Fichtenholz: Die Fichte sticht und besticht mit ihrer Vielseitigkeit

Die Fichte sticht, die Tanne nicht!

Fichtenholz ist in großen Mengen verfügbar und deutlich günstiger als Laubholz. Es ist robust, langlebig und formschön. Foto: Adobe Stock, (c) Dmitry Naumov

Die Fichte wird in Mitteleuropa auch als Brotbaum bezeichnet. Das kommt daher, dass Fichtenholz vielfältig einsetzbar und daher von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist. Neben der Verwendung als Bau- und Konstruktionsholz dient es zum Beispiel zur Herstellung von Papier und Zellstoff. Auch Holzwerkstoffe wie Spanplatten oder Faserplatten (MDF und HDF) werden häufig aus dem beliebten Holz hergestellt. Wir verraten, wie haltbar das Nadelholz ist, wie man es am besten pflegt und was Fichtenholz kostet.

Warum Fichtenholz? Wichtige Eigenschaften

Die Fichte sticht, die Tanne nicht. Diesen Spruch hast du zur Unterscheidung zwischen Tannen und Fichten bestimmt schon einmal gehört. Da Fichten im unteren Bereich nahezu astfrei sind, eignet sich ihr Holz sehr gut für Konstruktionszwecke. Manchmal werden astfreie Stammlängen von rund 25 Metern erreicht, bei einer Gesamt-Stammlänge von bis zu 60 Metern. Hieraus geschnittene Bretter und Balken werden als Fichtenholz der besten Güteklasse angeboten. Holz aus den oberen Bereichen wird als B- oder gar C-Sortierung angeboten, was mit entsprechenden Einschränkungen bei der Be- und Verarbeitung verbunden ist. Fichtenholz erhältst du in verschiedenen Qualitäten im Holzgroßhandel. Als Bauholz eignet es sich aufgrund folgender Eigenschaften:

  • Feuchtigkeitsgehalt von 15 bis 20 Prozent
  • geringe Rohdichte (470 kg/m3), trotzdem sehr robust
  • sehr gute mechanische Eigenschaften
  • lässt sich sehr gut verarbeiten (bohren, schleifen, lackieren, sägen usw.)
  • hoher Brennwert (4,5 kW/h), weshalb es sich in Form von Pellets, Scheitholz oder Hackschnitzeln auch sehr gut als Brennmaterial eignet
Achtung: Fichtenholz ist sehr weich, weshalb nach der DIN 4074-1 nur das Kernholz als Bauholz in Betracht kommt. Mit zunehmender Breite der Jahresringe (also beim jüngeren Holz) nimmt die Dichte des Holzes ab.

Wie schwer ist Fichtenholz?

Holz ist ein Naturprodukt, dementsprechend unterschiedlich sind auch seine Eigenschaften. Das Gewicht von Fichtenholz hängt unmittelbar von der Holzfeuchtigkeit und seinen Anteilen an Früh– und Spätholz ab. Ein Raummeter Fichtenholz mit einer zwanzigprozentigen Restfeuchtigkeit wiegt in etwa 440 kg.

Fichtenholz: günstig und robust bauen

Das Fichte gehört zur Familie der Kieferngewächse. Anders als Lärchen- und Douglasienholz, die ebenfalls zu den Nadelhölzern zählen, ist Fichtenholz jedoch relativ weich. Im Handel wird es häufig im Mischsortiment mit Tannenholz angeboten, da die beiden sich Hölzer sowohl stofflich als auch statisch sehr ähnlich sind. In Europa ist vor allem die Gemeine Fichte für die wirtschaftliche Nutzung von Bedeutung. In Nordamerika hingegen nutzt man hauptsächlich das Holz der Sitkafichte. Fichtenholz ist ein Universalholz, das vielfältig genutzt werden kann und trotzdem nicht all zu teuer in der Anschaffung ist. Es kostet zwar etwas mehr als Kiefernholz, ist dafür aber deutlich günstiger als Laubholz.

Was wird aus Fichtenholz hergestellt?

Im Fachhandel findest du gefräste Fußboden-, Decken- und Zierleisten aus Fichtenholz. Auch Hobelware und Holzspielzeug wird häufig aus dem Holz der Fichte hergestellt. Hier hast du die Auswahl zwischen Kanthölzern, Balken, Konstruktions-Vollhölzern (KVH) sowie Latten und Brettern in allen gängigen Abmessungen. Auch Leimholzplatten aus Fichtenholz sind erhältlich. Nicht zuletzt bestehen Span- und Holzfaserplatten zu einem bedeutenden Anteil aus Fichtenholz. Der große Vorteil des Fichtenholzes ist seine geringe Dichte, welche ein verhältnismäßig geringes Eigengewicht bedeutet. Durch das geringe Gewicht lassen sich auch große Bauteile aus Fichte vergleichsweise einfach handhaben.

Konstruktionen aus Fichtenholz sind langlebig und robust.

Für Bauprojekte im Außenbereich solltest du das Fichtenholz ölen oder anders behandeln, damit es möglichst lange hält. Foto: Adobe Stock, (c) thieury

Wie sieht Fichtenholz aus?

Fichtenholz ist sehr hell und variiert in seiner Färbung von weißlich bis gelblich. Anders als Tannenholz ist es nur selten rötlich gefärbt. Im Laufe der Jahre dunkelt das es allerdings stark nach (Alterstönung). Die Astquerschnitte sind eher oval als rund, da die Äste der Fichte schräg aus dem Stamm herauswachsen. Anders als bei Tannen sind Harzkanäle im Fichtenholz sehr häufig.

Muss ich Fichtenholz ölen, lackieren oder anders behandeln?

Bei der Verwendung für den Innenbereich ist Fichtenholz relativ unproblematisch. Anders sieht es aus, wenn du das Holz der Fichte im Außenbereich einsetzt, zum Beispiel für den Bau eines Carports. In unbehandeltem Zustand ist Fichtenholz nämlich nicht sehr witterungsbeständig und fängt schnell an, sich zu zersetzen. Wenn du Fichtenholz im Freien verwenden möchtest, solltest du folgendes beachten:

  • Setze das Holz so ein, dass es schnell und problemlos durchtrocknen kann.
  • Sämtliche Stirnflächen sollten vor Wasser geschützt sein, zum Beispiel durch eine Metallauflage.
  • Für den Schutz vor Pilzbefall solltest du eine wasserabweisende Grundierung auftragen, die idealerweise bereits mit einem Fungizid versehen ist.
  • Als Pflege für atmungsaktives Holz solltest du dein Fichtenholz ölen.
  • Das Fichtenholz sollte so verbaut werden, dass es keinen direkten Bodenkontakt hat. Hier kannst du zum Beispiel Einschlagbodenhülsen verwenden.

Fichtenholz Preis: Was kostet ein Ster?

Je nach Qualitätsklasse kostet Fichtenholz als Schnittholz zwischen € 400 und etwa € 650 pro m³. Besonders gute Qualitäten (zum Beispiel nordische Fichten und gedämpftes Fichtenholz) werden manchmal natürlich auch zu höheren Preisen angeboten. Bei Qualitäten der Klasse I/II kannst du mit Preisen zwischen € 400 und € 450 pro m³ rechnen. Fichtenholz der Klasse 0/I ist pro m³ etwa € 100 teurer. Die Preisunterschiede ergeben sich durch Unterschiede in der Verarbeitung, der Herkunft und der Stärke (nur bei Schnittholz).

Wenn du deine Fichte lieber als Stammholz beziehen möchtest, kannst du mit Preisen von rund € 60 pro Ster, das sind zwischen € 70 und € 80 pro Festmeter, rechnen. Sehr hohe Qualitäten können hier bis zu € 95 kosten. Niedrige oder durch Borkenkäferbefall in Mitleidenschaft gezogene Fichtenstämme bekommst du sogar schon ab € 20 pro Festmeter.



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