Hofer, Bio oder BARF? Wie du hochwertiges Katzenfutter erkennst

Katzenfutter

Nur das Beste für die Mieze: Wir verraten dir, was hochwertiges Katzenfutter ausmacht! Foto: Adobe Stock (c) veera

Hast du dich schon mal gefragt, was du deinem Stubentiger eigentlich jeden Tag auftischst? Als stolzer Haustier-Besitzer möchtest du deine Katzen natürlich richtig füttern. Gerade Hauskatzen, die nicht draußen jagen gehen können, sind schließlich komplett auf die Nährstoffe aus dem von dir offerierten Futter angewiesen.

Gutes Futter imitiert dabei die Nahrung aus der Natur: Mit einem hohen Fleischanteil und ein paar Pflanzenstoffen (die sich in freier Wildbahn z. B. im Magen von Mäusen finden). Wichtige Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine, die Aminosäure Taurin, Phosphor, Kalzium, Zink und Vitamine sollten daher, passend zum Alter der Katze, in der richtigen Zusammensetzung enthalten sein.

Etwa die Hälfte des Katzenfutters oder mehr darf dabei gerne aus Feuchtfutter bestehen. Katzen trinken oft zu wenig und fressen zu viel Trockenfutter, was die Nieren belasten kann – 50 % aller Todesfälle bei Katzen gehen auf Nierenprobleme zurück! Außerdem hat Trockenfutter mehr Kohlenhydrate und eine höhere Energiedichte, was leichter zu Übergewicht führt.

Wer seine Katze artgerecht und gesund ernähren und auf

  • Konservierungs- und Farbstoffe,
  • Zucker und Geschmacksverstärker sowie
  • Getreide

möglichst verzichten will, gibt deshalb gerne etwas mehr Geld für hochwertiges Katzenfutter aus. Aber:

Je teurer, desto besser? Tests bestätigen: Nein!

Dabei gilt, wie in vielen anderen Branchen: Teuer ist nicht gleich gut! Die deutsche Stiftung Warentest gab nur 6 von 25 getesteten Katzenfutter-Produkten die Note „sehr gut“. Das teuerste Nassfutter wurde dabei als mangelhaft bewertet! Viele der getesteten Futter enthielten zu viel Kalzium oder Phosphor, was zu den gefürchteten Nierenproblemen bei Katzen führen kann.

Auch die österreichische Zeitschrift KONSUMENT kam in ihrem Katzenfutter-Test zu dem Schluss, dass gerade hochpreisige Futtermittel, die über das Internet vertrieben werden, eher schlecht abschneiden. Der Preis pro Ration schwankte bei 21 Katzenfutter-Marken im Test zwischen 0,54 und 3,39 Euro – dabei wurde ein Diskonter-Produkt als „sehr gut“ gestestet.

Das Problem bei den Tests ist jedoch: Es werden natürliche Inhaltsstoffe und synthetische Zusatzstoffe (wie z. B. synthetische Vitamine) ernährungsphysiologisch gleichgesetzt. So kann man natürlich nur die Inhaltsstoffe, weniger aber deren Bioverfügbarkeit und Zusammensetzung speziell für die Bedürfnisse der Katze beurteilen. Deswegen sind die Testergebnisse bei Besitzern, Herstellern und Tierärzten umstritten.

Woran erkennt man gutes Katzenfutter?

Ein wichtiges Merkmal bei Katzenfutter ist auf jeden Fall der Fleischanteil: Je höher, desto besser. Und: Es sollte „Fleisch“ und nicht „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ angeführt werden. Statt „tierische Nebenerzeugnisse“ anzugeben, sollten Bestandteile wie Muskelfleisch oder Innereien klar deklariert sein. Sonst kann es sein, dass Schlachtabfälle, z. B. in Form von Tiermehl, den größten Teil des Katzenfutters ausmachen. Der Anteil an pflanzlichen Inhaltsstoffen darf nicht mehr als 5 – 10 % betragen.

Gutes Katzenfutter muss über ausreichend Kohlenhydrate und Eiweiß verfügen, was praktisch alle von KONSUMENT getesteten Futtermittel aufwiesen. Wie bereits erwähnt sollte gutes Katzenfutter außerdem möglichst getreide- und zuckerfrei sein.

Katzen können Süßes übrigens nicht schmecken – der Zucker wird als Farbstoff benutzt, damit das Futter (eher für den Katzenbesitzer) appetitlich und nicht grau aussieht. Das ist leider auch das Problem der meisten industriell gefertigten Katzenfutter: Sie werden mehr für den Menschen als für das Tier produziert. Ein Klumpen Gelee mit vielen Zusatz- und Konservierungsstoffen ist eben besser aus der Dose zu entnehmen – und verdirbt nicht so schnell – wie echtes Fleisch!

Die Feuchtigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle bei der Auswahl: Da Katzen oft wenig trinken und viel Trockenfutter fressen, sollten sie möglichst viel Feuchtigkeit über Nassfutter mit viel Sauce aufnehmen. Ein Feuchtigkeitsanteil von über 70 Prozent ist ideal.

Hast du gewusst, dass hochwertiges Katzenfutter nicht zwangsläufig teuer sein muss? Foto: Adobe Stock, (c) vladdeep

Auch eine Entscheidung über Nachhaltigkeit

Ein Kriterium, auf das du auch noch Wert legen könntest und solltest, ist die soziale Verantwortung der Hersteller – also z. B., ob sie

  • ein Lebensmittel-Gigant wie Mars (Whiskas, Kitekat, Sheba) oder Nestlé (Gourmet, Purina, Felix) sind,
  • ihr Budget eher in Werbung oder in die Futterqualität stecken,
  • Tierversuche und Ernährungsstudien durchführen oder
  • Bio-Katzenfutter anbieten.

In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, ob du Wert auf rein natürliche Inhaltsstoffe legst oder synthetische Zusatzstoffe enthalten sein dürfen. Eine Liste an tierversuchsfreier Tiernahrung findest du bei PETA.

Auch die Dosierungsempfehlung kann Aufschluss darüber geben, wie hochwertig das Katzenfutter ist: Von nährstoffreicher Nahrung muss natürlich dementsprechend weniger gefressen werden. 200 g hochwertiges Futter als Tagesration reichen für eine erwachsene Katze mit einem Gewicht von 4 kg aus. Daher kannst du die Kosten für hochwertiges Futter meist nicht mit denen für minderwertiges vergleichen, weil du schlicht weniger davon für die Fütterung verbrauchst.

In jedem Fall gilt, genauso wie bei unserer eigenen Ernährung: Ein Blick auf die Inhaltsstoffe auf der Dose bzw. dem Sackerl macht dich schlauer. Eventuell möchtest du auch die Websites der einzelnen Hersteller besuchen, um mehr über die Herstellung des Katzenfutters zu erfahren, oder dich im Fachhandel über die Produkte für Tiere beraten lassen.

Alleinfuttermittel reicht nicht aus: Abwechslung ist gefragt!

Leider sind die Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine in Katzenfutter oft zu hoch oder zu niedrig dosiert. Katzenfutter, das zu wenig Kupfer, Zink oder Vitamin E enthält, ist als Alleinfuttermittel z. B. nicht geeignet. Ebenso sollten Katzen nicht mit zu viel Vitamin A (z. B. in roher Leber) gefüttert werden, da dies zu Missbildungen des Skeletts führen kann.

Verlass dich also nicht auf die Bezeichnung „Alleinfuttermittel„! Erstens sind diese in den wenigsten Fällen trotzdem für junge Katzen geeignet, und zweitens kann auch ein Alleinfuttermittel eine unausgewogene Zusammensetzung der wichtigen Nährstoffe haben – wie die Tests beweisen.

Dr. Christine Iben, Professorin am Institut für Tierernährung der Veterinärmedizinischen Universität Wien, empfiehlt im Test von KONSUMENT: „Die Katze sollte möglichst abwechslungsreich ernährt werden. Manche Katzen sind beim Futter sehr konservativ, lehnen Unbekanntes ab. Schon beim Jungtier sollte man auf Vielfalt achten, verschiedenste Arten Feuchtfutter, aber auch Trockenfutter anbieten und auch selbst Gekochtes.“ Beim Thema Gesundheit könnte dich auch BARF (Biologisch Artgerechte Rohfütterung) interessieren – also die Fütterung mit rohem Fleisch, das du selbst verarbeitest.

Wenn du ein neues Futter einführst, kannst du es nach und nach unter das gewohnte Futter mischen, damit deine Katze es leichter annimmt. Achte auf körperliche Anzeichen wie trübe Augen, stumpfes Fell, Trägheit oder Gereiztheit: Sie könnte auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hindeuten. Beobachte Urin und Kot deines Stubentigers und gehe bei Auffälligkeiten zu Menge, Farbe, Konsistenz oder gar Blut zum Tierarzt. Übergewicht erkennt man bei Katzen übrigens daran, dass die Rippen nicht mehr ertastet werden können!

Katze isst Katzenfutter mit Huhn in hoher Qualität.

Katzenfutter sollte einen hohen Feuchtigkeitsanteil haben. Foto: Adobe Stock, (c) chalabala

Schmecken muss es auch!

Wenn es darum geht, wo man hochwertiges Katzenfutter kaufen kann, werden „Premium“-Marken wie Grau, Catz, Animonda, Applaws, Mac’s, Dehner oder Boswelia häufig genannt.

Was du aber nicht vergessen darfst: Die ausgewählte Marke muss deiner Katze schmecken. Es bringt nichts, das teuerste und/oder beste Katzenfutter zu kaufen, wenn dein Stubentiger es dann verschmäht. Denn essen muss es deine Katze schließlich auch!

Im Test von KONSUMENT wurde z. B. die preiswerte „Feine Pastete mit Geflügel“ von Shah lobend erwähnt, genauso wie die höherpreisige „Deluxe Geflügel Pate“ von ARAS. Die Produkte von ARAS und ANIFit sind für Jungkatzen ebenfalls gut geeignet.

Tierversuchsfreies Katzenfutter aus Österreich

Der KONSUMENT testete unter anderem diese österreichischen Katzenfutter-Hersteller:

ARAS Tiernahrung Artina Vertriebs GmbH

Clever: Delikatessa GmbH

Dein Bestes: dm Drogerie Markt

Dr. Ziegler: Naturfutterlädchen

Husse: CWB Handels KG

Naturavetal Österreich

Perro: PERRO GmbH

PETfit Cat: Pet-Fit

pure 100%: PURE Naturfutter GmbH

Pussy Deluxe: Fleischeslust GmbH Artgerechte Tiernahrung

Shah: Hofer KG

Beim HEROLD findest du garantiert einen Spezialisten für Tierfutter in deiner Nähe! Auch dein Tierarzt und Tierhandlung beraten dich gerne zum Thema Katzenfutter. Alles Gute für dich und deine Katze!

Hier findest du gutes Katzenfutter deines Bundeslands:



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