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Zahnschmuck: Welche Art ist die beste?

Zahnschmuck

Foto: Fotolia, (c) Frank Eckgold

Der Schönheitskult unserer Zeit macht vor keinem Körperteil halt. Neben Tattoos und Piercings an diversen Körperstellen werden mittlerweile auch Zähne verziert. Egal ob Grillz, Dazzler oder Zahncaps, hier erfährst du die wichtigsten Unterschiede und welche möglichen Risiken Zahnschmuck birgt.

Zahnschmuck erfüllt keinerlei medizinischen Zweck, sondern dient einzig und allein der Ästhetik. Wer sich für Zahnschmuck entschließt, kommt an Fragen wie „Was ist das beste Material?“ oder „Welcher Stein ist am schönsten?“ und „Wie teuer ist Zahnschmuck eigentlich?“ nicht vorbei. Hier die Antworten.

 

Welche Arten von Zahnschmuck gibt es?

Als Zahnschmuck werden Steinchen und andere Verzierungen bezeichnet, die mit speziellen Klebern an der Vorderseite von Zähnen befestigt (Dazzler, Twinkles, Skyces, Tattoos) oder über sie gestülpt (Zahncaps, Grillz) werden. Hiervon gibt es folgende Variationen:

  • Dazzler (engl.: dazzle = blenden): in verschiedenen Formen (z.B. Sternchen, Blümchen Tiermotive) erhältliche, dünne, verzierte Goldfolien.
  • Twinkles® (engl.: twinkle = blitzen; Brillies): dünne massive Halbreliefs aus Gold mit gelegentlich eingearbeiteten Kristallglas-, Halbedel-, Edelsteinen (z.B. Rubin, Diamant) oder Strass in Stern-, Herz-, Tropfen-, Tier-, Kreisform usw.
  • Skyces: Schmucksteine aus hochwertigem Kristallglas oder Diamanten ohne Metalleinfassung mit verspiegelter Rückseite, die bei Lichteinfall glitzernde Lichtreflexe erzeugen.
  • Zahncaps: aus einzementierten Edelmetall-Zahnkronen entwickelte Metallkappen. Zahncaps werden über die oberen Schneidezähne gestülpt und können herausgenommen werden.  Gelegentlich beinhalten sie eingearbeitete Schmucksteine.
  • Grillz (Grills, Hip Hop Grillz): im Zahnlabor aus Edelmetall mit oder ohne Verzierungen (z.B. eingravierte Schriftzüge)/eingefasste Schmucksteine hergestellte, einzelne Zähne oder ganze Zahnreihen umfassende oder zwischen den Zähnen befindliche Zahncaps oder mit einem Silikonschlüssel an die Zähne angepasste One Size-Grillz in diversen Formen und Farben.
  • Zahn-Tattoos: durch Mundhygiene rasch wieder verschwindende Miniaturbildchen.

Wer stellt Zahnschmuck her und wer darf ihn anbringen?

Wo man Zahnschmuck machen lassen kann: bei speziellen Händlern und Zahntechniklabors, wie man sie vielfach im Internet findet oder – besser noch – mit denen Zahnärzte zusammenarbeiten. Auch wenn man dort Zahnschmuck Sets als Privatperson bekommt und verwenden kann, sollte die Anbringung durch einen Zahnarzt erfolgen, um die Zähne vor Schäden zu bewahren. Und zwecks fachkundiger Beratung, denn einige Umstände verbieten die Verwendung von Zahnschmuck wie

  • mangelhafte Mundhygiene
  • mehrfacher Kariesbefall
  • chronische Zahnfleischentzündung
  • Allergien gegen Schmuckmaterialien
  • Tragen von Zahncaps/Grillz bei Abwehrschwäche oder während des Schlafs

Wie wird Zahnschmuck befestigt und wie klebt man ihn?

Dauerhaft verklebter Zahnschmuck wird nach Reinigung und Trockenlegung des gesunden (!) Zahns mit Phosphorsäure aufgeraut und mittels adhäsiver Klebetechnik mit lichthärtendem Komposit (Kunststoff, der auch sonst in der Zahnheilkunde als Kleber zum Einsatz kommt) an seiner Rückseite befestigt. Etwaige Kompositüberschüsse werden wegpoliert und die Zahnoberfläche zwecks Remineralisierung fluoridiert.

Wie lange hält Zahnschmuck und wie kann man ihn entfernen?

Dauerhaft befestigter Schmuck für die Zähne hält meist rund sechs bis 24 Monate, gelegentlich auch bis zu zehn Jahren. Mancher Besitzer einer Zahnverzierung wird derselben aber überdrüssig. Dann gilt: Ebenso wie das Anbringen gehört auch das Entfernen besser in die Hände eines Zahnarztes. Er entfernt Twinkles, Dazzles und Co. schnell und schmerzlos mit einem Spezialinstrument, poliert vorsichtig und fachmännisch Klebstoffreste rückstandsfrei ab und versiegelt die Zahnoberfläche mit einem Fluoridgel, damit diese sich vollständig regenerieren kann.

Ist Zahnschmuck schädlich für die Zähne?

Zahnschmuck birgt einige Risiken und kann

  • bei Mundbewegungen an der Mundschleimhaut reiben und Verletzungen verursachen.
  • bei unzureichender Mundhygiene und/oder schlechter Passgenauigkeit (Zahncaps, Grillz) infolge Nischenbildung (z.B. an den Schmuckrändern) Keimen Unterschlupf bieten und so Karies, Zahnfleischreizungen und Entzündungen am Zahnhalteapparat (Parodontitis) auslösen.
  • beim Kauen harter Nahrung oder beim versehentlichen Aufbeißen auf ihn Schmelzrisse oder das Abplatzen von Schmelz hervorrufen. Oder abgelöst und verschluckt oder eingeatmet werden.

Außerdem: der Zahnschmelz muss, damit er hält, vor seinem Aufkleben mit Phosphorsäure angeätzt (= geschädigt, = erhöhtes Kariesrisiko) werden.

Übernehmen Krankenkassen die Kosten?

Da es sich um eine rein ästhetische Behandlung handelt, übernehmen Krankenkassen die Kosten nicht. Die zu zahlende Summe setzt sich aus dem Preis fürs Material und dem Zahnarzthonorar zusammen. Bei beidem gibt es eine große Spannbreite. So erhält man Goldplättchen bereits ab 15 Euro. Andere Marerialien wie Platin-, Titan- oder Edelsteinschmuck können jedoch sehr kostspielig sein und bis zu vierstellige Beträge verschlingen. Für das Einsetzen berechnen die meisten Zahnärzte zwischen 30 und 150 Euro, wobei hierzulande autonome Honorarrichtlinien gelten. Wer seine Zähne dennoch schmücken will, sollte auf die Risiken und besonders seine Zahnhygiene achten.

Weiterführende Links:

https://www.zahn-zahnarzt-berlin.de/schoene-zaehne/zahnschmuck/
https://www.hausarzt-wien.com/aktuelles/gesundheit-medizin/artikel/14526.html
http://www.thomas-lewandowski.de/zahnschmuck-schoenheit-zu-einem-hohen-preis​
http://www.zahn-lexikon.com/index.php/z?id=578:zahnschmuck&catid=53​



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