Ausflugsziele Steiermark: die top 10 Attraktionen - HEROLD.at

10 coole Ausflugsziele in der Steiermark

Ausflugsziele Steiermark

Wir verraten dir die besten Ausflugsziele in der Steiermark. Foto: Adobe Stock, (c) Henry Czauderna

So macht die Steiermark Spaß: Vergesst den steirischen Volksrocker Gabalier, vergesst die steirische Eiche Arnie, vergesst den berühmten Red Bull Ring mit seinem Motorengetöse, vergesst den beliebten Weltmeisterschafts-Ort Schladming mit seinen Skibergen – und gebt euch stattdessen die coolen Locations, die das Grüne Herz Österreichs sonst noch zu bieten hat. Wir vom HEROLD Blog haben für euch zehn ausgesprochen lässige Ausflugsziele in der Steiermark herausgesucht, von denen einige noch nicht so bekannt sind – andere schon –  und empfehlen nun: Schaut euch das an!

Ausflugsziele in der Steiermark: die top 10

Steiermark 1: Die Weltmaschine in Edelsbach bei Feldbach

Ausflugsziele Steiermark

Die Gsellmanns Weltmaschine in der Steiermark ist ein richtiger Touristenmagnet. Foto: (c) Gery Wolf

Wo Franz Gsellman lebt, endet die Welt. In den Falten sanft rollender Hügel der Oststeiermark liegt der Ort Kaag: wenige Häusergrüppchen, der Hof der Gsellmanns, Mutter und Sohn. Sonst ist in Kaag nur das Nichts zu Hause. Für eine so einsame Gegend hat der 45-jährige Landwirt und Schmied eine ungewöhnliche Berufung: Franz Gsellmann ist Weltmaschinist. Er hegt und pflegt eine der seltsamsten Apparaturen, welche die Welt zu bieten hat – die „Weltmaschine“.

Das zimmergroße Ding erfüllt keinen erkennbaren Zweck. Aber schaltet man es ein, kommt ein Universum an seltsamen Gerätschaften in Bewegung. Denn in den schrulligen Block ist vom Staubsaugermotor über eine Porzellan-Madonna, ein gutes Dutzend Hula-Hoop-Reifen, einen Mercedesstern oder zweihundert Glühbirnen bis zum japanischen Spielzeugraumschiff ein kurioses, viele tausend Teile umfassendes Universum an Dingen zu einem Gesamtkunstwerk verbaut. Alles dreht sich, alles bewegt sich. Die Maschine pfeift, rasselt, scheppert, böllert und trommelt – ein Höllenspektakel. Die Besucher lieben das. Gut 10.000 Menschen kommen pro Jahr in ganzen Busladungen in die entlegene Gegend an den Hof der Gsellmanns und staunen.

Der bekannte Regisseur Peter Patzak hat mit den Schauspielerinnen Erni Mangold und Maria Bill einen Spielfilm über die Maschine gedreht, der berühmte Schriftsteller Gerhard Roth ein Buch über sie geschrieben. Der Projektkünstler Jean Tinguley kam extra aus der Schweiz angereist und war begeistert. Fernsehteams und Journalisten aus der ganzen Welt besuchen die Weltmaschine regelmäßig, um sie und ihren Besitzer zu porträtieren. Die Weltmaschine ist neben der Riegersburg der größte Touristenmagnet in der Region.

Gsellmanns Weltmaschine, 8332 Edelsbach bei Feldbach

Steiermark 2: Der Grüne See bei Tragöss

Kein geringerer als Ashton Kutcher – ja, genau der, der bekannte Schauspieler – verhalf dem Grünen See in Tragöss vor einiger Zeit zu internationaler Berühmtheit. Er postete auf Twitter das Bild eines Tauchers im glasklaren Wasser des Sees. Besonderheit: Der Grüne See speist sich hauptsächlich aus Hochquellwasser, das erstens ganz klar ist und dem See ein opalfarbenes Grün gibt. Im Frühling, wenn der Wasserstand nach der Schneeschmelze um gut zehn Meter steigt und die Promenadenwege am Ufer überflutet, ergibt das für Taucher ganz besondere Panoramen von versunkenen Bänken, Baum- und Graslandschaften unter Wasser – und das alles bei einer Sicht durch den gesamten See hindurch, weil das Wasser so klar ist.

Lange Jahre war das ein absoluter Geheimtipp in der Steiermark. Doch seit Kutchers Outing fluten nun ganze Busladungen das kleine obersteirische Örtchen Tragöss – die alle den See sehen wollen. Ein echtes steirisches Kleinod – und wie gesagt: vor allem im Frühjahr dank seines kristallklaren, grünen Wassers ganz großes Kino.

Der grüne See, 8612 Tragöß-Sankt Katharein

Steiermark 3: Der Skywalk am Dachstein

Vom Skywalk aus hast du eine atemberaubende Aussicht auf die Schladminger Tauern. Foto: Planai-Hochwurzen (c) Gery Wolf

Dort, wo der Ar noch haust: Hoch oben am Dachstein, wo es laut steirischer Landeshmyne noch „Are“ – also Adler – gibt, können sich Touristen seit einigen Jahren den ganz besonderen Kick geben. In 3000 Meter Seehöhe führt nämlich der sogenannte Skywalk – eine Art Steg mit durchsichtigem Boden – viele Meter über die Dachstein-Südwand hinaus ins Nichts. Unter den Füßen mehr als 1000 Meter Luft bis zum Boden, über dem Kopf der Himmel, hinter einem der Dachsteingletscher, und vor einem das beeindruckende Panorama der Schladminger Tauern mit der Reiteralm, der Hochwurzen, der Planai und dem Hauser Kaibling – das hat was.

Ganz schön thrillig. Höhenangst darf man nicht haben, und überhaupt braucht es ein wenig Mut, sich dort hinaus zu trauen. Schon der Aufstieg stimmt auf das luftige Erlebnis ein, denn die Gondelbahn schwebt freiliegend vor der Südwand von unten aus der Ramsau hinauf zum Dachstein-Gipfelrestaurant. Wem das bei Sonnenschein noch nicht genug Abenteuer ist, der kann die Sache im Winter angehen, wenn manchmal der Wind ganz schön pfeift und alles ziemlich wackelt. Oben am Gletscher wartet dann Skivergnügen der kalten Art.

Dachstein Gletscher, 8972 Ramsau am Dachstein

Steiermark 4: Die Seewiese bei Altaussee

James Bond lässt grüßen. Er hat in der sogenannten „Seewiesen“ ganz hinten am Altausseer See eine Hütte in die Luft gesprengt. Nur im Film natürlich, denn das Holzhaus gibt es in Wirklichkeit noch. Es steht an einem der schönsten Plätze in der Steiermark – eine abgeschiedene, mystisch angehauchte Naturwiese am letzten Zipfel des wunderschönen Altausseer Sees, die man nach einem lauschigen Spaziergang um den halben See oder einer pittoresken halbstündigen Bootsfahrt mit dem Linienschiff erreichen kann.

Es gibt dort Ausseer Schmankerln zur Jause – und überhaupt ist der Aufenthalt auf der Seewiese best of Rasten. Die Füße ins Wasser halten, in der Sommerwiese liegen und auf den See starren, links die Trisselwand und rechts der Loser – einfach großartig. Dass James Bond während der Dreharbeiten zum Film „Spectre“ im Winter dort war – ganz schön dumm. Denn im Sommer gehört der Altausseer See im nordwestlichsten Eck der Steiermark ganz sicher zu den allerschönsten Plätzen, die Österreich zu bieten hat.

Tipp: Nach dem Spaziergang um den See noch auf einen Abstecher zu Kaffee und Kuchen ins nahe Bad Aussee in die Konditorei Lewandofsky am Kurhausplatz.

Steiermark 5: Die Kasematten am Grazer Schlossberg

Die Kasematten sind ein Sommerhiglight am Schlossberg in Graz. Foto: Graz Tourismus, (c) Harry Schiffer

Wo oben ist, ist es einfach immer am schönsten. Der Grazer Schlossberg thront mitten in der Stadt, von seinen zahlreichen Promenaden hat man einen gigantischen Ausblick auf die pittoreske Dachlandschaft der Altstadt, die von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Wunderschön. Drei Highlights gibt es oben am Schlossberg: Da ist einmal das Aiola, ein Restaurant mit einfahrbaren Glaswänden und einer  Riesenterrasse gleich neben dem Uhrturm, dem Grazer Wahrzeichen. Frühstücken oder romantisches Dinieren an einem Frühlingsmorgen oder in einer lauen Sommernacht sind best of Graz-Sightseeing.

Rund 200 Meter weiter, immer entlang der Promenade und mit tollen Ausblicken auf den westlichen Teil von Graz, findet man dann das sogenannte Starcke Häuschen – ein eng an die Steilhänge des Schlossberges gekuscheltes kleines Café, in dessen Terrassengärten man ebenfalls fein und mit bester Aussicht auf Graz Pause machen kann. Hausgemachte Mehlspeisen und Kaffeespezialitäten runden die Sache äußerst angenehm ab. Das Starcke Haus ist auch eine unserer Empfehlungen für Candle Light Dinner in Graz.

Top of Schlossberg, und das im wahrsten Sinne des Wortes, sind jedoch die Kasematten. Das ist jene in den Fels gehauene Freiluftbühne ganz oben am Berg, auf der im Sommer und im Herbst Konzerte oder Theateraufführungen stattfinden. Über allem: der Sternenhimmel. Feine Sache. Und sollte es einmal regnen, keine Sorge: Es gibt ein mobiles Dachsystem, das bei Bedarf über Zuseherraum und Bühne geschoben werden kann.

Grazer Spielstätten, 8010 Graz

Steiermark 6: Die Johanneskapelle in Pürgg

Mäusekino vom Feinsten: Das kleine Miniörtchen Pürgg hat etwas ganz Besonderes – eine kleine Kapelle, in der auf einem berühmten, alten Fresko Mäuse gegen Katzen in den Krieg ziehen. Kein Scherz. Überhaupt beherbergt die Johanneskapelle einige der schönsten gut erhaltenen Fresken Europas – erstaunlich, denn das Kirchlein steht völlig unscheinbar und ungeschützt am Rande des Ortes.

Der ist für sich jedoch bereits eine echte Sehenswürdigkeit: Eng an einen Hang geschmiegt, thront das kleine, pittoreske Dorf gegenüber dem Felsblock des Grimming etwa hundert Meter über dem Ennstal. Der Ausblick ist wunderbar und es gibt zwischen den wenigen alten Häusern eine ganze Reihe von schönen Plätzchen, an denen man verweilen, sich hinsetzen und hinunter ins Tal schauen kann. Autos gibt es keine, denn die müssen draußen vor dem Ort auf einem eigens angelegten Parkplatz abgestellt werden. Und auch seine Ruhe hat man in Pürgg: Das Dörfchen ist vorderhand noch ein touristischer Geheimtipp.

Johanneskapelle, 8950 Stainach

Steiermark 7: Das Schloss Eggenberg in Graz

Foto: Das alte Schloss Eggenberg ist ein besonders beliebtes Ausflugsziel in der Steiermark.Foto: Graz Tourismus (c) Harry Schiffer

Verliebt durch einen weitläufigen Park schlendern und dann in einem verschwiegenen, lauschigen Pavillon, dem Schlosscafé, einen Prosecco nehmen? Das geht in Graz, denn das alte Schloss Eggenberg, das imperiale Prunkstück der steirischen Landeshauptstadt, kann genau das bieten. Das Schloss wurde seinerzeit als „architektonische Allegorie des Universums geplant“, was immer das heißen mag. Das Gebäude soll jedenfalls einen exakt berechneten Kosmos darstellen.

„Mit diesem Schloss setzte Bauherr Fürst Hans Ulrich von Eggenberg ab 1625 seinen Wunsch nach einer harmonischen Struktur infolge des von Chaos geprägten 16. Jahrhunderts um“, heißt es in einer Beschreibung der Grazer Toursmuswerbung. Heute dient Schloss Eggenberg als Univeralmuseum und Außenstelle des Landesmuseums Joanneum. Auch die britische Queen war hier bereits zu Gast, und in den zahlreichen Prunkräumen finden immer wieder Veranstaltungen statt.
Schloss Eggenberg, 8020 Graz

Steiermark 8: Die Murecker Schiffsmühle

Mal ist sie da, mal ist sie untergegangen. Die Schiffsmühle bei Mureck führt ein zerbrechliches Leben. Denn nach starken Regenfällen wird das hölzerne Restaurant, das an der steirisch-slowenischen Grenze im Fluss Mur schwimmt, regelmäßig vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen – und geht zum Teil oder ganz in den rasant steigenden Fluten unter. Dann muss wieder einmal renoviert werden und die Schiffsmühle stellt für kurze Zeit ihren Gastronomiebetrieb ein.

Aber wenn alles läuft und trocken ist, ist das ein richtig schönes steirisches Plätzchen: Auto in Mureck abstellen, einen Kilometer durch ein lauschiges Auwäldchen zur Mur hinaus spazieren, und dann auf der Holzterrasse direkt über dem Wasser Platz nehmen. Das rurale Personal tischt steirische Spezialitäten auf und von drüben, der anderen Flussseite, grüßt Slowenien. Das Beste: Die Schiffsmühle ist zwar regelmäßig gut besucht, jedoch immer noch so etwas wie ein touristischer Geheimtipp – ein Plätzchen findet sich auch ohne Vorreservierung immer. Außer natürlich, es hat wieder einmal stark geregnet …

Murecker Schiffsmühle, 8480 Mureck

Steiermark 9: Die Riegersburg bei Feldbach

Ausflugsziele Steiermark

Die beeindruckende Riegersburg in der Oststeiermark ist definitiv einen Ausflug wert. Foto: Adobe Stock, (c) Alex G. Photography

Allgemein heißt es, die Riegersburg war früher einmal „die stärkste Festung“ des Christentums. Ob das nun wahr ist oder nicht, beeindruckend ist die alte, riesige Burg allemal, die mitten in der Oststeiermark hoch oben auf einem Basaltfelsen im sogenannten Vulkanland thront. Der Aufstieg ist ein wenig beschwerlich, aber es gibt natürlich Aufstiegshilfen.

Oben warten dann die Prunkräume, eine Greifvogelschau, ein Klettergarten, eine Burgtaverne mit beeindruckender Aussicht auf die halbe Steiermark, alte Ritterrüstungen und viele spannende Geschichten. Die Riegersburg ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Steiermark und ein ganz besonderer Touristenmagnet.

Riegersburg, 8333 Riegersburg

Steiermark 10: Die Murinsel in Graz

In dem kleinen Cafe auf der Murinsel lässt sich der Kaffee schmecken. Foto: Adobe Stock, (c) GeniusMinus

Die Geschichte der Grazer Murinsel wird so erzählt: Als Graz 2003 für ein Jahr Kulturhauptstadt Europas werden sollte, baten die Stadtväter den New Yorker Stararchitekten Vito Acconci, für ihren Fluss Mur eine künstliche Insel zu konstruieren, die in der Flussmitte schwimmen und von beiden Ufern über jeweils einen Steg begehbar sein sollte. Auf der Insel wollte man ein kleines Café haben, außerdem ein Mini-Amphitheater für kulturelle Events.

Eine Grazer Delegation reiste extra nach New York, um Acconci die Idee schmackhaft zu machen. Der soll, so die Legende, über den Hudson River geblickt und schließlich sein Ok gegeben haben. Monate später, als die Sache ernst wurde, stand er dann auf der Grazer Hauptbrücke, sah entsetzt auf das vergleichsweise kleine steirische Flüsschen hinunter und soll gesagt haben: „Oh, it´s a creek!“ Aber Vertrag war Vertrag, Acconci baute die Murinsel. Als man sie zu Wasser lassen wollte, fand man heraus, dass die Mur schlicht und einfach zu seicht für das schwere Ding war – die Insel schwamm nicht. Also legten die Grazer mit schweren Steinblöcken zwei künstliche Staustufen flussabwärts an, damit die Mur weiter oben etwas tiefer wurde.

Die Sache funktionierte – heute noch schwimmt die Murinsel majestätisch im Fluss und ist eine tolle Touristenattraktion. Eine der beiden Staustufen entwickelte sich zum Anziehungspunkt für Straßenkünstler und Kitesurfer, die sich und ihr Brett mit einem Seil einfach an der Brücke darüber festbinden und surfen. Soll cool sein. Einen Spitznamen haben die Grazer der künstlichen kleinen Stromschnelle auch gegeben: „Terminatorwelle“ – in Anlehnung an Arnold Schwarzenegger, den berühmtesten Sohn der Stadt.

Insel Cafe, 8010 Graz

 



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