Ohrmilben bei Katzen & Hunden: Symptome erkennen! - HEROLD.at

Ohrmilben bei Katzen & Hunden: Symptome erkennen!

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Ohrmilben sind bei Katzen und Hunden gleichermaßen häufig. Wir verraten, was gegen Ohrräude hilft! Foto: Adobe Stock, (c) bmf-foto.de

Dein geliebter Vierbeiner kratzt sich stundenlang hinter den Ohren und schüttelt immer wieder nervös seinen Kopf? Dann habt ihr es höchstwahrscheinlich mit einem akuten Fall von Ohrmilben zu tun. Die lästigen Parasiten sind zwar nicht lebensbedrohlich, aber für deine Katze oder deinen Hund sehr unangenehm. Wir verraten, wie du Ohrmilben erkennen, was du dagegen tun kannst und wann es Zeit wird, dein geliebtes Fellknäuel zum Tierarzt zu bringen.

Was sind Ohrmilben?

Ohrmilben (lat. Otodectes cynotis) sind winzig kleine Parasiten, die sich im Gehörgang eines Wirtstieres einnisten und sich dort von abgestorbenen Hautzellen, Ohrenschmalz, Schweiß und Blut ernähren. Ist die Ohrmilbe erstmal da, kann sie weder durch das verzweifelte Kratzen deines Vierbeiners noch durch Spülungen mit Wasser entfernt werden. Die Parasiten vermehren sich rasend schnell und gehen bei Kontakt auch auf andere Tiere über. Hunde und Katzen sind gleichermaßen beliebte Ziele für Ohrmilben. Unter dem Mikroskop kannst du die fiesen Tierchen in Aktion sehen:

Wie sieht ein Befall mit Ohrmilben aus?

Im Anfangsstadium sind die Ohrmilben nicht unbedingt zu erkennen. Bei fortgeschrittenem Befall bilden sich jedoch krümelige schwarz-braune Verkrustungen im Gehörgang, die durch die Ausscheidungsprodukte der Milben und die vermehrte Produktion von Ohrenschmalz entstehen. Dies ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers, die das Problem jedoch verstärkt. In diesem Stadium geht die Ohrräude auch häufig mit einem unangenehmen Geruch aus dem Ohrkanal einher.

 

Woher kommen Ohrmilben?

Ohrräude tritt vor allem bei sehr jungen und älteren Tieren auf, deren Immunsystem entweder noch nicht voll entwickelt oder bereits geschwächt ist. Da die Parasiten von ihrem Wirt auf andere Tiere "überspringen", stecken Hunde sich häufig bei neuen Freunden im Park oder in der Tierpension an. Draußen-Katzen können sich auf die gleiche Weise infizieren, z.B. durch den Kontakt mit anderen Katzen im Hinterhof. Treten Ohrmilben bei Wohnungskatzen auf, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Infektion bereits aus der Zucht stammt.

Ist auch nur ein Tier befallen und wird es nicht rechtzeitig behandelt, haben die Milben leichtes Spiel und breiten sich innerhalb kürzester Zeit auf den ganzen Wurf aus. Hast du deine Katze aus dem Tierheim oder einer Auffangstation für Straßenkatzen, solltest du sie auf jeden Fall auf Ohrräude untersuchen lassen, bevor du sie mit nachhause nimmst.

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Woher kommen Ohrmilben beim Hund? Im Zweifel von vierbeinigen Freunden aus dem Park. Foto: Adobe Stock, (c) Roman Gorielov

 

Wie sehen Ohrmilben bei Katzen aus?

Bei Katzen sind Ohrmilben ein bisschen schwieriger zu erkennen als bei Hunden. Das liegt daran, dass Katzen aufgrund ihrer Putzroutine viele Verhaltensweisen zeigen, die grundsätzlich auch auf einen Befall mit Ohrmilben hinweisen könnten. Dazu gehört z.B. das Streifen von Kopf und Ohren mit den Pfoten, das Kratzen mit den Hinterbeinen hinter oder an den Ohren und wiederholtes leichtes Kopfschütteln. Aufmerksam solltest du aber spätestens dann werden, wenn folgende Anzeichen hinzukommen:
  • Häufigkeit: Wenn deine Katze gar nicht mehr aufhört, sich zu „putzen“ und immer wieder versucht, mit den Pfoten in die Ohren zu gelangen.
  • Unruhe: Wenn deine Katze andauernd scheinbar grundlos aufspringt und anfängt, sich ausgiebig am Kopf zu kratzen.
  • Rötungen: Bei starken oder lang anhaltendem Befall ist die Haut um die Ohren häufig gerötet und/ oder sogar aufgekratzt. Außerdem wird das Fell dort immer weniger.
  • Kopfschütteln: Gelegentlich Kopfschütteln ist kein Grund zur Sorge. Aber wenn deine Katze andauernd heftig den Kopf schüttelt oder ihn zu einer Seite neigt, versucht sie wahrscheinlich, die kleinen Plagegeister in ihren Ohren loszuwerden.

 

Wie erkenne ich Milben beim Hund?

Junge Hunde tollen umher, werden hektisch, sobald man sich ihnen zuwendet, und kratzen sich immer mal wieder mit den Hinterbeinen am Kopf. Aus diesem Grund wirst du einen Befall mit Ohrmilben bei älteren Hunden, für die plötzliches Aufspringen, ständiges Kratzen und innere Unruhe eher untypisch sind, schneller bemerken. Aber auch bei jungen Tieren lässt sich Ohrräude an folgenden Anzeichen erkennen:
  • intensives Kratzen: Hunde mit Ohrmilben kratzen sich nicht hin und wieder am Kopf, sondern andauernd und sehr intensiv. Sie versuchen, mit den Krallen möglichst tief in den Gehörgang hineinzukommen.
  • Verletzungen am/im Ohr: Befallene Hunde kratzen sich manchmal bis zur Selbstverstümmelung am und im Ohr. Wenn du entsprechende Verletzungen bemerkst, solltest du direkt einen Tierarzt aufsuchen.

Übrigens: Hunderassen mit Schlappohren (z.B. Dachshunde und Jagdhunde) sind besonders anfällig für Ohrmilben, weil das Schlappohr eine besonders wirtliche Umgebung für die kleinen Parasiten darstellt.

Sind Ohrmilben gefährlich? Konkrete Risiken

Je schneller die Ohrräude bemerkt und behandelt wird, desto besser. Bleiben Mehlmilben unbehandelt, füllt sich innerhalb kurzer Zeit der gesamte Gehörkanal mit den krümeligen schwarz-braunen Krusten, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine Mischung aus Milbenkot, Ohrenschmalz und geronnenem Blut aus kleineren und größeren Verletzungen sind. Die Ausscheidungen der Milben reizen die Haut im Inneren des Ohres so stark, dass sich sowohl die kleinen Wunden als auch der gesamte Gehörgang entzünden kann.

Diese Entzündung kann das Trommelfell durchbrechen und auf Mittel- und Innenohr übergehen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist die Ohrräude nicht mehr einfach unangenehm, sondern dein Vierbeiner leidet aufgrund der Ohrentzündung starke Schmerzen. Im weiteren Verlauf  breiten die Milben und die Entzündung sich auf die Hirnhäute und schlimmstenfalls auf das Gehirn selbst aus.

Hier kommt es zu starken Gleichgewichtsstörungen und einem Versagen des Sehapparats. Bei älteren und/oder immunschwachen Tieren kann die Entzündung sogar tödlich verlaufen.

Achtung: Da vor allem Hunde sich so lange am und im Ohr kratzen, bis sie eine Erleichterung verspüren, kommt es häufig zu schwerwiegenden Verletzungen durch die Krallen und diverse Bakterien. Eine häufige Folge von Ohrräude bei Hunden ist daher das sog. Blutohr, das im schlimmsten Fall dauerhaft deformiert bleibt oder sogar amputiert werden muss.

Ohrmilben sind IMMER ein Fall für den Tierarzt

Auch wenn das Internet von angeblichen Hausmitteln gegen Milbenbefall wimmelt: Die Erstbehandlung gegen Ohrmilben muss grundsätzlich beim Tierarzt stattfinden, da sie in den meisten Fällen eine Medikamentengabe erfordert. Außerdem ist es wichtig, andere Gründe für das Ohrenjucken auszuschließen, damit die korrekte Behandlung stattfinden kann. Der Tierarzt sieht auf den ersten Blick durch das Otoskop, ob Ohrmilben am Werke sind. Diese sind als dunkle bewegliche Punkte im Gehörgang zu sehen. Durch einen Abstrich wird die Diagnose gesichert.

Ist der Gehörgang bereits verletzt und/ oder entzündet, reinigt der Tierarzt das gesamte Ohr und desinfiziert die Wunden. Hierfür wird dein Vierbeiner im Zweifelsfall leicht sediert, da es sich um eine recht schmerzhafte Behandlung handelt. Anschließend bekommt die Katze oder der Hund Ohrentropfen mit dem Wirkstoff Benzylbenzoat verabreicht, die du zu Hause noch so lange weiter anwenden musst, bis die Milben vollständig verschwunden sind. In der Regel heilen die befallenen Hautstellen sehr schnell und gut ab.

Was kostet die Behandlung gegen Ohrräude?

Für den Tierarztbesuch, die Behandlung gegen Ohrmilben und die abschließende Nachuntersuchung musst du mit Kosten zwischen 70 und 150 € rechnen. Je länger du wartest, desto höher klettern die Kosten, da schwere Entzündungen und entsprechende Folgeschäden einer wesentlich aufwändigeren und häufig langwierigeren Behandlung bedürfen.

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Ohrmilben beim Hund resultieren häufig in kleineren und größeren Verletzungen des Ohres. Aus diesem Grund ist schnelles Handeln wichtig! Foto: Adobe Stock, (c) bmf-foto.de

Was hilft gegen Ohrmilben? Ohrmilbenöl, Kokosöl & Co.

Bei einem akuten Milbenbefall mit Krustenbildung muss zwar grundsätzlich der Tierarzt ran, aber es gibt auch Mittel und Wege, der Ohrräude bei Katzen und Hunden vorzubeugen. Das effektivste Mittel ist es, die Ohren deines Vierbeiners regelmäßig zu reinigen. Hierzu kannst du z.B. ein Taschentuch, ein Kosmetik-Pad oder einen feuchten Wattebausch verwenden. Wattestäbchen hingegen sind NICHT geeignet, da sie die empfindlichen Ohren deiner Lieblinge verletzten können. Um Entzündungen und Reizungen vorzubeugen, kannst du eine spezielle Ohrenpflege für Katzen oder Hunde verwenden. Diese kannst du entweder beim Tierarzt oder auch im gut sortierten Zoofachgeschäft kaufen.

Kokosöl gegen Ohrmilben

Wenn du den Verdacht hast, dass sich Ohrmilben im Gehörgang deines Lieblings eingenistet haben, kannst du es zunächst mit einem pflanzlichen Ohrmilbenöl versuchen. Ein anderes bewährtes Hausmittel gegen Ohrmilben ist Kokosöl – und das hat zwei gute Gründe. Erstens hat das Öl eine antimikrobielle Wirkung, die die Milbeneier abtötet, und zweitens reagieren Ohrmilben extrem empfindlich auf die in Kokosöl enthaltene Laurinsäure.

Achtung: Wenn die Symptome trotz Behandlung mit Ohrmilben- oder Kokosöl schlimmer werden, solltest du keine Zeit mehr verlieren und deine Katze bzw. deinen Hund sofort zum Tierarzt bringen.



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