Fasching 2018! Die besten Events & schönsten Bräuche

Fasching, Karneval

Fasching im Alemannischen: Die Fasnetrufer sind die Hüter des Fasnetsbrauchtums am Oberrhein. Foto: Adobe Stock, (c) C. Schüßler

Die Wiener tanzen am Bonbon Ball, die Tiroler feiern das Wampelerreiten und in Vorarlberg brennt die böse Winterhexe am Scheiterhaufen: Die Faschingszeit ist da! Wir entführen dich in die fünfte Jahreszeit in Österreich, zeigen dir die verrücktesten Faschingspartys des Landes und verraten, wo es in der Hauptstadt die besten Krapfen zu kaufen gibt.

Was ist Fasching?

Wusstest du, dass schon die alten Ägypter Karneval gefeiert haben? In vorchristlicher Zeit wurde das Wiedererwachen der Natur mit öffentlichen Gelagen, Maskenbällen und farbenprächtigen Umzügen begangen. Die Ägypter feierten des bunte Fest zu Ehren der Göttin Isis, die Griechen für Dionysos, den Gott des Weines, und die Kelten vertrieben die Geister der kalten Jahreszeit, indem sie ein wildes Spektakel mit Rasseln und Holzstöcken aufführten.

Das mittelalterliche Europa kennt den Karneval als „Narrenfest„, das in der Ernennung eines Pseudopapstes gipfelte. In heutiger christlicher Tradition bezeichnet der Fasching jene Bräuche, mit denen die letzten „fetten Tage“ vor Beginn der 14-tägigen bzw. sechswöchigen Fastenzeit zelebriert werden. Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und dient der geistigen Vorbereitung auf das Osterfest.

Fasching

Fasching mal anders: Der berühmte Karneval in Venedig wird mit Stierkämpfen und Herkulesspielen begangen. Foto: Adobe Stock, (c) phokrates

Wann ist Fasching?

Im deutschsprachigen Raum beginnt die Fastnachtszeit ursprünglich am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Seinen bunten Höhepunkt erreicht der Fasching aber in der eigentlichen Fastnachtswoche vom schmotzigen Donnerstag (im schwäbischen Raum) bzw. Weiberfastnacht (im rheinischen Raum) bis Aschermittwoch. In Österreich wird traditionell drei Tage lang von Faschingssonntag bis Aschermittwoch gefeiert. Karneval 2018 beginnt also am 11.02. (Faschingssonntag) und dauert drei Tage lang über Rosenmontag (12.02.) und Faschingsdienstag (13.02.). Viele Events und Faschingspartys finden allerdings schon Ende Jänner statt, weil die meisten bekannten Künstler während der Hauptsaison nahezu ausgebucht sind.

Übrigens: In Köln hallt der Schlachtruf „Kölle Alaaf“ schon ab dem 08.02. (Weiberfastnacht) von den Dächern. Und der Karneval in Venedig taucht die Stadt sogar mehr als zwei Wochen (27.01. bis 13.02.) in bunte Schleier und barocke Kostüme.

Die Sache mit dem 11. November

Als ich in Bonn studiert habe, kam mein Lieblings-Literatur-Prof. am 11. November im Schweinchenkostüm zur Vorlesung. Tatsächlich findet die offizielle Eröffnung der Karnevalssaison nämlich am 11.11. ab 11:11 Uhr statt. Hintergrund ist der, dass es im Jahre 354, als das Faschingsfest erstmalig historisch fixiert wurde, eine 14-tägige Fastenzeit vor Weihnachten gab. Tatsächlich gefeiert wird der 11. November heute aber nur noch von eingefleischten Karnevalsfans.

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Fasching in Köln: Im Kölner Karneval gehören die Funken- oder Tanzmariechen zu jedem Faschingsumzug. Adobe Stock, (c) lunaundmo

Fasching in Österreich: altes Brauchtum in neuem Gwand

Als Sinnbild katholischer Mentalität haben sich die traditionellen Faschingsbräuche vor allem im Rheinland und im schwäbisch-alemannischen Raum gehalten. Ein buntes Eigenleben haben z.B. der lateinamerikanische Karneval (Karneval in Rio, Karneval von Oruro), der Karneval in Venedig und die bunten Maskenumzüge von New Orleans entwickelt, die unter dem Namen Mardi Gras am Faschingsdienstag (13.02.2018) stattfinden.

Im Gegensatz zum „typisch“ deutschen Karneval, der seit dem späten Mittelalter einen deutlichen politischen Zug hat, gesellschaftliche Missstände anprangert und dem Staat den Narrenspiegel vorhält, haben sich in Österreich und der Schweiz die älteren Formen des Faschings erhalten. Vor allem in Tirol wird der Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Frühling und Winter, auch heute noch mit zahlreichen Fasnachtsbräuchen symbolisiert.

Die schönsten österreichischen Faschingsbräuche

Die TIROLER sind die größten Narren Österreichs – und das ist ein Kompliment! Im Westen des Landes haben sich unzählige Brauchtümer erhalten, die Jahr für Jahr internationales Publikum anlocken. Besonders bekannt sind das Wampelerreiten in Axams und die Matschgerer-Umzüge und Mullerläufe rund um Innsbruck und Hall. Bei diesen Umzügen ziehen Klötzler, Zottler, Hexen, Melcher, Spiegeltuxer und Weißer in wildem Tanz durch Straßen und Lokale, um den Winter zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen. Ein Schulterklopfer von Mullern und Matschgern verheißt Glück und Fruchtbarkeit.

 

Die STEIERMARK bittet zum Faschingsrennen: Bei diesem alten Brauch im Krakautal wandern die Faschingsrenner am Rosenmontag von Tür zu Tür, bis sie den höchstgelegenen Bauernhof erreicht haben. Begleitet werden sie von einer Gruppe maskierter Musikanten, deren Darbietungen nach heidnischem Brauch den Winter vertreiben sollen. Das gleiche Ziel haben die „Trommelweiber“ in Bad Aussee: Hier ziehen in Nachthemden gekleidete Männer am Faschingsmontag und -dienstag durch den Ort und vertreiben die Dämonen des Winters mit Trommeln und Trompeten. Am Faschingsdienstag findet außerdem der Flinserlumzug statt, bei dem sich die Frauen des Ortes in wunderschöne Kleider aus Naturleinen hüllen und Süßigkeiten an die Kinder verteilen.

Auch in VORARLBERG ist das alte Faschingsbrauchtum noch lebendig: Beim Feldkircher Fastnachtsumzug ziehen bis zu 4.000 bunt kostümierte Gestalten tanzend und singend durch die Straßen, um den Frühling zu begrüßen. Das Funkenabbrennen am ersten Sonntag nach Fastnacht hat ebenfalls heidnische Wurzeln: Hier werden überall zu Berg und Tal Fackeln entzündet und die „Funkenhexe“ symbolisch am Scheiterhaufen verbrannt. Der Brauch soll die Dämonen des Winters vertreiben und das steigende Licht beschwören.

 

In SALZBURG ist die älteste Faschingsgilde Österreichs zuhause. Da verwundert es nicht, dass die Fastnacht hier besonders enthusiastisch begangen wird! Beim großen Fastnachtsumzug durch Rauris ziehen zahlreiche bunte Faschingswägen mit Gefolgschaft durch die Straßen, bis am Abend eine große After-Show-Party stattfindet. Am Shuttleberg Flachauwinkl-Kleinarl wird Fasching mit einer legendären Clownparty – inklusive einem Live-Auftritt der Salzburger ClownDoctors – begangen. Der Erlös der roten Clownsnasen, die an den Liftkassen erhältlich sind, dient einem guten Zweck.

Was für Köln „Alaaf!“ und Düsseldorf „Helau!“ ist, kennen die KÄRNTNER als „Lei Lei!“ Die Villacher Faschingssitzungen werden seit vielen Jahren österreichweit übertragen und bieten ein buntes Kabarett- und Musikprogramm. Das „Stadtgerücht zu Clagenfurth“ prangert seit fast 50 Jahren Fasching für Fasching das politische und gesellschaftliche Leben der Stadt an und am Faschingssamstag findet in Villach ein bunter Umzug mit mehr als 3.000 Narren und Närinnen statt.

In OBERÖSTERREICH konzentriert sich das närrische Treiben vor allem auf eine kleine Gemeinde zwischen Gmunden und Bad Ischl: Ebensee. Hier jagt ein Faschingsumzug den nächsten und die ganze Gemeinde ist voll Begeisterung dabei. Der Ebenseer Fetzenzug, bei dem alle Teilnehmer in alte, mit Lumpen benähte Frauengewänder gekleidet sind, ist seit 2011 sogar Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Teilnehmer des Fetzenzuges tragen kunstvolle Holzmasken, die von vielen noch in traditioneller Handarbeit selbst gefertigt werden.

 

In NIEDERÖSTERREICH feiert man den Fasching zwar nicht ganz so ausgelassen wie in den westlichen Bundesländern, aber auch hier kommen Narren und Närrinnen auf ihre Kosten. Besondere Höhepunkte sind die Faschingsumzüge in Tulln und Mödling, die als bunte Feste für die ganze Familie ausgerichtet werden. Wen es nach ein bisschen Kultur dürstet, für den bietet das Ballett der Bühne Baden ein Faschingskonzert unter der Leitung von Michael Kropf.

Das BURGENLAND punktet zur fünften Jahreszeit mit Faschingspartys und Karnevalssitzungen. Besondere Highlights sind u.a. das Güssinger Fasnachtskabarett, das seit mehr als 30 Jahren zur kulturellen Tradition des Burgenlandes zählt. Einen großen Faschingsumzug mit anschließender Narrenparty und Live-Musik gibt es in Gols, wo auch die Krönung des Prinzenpaares stattfindet. Ein besonderes Schmankerl für jung und alt ist der Faschingsball im Schloss Esterházy, der jedes Jahr am Faschingsdienstag gefeiert wird.

Fasching in WIEN? Das alte Brauchtum, das in den anderen Bundesländern noch so lebendig ist, sucht man in der Hauptstadt vergeblich. Zwar gibt es in einzelnen Wiener Bezirken natürlich bunte Faschingspartys und kleinere Umzüge, aber grundsätzlich ist die Hauptstadt zur fünften Jahreszeit fest im Bann der Balltraditionen. Höhepunkt ist der alljährliche Bonbon Ball im Wiener Konzerthaus. Hier werden die Besucher mit hochkarätigem Unterhaltungsprogramm und Leckereien von Manner, Hofbauer & Co. verwöhnt. Um Mitternacht findet die Wahl der Miss Bonbon statt.

 

Fasching 2018: alle Events auf einen Blick

Du kannst es kaum erwarten, dich endlich in Maske und Kostüm zu werfen und ein buntes Faschingsfest 2018 zu feiern? Wunderbar! Wie wäre es denn, wenn du die fünfte Jahreszeit mal in einem anderen Bundesland begehst und dir die Faschingsbräuche in Kärnten, Tirol oder Vorarlberg selbst ansiehst? Wir haben die besten Events noch einmal für dich zusammengefasst:

WAS? WO? WANN? Eintritt?
Wien 69. Bonbon Ball Konzerthaus Wien 09.02.2018 99 EUR/ ermäßigt 48 EUR
Nieder-österreich Faschingskonzert Stadttheater Baden 02.02.2018 ab 16 EUR (je nach Kategorie)
Burgenland Güssinger Faschingskabarett Kulturzentrum Güssing 26.01.-04.02.2018 großer Saal 24 EUR
kleiner Saal 20 EUR
Oberösterreich Fetzenzug
Fasching on Ice
Ebensee
Eishalle Gmunden
12.02.2018
04.02.2018
frei
Kinder u. Jugendliche 2 EUR,
Erwachsene 3,50 EUR
Steiermark Il Ballo di Casanova (venezianischer Maskenball)
Faschingsrennen
Trommelweiber
Flinserlumzug
Congress Graz

Krakautal
Bad Aussee
Bad Aussee

03.03.2018

12.02.2018
12.02.2018
13.02.2018

ab 59 EUR/ ermäßigt ab 39 EUR

frei
frei
frei

Kärnten Villacher Faschingssitzungen

Stadtgerücht zu Clagenfurth

Villacher Faschingsumzug

Congress Center Villach

Messearena Klagenfurt

Villach

05./06., 12./13., 19.-21., 25.-27. Jänner + 01.-03. Februar
11.-13., 19./20., 26./27. Jänner + 2./3., 08.-10. Februar
10.Februar
auf Anfrage beim Ticketshop

ab 27 EUR

frei

Salzburg Fastnachtsumzug & After-Show-Party
Clownparty
Rauris
Kreuzbodenarena
Shuttleberg Flachauwinkl-Kleinarl
10.02.2018

13.02.2018

frei

auf Anfrage beim shuttleberg

Tirol Buabefasnacht
Thaurer Mullerlaufen
Fisser Blockziehen
Axamer Wampelerreiten
Imst
Thaur
Fiss
Axam
04.02.2018
04.02.2018
28.01.2018
08.02.2018
frei
frei
frei
frei
Vorarlberg Feldkircher Fastnachtsumzug
GUGGA-MonsterkonzertOpen-End-Party mit weiteren Guggashows
Funkenabbrennen
Feldkirch

Feldkirch (Marktgasse/ Sparkassenplatz)

Altes Hallenbad (Monforthaus) in Feldkirch
Montafon (Tal)

04.02.2018

03.02.2018

 

 

03.02.2018

18.02.2018

Erwachsene 4 EUR (Kinder frei)

frei

auf Anfrage beim Monforthaus Feldkirch

 

frei

 

Die besten Krapfen in Wien

Die Hauptstadt kann sich in Sachen Brauchtum und Faschings-Zeremoniell zwar nicht mit Tirol oder Oberösterreich messen, aber dafür steht Wien landesweit an erster Stelle im Krapfen-Konsum. Allein am Faschingsdienstag gehen hier Jahr für Jahr mehr als eine Million Krapfen über die Bäckerei-Theken. Bleibt nur die Frage: Wo gibt es den besten Faschingskrapfen in der ganzen Stadt? Der ORF hat im vergangenen Jahr den Test gemacht. Die Ergebnisse sind, natürlich, Geschmackssache:

  • Bäckerei Ströck: Fluffig-leichte Faschingskrapfen für kleines Geld (Manko: sehr süße Füllung)
  • Bäckerei Der Mann: Fester Krapfenteig für guten Preis (Manko: zu viel Rum in der Marmelade)
  • Konditorei Groissböck: Duftende Faschingskrapfen mit frischem Geschmack (Manko: recht teuer)
  • Konditorei AIDA: Kleine Faschingskrapfen mit authentischem Geschmack (Manko: recht teuer)
  • Meinl am Graben: Riesige Krapfen mit fluffigem Teig für einen guten Preis (Manko: etwas wenig Marmelade)

Übrigens: Laut Sarah Wiener und Haubenkoch Konstantin Filippou stammen die besten Faschingskrapfen aus der Kurkonditorei Oberlaa. Davon kannst du dich demnächst auch überzeugen, wenn du mal wieder die Ehrengräber am Zentralfriedhof besuchst: Im Frühling eröffnet die Konditorei hier nämlich das erste Kaffeehaus.

Fasching

Die süßen Seiten des Faschings: Krapfen in allen Variationen. Hoffentlich ist keiner mit Senf dabei … Foto: Adobe Stock, (c) wideonet

Warum essen wir an Fasching Krapfen?

Kulturgeschichtlich bezeichnet der „Krapfen“ alle Teigspeisen, die in Fett herausgebacken werden. Und hier haben wir auch schon den Zusammenhang mit der Faschings- bzw. Fastenzeit. Ursprünglich nutzte man die letzte Woche vor der Fastenzeit nämlich, um noch alles Fett und die restlichen Eier zu verarbeiten, da beides erst zu Ostern wieder gegessen werden durfte. Am sog. „schmalzigen Samstag“ standen die Frauen also den ganzen Tag in der Küche, um Krapfen und Schmalznudeln zu backen, die bis Faschingsdienstag reichen mussten. So kommt es auch, dass der durchschnittliche Faschingskrapfen mit rund 350 kcal zu Buche schlägt. Wie gut, dass wir uns danach alle an die Fastenzeit halten. 😉

Tipp: Jeder weiß, dass an Fasching nicht nur gut gegessen, sondern auch fröhlich getrunken wird. Allen, die die fünfte Jahreszeit ohne dicken Kopf verbringen möchten, sei unser Blogartikel „Nie wieder Kater!“ ans Herz gelegt.

Ich hab noch kein Kostüm! Was jetzt?

Keine Sorge: Für alle, die ihre nächsten Wochenenden nicht an der Nähmaschine verbringen möchten, gibt es den Kostümverleih und Händler für Faschingsartikel, bei denen du dir dein Jecken-Outfit kaufen kannst. Wenn es zum Fasching 2018 etwas ganz besonderes sein soll, kannst du dir natürlich auch ein echtes Ball- oder Brautkleid entleihen. Wenn du dieses Jahr am Wiener Bonbon Ball tanzen, aber nicht in ein eigenes Ballkleid investieren kannst oder möchtest, kannst du dir hier ein echtes Traumkleid ausleihen:

Ein Narr auf Reisen: Wo wohnen?

Du möchtest in diesem Jahr dabei sein, wenn in Vorarlberg die große Winterhexe verbrannt wird, in Ebensee die Fetzenweiber tanzen und in Kärnten der Faschings-Schlachtruf „LEI LEI!“ ertönt? Sehr gut! Dann gilt es jetzt nur noch, dir schnellstmöglich eine entsprechende Unterkunft zu besorgen. Wir haben die beliebtesten Pensionen der Bundesländer nach Kundenbewertungen sortiert:

 

Nie wieder Kater! Das Geheimnis einer Party ohne Katzenjammer



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