Hilfe, mein Garten stirbt! So stoppst du Holzfäule

Holzfäule stoppen

Du möchtest die Holzfäule stoppen? Baumpfleger wissen Rat und retten deinen Garten! Foto: Adobe Stock, (c) patpitchaya

Der Fachmann spricht von Holzfäule, wenn sich das Holz des Baumes infolge eines Bakterienbefalls zersetzt. Es gibt drei Arten von Holzfäule: Stammfäule, Lagerfäule und Hausfäule. Während Lagerfäule und Hausfäule an totem Holz auftreten, ist die Stammfäule eine Gefahr für lebende Bäume. Sie entsteht durch Pilze wie den Hallimasch, den Kiefernbaumschwamm, den Wurzelschwamm oder den Zunderschwamm. Um Holzfäule zuverlässig zu stoppen, solltest du dich an einen Baumchirurgen wenden.

Wenn im Holz die Pilze sprießen

Ausgebildete Gärtner kümmern sich intensiv und zuverlässig um die Baumpflege. Sie erkennen frühzeitig, ob das Holz unter Pilzbefall leidet und ergreifen Maßnahmen, um Holzfäule zu stoppen. Holz besteht aus verschiedenen Bestandteilen wie Lignin, Zellulose und Hemizellulose. Abhängig davon, welche Substanz der Pilz zuerst abbaut, handelt es sich um Weißfäule, Braunfäule oder Moderfäule. Nur eine frühzeitige Entdeckung des Pilzes und entsprechende Gegenmaßnahmen können die Holzfäule stoppen.

Braunfäule erkennen

Bei Gärtnern und Baumchirurgen ist die Braunfäule auch als Destruktionsfäule bekannt. Die zersetzenden Pilze spezialisieren sich auf das Abbauen der Hemizellulose und Zellulose. Sie zerstören die Holzstruktur. Bei braunfaulem Holz liegt eine Minderung der Rohdichte sowie der Biege- und Zugfestigkeit des Holzes vor. Im Zuge der Holzfäule bleibt das Lignin leicht verändert zurück. Es sorgt für die typische tiefbraune Farbe. Die hellere Zellulose verschwindet durch den Befall vollständig. Verliert der Baum zu viel Feuchtigkeit, verringert sich der Anteil des Lignins. Risse bilden sich, die parallel und quer verlaufen und den sogenannten Würfelbruch verursachen.

Beim Befall mit Braunfäule besteht die größte Gefahr in der vollständigen Zerstörung des Baumes. Im Endstadium zerfällt das Holz wie Pulver zwischen deinen Fingern. Die Braunfäule tritt sowohl an lebenden als auch an toten Bäumen auf. Am häufigsten betrifft dieser Befall Nadelhölzer. Pilze, die die Holzfäule verursachen, sind:

  • Fichtenporling,
  • Lärchenporling,
  • Ochsenzunge,
  • Rotrandiger Baumschwamm,
  • Schwefelporling und
  • Bitterer Saftporling

#braunfäule#blight

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Weißfäule erkennen

Weißfäule zersetzt sowohl Hemizellulose und Zellulose als auch das Lignin. Die Zerstörung geschieht auf zwei Arten. In vielen Fällen zersetzen die Pilze zuerst das Lignin. Alternativ bauen sie Lignin und Zellulose gleichmäßig ab. Die Reihenfolge der Zersetzung unterteilt die Weißfäule in eine selektive und eine simultane Form. Letztere gilt als Korrosionsfäule. Durch die Weißfäule wird das Holz spröde, wodurch sich die Gefahr des Sprödbruchs erhöht. Infolge des Sprödbruchs ähnelt die Simultan – oder Korrosionsfäule der Braunfäule: Die Struktur des Holzes ist extrem spröde und faserig.

Die selektive Weißfäule entsteht durch Pilze, die zunächst Lignin und Hemizellulose abbauen. Am Schluss bleibt nur noch die grauweiße Zellulose übrig. Das Holz ist leichter und bleicht schnell aus. Typisch ist die längs ausgeprägte weich-faserige Struktur. Das Holzgefüge bleibt erhalten. Teilweise tritt der Befall fleckenförmig auf. Profis aus der Garten- und Landschaftsgestaltung nennen diese Unterart Wabenfäule oder Weißlochfäule. Sie kennen verschiedene Methoden, die Holzfäule zu stoppen.

Die Weißfäule findest du überwiegend an lebenden Laubbäumen. Sie tritt aber auch bei feucht gelagertem Holz oder verbauten Holzteilen am Haus auf. Folgende Pilze verursachen diese Form der Holzfäule:

  • Holzkeulenartige,
  • Zunderschwämme,
  • Feuerschwämme und
  • Trameten

Auch die Erreger der Rot- oder Wurzelfäule gehören zu den Weißfäulen. Sie zersetzen wie diese das Lignin im Holz. Eine Farbreaktion überlagert die ursprüngliche Färbung des übrig bleibenden Zellstoffs durch eine rote Tönung. Auch dieser Fäuletyp betrifft lebende Bäume. Hallimasch oder Wurzelschwamm lösen die Wurzelfäule diese bei europäischen Nadelhölzern (vor allem Fichten) aus.

Was Weißfäulepilze so alles schaffen 😉 #zunderschwamm

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Moderfäule durch starke Feuchtigkeit

Setzt du das Holz hoher Feuchtigkeit aus, entsteht Moderfäule. Die Erreger überleben selbst bei widrigen Bedingungen wie einer hohen Wassersättigung und geringem Sauerstoff im Holz. Der Befall droht sowohl im Freien gelagerten als auch verbauten Hölzern. Erdkontakt erhöht das Risiko. Die Moderfäule baut Zellulose von außen nach innen ab. Durchfeuchtet ist das befallene Holz dunkel und schmierig. Das weiche Holz lässt sich eindrücken. Nach dem Trocknen entsteht eine würfelbrüchige Struktur. Die Moderfäule entsteht durch:

  • Riesenporling
  • Leberpilz und Ochsenzunge,
  • Brandkrustenpilz,
  • Zottiger Schillerporling oder
  • diverse Fungi imperfecti.

Wie entsteht Holzfäule?

Holzfäule entsteht durch Pilze. Diese verbreiten sich in der Luft oder durch Tiere. Staunässe, Dürre, Bodenverdichtung, lange Trockenheit und saurer Regen begünstigen die Sporenbildung. Besonders einfaches Spiel haben die Sporen bei Bäumen, die Verletzungen aufweisen. Daher tragen Gärtner bei Schnittmaßnahmen einen Wundverschluss auf, um Holzfäule zu stoppen bzw. von vornherein zu verhindern. Fungizide wirken eingeschränkt bei einem Pilzbefall. Hier hilft ein Fachmann für Baumpflege weiter, um die Behandlung sachgemäß durchzuführen und den Baum nicht weiter zu schädigen.

Holzfäule stoppen mit Profi

Manchmal treten verschiedene Fäuletypen gleichzeitig auf und beschleunigen dadurch die Zersetzung des Holzes. Wenn du in deinem Garten Anzeichen von Braun-, Weiß- oder Moderfäule entdeckst, ist es höchste Zeit, zu handeln! Holzfäule stoppen ist nicht unmöglich, aber Zeit spielt hier eine kritische Rolle. Retten kannst du deine Bäume nur, indem du sie der Pflege eines Baumchirurgen oder zertifizierten Gärtners überlässt.

Holzfäule stoppen

Baumpfleger können Holzfäule stoppen und vorsorgende Maßnahmen ergreifen. Foto: Adobe Stock, (c) patpitchaya

Welche Maßnahmen führt der Baumchirurg durch?

Die Pilze bilden im Inneren des Baums ein Hyphennetzwerk aus, dessen Ausläufer den Erreger mit Nährstoffen versorgen. Den Befall erkennst du normalerweise erst dann, wenn der Pilz sogenannte Fruchtkörper bildet. Diese beinhalten die Sporen zur Fortpflanzung. Der Profi entfernt die Fruchtkörper, um die weitere Ausdehnung des Pilzes zu vermeiden. Bei starkem Befall von Ästen werden diese gekappt, um die Holzfäule zu stoppen. In den meisten Fällen verbirgt sich das Myzel (Mycel) tief im Bauminneren. Spritzmittel wirken hier also nur bedingt.

Bei Braun- und Weißfäule am Stamm und an den Ästen prüft der Baumpfleger mit einem Schraubendreher die Tiefe des Befalls. Er entscheidet, ob verschiedene Rückschneidemethoden ausreichen oder ob der Baum aufgrund der Bruchgefahr gefällt werden muss. Stellt der Baum keine Gefahr dar, besteht die Option, ihn weiterhin als Lebensraum für Insekten und Vögel im Garten zu behalten.

Hier findest du Experten für Baumpflege und Baumschutz in deinem Bundesland:



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