Dachrinnenheizung: wie sie funktioniert, was sie kostet

Mit einer Dachrinnenheizung kannst du verhindern, dass sich gefährliche Eiszapfen am Haus bilden. Adobe Stock, (c) besjunior

Vom Dach herabhängende Eiszapfen gefährden im Winter Passanten. Gefrorenes Wasser in der Dachrinne kann zu Schäden an der Fassade, dem Hausinneren oder der Dachrinne führen. Die Lösung für dieses Probleme: eine Dachrinnenheizung. Wir verraten dir, warum eine Dachrinnenheizung sinnvoll ist, wie sie funktioniert und wie viel sie kostet.

Warum braucht man eine Dachrinnenheizung?

Im Winter sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt und das Wasser in der Dachrinne friert ein. Dadurch kann weiteres Schmelzwasser nicht mehr geregelt abfließen. Die Folgen sind Fassadenschäden durch das überlaufende Wasser oder Wasserschäden am Gebäudeinneren, weil das überlaufende Wasser ins Haus eindringt. Zudem können durch das gefrorene Wasser Frostschäden an der Rinne oder dem Fallrohr entstehen und im schlimmsten Fall platzt das Rohr. Am Dach bilden sich Eiszapfen, die für Passanten eine Gefahr darstellen.

Eine Dachrinnenheizung sorgt dafür, dass das Wasser nicht gefriert. Dadurch bleibt die Rinne frei und das Wasser kann ungehindert abrinnen. Dadurch kannst du Schäden am Haus verhindern. Eine Dachrinnenheizung überzeugt vor allem mit folgenden Punkten:

  • selbstregulierend
  • lange Lebensdauer
  • sparsam
  • keine Wartung
  • einfache Installierung
  • Überhitzung nicht möglich

Eine Dachrinnenheizung ist also vor allem dann sinnvoll, wenn du in einer Region wohnst, in der im Winter die Temperaturen stark sinken und mit viel Schnee zu rechnen ist. Außerdem zahlt sich eine Heizung für die Dachrinne aus, wenn du bereits eines der oben genannten Probleme erlebt hast (zum Beispiel vom Dach hängende Eiszapfen oder Frostschäden an der Fassade).

Wichtig: Als Hausbesitzer ist es deine Verantwortung, dass Passanten nicht von herabfallenden Eiszapfen, Dachlawinen oder durch eisigen Boden vor deinem Haus gefährdet sind.

Wie funktioniert eine Dachrinnenheizung?

Eine Dachrinnenheizung besteht aus Heizbändern, die in der Dachrinne und dem Fallrohr montiert und mit dem Stromnetz verbunden werden.

Die meisten Dachrinnenheizungen sind selbstregulierend. Das bedeutet, dass sich die Heizung mit Hilfe eines Temperatursensors an die aktuelle Temperatur anpasst. Die Heizleistung steigt also, wenn es kälter wird und sie sinkt wieder, wenn die Temperaturen wärmer werden. Aus diesem Grund gilt die selbstregulierende Dachrinnenheizung als besonders stromsparend.

Es gibt auch Dachrinnenheizungen, die zusätzlich zu dem Temperatursensor mit einem Feuchtefühler ausgestattet sind. Dieser reagiert auf Feuchtigkeit, zum Beispiel in Form von Regen oder Schnee. Das heißt die Heizleistung wird erst erhöht, wenn Kälte UND Feuchtigkeit gemessen werden. Ein Feuchtefühler wird meistens erst ab einer Dachrinnenlänge von mehr als 30 m installiert.

Dachrinnenheizung- eiszapfen auf der Dachrinne

Eiszapfen auf der Regenrinne sind eine Gefahr für Passanten. Foto: Adobe Stock, (c) ihorbondarenko

Wie wird eine Dachrinnenheizung montiert?

Eine Dachrinnenheizung kann auch im Nachhinein problemlos in der Dachrinne installiert werden. Dafür bemisst der Elektriker zuerst die Länge der Dachrinne und des Fallrohrs inklusive Frostmeter (ca. einen Meter unter die Erde bis zur frostfreien Grenze). Bis zu einer Dachrinnenbreite von etwa 15 cm reicht ein einfach verlegtes Heizband und ab einer Breite von mehr als 15 cm wird das Heizband meistens doppelt verlegt. Anschließend verlegt der Dachdecker das Heizband und sichert scharfe Kanten mit einem Kantenschutz ab. Schlussendlich wird es mit einem Stromnetz verbunden.

Welches Heizband für die Dachrinne verwendet wird, hängt stark von der Länge und der Breite der Dachrinne sowie von den durchschnittlichen Wetterbedingungen in deiner Region ab. Heizbänder verfügen zwischen 15 und 50 Watt je Meter. In den meisten Fällen reicht ein Heizband mit 30 Watt. Befindet sich das Haus jedoch über einer Seehöhe von 1000 m, ist aufgrund der kalten Temperaturen eine höhere Leistung notwendig.

Was kostet eine Dachrinnenheizung?

Die Kosten für eine Dachrinnenheizung setzen sich aus dem Anschaffungspreis und den Betriebskosten zusammen. Die Preise variieren natürlich, je nachdem, wie viel Watt die Heizbänder haben sollen und wie lang sie sein müssen. Dies ist abhängig von der Lage und Größe des Hauses. In unserem Rechenbeispiel gehen wir davon aus, dass das Haus zwei Dachrinnen mit 10 m hat und zwei Fallrohre mit jeweils 8 m, also eine gesamte Länge von 36 m.

Anschaffungskosten

Ein selbstregelndes Heizband kostet ca. € 15 bis € 20. Für die gesamte Länge entsteht daher ein Preis zwischen € 540 und € 720. Dazu kommen noch die Kosten für die Steuerung, die zwischen € 200 (Temperaturerfassung) und € 350 (Temperatur- und Feuchtigkeitserfassung) liegen. Daraus ergeben sich Anschaffungskosten in Summe zwischen € 740 und € 1070.

Betriebskosten

Wenn sich das Haus unter einer Seehöhe von 1000 m befindet, reichen Heizbänder mit einer Leistung von 30 Watt. Daraus ergibt sich für unser Beispielhaus mit einer Dachrinnenlänge von 36 m ein Stromverbrauch von 1,08 kWh (36 x 30W = 1080 W = 1,08 kWh). Die durchschnittlichen Kosten für ein kWh liegen in Österreich bei € 0,20. Daraus ergeben sich € 0,22 Betriebskosten pro Stunde (€ 0,20 x 1,08 kWh). Die Betriebsstunden pro Saison hängen stark von der Wetterlage ab. Da sich die Dachrinnenheizung aber bei wärmeren Temperaturen abschaltet, sind in der Saison mit etwa 200 Betriebsstunden zu rechnen. In Summe betragen die Betriebskosten also € 44 pro Saison.

Eine Dachrinnenheizung dient als Frostschutz für Dachrinnen. Adobe Stock, (c) ronstik

Wo kann ich eine Dachrinnenheizung kaufen?

Wenn du eine Dachrinnenheizung für dein Haus kaufen möchtest, bist du beim Elektrowärmetechniker an der richtigen Adresse. Dieser berät dich, welches System für dein Haus am besten geeignet ist und sorgt für eine professionelle Montierung der Heizung an deiner Dachrinne.

Folgende Anbieter haben Dachrinnenheizungen im Angebot:

 



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