Trauringe: Was ihr wissen müsst, bevor ihr euch traut

Trauringe an den Händen eines Hochzeitspaares

In unserem Artikel erfährst du alles zu Kosten, Materialien und Traditionen rund um Trauringe und Eheringe. Foto: Adobe Stock, fotovika

Trauringe symbolisieren eine tiefe Liebe und Verbundenheit – und das ein Leben lang. Doch aus welchem Material sollten Eheringe geschmiedet sein, um wirklich ein Leben lang zu bestehen? Wir haben uns schlau gemacht, worin sich Ringe aus Gold, Silber oder Platin unterscheiden und mit welchen Kosten ihr für die edlen Schmuckstücke samt Brillant rechnen müsst. Außerdem: An welcher Hand man Ehering und Verlobungsring trägt.

Trauringe: Welche passen zu euch?

Viele Hochzeitspaare haben schon genaue Vorstellungen davon, welche Trauringe sie möchten. Andere sind von der Auswahl von Material und Design etwas überwältigt. Die Wahl der perfekten Ringe hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Material: Trauringe aus Gold, Silber oder Titan?

Eheringe sollten im Idealfall – genau wie die Ehe selbst – ein Leben lang halten. Darum kommt es neben einem zeitlosen Design auch auf das Material bzw. die Legierung der Trauringe an. Zur Ringfertigung kommen dabei vor allem Gold, Silber, Platin, Edelstahl und Titan zum Einsatz.

Trauringe aus Roségold und Weißgold im Bicolor-Stil mit kleinem Brillanten

Trauringe aus Roségold und Weißgold im Bicolor-Stil mit kleinem Brillanten, Foto: Adobe Stock, torriphoto

Häufig kombinieren Schmuckdesigner die unterschiedlichen Materialien auch und stellen zwei- oder sogar dreifärbige Trauringe her. Man spricht dann von Bicolor- oder Tricolor-Eheringen.

Materialien für Trauringe:

  • Gold: gibt es je nach Legierung in Roségold, Rotgold, Gelbgold und Weißgold
  • Silber: für günstige Eheringe
  • Edelstahl: Stahl mit besonders hohem Weißheitsgrad
  • Platin: extrem hart, widerstandsfähig und hypoallergen
  • Titan: dunkelgraue Färbung, preiswert und widerstandsfähig
  • Palladium: silberne Farbe, farbbeständig, abriebfest, verhältnismäßig günstig
  • Carbon: künstlich hergestellter Werkstoff, besonders robust, dunkle Farbe, z. B. für schwarze Eheringe
  • Wolfram: silbern schimmernd, äußerst hart, enthält kein Nickel

Ringe aus Silber sind in der Regel die günstigste Wahl für Trauringe. Allerdings sind sie auch anfälliger für Kratzer und Verformungen. Besonders widerstandsfähig ist dagegen z. B. das äußerst harte Edelmetall Platin. Das schlägt sich allerdings auch auf den Preis nieder, der bei Trauringen aus Platin um einiges höher ausfällt.

Klassisch: Trauringe aus Gold

Ein zeitloser Klassiker sind Trauringe aus Gold. Sie sind besonders elegant und lange haltbar. Neben traditionellem Gelbgold entscheiden sich Hochzeitspaare zunehmend auch für Eheringe aus Roségold oder Rotgold, die durch Zusätze im Metall rötlich schimmern. Daneben ist Weißgold seit Jahrzehnten ein Dauerbrenner. Bei Weißgold handelt es sich um Gold, dem durch die Beimengung von Nickel, Silber und Platin oder Palladium die gelbe Farbe entzogen wird, sodass es eine silberne Optik erhält. Durch den zusätzlichen Arbeits- und Materialaufwand sind Eheringe aus Weißgold auch teurer.

Trauringe aus Gold: Was bedeutet „Karat“?

Der Feinlegierungsstempel gibt an, wie hoch der Goldanteil in einem Ring ist bzw. wie viel Karat er besitzt. Je höher der Feingoldanteil ist, desto beständiger ist auch der Ring.

  • 333er Gold = 33,3 % Feingoldanteil = 8 Karat: kann anlaufen, verblassen und zerkratzen
  • 585er Gold = 58,5 % Feingoldanteil = 14 Karat: häufige Wahl bei Eheringen, beinahe anlaufbeständig und widerstandsfähiger
  • 750er Gold = 75,0 % Feingoldanteil = 18 Karat: äußerst beständig, hält ein Leben lang
  • reines Gold = 100 % Feingoldanteil = 24 Karat: zu weich, sollte nicht für Eheringe verwendet werden

Eheringe mit 33,3 % Feingoldanteil (333er Gold) bestehen neben Gold zum Großteil aus Silber. Daneben können Kupfer und weitere Legierungszusätze in den Ringen enthalten sein. Beliebter sind daher Trauringe aus 585er Gold. Sie besteht beinahe zu 60 % aus Gold und sind daher um einiges widerstandsfähiger.

Trauringe aus Gold, einfache Eheringe aus Gelbgold ohne Brillanten

Trauringe aus Gold: Die Karat bestimmten den Preis der Eheringe. Foto: Adobe Stock, LIGHTFIELD STUDIOS

Eine noch längere Beständigkeit versprechen Trauringe aus 750er Gold mit 18 Karat. Sie halten wirklich ein Leben lang, kosten aber dementsprechend mehr. Reines Gold (24 Karat) eignet sich hingegen nicht für Trauringe, da dieses allein viel zu weich wäre.

Trauringe für Allergiker: Manche Menschen reagieren auf ein oder mehrere Metalle allergisch. Das können Nickel, Zink oder Kupfer, aber auch Gold, Silber und Titan sein. Sollte bei euch eine solche Allergie bekannt sein, lasst den Juwelier unbedingt davon wissen. So kann vermieden werden, dass sich das problematische Metall in der Legierung der Trauringe findet.

Günstige Trauringe aus Silber

Wer günstige Trauringe sucht, der findet mit Silber ein preiswertes und dennoch schönes Material. Zumeist kommt bei Eheringen aus 925er Silber (Sterlingsilber) zum Einsatz. Das Metall lässt sich sehr gut verarbeiten und gegen Aufpreis rhodinieren. Der Überzug aus Rhodium verleiht Silberringen zusätzlichen Glanz und Widerstandskraft. Zerkratzen Eheringe aus Silber dennoch einmal, oder sind sie verbogen, kann ein Juwelier sie wieder gerade biegen und glänzend polieren.

Trauringe aus Platin: widerstandsfähig und gut für Allergiker

Platin ist hypoallergen und eignet sich daher hervorragend für Menschen, die allergisch auf andere Metalle reagieren. Darüber hinaus ist das Edelmetall äußerst widerstandsfähig und beständig. Auch nach vielen Jahrzehnten verändert Platin seine Farbe nicht und läuft auch nicht an. Durch seine Härte kommt es bei Eheringen aus Platin auch zu keinem Abrieb.

An welcher Hand trägt man den Ehering?

Im antiken Ägypten, Rom und Griechenland trug man den Ehering stets am Ringfinger der linken Hand. Denn man war damals davon überzeugt, dass die sogenannte „Vena amoris“, also die Ader der Liebe, von dort direkt zum Herzen führt. Auch die Österreicher trugen den Trauring lange Zeit an der linken Hand.

Trauringe - welche Hand? Ein Mann steckt einer Frau bei der Hochzeit den Ehering an den Ringfinger der rechten Hand.

In Österreich trägt man Trauringe üblicherweise am Ringfinger der rechten Hand. Foto: Adobe Stock, Porokhniak Valentyn

Etwa im 16. Jahrhundert wechselte er jedoch von der linken an die rechte Hand. Der Grund dafür liegt womöglich daran, dass während der Reformation der Kirche eine Stelle in der Bibel neu ausgelegt wurde. Diese besagt, dass die rechte Seite für das Gute und das Recht steht. Heute trägt man Eheringe in Österreich, Deutschland und der Schweiz traditionell am Ringfinger der rechten Hand.

  • Ehering an der rechten Hand in: Österreich, Deutschland, Schweiz, Dänemark, Norwegen, Russland, Polen, Bulgarien, Portugal, Spanien, Griechenland, Indien
  • Ehering an der linken Hand in: USA, Kanada, Südamerika, Großbritannien, Italien, Frankreich, Slowenien
An welche Hand gehört der Verlobungsring? In Österreich trägt man den Verlobungsring klassischerweise am Ringfinger der linken Hand. Dort kann er auch nach der Hochzeit weiterhin getragen werden. Werden hingegen Ansteckringe gewählt, so werden diese meist am selben Finger getragen.

Was kosten Trauringe?

Bei den Kosten für die Trauringe kommt es vor allem darauf an, welches Material ihr euch wünscht und ob die Ringe mit Edelsteinen verziert sein sollen oder nicht. Häufig legen Frauen nach der Eheschließung ihren Verlobungsring ab und wünschen sich dann weiterhin einen Ring mit einem Brillanten. So ein Brillant (= Diamant mit besonderem Schliff) lässt die Kosten steigen. Auch zusätzliche Materialien (Bicolor- oder Tricolor-Trauringe), aufwendige Designs oder Sonderanfertigungen nach eigenen Wünschen haben ihren Preis.

Trauringe Trends 2019: filigrane Fantasy Eheringe in Gold

Eninfache Silberringe gibt es ab 150 €, Ringe aus Gold ab etwa 750 €. Foto: Adobe Stock, elisabeth3

Verzierungen, Diamanten oder Edelsteine sind natürlich kein Muss. Wenn ihr es schlicht mögt, könnt ihr einfache Ringe ohne Stein wählen und damit Geld sparen. Ein weiterer Grund, sich für ein schlichtes Design zu entscheiden: Ihr werdet die Eheringe über viele Jahre hinweg tagtäglich tragen. Im Laufe der Zeit ändern sich womöglich eure Geschmäcker. Auffällige Ringe, die euch heute gefallen, findet ihr in vielen Jahrzehnten womöglich nicht mehr passend.

Ausschlaggebend für den Preis der Trauringe:

  • Material (beispielsweise Silber, Gold oder Platin)
  • Feingoldgehalt bei Goldringen (Karat)
  • wie viel Material verarbeitet wird (breite oder schmale Ringe)
  • Edelsteine (z. B. Diamanten)
  • Design (aufwändig oder schlicht)
  • Marke
  • Sonderanfertigungen
  • Oberflächenbearbeitung
  • Gravur

Einfache Trauringe aus Silber gibt es im Set bereits ab 150 €. Trauringe aus Gold mit 14 Karat (inkl. ein Ring mit kleinem Brillanten) gibt es schon um rund 750 €. Eheringe aus Platin oder Palladium liegen preislich fast immer über 1000 €. Zusätzliche Kosten fallen für Brillanten und kunstvolle Designs, in denen mehrere Materialien verarbeitet wurden, an.

Hinzu kommen verhältnismäßig geringe Kosten für die Oberflächenbearbeitung (z. B. poliert, längsmatt oder gehämmert) und die Gravur. Meist bekommt man zu den Eheringen eine schöne Ringschachtel, manchmal sogar ein Ringkissen, geschenkt.

Wann sollte man die Trauringe kaufen?

Eigentlich spricht nichts dagegen, sich bereits um die Trauringe zu kümmern, sobald das Hochzeitsdatum feststeht. Denn dann könnt ihr diese bereits von der To-do-Liste streichen. Allerspätestens 3 Wochen vor dem großen Tag solltet ihr die Ringe unbedingt bestellen, damit sie auch rechtzeitig fertig werden.

Handelt es sich um Sonderanfertigungen, kann die Lieferzeit bzw. Fertigungszeit auch schon mal 4-8 Wochen betragen. Bei großen Schmuckhändlern wie Dorotheum geht es naturgemäß etwas schneller als bei kleinen Goldschmieden mit geringer Marge. Wie lange es dauert, bis die Eheringe fertig sind, hängt unter anderem davon ab:

  • Maße der Trauringe
  • Extra-Wünsche an den Juwelier (z. B. zusätzliche Steine, andere Farben)
  • Verfügbarkeit der gewünschten Materialien
  • Ringe „von der Stange“ oder spezielles Design
  • Art des Betriebs (große Kette oder kleine Goldschmiede)
  • Zeitpunkt der Hochzeit (Hochzeits-Hochsaison im Sommer vs. Winter)

Am besten besucht ihr rund 12 Wochen vor der Hochzeit bereits verschiedene Juweliere oder Goldschmiede, um einen Eindruck darüber zu gewinnen, welche Trauringe euch begeistern und was euer Budget hergibt. Dabei könnt ihr bereits nachfragen, wann ihr die Ringe spätestens bestellen müsst.

Wer zahlt die Trauringe?

Den Verlobungsring – sofern es einen gibt – bezahlt meist derjenige, der den Heiratsantrag stellt. Die Trauringe hingegen sucht das Paar meist gemeinsam aus. Daher werden in der Regel auch die Kosten auf beide Personen verteilt. Wie genau das Bezahlen der Eheringe schließlich gehandhabt wird, bleibt natürlich jedem Paar selbst überlassen.

Trauringe in Wien kaufen: für jeden das Richtige

Wer überreicht die Trauringe auf dem Standesamt?

In Stein gemeißelte Regeln gibt es auch für die Ringübergabe nicht. Meist fällt das Überreichen der Trauringe auf dem Standesamt jedoch einem Trauzeugen zu. Gibt es zwei Trauzeugen, regeln viele Hochzeitspaare es so, dass ein Trauzeuge während der Trauung den Brautstrauß hält. Der andere reicht dafür die Eheringe. Das geschieht übrigens im Anschluss an das Ja-Wort.

Trauringe in einer Ringschachtel aus Holz im Vintage Design

Bis zur Übergabe bewahrt der Trauzeuge die Trauringe in einer Ringschachtel auf. Foto: Adobe Stock, shchus

Ihr könnte die Übergabe natürlich auch ganz anders gestalten. In Amerika ist es zum Beispiel ein beliebter Brauch, ein Kind als Ringträger einzusetzen, ebenso wie zum Streuen von Blumen auf den Korridor. Das geht natürlich auch auf dem Standesamt. Probt den Weg zuvor ein paar Mal mit den Kleinen und stellt Mama oder Papa zur Seite, falls die Übergabe am großen Tag doch nicht reibungslos klappt.

Was sind Partnerringe?

Neben Eheringen und Verlobungsringen werden auch Partnerringe immer beliebter. Ein brandneuer Trend sind sie jedoch nicht. Schon vor hunderten Jahren war es in Europa üblich, Ringe als Zeichen der Verbundenheit auszutauschen – und das nicht nur unter Liebenden, sondern auch unter Freunden oder Verwandten. Anders als Verlobungsringe signalisieren Partnerringe nicht zwingend das Versprechen auf eine bevorstehende Ehe. Pärchen zeigen damit jedoch, dass sie zusammengehören und es auch bleiben wollen.

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