren Bedingungen der Kurzarbeit spezifiziert (u.a. Geltungsbereich, Dauer, Aufrechterhaltung des Beschäftigungsstandes, Festlegung des Arbeitszeit-Ausfalls usw.)

Wo Corona Kurzarbeit beantragen?

Anträge auf Corona Kurzarbeit sind grundsätzlich bei der jeweiligen AMS-(Landes-)Geschäftsstelle einzubringen, die für Ihren Unternehmensstandort zuständig ist. Der Antrag (Download auf der Website des AMS) kann via Mail mit elektronischer Signatur, eAMS-Konto oder per Post an die zuständige Geschäftsstelle übermittelt werden. Gut zu wissen: Auch die Übermittlung via Email ohne elektronische Signatur ist zulässig, das unterschriebene Original ist dann aber nachzureichen. Die Kontaktdaten der AMS-Geschäftsstellen der Bundesländer sowie den Antrag auf Kurzarbeit zum Download finden Sie hier.

Wie stelle ich einen Antrag auf Corona Kurzarbeit?

Bevor ein Unternehmen die Corona Kurzarbeit in Anspruch nehmen kann, ist eine Einigung mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat zu erzielen, in welcher das Ausmaß, die Dauer und der genaue Anwendungsbereich der Kurzarbeit geklärt werden. Bei Unternehmen ohne Betriebsrat erfolgen die Gespräche direkt mit der Belegschaft (Einzelvereinbarungen). Außerdem müssen Beschäftigte etwaiges Zeitguthaben aus Mehr- und/oder Überstunden sowie Urlaubstage aus dem Vorjahr (2018/19) aufbrauchen, bevor die Kurzarbeit starten kann. Einen detaillierten Überblick über die notwendigen Schritte der Antragstellung finden Sie hier.

Sozialpartnervereinbarung Corona Kurzarbeit

Die Sozialpartnervereinbarung, die im Rahmen der Corona Kurzarbeit zu treffen ist, ist eine vereinfachte Form der normalerweise gültigen Vereinbarung. Um einen möglichst schnellen Wechsel in die Kurzarbeit garantieren und damit weiteren wirtschaftlichen Schaden für betroffene Betriebe verhindern zu können, haben die Sozialpartner zugesagt, die Vereinbarung ab Abschluss der Gespräche auf betrieblicher Ebene innerhalb von 48 Stunden zu ermöglichen. Mit anderen Worten: Sobald die Betriebsvereinbarung bzw. die Einzelvereinbarungen zur Unterschrift vorliegen, wird der Anrag durch den Sozialpartner innerhalb von zwei Tagen bearbeitet. Die Eckpunkte der COVID-19-Sozialpartnervereinbarung sind folgende:

  • Abbau von Zeitguthaben: Zeitguthaben und Urlaubstage aus dem Vorjahr sind abzubauen, bevor die Kurzarbeit beginnt.
  • Konsumieren von Urlauben: Wird die Kurzarbeit um weitere drei Monate verlängert, sind drei Urlaubswochen aus dem laufenden Jahr zu konsumieren.
  • Kündigungsschutz: Der Arbeitgeber verpflichtet sich, das Arbeitsverhältnis noch mindestens einen Monat nach Ende der Kurzarbeit aufrechtzuerhalten. Kündigungen während der Kurzarbeit sind nur in Ausnahmefällen möglich und müssen vom AMS bewilligt werden.
  • Sozialversicherungsbeiträge: Bemessen sich an dem Entgelt vor der Kurzarbeit. Die Mehrkosten werden dem Arbeitgeber ab dem vierten Monat Kurzarbeit ersetzt.
  • Arbeitszeit: Für den gesamten Durchrechnungszeitraum muss die Arbeitszeit mindestens 10 Prozent betragen, auch wenn sie kurzzeitig auf null Prozent gesenkt wird. (Beispiel: Kurzarbeitsdauer 6 Wochen; 5 Wochen 0%, 1 Woche 60%)

Urlaub und Krankenstand während Corona Kurzarbeit

Während ein Krankenstand innerhalb der Kurzarbeit im normalen Modell die Beihilfe des AMS reduzierte, gilt dies in der Corona Kurzarbeit nicht. Erkrankt ein/e Arbeitnehmer/in während der Kurzarbeit, bezieht der Arbeitgeber für die Dauer des Ausfalls den gleichen pauschalen Beihilfesatz durch das AMS. Am Nettoentgelt (dem Satz während der Kurzarbeit) des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin ändert sich durch den Krankenstand ebenfalls nichts. Darüber hinaus gilt für Urlaub und Krankenstand während der Kurzarbeit folgendes:

  • Urlaub: Urlaub ist auch während der Kurzarbeit ganz normal zu konsumieren. Für die Dauer des Urlaubs steht dem Arbeitnehmer/der Arbeitnehmerin das volle Entgelt wie vor der Kurzarbeit zu.
  • Zeitguthaben: Werden Überstunden und/oder Urlaub aus dem Vorjahr noch während der Kurzarbeit abgebaut, entfällt die Förderung durch das AMS für diese Stunden/Tage. Die Mehrkosten sind also vom Arbeitgeber zu tragen.

Kurzarbeit ohne Sozialpartnereinigung?

Es gibt eine Sonderregelung, die besagt, dass der Abschluss einer Sozialpartnereinigung im Falle von  Naturkatastrophen oder vergleichbaren Schadensereignissen, von denen nur einzelne Unternehmen betroffen sind, entfallen kann (gemäß § 37b Abs 2 AMSG). Da eine Pandemie als ein solches Schadensereignis zu werten ist, kann die Kurzarbeit für Unternehmen, die unmittelbar von der COVID-19-Epidemie betroffen sind (z.B. Totalsperre des Betriebs aufgrund des COVID-19-Maßnahmengesetzes), auch ohne Sozialpartnervereinbarung beantragt werden.

Tipp: Ob COVID-19 auch rechtlich als ‚Höhere Gewalt‘ einzustufen ist, wird derzeit noch diskutiert. Siehe hierzu auch: Ist COVID-19 als Höhere Gewalt zu werten? in unserem Corona Infopoint für KMUs und EPUs.

Lockerung der Maßnahmen nach Ostern

Unser Bundeskanzler hat am 06. April eine schrittweise Lockerung der Maßnahmen angekündigt, die im Rahmen des COVID-19-Maßnahmengesetzes beschlossen wurden. Dazu zählt u.a., dass kleine Geschäfte unter 400 m2 ab dem 14. April teilweise wieder geöffnet werden dürfen. Natürlich gelten auch hier weiterhin die Vorsichtsmaßnahmen: Abstand halten und Maske tragen. Ende April will die Bundesregierung entscheiden, wann genau die Beschränkungen auch in anderen Branchen wieder gelockert werden können.

Für Österreichs Wirtschaft und Österreichs KMUs bedeutet das: Es ist zwar ein kleiner, aber ein wichtiger erster Schritt in Richtung Normalität. Und die Zeit, die Ihnen jetzt noch bis zur vollständigen Aufhebung der Maßnahmen bleibt, können Sie nutzen, um Ihr Comeback vorzubereiten! Wir verraten Ihnen, was Sie JETZT tun müssen, um sich für die Zeit nach Corona eine optimale Startposition zu sichern!

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COMEBACK-20 statt COVID-19!

Haben Sie gewusst, dass ganze 92 % aller Österreicher und Österreicherinnen Google nutzen, um nach Dienstleistungen und Produkten zu suchen?1 Für einen guten Start nach Corona ist es also wichtig, dass Sie Ihr Angebot in sämtlichen relevanten Google-Suchen so optimal wie möglich positionieren. Das beste Instrument hierfür ist Ihre Website. Aber Vorsicht! Eine Analyse von über 30.000 österreichischen Webseiten2 hat ergeben, dass 74% der Unternehmenswebsites nicht für Suchmaschinen optimiert sind. Stellen Sie sicher, dass Ihre Webseite auf keinen Fall unter diesen 74% ist! Überprüfen Sie hierfür Folgendes:

Wichtige Maßnahmen für Ihr Comeback!

Ihre Website ist zwar das wichtigste, aber natürlich nicht das einzige Instrument, das Sie nutzen können, um sich eine ideale Startposition für die Zeit nach Corona zu sichern. Sehr wichtig, vor allem in Hinblick auf die lokale Suche nach Dienstleistern und Produkten, ist zum Beispiel, dass Sie Ihren GMB-Eintrag stets aktuell halten. Wir verraten Ihnen noch ein paar weitere Maßnahmen, die Ihnen jetzt einen Vorsprung vor der Konkurrenz verschaffen können:

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1) marketmind, 10/2018, rep. Studie österreichische Bevölkerung 18+, CAWI / CATI, n = 1065

2) Silktide Performance landscape Study 2018

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