Faschingskrapfen! Wer hat die besten Krapfen in Wien? - HEROLD

Faschingskrapfen! Wer hat die besten Krapfen in Wien?

Faschingskrapfen

Die besten Faschingskrapfen in Wien werden täglich frisch gebacken und bleiben stundenlang weich und fluffig. Foto: Adobe Stock, (c) v.poth

Wusstest du, dass die Wiener in Sachen Faschingsbrauchtum die Loser des Landes sind? Aber dafür können sie etwas anderes: FASCHINGSKRAPFEN! Und zwar nicht nur essen, sondern auch backen! Wir verraten dir, was einen perfekten Krapfen ausmacht, wo es die besten Faschingskrapfen in Wien gibt und mit welchen kuriosen Krapfen-Facts du Freunde und Familie verwirren kannst.

Wo gibt es die besten Faschingskrapfen in Wien?

Alles schön und gut. Aber wo gibt es sie denn nun, die fluffigen Köstlichkeiten mit süßem Herzen, die auf der Zunge zergehen und unsere Geschmacksknospen verzaubern? Wer sich in Wien auf die Suche nach den besten Faschingskrapfen macht, hat die Qual der Wahl. Tatsache ist nämlich, dass viele Konditoreien in der Hauptstadt es in Sachen Krapfen zur Meisterschaft gebracht haben. Wir stellen dir drei der Besten vor:

1. Krapfen in der Kaffekonditorei Rudolf Groissböck

Konditorei Groissböck in 1100, 11001140 und 1120 Wien

Fragt man einen „echten“ Wiener, wo es die besten Faschingskrapfen gibt, lautet die Antwort sehr wahrscheinlich: „Beste Krapfn 4ever in Wean gibt’s beim Groissböck. Dea is hoid wirklch guad muas i sogn.“ Das ist übrigens ein Original-Zitat von meiner lieben Kollegin Elke. Und tatsächlich: Die Marille- und Vanillekrapfen sind in der 40-jährigen Betriebsgeschichte zum Markenzeichen der Konditorei geworden.

Das Geheimnis? Die Faschingskrapfen werden hier mehrmals täglich frisch vor den Augen der Kundschaft zubereitet. Und die Zahlen sprechen für sich: Seit der Eröffnung im Jahre 1974 hat sich die Kaffeekonditorei zu einem Traditionsbetrieb mit 80 Angestellten und vier Standorten in Wien gewandelt, die jedes Jahr rund 800.000 Krapfen an den Mann bzw. die Frau bringen.

Übrigens: Seit heuer hat die Konditorei auch eine zuckerfreie Variante des Faschingskrapfens im Angebot!

„Nettes Wiener Caféhaus in dem es sehr gute Mehlspeisen, aber auch süße Geschenkartikel gibt. Hier gibt es die allerbesten Krapfen, unbedingt probieren!!!!“ (Bewertung von Userin Enana auf HEROLD.at)

2. Krapfen in der Oberlaa Kurkonditorei

Kaffeekonditorei Oberlaa in 10101030, 1060, 108011001130, 1180 und 1190 Wien

Auch unser nächster Krapfen-Meister blickt auf eine 40-jährige Geschichte zurück: Die Konditorei Oberlaa ist zwar mehr für erlesene Patisserie-Kreationen bekannt als für „gewöhnliche“ Mehlspeisen, aber in Sachen Faschingskrapfen kann den Chefzuckerbäckern hier niemand etwas vormachen. Wie die Kurkonditorei das schafft? Ganz einfach: Beste Zutaten, jahrelange Erfahrung – und gaaanz viel Zeit.

Der Krapfenteig darf hier nämlich eine ganze Nacht lang gehen, wodurch er ein besonders reiches Aroma und eine zarte Porung entwickelt. Auf diese Weise nehmen die Oberlaaer Faschingskrapfen beim Ausbacken besonders wenig Fett auf und geben um so mehr Geschmack ab.

„Top und elegant. Das Punschkrapferl des Jahrtausends wird dort gemacht, sehr edel eingerichtet und dennoch sehr freundlich wird man bedient.“ (Bewertung von Userin Katalala auf HEROLD.at)

3. Krapfen in der Kaffeekonditorei AIDA

Aida Prousek & Co. Chocolaterie in 1070, 1090, 1010, 1210, 1030, 1180, 1100 und 1160 Wien

Die Chocolaterie und Großkonditorei AIDA Prousek & Co. betreibt das Geschäft der Zuckerbäckerei bereits seit mehr als 100 Jahren. Mittlerweile wird der Familienbetrieb in der vierten Generation von Dominik Prousek geleitet und ist in Wien mit knapp 30 Filialen vertreten. Die AIDA-Faschingskrapfen bestechen durch einen klassischen, authentischen Geschmack und einen fluffig-leichten Teig.

Übrigens: Im Gegensatz zu Groissböck und der Kurkonditorei Oberlaa verkauft AIDA seine Faschingskrapfen tatsächlich nur bis einschließlich Faschingsdienstag. Ab dem Beginn der Fastenzeit nimmt der Familienbetrieb die runden Köstlichkeiten aus dem Sortiment.

„AIDA ist für mich immer wieder eine Zeitreise. Die Möbel, die Besucher und das Sortiment wirkt so als wäre es aus dem Jahr 1950 herausgerissen worden und in das Jahr 2012 verfrachtet worden. Das gleichbleibende Sortiment und die Vielfalt der Mehlspeisen begeistert mich immer wieder […].“ (Bewertung auf HEROLD.at)

Faschingskrapfen! Wer hat’s erfunden?

Nein, nicht die Schweizer. Obwohl die sicherlich ihre eigene Krapfen-Geschichte haben. In Wien aber hält sich hartnäckig das Gerücht, der Krapfen sei eine Erfindung der Wiener Bäckerin Cäcilie Krapf. Ob Frau Krapf die runden Leckerbissen nun anlässlich des Hofballs am Wiener Kongress kreierte oder der Krapfen das Zufallsprodukt einer in Rage nach dem Ehemann geworfenen Germkugel ist, die den Gatten verfehlte und in einem Topf mit siedendem Fett landete, ist umstritten.

Ebenfalls umstritten ist, ob Frau Krapf nicht vielmehr auf den faulen Lehrling gezielt hatte, ob sie dies um 1500, um 1600 oder erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts tat, und ob es Frau Krapf überhaupt gegeben hat. Historisch belegt ist allerdings, dass die in Fett gebackenen und mit Früchten gefüllten Germteigkugeln am Wiener Kongress 1815 reißenden Absatz fanden und in der Hauptstadt in diesem Jahr mehr als zehn Millionen Krapfen vernascht wurden.

Warum essen wir Faschingskrapfen?

Heute denken wir bei Fasching vor allem an bunte Partys, schrille Kostüme und das eine oder andere Gläschen (zu viel). Und das ist auch in Ordnung! Eigentlich markiert die Zeit zwischen dem 06. Januar (Dreikönigstag) und Aschermittwoch aber die letzten „fetten Tage“ vor Beginn der 14-tägigen bzw. sechswöchigen Fastenzeit bis Ostern: Hier wird noch einmal geschlemmt, was das Zeug hält!

Und genau hier liegt auch der Ursprung des Faschingskrapfens: Kulturgeschichtlich fallen unter „Krapfen“ nämlich alle in Fett ausgebackenen Teigspeisen. Und Fett und Eier waren genau jene Lebensmittel, die erst zu Ostern wieder gegessen werden durften. So kam es, dass am Tag vor Faschingssonntag (dem sog. „schmalzigen Samstag„) alle Frauen in der Küche standen, um sämtliches Fett und alle Eier in goldgelbes Gebäck und knusprige Schmalznudeln zu verwandeln.

Was macht den perfekten Faschingskrapfen aus?

Marille, Powidl, Apfel, Vanille, Schokolade oder Nougat? Mit Staubzucker, Honigsoße oder Zuckerguss? Dekoriert oder „old school“? Der Faschingskrapfen hat viele Gesichter. Und er hatte sogar mal viel mehr! Wie ein Krapfen genau auszusehen hat wurde nämlich erst in der sog. „Kochordnung“ der Stadt Wien anno 1486 festgelegt. Nach dieser Ordnung hatten die Krapfenpacherinnen ihr Signature Dish fortan als rundes, weiches Hefegebäck mit süßem Herzen zu kreieren.

Wir wissen nun also, wie der Krapfen auszusehen hat. Aber wie muss er schmecken? Bei dieser Frage sind sich alle Naschkatzen einig: Fluffig soll er sein, leicht und locker. Er darf weder zu viel, noch zu wenig süße Füllung haben und bei der Kostprobe dürfen weder Rum- noch Vanillearoma herauszuschmecken sein. Kurz und gut: Der perfekte Faschingskrapfen ist ein kleines Stück Himmel, das Liebe und Freude in die graue Jahreszeit vor Ostern bringt. 😉

Gruppe junger hübscher Frauen, die zum Fasching Wiener Krapfen essen.

Was wäre der Fasching ohne Krapfen? Richtig: betongraue Wirklichkeit! Wir wissen, wo es die besten Wiener Krapfen gibt. Foto: Adobe Stock, (c) Kzenon

Faschingskrapfen selber machen? Rezept

Wusstest du, dass die seitlichen Einspritzlöcher bei der industriellen Produktion entstehen? In der traditionellen Backstube wird der Faschingskrapfen, die Marmelade in der Mitte, nämlich aus zwei gleich großen Teigkugeln zusammengesetzt. Wenn du deine Faschingskrapfen 2018 selbst zaubern möchtest, brauchst du folgende Zutaten (für 32 Portionen):

  • 600 g Weizenmehl der Type 480 oder 700
  • 1 bis 2 Würfel Germ (je nach Geschmack)
  • 200 g Milch
  • 80 g weißen Zucker
  • 2 ganze Eier, 6 Eidotter
  • Prise Salz, echten Vanillezucker
  • Schale von 1 unbehandelten Zitrone
  • 40 ml guten Rum
  • 80 g flüssige Butter

Kuriose Krapfen-Facts

Es gibt Dinge, die man nicht wissen muss. Aber manchmal macht es einfach Spaß, mit unnützen Wissensbrocken um sich zu werfen. Oder hast du etwa gewusst, dass aus Wien die ersten Postkarten der Welt verschickt wurden oder dass du in Österreich insgesamt 869 akademische und nicht-akademische Titel sammeln kannst? Nicht? Ha! Mit diesen kuriosen Krapfen-Facts kannst du während der Faschingszeit Freunde und Familie erheitern.

Krapfen Wien, Faschingskrapfen mit lustigen Gesichtern.

Wer hätte gedacht, dass Faschingskrapfen so interessant sind? Wir haben ein paar witzige Krapfen-Facts für dich. Foto: Adobe Stock, (c) ChristArt

Wie viele Kalorien hat ein Faschingskrapfen?

Also bitte – darüber sprechen wir nicht. Reden wir lieber darüber, dass du einen Faschingskrapfen mit einer Stunde heißem Sex oder 45 Minuten Dauertanz abtrainieren kannst. Das klingt doch gleich viel besser. 😉

Wie füllt man Faschingskrapfen?

Wahre Meister ihres Fachs setzen den Faschingskrapfen, die Marmelade in der Mitte, aus zwei Teigkugeln zusammen. Laien sei empfohlen, die warme (!) Marmelade mittels Dressiersack direkt nach dem Ausbacken einzuspritzen. Und übrigens: Auf echten Faschingspartys liegen zwischen den süßen Köstlichkeiten auch immer ein paar mit Senf gefüllte Krapfen. Ich sag’s nur.

Faschingskrapfen oder Pfannkuchen?

Sehr verwirrend, diese Sache mit den Dialekten. Während Österreicher unter Krapfen alle das gleiche verstehen, reden die Berliner von Pfannkuchen, die Rheinländer vom Kreppel und Rest-Deutschland isst zu Fasching Berliner. Und der Berliner Pfannkuchen ist in Norddeutschland die Palatschinke. Aber so heißt sie natürlich nur in Österreich. Klar soweit?

Der Krapfen als Aphrodisiakum?

Bei aller Liebe zu Frau Krapf und ihren süßen Wurfgeschossen gilt es heute als relativ gesichert, dass die Urahnen unserer Faschingskrapfen Römer waren! Das Gebäck namens Globuli soll mit Honig und Mohn bestrichen gewesen sein und wurde aufgrund seiner angeblichen erotisierenden Eigenschaften bereits um 150 v. Chr. bei den Frühlings-Bacchanalien genossen.

Der Krapfen als Verlobungsring?

So ein flaumig-weicher Krapfen ist schon sehr verführerisch. Aber muss man deshalb gleich heiraten? Um 1900 offenbar ja: War Mann im alten Wien verliebt, lud er die Angebetete auf einen Faschingskrapfen ein. Beim zeremoniellen Teilen des goldgelben Gebäcks ist angeblich so mach eine Verlobung beschlossen worden …



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