Die 10 schönsten Golfplätze Österreichs - HEROLD

Die 10 schönsten Golfplätze Österreichs

schöner Golfplatz

Der HEROLD verrät dir die schönsten Golfplätze Österreichs. Foto: Adobe Stock, (c) okimo

Aber nein, nicht doch! Golf ist auf gar keinen Fall jene Schickimicki-Sportart für Snobs, als die sie landläufig verschrien ist.

Zwar gibt es sie natürlich, die unsportlichen Männer, die mit Siegelring, Goldrandbrille und Lacoste-Leibchen Golf spielen – mit einem dickem SUV draußen am Parkplatz und einer selbstherrlichen Snobistenseele innen drin. Die in lächerlich aussehenden karierten Hosen mit angeberischem Gestus Marke Gutsherrenart über den grünen Rasen wandern und so tun, als wären sie die angesagtesten Typen der Welt. Und selbstverständlich gibt es auch jene Frauen, sehr oft gelangweilte Gattinen von Zahnärzten, Industriellen oder sonstwie vermögenden Ehemännern, die ihre dick aufgetragene Schminke schnatternd übers zarte Gras tragen und sich für chic halten, weil sie ein Golf-Trolley hinter sich herziehen. Aber…

Golfplätze: Ausprobieren und genießen

…in Wahrheit ist Golf die coolste Sache der Welt – und die, die es spielen, sind in den meisten Fällen keine Snobs, sondern oft sogar ziemlich lässige Menschen. Die nicht groß mit ihrem Können und ihren Besitztümern prahlen, sondern die still sind und schweigsam genießen. Denn Golf ist zwar schwer wie die Hölle, aber auch schön wie ein Sonnenaufgang im Gebirge. Entspannend wie eine Massage und gleichzeitig spannend wie ein Krimi. Golfer, echte Golfer, sind Zen-Buddhisten der Gelassenheit. Ihre edelste Eigenschaft ist Demut. Vor dem Spiel nämlich, von dem sie wissen, dass sie es nie richtig beherrschen werden. Und vor dem Golfplatz, dem sie den gebührenden Respekt zollen. Denn richtig gute Golfplätze sind Kunstwerke, von spezialisierten Designern wie Schachbretter ins Land gelegt, auf denen sich das Spiel in seiner ganzen taktischen Vielfalt entwickeln und entfalten kann.

Was einen guten Golfplatz ausmacht

Ein erstklassiger Golfplatz spielt sich für jeden Golfer anders, aber für Profis auf die gleiche Weise fair wie für Amateure, für Spitzengolfer genau gleich schwer wie für Anfänger – aber auf eine andere Art. Das zu ermöglichen ist die große Kunst der Architekten. Dabei spielt es keine Rolle, ob man auf einer fein und mit großem Aufwand manikürten künstlichen Anlage spielt, oder auf einem Feld-Wald-und-Wiesen-Platz. Wichtig auf einem Golfplatz ist vor allem: Dass die Bunkerkanten sauber geschnitten sind, also der Übergang zwischen Sand und Gras klar erkennbar getrennt und gut gepflegt ist. Dass die Pins – das sind die Löcher am Grün, in denen die Fahne steckt – sauber ausgestochen und ihre Kanten scharf sind, nicht von Gras überwachsen. Dass sich auf den Fairways möglichst wenig Fremdgras befindet. Dass Entfernungs-Markierungen am ganzen Platz angebracht sind. Dass es um die Grüns – und vor allem auf den Grüns – keine kahlen Stellen gibt. Dass die Greenkeeper und Marshals mit dem Regelwerk wirklich vertraut sind. Dass es ein Yardage-Book gibt, dass die Abschläge eben und gut gemäht sind, die Rangebälle nicht verlottert und die Clubangestellten freundlich… Und so weiter, Kriterien gibt es viele. Letztlich muss aber wohl jeder Golfer und jede Golferin für sich selbst feststellen, ob ein Platz gefällt oder nicht, und warum.

Wir haben, nach streng subjektiven Gesichtspunkten des Autors dieses Blogposts, die zehn spannendsten bis schönsten Golfplätze Österreichs einem Kurztest unterzogen und bewertet:

Unsere Tipps: die 10 schönsten Golfplätze in Österreich

Fontana (Niederösterreich)


Der absolute King unter allen österreichischen Golfplätzen, keine Frage. Ein moderner Kurs, dem man ansieht, dass bei seiner Errichtung Geld keine Rolle spielte. Frank Stronach ließ sich seinerzeit Mitte der 1990er-Jahre nicht lumpen und ordentlich was springen. Toller Pflegezustand, tolles Design, besser geht es fast nicht. Internationale Profigolfer reihen Fontana jedenfalls immer wieder unter die besten Golfplätze Europas.

Dachstein Tauern Golf & Country Club (Steiermark)


Einzigartig, wie sich die ausgezeichnet gepflegten Fairways zwischen den Dachstein auf der einen und den Hauser Kaibling auf der anderen Seite ducken und an die Enns schmiegen, dieses lieblich-wilde steirische Flüsschen. Der große Bernhard Langer, einer der berühmtesten Golfer aller Zeiten, hat den Kurs geplant. Alles liegt wegen des Platzmangels zwar ein wenig eng beisammen, allein: ein herausfordernder, gut gebauter Platz.

Schloss Schönborn (Niederösterreich)


Nicht weit von Wien entfernt, faulenzt der ausgezeichnet gepflegte Golfplatz in einem Wäldchen rund um ein altes Schloss vor sich hin. Hier spielt man in einer beschaulichen Parklandschaft, fernab allen städtischen Stresses. Best of Dinner nach der Golfrunde ist das Schlossrestaurant, entweder man speist auf einer wunderschönen Terrasse mit direktem Blick auf die Spieler, die gerade das elfte Loch in Angriff nehmen, oder man sitzt mitten drin im Prunk und Protz der Gemächer der ehemaligen Schlossherrn – wunderbar.

Diamond Country Club Atzenbrugg (Niederösterreich)


Der Shopping-Center-Selfmade-Millionär Christian Guzy kaufte den Golfplatz vor Jahren und richtete ihn mit Hilfe des internationalen Top-Profigolfers Miguel Angel Jiménez richtig schön her. Nun ist er so gut, dass einmal im Jahr – im Juni nämlich – die große European Tour mit ihren Superstars hier Station macht. Toller Pflegezustand, tolle Atmosphäre. Schade nur, dass das öde Tullner Feld nicht so ganz das richtige Ambiente für einen derart großartigen Kurs ist. Dafür gibt es mittlerweile direkt am Golfplatz feine Apartments zu mieten.

Adamstal (Niederösterreich)


Es ist vor allem die Gastfreundschaft des Franz Wittmann, die das Golfen hier so besonders macht. Der ehemalige Rallye-Weltmeister und seine Familie sind von einer Herzlichkeit, die ihresgleichen sucht. Der Platz selbst ist golferisch erstklassig, wird von Wittmanns Greenkeeper-Mannschaft liebevoll gehegt und gepflegt, einfach großartig. Ein Problem ist die Gebirgigkeit des Geländes, man muss ehrlicherweise sagen: Eigentlich ist das kein Territorium für einen Golfplatz. Aber soll sein. Wer in Sachen Kondition nicht voll auf der Höhe ist, sollte sich allerdings unbedingt ein E-Cart ausborgen, denn es geht an vielen Stellen durchwegs ganz schön bergauf und bergab. Dafür ist das Panorama von vielen Golflöchern aus erstklassig.

Murstätten (Steiermark)


Südlich der steirischen Landeshauptstadt Graz gelegen, ist Murstätten möglicherweise der am meisten unterschätzte Golfplatz Österreichs. Tolles Design, toller Pflegezustand. Und inmitten des Kurses gibt es einen großen Badesee, in dem man sich nach Birdies, Pars und Bogeys nach Herzenslust abkühlen kann. Neun zusätzliches Übungslöcher und ein Par-3-Pitchkurs runden das Gesamtangebot ab. Sehr empfehlenswert. Ganz toll: die feine, gutshofartige Atmosphäre rund um das Clubhaus, ein restaurierter alter gräflicher Landsitz.

Gut Altentann (Salzburg)


In der Nähe von Salzburg, in der Nähe des wunderbaren Mondsees – wer könnte sich eine bessere Lage für einen Golfplatz vorstellen? Altentann ist einer der großen, alten Kurse in Österreich. Das Design stammt von Jack Niklaus, dessen Name vermutlich auch nicht Golf-affinen Menschen etwas sagt, weil sein Träger so berühmt ist. Der Kurs verfügt über zwei unterschiedliche Gesichter, es gibt flache und hügelige Spielbahnen. Schön und toll gepflegt sind sie alle. Hier muss man einmal gespielt haben.

GC Wien (Wien)


Nein, wir sprechen hier nicht von einem tadellos gepflegten Kurs auf Championship-Niveau. Aber wir sprechen von einer schönen, alten Anlage mitten in einer der tollsten Parklandschaften der Welt – im Wiener Prater nämlich. 16 der 18 Spielbahnen liegen im Oval der Pferderennbahn der Freudenau, man spielt einige Löcher lang an der alten Kaiserloge vorbei, sehr pittoresk. Ab und zu galoppieren Pferde vorbei, auch das hat was. Konkurrenzlos ist natürlich die Lage gleich hinter dem Lusthaus. Weil die Klientel einigermaßen exklusiv und die mentale Einstiegsschwelle für Greenfee-Spieler hoch ist, stellt der Platz einen echten Geheimtipp dar: Kaum ein normaler Golfer traut sich zu fragen, ob er hier spielen darf. Aber er darf. Frisch drauflos am Eingangstürchen läuten, reingehen, Greenfee lösen und loslegen – ohne Scheu, ohne Abschlagzeit, einfach so, mitten in der Stadt. Genial.

Seltenheim (Kärnten)


Wie so viele andere Plätze auch, gehört die Anlage im Norden Klagenfurts inzwischen zur steirischen Murhofgruppe, die zu einem der größten Golfunternehmer Europas herangewachsen ist. Das bedeutet: Im Prinzip passt hier alles. Mit der Übernahme vor einigen Jahren hat der Platz zwar etwas an Charme verloren, aber die Pflege ist nach wie vor erstklassig und das Design kann man immer noch als gekonnt bezeichnen. Es gibt viel Wasser, sogar ein Loch mit einem waschechten Inselgrün ist vorhanden. Hier zu spielen: ein gutes Golferlebnis. Und an heißen Sommertagn lockt zur Abkühlung der nur wenige Kilometer entfernte Wörther See – auch nicht schlecht.

Ausseerland (Steiermark)


Der sentimentale Favorit, zweifellos. Es ist weniger die Golfanlage am Rande von Bad Aussee, sondern das Rundherum des Ausseerlandes, das uns Menschen die Herzerln aufgehen lässt: diese pittoresken Berge, diese saftigen grünen Wiesen, diese lieblichen Seen! Dazu diese freundlichen Bewohner in ihrer Tracht – die großen Buben in den Lederhosen und die erwachsenen Mäderln in den Dirndln. Hach! Da golft man einfach gerne über Wiesen und Felder und durch Wälder – welche in Aussee alle in ziemlich naturbelassenem Zustand sind. Streng golferisch betrachtet gäbe es am Platzdesign der 9-Loch-Anlage einiges auszusetzen. Doch man muss hier einfach ein Auge zudrücken. Ausseerland-Golf ist nämlich Best of Entspannung.



Informationen zum Datenschutz einschließlich Cookie Richtlinie