Wühlmaus im Garten? Schermäuse erfolgreich bekämpfen

Wühlmaus im Garten? Wasserratten erfolgreich bekämpfen

Wühlmäuse bekämpfen

Wühlmäuse bekämpfen ist gar nicht so leicht. Wir geben Tipps und verraten, wann der Profi ran muss. Foto: Adobe Stock, (c) georgigerdzhikov

Ja, sie sind flauschig. Und irgendwie auch niedlich. Aber du möchtest sie trotzdem nicht in deinem Garten haben: Wühlmäuse. In Sommer und Herbst bringen sie dich um die Gartenernte, im Frühjahr vernichten sie die Zierpflanzen. Wir zeigen dir, wie du Wühlmäuse bekämpfen und dauerhaft vertreiben kannst.

Woran erkenne ich eine Wühlmaus?

Mäuse tragen wie alle Nager zu einem gesunden Ökosystem bei. Während Spitzmäuse, Haselmäuse und andere possierliche Tiere im Garten friedlich mit anderen Arten koexistieren, vernichtet die heimische Wühlmaus jedoch gnadenlos sämtliche Pflanzen. Und das größte Problem: Gefällt es der Maus erst einmal in deinem Garten, wirst du sie nur schwer wieder los. Daher ist schnelles Handeln gefragt. Daran erkennst du den wühlenden Untermieter:

  • Allesfresser: Karotten, Erdäpfel und Sellerie schmecken der Wühlmaus ebenso gut wie Blumenzwiebeln und Obststräucher.
  • Erdhügel: Wühlmäuse übersäen deinen Garten mit Erdhügeln, die jedoch flacher sind als Maulwurfshügel.
  • Gangsystem: Die Gangsysteme der Wühlmaus verlaufen dicht unter der Oberfläche, sind genagt (nicht „geschaufelt“) und vollkommen frei von Wurzeln.
  • Fraßspuren: Futtert sich eine Wühlmaus durch deinen Garten, erkennst du dies an rillenartigen Fraßspuren an Baumrinden und Wurzelwerk.
  • Erdeinbrüche: Da die Gänge sich dicht unter der Oberfläche befinden, kann es passieren, dass du beim Flanieren in deinem Garten ins Erdreich einsinkst (aufgelockerter Boden).

 

Wie sehen Wühlmäuse aus?

Wühlmäuse, auch Schermäuse oder Wasserratten genannt, sind durch ihren Körperbau sehr gut von der Haus- oder Feldmaus zu unterscheiden. Sie haben einen plumpen, etwas gedrungenen Körper von 12 bis 22 cm Länge und einen kürzeren, dicklichen Schwanz. Ihr Kopf ist vergleichsweise groß und breit und die Ohren sind klein und liegen eng an.
Wühlmäuse bekämpfen

Wühlmäuse bekämpfen: Die Wühlmaus ist im Volksmund auch als Wasserratte und Schermaus bekannt. Adobe Stock, (c) Stephan Morris

Wühlmaus oder Maulwurf?

Der erste Hinweis auf Wühlmäuse sind die vielen Erdhügel. Sie erinnern an Maulwurfshügel, sind jedoch niedriger. Statt dem typischen mittigen Eingangsloch klettert die Wühlmaus seitlich versetzt aus dem Hügel heraus. Wo sich Hügel finden, besteht längst auch ein Tunnelnetz dicht unter der Oberfläche. Dieses kannst du ein Stück weit freilegen, um dir einen Überblick zu verschaffen. Die Gänge der Mäuse sind hochoval beschaffen und meist breiter als die des Maulwurfs. Achtung: Die Unterscheidung ist wichtig! Maulwürfe sind in ganz Europa geschützt und dürfen nicht getötet werden.

Test durch „Verwühlprobe“: Wühlmäuse sind pedantisch, was ihre Gänge betrifft. Wenn du das Tunnelsystem einer Wühlmaus freilegst, reagiert sie sofort und hat sämtliche Eingänge schon nach wenigen Stunden verschlossen und seitlich umgraben.

Darf man Wühlmäuse töten?

Während Maulwürfe geschützt sind, ist das Töten von Wühlmäusen in Österreich erlaubt. Die beste Zeit, um die Nager zu bekämpfen, sind die Wintermonate (Oktober bis März), da die Tiere sich in dieser Zeit nicht vermehren. Einem Wühlmaus-Befall während des Sommers Herr zu werden, ist ohne professionelle Hilfe kaum möglich. Geschlechtsreife Tiere gebären drei- bis viermal im Jahr bis zu 20 Junge, die bereits nach wenigen Monaten ebenfalls geschlechtsreif sind.

Wie werde ich Wühlmäuse los?

Es gibt verschiedene Ansätze, wie bei einem Wühlmaus-Befall vorzugehen ist. In jedem Fall hast du es mit einem schwierigen Gegner zu tun. Wasserratten verfügen über einen exzellenten Geruchssinn. Sie können die Gefahr wortwörtlich riechen und werden Köder und Fallen nicht anrühren, wenn sie Menschengeruch wahrnehmen. Um Schermäuse zu bekämpfen, solltest du folgendermaßen vorgehen:

  1. Lebendfallen verwenden, damit es keine zivilen Opfer gibt. Kasten- oder Röhrenfallen sind am besten geeignet.
  2. Pro 500 m2  20 Lebendfallen aufstellen.
  3. Fallen vor der Verwendung ein oder zwei Tage mit Erdkontakt im Freien liegen lassen, um den „Menschengeruch“ zu überdecken. Zusätzlich können sie mit Wühlmausköder (Vorsicht: giftig!) eingerieben werden.
  4. Fallen vorsichtig in die Wühlmausgänge einsetzen, anschließend wieder mit Erde bedecken.
  5. Bei allen Vorgängen Handschuhe tragen, um keinen Geruch zu hinterlassen.
  6. Fallen mehrmals täglich auf Fang kontrollieren (Tierschutz).

Achtung: Du solltest die Tiere mindestens 15 km von deinem Wohngebiet entfernt freilassen. Anderenfalls kann es sein, dass sie nach ein paar Wochen wieder vor der Tür stehen bzw. in deinem Garten wühlen.

Wühlmäuse vertreiben: Buttersäure, Fressfeinde & Co.

Da Wühlmäuse einen ausgeprägten Geruchssinn haben, kursiert das Gerücht, man könne sie mit Buttersäure, Fischabfällen, Tier- und Menschenhaaren vertreiben. Tatsache ist jedoch, dass sich die Wühlmaus von diesen Gerüchen zwar abgestoßen fühlt, dies jedoch kein ausreichender Grund ist, um ihre Niederlassung dauerhaft zu verlassen. Und mal ehrlich: Willst du wirklich deinen gesamten Garten mit Fischabfällen überschwemmen?

Sinnvoll kann es hingegen sein, natürliche Fressfeinde der Wühlmaus (z.B. Greifvögel, Katzen und Mauswiesel) „anzusiedeln“. Dies gelingt, indem du deinen Garten entsprechend einladend gestaltest: Mauswiesel verstecken sich gern unter großen Haufen aus Steinen und Holz und Geifvögel lassen sich bevorzugt auf Ansitzstangen mit Blick auf den Garten nieder.

 

Schädlingsbekämpfung: mit dem Profi gegen Wühlmäuse

Wenn du weder mit Lebendfallen noch mit lauten Geräuschen oder Gestank experimentieren möchtest, hilft nur der Schädlingsbekämpfer. Den passenden Kammerjäger für deine Region findest du auf HEROLD.at. Dieser setzt auf (für den Menschen) ungiftige Präparate, um die Wühlmäuse zu bekämpfen. Die Schermaus wird je nach Befall in ihrem Tunnelsystem durch Kohlenmonoxid oder andere in die Gänge eingeführte Präparate getötet. Bei besonders vielen Tieren ist das Aufbrechen der Gänge erforderlich. Der Garten wird also oberflächlich leicht beschädigt, dafür sorgt der Profi aber zuverlässig für eine effektive Ausrottung der Schädlinge.

Wann muss der Profi ran?

Die Kosten für eine professionelle Schädlingsbekämpfung schrecken zunächst einmal ab. Tatsache ist aber, dass dich erfolglose Selbstversuche am Ende nicht nur das Geld für Fallen, Köder & Co. kosten, sondern je länger es dauert, desto mehr Pflanzen und Bäume werden ihr Leben lassen. Wühlmäuse ziehen von selbst nämlich erst dann weiter, wenn alle Wurzeln abgefressen sind. Der Profi-Einsatz ist notwendig, wenn

  • der Wühlmausbefall so stark ist, dass du die ungebetenen Gäste auch am Tage durch deinen Garten flitzen siehst.
  • sie dich im Sommer heimgesucht haben und sich rasend vermehren.
  • du nicht sicher bist, ob es sich wirklich um Wühlmäuse handelt, sondern vielleicht um andere (möglicherweise geschützte) Arten.

Der Schädlingsbekämpfer nimmt zunächst eine Befallsanalyse vor und gibt dir detailliert Auskunft über Dauer und anfallende Kosten der notwendigen Maßnahmen. Beides hängt im wesentlichen von der Größe der Population und der befallenen Fläche ab. Profis für Schädlingsbekämpfung findest du hier:

 

Gemüse, Obst und Blumen retten

Niemand hat Freude daran, gewaltsam gegen pelzige Untermieter vorzugehen. Doch die Schermaus richtet große Schäden in Gärten an und kann ganze Ernten vernichten. Durch die Aushöhlung des Erdreichs besteht außerdem die Gefahr, beim Spazieren oder mit schwerem Gerät (z.B. in der Landwirtschaft) in den Boden einzubrechen. Daher gilt: Wenn erste Fang- und Vertreibungsversuche scheitern, solltest du dich so schnell wie möglich an einen Experten wenden!

Achtung: Nach einer Wühlmaus-Invasion ist es grundsätzlich sinnvoll, den Baumbestand von einem Experten für Gartengestaltung bzw. für Baumpflege überprüfen zu lassen. Je nach Größe der Population kann es nämlich sein, dass die Wühlmäuse sich auch an den Wurzeln großer Bäume zu schaffen gemacht haben – und hier besteht echte Gefahr! Der Experte kann abschätzen, ob ein Baum gerettet werden kann oder ob du ihn aus Sicherheitsgründen lieber fällen solltest.

Wie schütze ich meinen Garten vor Wühlmäusen?

Wenn du deinen Garten nach der Wühlmaus-Invasion neu bepflanzt, solltest du direkt Vorsichtsmaßnahmen gegen eine erneute Einwanderung treffen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Maschendraht: Um die wertvollen Knollen zu schützen, solltest du Sträucher und Obstbäume direkt beim Anpflanzen in Körbe aus Maschendraht (Baumarkt) setzen.
  • Kunststoff: Für den Schutz von Blumenzwiebeln eignen sich Pflanzkörbe aus Kunststoff am besten.
  • Lärm: Manchmal können geschickt platzierte ultraschallerzeugende Geräte dabei helfen, den Garten für Wühlmäuse unwirtlich zu machen.
  • Feindpflanzen: Aufgrund ihres empfindlichen Geruchssinns fühlen Wühlmäuse sich von bestimmten Pflanzen (z.B. Kaiserkronen, Wolfsmilch und Knoblauch) abgestoßen.

Tipp: Wenn du auf Nummer sicher möchtest, kannst du für die Neubepflanzung deines Gartens natürlich auch einen professionellen Gartengestalter engagieren. Dieser weiß genau, welche Pflanzen den Wühlmäusen besonders gut schmecken, und ergreift alle notwendigen Maßnahmen. In unserem Ratgeber „Gartengestaltung mit Profi“ erfährst du u.a., wie du bei der Gartengestaltung trotz professioneller Hilfe Kosten sparen kannst und welche Fördermöglichkeiten es gibt.



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