Superfood: Sind Açai, Chia und Goji wirklich super? - HEROLD.at

Superfood: Sind Açai, Chia und Goji wirklich super?

Superfood

Alle reden von Superfood. Aber was bringen CHIA, AÇAI & Co. wirklich? Foto: Adobe Stock, (c) Elena Schweitzer

Superfood ist nun schon eine Weile buchstäblich in aller Munde. Dabei herrscht gleichzeitig große Unsicherheit, was Superfood eigentlich ist, welche Lebensmittel dazugehören, und ob man es tatsächlich braucht. Wir bringen jetzt Licht in das Dunkel von Kühlschrank und Speisekammer!

Was ist Superfood überhaupt?

Unter Superfood versteht man vorwiegend Pflanzen und Pflanzenteile, die mehrere der folgenden gesundheitsfördernden Wirkstoffe enthalten:

Klingt kompliziert? Ist es aber nicht.

Es handelt sich um Lebensmittel, vor allem Obst- und Gemüsesorten, die sich aufgrund ihrer vielfältigen Inhaltsstoffe positiv auf unsere Gesundheit auswirken können. Da sich einige exotische Früchte unter ihnen befinden, werden diese wegen der besseren Haltbarkeit zu Pulver verarbeitet angeboten. Das ist zugegeben auch trendy und entspricht den Ansprüchen unserer schnelllebigen Zeit: Mit einem Pulver ist schnell ein Drink gezaubert oder das Frühstücksmüsli aufgepeppt. Gesundheitsversprechen to Go!

Macht Superfood wirklich gesund?

Schwierige Frage. Grundsätzlich kommt es darauf an, in welcher Menge und Form wir Superfoods konsumieren. Abhängig davon können Goji, Kakaonibs & Co. unserer Gesundheit entweder zuträglich sein – oder uns einfach nur dick machen. Ein Beispiel? Ein Shake mit Rohkakaopulver kann aphrodisierend und belebend wirken, der Verzehr einer Tafel Schokolade „auf einen Sitz“ zwingt uns aus anderen Gründen auf die Couch. Der Vergleich der verschiedenen Superfoods untereinander wird durch den sogenannten ORAC Wert (Oxygen Radical Absorption Capacity), den Wert für die Fähigkeit eines Nahrunsgmittels, antioxidativ zu wirken, erleichtet. Zur Erklärung: Oxidation macht krank und alt, deswegen ist antioxidativ gut.

Der ORAC Wert wurde 2005 in den USA etabliert und wird in µmol TE/100 g (sprich: Mikro Mol Trolox Equivalent) angegeben. Das muss man sich nicht merken. Wichtig ist viel mehr Folgendens: Je höher der ORAC- Wert, desto gesünder das Lebensmittel. Isabella Burtscher-Pap sagt dazu:

„Als Basiswerte zur täglichen Grundversorgung werden 5000 bis 7000 ORAC-Einheiten angesehen. Als Beispiel, eine Mango hat einen ORAC-Wert von ca. 968, der Superfood-Granatapfel weist einen Wert von 10.500 µmol TE/100 g auf.“

Streng genommen spricht man von Superfood bei ORAC Werten über 100.000 µmol TE/100 g, aber irgendwie setzt sich Strenge hier nicht durch.

Was zählt alles zu Superfood?

Hier kommt meine ultimative Liste der spannendsten Superfoods – vorbehaltlich jener, die praktisch alle fünf Sekunden als Superfood ausgerufen werden. Denn in Sachen Ernährung ist schon lange eine gewaltige Marketingmaschinerie am Laufen – und der wollen wir hier keinen Vorschub leisten. Die Geschmacksangaben sind total subjektiv, eh klar. Und die Wirkungen verstehen sich als „mögliche“ Wirkungen!

1. Açai – die Wunderbeere aus Brasilien

Brasilianerinnen sind schön. Açai kommt aus Brasilien. Deswegen mach Açai schön? Nicht ganz. Allerdings steckt die Powerfrucht tatsächlich voll von wertvollen Antioxidantien und findet sich trotz ihres Fettgehalts in Schlankheitsmitteln und Präparaten gegen die Folgen des Alterns. Die enthaltenen Antioxidantien sind sicher kein Fehler, allerdings sind sie nicht in größeren Konzentrationen enthalten als in anderen Pflanzen auch.

Sprich: Assa -i, Betonung auf dem i

Botanische Bezeichnung und Herkunft: Euterpe oleracea, Südamerika

Aussehen: ähnlich wie große, runde Heidelbeeren

Geschmack: säuerlich, angenehm, unangenehm, beerig

empfohlene Tagesdosis: 5 g

Superinhalt: Omega-3-, -6-, -9- Fettsäuren, Polyphenole, Vitamin B, C, E, Mineralstoffe ORAC Wert: 102.700 µmol TE/100 g (Quelle: www.orac-info-portal.de)

(mögliche) Wirkungen: abwehrsteigernd, verjüngend

Tomatoes? Nope! #ashwaganda fruits <3 #sisterlotus #ayurveda #ayurvedicherbs #herbs #herbalmedicine #adaptogens Ein von Angie Oriana Jenkins (@angieoriana) gepostetes Foto am

2. Ashwaganda – die Schlafbeere aus Afrika

Jetzt wird’s ayurvedisch. Eigentlich sollte dieses Superfood in der Vorweihnachtsszeit jede und jeder einnehmen. Man hält damit alles einfach besser aus. Ich habe die „Schlafbeere“ oder „Winterkirsche“ damals von einem Ayurveda Arzt in einer Zeit überdurchschnittlich hoher Alltagsbelastung verordnet bekommen und bin seitdem ein treuer Fan. Ich bevorzuge – vermutlich aus Gewohnheit – die Anwendung als Kapseln aus der Apotheke.

Sprich: Aschwaganda (Betonung auf der 3. Silbe)

Botanische Bezeichnung und Herkunft: Withania Somnifera, wächst z.B. in Indien

Aussehen: Die Früchte sehen aus wie reife Kirschtomaten mit einer Art Physalishülle, verwendet werden aber vorwiegend die Wurzeln!

Geschmack: leicht zusammenziehend bis bitter

Tagesdosis: Extrakte werden bis 2 g, das Wurzelpulver bis zu 100 g verwendet

Superinhalt: Aminosäuren, Alkaloide (Withanolide; Fertigpräparate sind auf einen bestimmten Gehalt eingestellt)

(mögliche) Wirkungen: aphrodisierend, stärkend, schlafvertiefend, erhöht die Stresstoleranz, sehr gut verträgliches Adaptogen

Achtung: Kinder, Schwangere und Stillende sollten auf die Einnahme verzichten, Studien fehlen hier noch.

3. Banane – das vernachlässigte Superfood

Also dazu sage ich jetzt gar nichts. Oder vielleicht nur, dass sie von den Superfoodies als Pulver verwendet wird. Schade eigentlich. Eine frische, reife Banane gibt schnell Energie und macht glücklich.

Sprich: Ba-na-ne

Botanische Bezeichnung und Herkunft: Musa sp. wächst im tropischen bis subtropischen Asien und westlichen Pazifikraum

Aussehen: gelb, krumm

Geschmack: süß, mollig, weich, pelzig

Maximaltagesdosis: Irgendwann bekommt man Verstopfung!

Superinhalt: Vitamine B6, Kalium, Kupfer, Mangan, Ballaststoffe

ORAC Wert: 795 µmol TE/100 g

(mögliche) Wirkungen: sättigend, energiespendend, kräftigend

4. Camu Camu – Widersprüchliches aus dem Amazonasgebiet

Die Früchte des Strauches werden frisch oder als Saft genossen, dort wo sie wachsen. In Europa bekommt man das Pulver. Angebot und dramatisch gestiegene Nachfrage sind nicht deckungsgleich. Die Wildsammlung stört das Ökosystem, Plantagen gibt es erst wenige und über die würde ich auch diskutieren. Es gibt viele andere Pflanzen, die ebenso ausreichend Vitamin C samt Flavonoiden und anderen Begleitstoffen liefern.

Sprich: Kamu Kamu (Betonung jeweils auf Ka)

Botanische Bezeichnung und Herkunft: Myrciaria dubai, wächst im Regenwald Südamerikas und wurde erstmals 1959 wissenschaftlich klassifiziert

Aussehen: rote Beeren, erinnern mich an Ringlotten oder winzige, rotbackige Äpfel

Geschmack: fruchtig, säuerlich

empfohlene Tagesdosis: 1 bis 3 g Fruchtpulver – zu viel Vitamin C wird, weil wasserlöslich, vom Körper ausgeschieden

Superinhalt: überdurchschnittlich viel Vitamin C (40 Mal so viel wie Orangen), Anthocyane, Kalium, Kalzium, Eisen

ORAC Wert: 61.000 μmoleTE/100

(mögliche) Wirkungen: immunstimulierend, stimmungsaufhellend, aphrodisierend

Ein Beitrag geteilt von Tropeaka (@tropeaka) am

5. Chia – der beste Vreund der Fleischlosen

Die Samen sind der Liebling der Veganer, weil sie damit endlich super Pudding zaubern oder sie als Eiersatz und Bindemittel verwenden können. Legt man Chiasamen in die etwa sechsfache Menge Wasser, quellen sie dramatisch auf und entwickeln eine nennenswerte Schleimschicht. Ich esse sie gern über Nacht gequollen im Müsli oder Smoothie, weil sie außen flutschig und innen knackig sind, also Spaß machen beim Genuss. Sie können viel, aber nicht alles. Ich mag sie.

Sprich: Tschia, Aztekensprache für „ölig“

Botanischer Name und Herkunft: Salvia hispanica, Zentral- und Südamerika

Aussehen: nicht einmal einen Millimeter große, hellgrau Samen

Geschmack: neutral, mit Phantasie leicht nussig

empfohlene Tagesdosis: 25 g

Superinhalt: Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren, Eiweiß, Vitamin A, B1, B3, E, H, Kalium, Kalcium, Kupfer, Magnesium, Zink, Eisen, Bor, Ballaststoffe

ORAC Wert: 7.000 μmoleTE/100

(mögliche) Wirkungen: verdauungsfördernd, antioxidativ, entgiftend, konzentrationsfördernd

6. Chlorella – die Superalge

Das Gute kommt auch aus dem Wasser! Chlorella ist ein Superfood der ersten Stunde, eine Mikroalge, die viel älter ist als wir. Sie wirkt im Körper wie die Müllabfuhr, weil sie ein hohes Bindungsvermögen für die im Blut zirkulierenden Schwermetalle und Amalgam aufweist. Es kommt also nicht nur Gutes rein, sondern auch Schlechtes raus!

Sprich: Klorella

Botanischer Name und Herkunft: Chlorella sp., kultivierbar in Süßwasser

Aussehen: Es grünt so grün, aber nur mit 2 bis 10 μm Größe

Geschmack: am ehesten krautig

Tagesdosis: 30 Gramm pro Tag, beginnend mit 0,5 g

Superinhalt: Chlorophyll

(mögliche) Wirkungen: entgiftend, leberentlastend, entzündungshemmend

7. Gerstengras – der gesündeste Geschmack der Welt

Was aus dem Gerstenkorn sprießt, ist voller Saft und Kraft. Die Farbe finde ich super, Geschmack und Geruch erinnern mich wie beim Weizengras auch an frisch gemähtes Gras. Wer kann, zieht sich die Pflanzen selbst und isst sie frisch bzw. presst den Saft aus, denn nur dann hat man die optimale Ausbeute an den wertvollen Inhaltsstoffen.

Sprich: Gerstengras

Botanischer Name und Herkunft: Hordeum vulgare, gemäßigte Klimazonen – und Fensterbrett

Aussehen: hellgrün, glattrandige Blätter, an der Spitze abgerundet, idealerweise rund 10 cm hoch

Geschmack: sehr grün, frisch, gewöhnungsbedürftig

Tagesdosis: 5 g Pulver

Superinhalt: Chlorophyll, VitaminB1,  B12, C, Kalzium, Zink

ORAC Wert: 37.900 µmol TE/100 g

(mögliche) Wirkungen: antioxidativ, reinigend, entgiftend, zellerneuernd, wirksam gegen Übersäuerung

8. Goji – der Star unter den Superfoods

Ein absoluter Star unter den Superfoods, also Megastar! Am ORAC Wert liegt es nicht, aber Goji hat einfach alles in der richtigen Dosis. Ihre extrem hohe Nährstoff- und Vitalstoffdichte machen sie zum Multivitamin- und Mineralstoffwunder unter den Früchten und dem Namen „Glücksbeere“ macht sie alle Ehre. So etwas isst man gern.

Sprich: Go-tschi

Botanischer Name und Herkunft: Lycium barbarum, wächst in der Mongolei und in China

Aussehen: hellrot, im Handel oft in getrockneter Form, also wie leuchtend rote, längliche Rosinen

Geschmack: säuerlich

Tagesdosis: 25 g

Superinhalt: Eisen, Vitamin A, B1, B2, B3, B6, C und E, Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium, Lutein,  Zeaxanthin

ORAC Wert: 3173 µmol TE/100 g

(mögliche) Wirkungen: reguliert den Blutzuckerhaushalt, verbessert die Sehkraft, Anti Aging Wirkung

9. Hanf – unterschätzte Proteinquelle

Nicht lachen, hier steigen keinerlei Rauchzeichen auf! Es geht um Muskelaufbau und nicht um generalisierte Entspannung. Verwendet wird das sogenannte Hanfprotein, das besonders veganen und vegetarischen Sportlern als Quelle für 23 Aminosäuren dient. Hanfsamen bestehen etwa zur Hälfte aus Protein. Wer hätte das gedacht!

Sprich: Hanf

Botanischer Name und Herkunft: Canabis sativa, kommt ursprünglich aus Zentralasien, wächst heute in allen gemäßigten und tropischen Zonen

Aussehen: Das Pulver ist braungrün und riecht schwach nach Kräutern

Geschmack: nussig, erdig, angenehm

Tagesdosis: Erwachsene bis 75 g, Sportler bis 140 g

Superinhalt: Aminosäuren, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Ballaststoffe

(mögliche) Wirkungen: kräftigend, muskelaufbauend, harmonisiert den Hormonhaushalt

10. Lucuma – die goldene Frucht aus Südamerika

Lucuma wird auch als Gold der Incas bezeichnet. Ob das in früheren Zeiten zu Missverständissen geführt hat? Die Pflanze wächst auch unter schlechten Bedingungen und sicherte so das Überleben der Bevölkerung. Das Fruchtfleisch schmeckt süß und es wundert wohl niemanden, dass man aus ihr in Südamerika Speiseeis macht.

Sprich: Lukuma (Betonung auf der 2. Silbe)

Herkunft: Pouteria lucuma, wächst in den Anden, wird in Kalifornien, Laos und Vietnam kultiviert

Aussehen: außen grasgrün, innen mangofarben, so groß wie Avocados, innen ein Kern

Geschmack: süß, saftig

empfohlene Tagesdosis: 5 g

Superinhalt: Omega-3-, -6-, -9- Fettsäuren, Polyphenole, Vitamine B, C, E, Mineralstoffe, Eisen, Kalium, Kalzium, Phosphor

(mögliche) Wirkungen: sättigend, verdauungsfördernd, antioxidativ, Süßungsmittel

11. Maca – das Pulver, das glücklich macht

Dass Maca Saft und Kraft gibt, wussten die Menschen schon, bevor es den Begriff Superfood überhaupt gab. Besonders Männer in den besten Jahren profitieren von der angeblichen Steigerung der Lebensenergie. Maca ist gut für die Laune und das Sexualleben. Und ein gutes Sexulalleben hebt auch die Laune.

Sprich: Maka

Botanischer Name und Herkunft: Epidium meyenii walp., die Knolle wächst in den Anden auf über 4000 m Seehöhe

Aussehen: zart gelbe Knollen, bis zu 14 cm Durchmesser

Geschmack: erdig, eher unangenehm

Tagesdosis: ab 3 g

Superinhalt: Eisen, Zink, Magnesium, Vitamine, Ballaststoffe

(mögliche) Wirkungen: belebend, stimmungsaufhellend, steigert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, aphrodisierend

12. Moringa – der (angebliche) Baum des Lebens

Moringa erzeugte in den Fachdrogerien einen richtigen Hype! Las man einschlägige Publikationen, bekam man den Eindruck, dass es an ein Wunder grenzt, dass man bisher ohne den „Baum des Lebens“ überlebt hat. Mittlerweile ist der Hype abgeflacht – und ob in zwei, drei Jahren noch jemand an Moringa denkt, wird sich zeigen. Andererseits wird der Wunderbaum in der Ayurvedischen Medizin schon seit etwa 5.000 Jahren verwendet.

Sprich: Moringa

Botanischer Name und Herkunft: Moringa oleifera, stammt aus dem Himalayagebiet

Aussehen: verwendet werden vor allem die pulverisierten Blätter des Baumes, obwohl alle Pflanzenteile einsetzbar sind

Geschmack: grün, bitter – eher nicht pur oder nur in Wasser einnehmen

Tagesdosis: 10 g

Superinhalt: Eiweiß, Vitamin A, B1, B2, C, Folsäure, Polyphenole, Aminosäuren, Omega-3-, -6- und -9-Fettsäuren, Chlorophyll

ORAC Wert: 115.000 µmol TE/100 g

(mögliche) Wirkungen: antioxidativ, entzündungshemmend, beeinflusst den Blutzuckerspiegel günstig, Anti Aging Wirkung

13. Rohkakao – für alle, die’s bitter mögen

Es gibt ihn in sogenannten Chips/ Nibs oder als Pulver verarbeitet. Geruch und Geschmack finde ich gewöhnungsbedürftig, aber vielleicht ist mein Gaumen durch gesüßten „Kinderkakao“ verdorben. Wenn man ihn in Form von Schokolade zu sich nimmt, dann sollte deren Kakaoanteil mindestens 70 % betragen – und zwei Stückchen genügen. Ich sag’s nur.

Botanischer Name und Herkunft: Theobroma cacao, wächst in den Regenwäldern Südamerikas

Aussehen: mittelbraunes, feines Pulver

Geschmack: leicht bitter

Tagesdosis: nicht durchgehend anwenden!

Superinhalt: Tryptophan, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink, Kupfer, Mangan, Antioxidantien

ORAC Wert: 55.653 µmol TE/100 g

(mögliche) Wirkungen: belebend, stimmungsaufhellend, herzstärkend, apettitanregend, aphrodisierend, konzentrationsfördernd

14. Spinat – der Evergreen

Das hat schon die Oma gesagt, dass Spinat gesund ist! Dass er nicht so viel Eisen enthält wie ursprünglich vermutet, hat seinem guten Ruf nicht geschadet. Was Oma über die Lagerung und das nicht mehr Aufwärmen gesagt hat, stimmt allerdings. Moderne Menschen werfen eine Handvoll  frischen Babyspinat in ihren morgendlichen Smoothie. Bitte sehr, so schmeckt er sogar mir.

Sprich: Schpinaat

Botanische Bezeichnung und Herkunft: Spinacia oleracea, wächst bei uns und in allen gemäßigten Zonen

Aussehen: dunkelgrüne, leicht glänzende Blätter

Geschmack: leicht nussig, frisch, grün, mineralisch

Tagesdosis: rund 250 g

Superinhalt: Vitamin A, B Komplex, C, E, Eisen Kalzium, Kupfer, Kalium Magnesium, Zink

ORAC Wert: 1513 µmol TE/100 g

(mögliche) Wirkungen: engiftend, immunstimulierend

15. Spirulina – guter Vitamin-B12-Lieferant

Sie ist die Urzeitschwester der Chlorella. Ihr Entgiftungspotential ist nicht ganz so groß, dafür liefert sie mehr Eisen. Viele Veganer und Vegetarier verwenden sie schon lange als Quelle für Vitamin B12. Ein Klassiker unter den Superfoods.

Sprich: Spirulina

Botanische Bezeichnung und Herkunft: Spirulina platensis, Microalge

Aussehen: intensiv dunkelgrüne, spiralförmig gewundene Alge

Geschmack: nicht gerade bezaubernd, krautig, fade

Tagesdosis: rund 4 g

Superinhalt: Chlorophyll, Protein, Eisen, Vitamin B12, Aminosäuren, Fettsäuren, Carotine, Mineralstoffe, Spurenelemente

(mögliche) Wirkungen: engiftend, immunstimulierend

 

Haben Superfoods auch Nebenwirkungen?

Gute Frage. Manche enthalten sehr viel Fett, also auch Achtung auf die Mengen, die man verzehrt. Knabbert man viel Chia mit wenig Flüssigkeit, wird das die Verdauung nicht unbedingt fördern. Spirulina sollte man mit mindestens einer Viertelstunde Abstand zu Medikamenten anwenden. „Ältere“ Superfoodes wie Grapefruitkernextrakt dürfen nicht bedenkenlos mit einer ganzen Reihe von Arzneimitteln kombiniert werden. Und bei Kindern, Schwangeren und Stillenden ist Vorsicht sowieso die Mutter der Porzellankiste.

Fazit: Wo Wirkung ist, kann auch Nebenwirkung sein. Und die Verwendung von Superfoodprodukten entbindet nicht der Aufgabe, sich gesund, biologisch, saisonal, regional und fair zu ernähren. Man bleibt als mündiger Konsument gefordert.

Wo kann ich Superfood kaufen und was kostet das?

Verarbeitete Produkte sind praktisch. Gesund sind alle, manche schmecken richtig gut. Bei der Herstellung der Trockenextrakte wird darauf geachtet, dass die wertvollen Inhaltsstoffe nicht durch Hitzeeinwirkung zerstört werden, Stichwort raw, also alles unter 42 Grad Celsius ist gut. Und das kostet natürlich. Je weiter ein Produkt gereist ist und je aufwendiger es verarbeitet wurde, umso mehr kostet es.

Moringapulver gibt es zum Beispiel um rund Euro 40,- für 200 g, Gerstengraspulver findet man schon um rund Euro 10,- für 170 g. Eine Einkaufsliste schreiben und Preise vergleichen zahlt sich auf alle Fälle aus!

Der Trend kommt aus den USA, der Begriff wurde vom Ernährungswissenschafter David Wolfe geprägt und ich wundere mich gerade, dass es nicht Megafood oder Ultimative Food heißt. Aber vielleicht kommt das ja noch. Dass „gesund und fit“ bei jungen, körperbewußten Menschen ebenso wie bei unter der Hand Alternden (wie bei mir) im Trend liegt, haben auch europäische Hersteller kapiert.

Superfoods kaufen – aber wo?

Man findet Superfood im Bioladen, auf dem Markt und im gut sortierten Drogeriefachmarkt. Große Anbieter mit breitem Sortiment sind:

  • feinstoff.neDas Unternehmen fühlt sich der Ayurvdischen Lehre verbunden und hat zahlreiche Distributionsstellen. Für mich eindeutig der Platzhirsch.
  • superfood.at: Das Österreichische Unternehmen mit Sitz in Graz bietet auch ein breites Sortiment rund um Superfood herum. Das fängt bei biologischem Frischobst an und reicht bis zum veganen, biozertifizierten Sonnenschutzprodukt.
  • Eliment – the organic smoothie lab: Direkt im 1. Bezirk in der Wipplingerstraße 32 – und ja: Smoothies sind Superfood, wenn sie aus den entsprechenden Lebensmittel gemacht werden.
  • Dancing Shiva: Toller Shop mit breitem Sortiment, freundlichem Personal und super Essen im integrierten Restaurant.
  • Deli BluemHier wird vergeatrisch und vegan mit viel Leidenschaft und Expertise gekocht. Da kann man sich einiges Abschauen in Sachen super und auch Fertiges mit nach Hause nehmen.

Ist Superfood tatsächlich gesund?

Bei Nahrunsmitteln grundsätzlich auf Qualität, Nährwert- und natürlichen Mehrwert zu achten, ist schlau. „Du bist, was du isst“, ist immer noch ein guter Spruch. Aber man darf schon auch über die eigenen Bedürfnisse hinausdenken. Was passiert, wenn plötzlich sehr viele Menschen weltweit exotische Pflanzen konsumieren? Kommen die Rohstoffe aus Wildsammlung oder werden Plantagen angelegt für die ein Urwald mit Artenvielfalt weichen muss? Wie sieht es aus mit der Ökobilanz von mit dem Flugzeug herbeigeschafften Lebensmitteln? Wer prüft auf Schadstoffbelastung durch z.B. Schwermetalle? Und eine sehr wichtige Frage bleibt natürlich nicht aus: Werde ich hier als KonsumentIn über den Esstisch gezogen?

Fazit: Superfood ist gesundheitsfördernd, aber man darf schon kritisch über den Rand der Müslischale hinausblicken.

Zum Abschluss ein Wort der Vorsicht: Nicht alles, was man als Nahrungsergänzungsmittel oder diätetisches Lebensmittel kaufen kann, ist harmlos. Wer unsicher ist, fragt den Ernährungsberater oder die Apothekerin!



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