Kunst kaufen: Geld anlegen in Kunst

Kunst Anlage

Kunstinvestment: Mit Kunst Geld anlegen. Hier erfährst du, wie das geht. Foto: Adobe Stock, (c) 4th Life Photography

Sammler und Experten sind sich hier einig: Als Erhalt von Vermögenswerten ist Kunst eine beliebte Anlageform. Kaum eine andere Wertanlage hat es in den letzten 40 Jahren geschafft, so nachhaltig investiertes Kapital zu vervielfachen. Wir erklären dir in diesem Beitrag, warum sich Kunst als Investment eignet, worauf du bei den ersten Schritten am Kunstmarkt achten solltest und wo du schöne Objekte für deine Kunstsammlung findest.

Kunst kaufen: Kunst als Investment

Während der emotionale Aspekt des Kunstsammelns weiterhin als die wichtigste Motivation gilt, Kunst zu kaufen, nimmt auch der finanzielle Aspekt in den letzten Jahren eine zunehmend größere Bedeutung ein. Laut einer Studie (Art & Finance Report) ist für 72% aller Kunstsammler die Motivation der Geldanlage mittels Kunst zweitrangig. 6% der Befragten sammelt Kunst nur der Investition wegen und die restlichen 22% verfolgen hiermit allein das Ziel, Kunst zu sammeln.

Neben der finanziellen Komponente ist die Investition in Kunst auch immer eine soziale Investition: Man trägt zum Erhalt der Kultur bei und vernetzt sich sowohl mit Kunstschaffenden als auch mit Kunstliebhabern. Sie erweitert den Horizont und öffnet Türen, die sonst verschlossen bleiben.

Kunst kaufen: David (pink) in Serie vor blauem Hintergrund

Eine Serie à la Warhol: Michelangelos David in einer pinken Neuinterpretation. Foto: Adobe Stock, (c) Katya Havok

Warum Kunst kaufen?

Am Anfang war das Auge, sagte einst der österreichische Kunsthistoriker Otto Pächt. Im Unterschied zu anderen Anlageformen hat Kunst einen emotionalen Wert und ein sehr hohes Prestige. Ein wesentlicher Aspekt, warum sie sich als Investition anbietet, ist die Tatsache, dass der Kunstmarkt nicht unmittelbar von makroökonomischen Aspekten betroffen ist: Kunstsammeln ist primär eine Leidenschaft, die auch von Wirtschaftskrisen unbeeindruckt bleiben kann. Zwar erlebt der Kunstmarkt seit zwei Jahren auch aufgrund der unsicheren weltwirtschaftlichen Situation ein gebremstes Wachstum – unterm Strich bleibt das Interesse jedoch ungebrochen.

Info: Für Unternehmen ist der Kauf von Kunstwerken steuerlich absetzbar. Neben der Verschönerung von Büroräumen gewinnt ein Unternehmen dadurch auch an Prestige.

Im Gegensatz zu Wertpapieren verliert ein Kunstwerk eines etablierten Künstlers bzw. einer etablierten Künstlerin praktisch niemals seinen Wert, auch wenn es am Kunstmarkt ebenfalls Wertschwankungen unterworfen sein kann. Wer in Kunst investiert, kann sich über langfristige Wertsicherung freuen – eine kurzfristige Rendite wirft sie in der Regel allerdings nicht ab. Über weitere Möglichkeiten der alternativen Geldanlage kannst du dir in unserem Artikel Alternative Geldanlagen: 6 kuriose Sammelobjekte einen Überblick verschaffen.

Kunst kaufen:

Eine retrofuturistische Vektrografik in der Ästhetik der 80er Jahre. Foto: Adobe Stock, (c) local_doctor

Kunst kaufen: Vorteile & Nachteile

Pro 

  • geringe Wertschwankung
  • Totalverlust sehr selten
  • persönliche Freude am Kunstwerk
  • Prestigefaktor
  • langfristiger Erhalt des Objektwertes

Contra 

  • längere Einlernphase
  • Eigengesetzlichkeit des Kunstmarktes
  • geringe Transparenz des Kunstmarktes
  • keine kurzfristige Rendite

Wie Kunst kaufen?

Um sich langfristig am Kunstmarkt zu bewähren, ist es notwendig, sich anfangs in einen speziellen Bereich einzuarbeiten. Hierfür musst du dich mit dem jeweiligen Kunstbereich auseinanderzusetzen (z.B. Literaturrecherche, Gespräche mit KünstlerInnen, Galerie-Besuche) und dich allmählich auch mit den Gesetzen des Kunstmarktes vertraut machen. Fachwissen gehört zur Grundausstattung eines Kunstsammlers. Neben dem kunsthistorischen Kontext sollten sich Sammler auch mit den Herstellungstechniken sowie dem Oeuvre (Gesamtwerk) eines Künstlers bzw. einer Künstlerin vertraut machen. Aus diesem Grund gehört das regelmäßige Lesen von Fachzeitschriften und einschlägigen Publikationen zu den Pflichtübungen eines Kunstsammlers.

Zu deinen ersten Schritten in die Kunstszene gehört auch der regelmäßige Besuch großer Kunstmessen wie zum Beispiel die „Biennale“ oder die „documenta“. Wer jedoch nicht die Möglichkeit zu einem kurzfristigen Aufenthalt in Venedig hat, kann auch auf einen entsprechenden Werkkatalog zurückgreifen, der zeitgleich zu jeder Veranstaltung veröffentlicht wird.

Eine erste Orientierung bietet beispielsweise der alljährliche erscheinende Kunstkompass. Dieser bietet seit 1970 ein Ranking der angesagtesten Vertreter der Gegenwartskunst. Hierbei werden die Top 100 nach objektiven Kriterien ermittelt – die Verkaufspreise sind für das Ranking kein Faktor.

Kunst kaufen: Skulptur in drei Ansichten (Vektorgrafik)

Die Skulptur „Venus von Milo“ in einer modernen Interpretation. Foto: Adobe Stock, (c) Ded Pixto

Kunst kaufen: was beachten?

Wer Kunst als Wertanlage kaufen möchte, sollte sich davor hüten, auf Fälschungen reinzufallen oder unbekannte KünstlerInnen mit wenig Aussicht auf Erfolg zu kaufen. Vorsicht ist außerdem geboten, wenn es sich um gehypte Kunstschaffende handelt. Rising stars können von einem Tag auf den anderen ihr Ansehen verlieren. Eine mittlere Strategie beim Kunstkauf ist es, in aufstrebende Künstler zu investieren, die bereits in namhaften Galerien ausgestellt wurden. Um diverse Fallstricke in der Welt des Kunsthandels zu vermeiden, hat sich in den 1980er Jahren eine eigene Berufsgruppe herausgebildet: Art-Consultants.

Professionelle Kunstberatung mithilfe von Art-Consulting bringt viele Vorteile mit sich: Kunstberater helfen ihren Auftraggebern, die richtige Kaufentscheidung zu treffen und Kunst sinnvoll zu sammeln. Sie erstellen Sammlungskonzepte, sind gut in der Kunstszene vernetzt, erklären den kunsthistorischen Kontext und verschaffen wertvolle Kontakte. Außerdem ermöglichen Kunstberater einen Einblick in das Werk des Künstlers beziehungsweise der Künstlerin.

Von Kunstfonds ist prinzipiell abzuraten: Diese können für gewöhnlich nicht rasch genug auf die schnelllebige Eigengesetzlichkeit des Kunstmarktes reagieren. Investoren konnten rückblickend selten von Kunstfondmodellen profitieren.

Kunst kaufen: Öl auf Leinwand

Öl auf Leinwand: Kunst bereichert das Leben um unzählige Facetten. Foto: Adobe Stock, (c) ANNELEVEN

Wo Kunst kaufen?

Wer seine ersten Schritte als Kunstsammler wagt, sollte eine Kunstgalerie aufsuchen und sich von Experten beraten lassen. Auch alte Hasen profitieren vom Fachwissen eines Spezialisten. Die Welt des Kunstgewerbes ist nämlich groß und für jeden Bereich ist in der Regel eine intensive, jahrelange Auseinandersetzung erforderlich. Es gibt darüber hinaus jedoch viele andere Möglichkeiten, Kunstwerke zu erwerben und mit der Kunstszene in Kontakt zu treten.

Weitere Orte, an den du Kunst kaufen kannst, sind:

  • Kunstmesse
  • Auktionshäuser (z.B. Dorotheum)
  • Kunstvereine
  • Kunsthallen
  • Online-Marktplätze

In einer Galerie bekommen Interessierte einerseits eine optimale Beratung, andererseits beinhaltet der Service in der Regel ein Expertengutachten, dass den Wert eines Objektes dokumentiert und garantiert („Echtheitsgarantie“). In Galerien für zeitgenössische Kunst werden meistens nur wenige KünstlerInnen, diese dafür exklusiv vertreten. Zu beachten gilt jedoch, dass beim Kauf eines Kunstwerkes über eine Galerie oder während einer Auktion eine Händlerprovision hinzukommt.

Kunst kaufen: Wien

Nachfolgend findest du einige Kunsthandlungen in Wien, die sich auf ihren jeweiligen Gebieten einen Namen gemacht haben:

Giese & Schweiger Kunsthandel

Die 1980 gegründete Kunsthandlung Giese & Schweiger gehört zu Österreichs führenden Adressen, wenn es um österreichische Malerei des 19. und 20. Jahrhundert geht. Geht es um die Vermittlung von Kunstwerken kann die Galerie auf ein weitreichendes, internationales Netzwerk an Sammlern zurückgreifen und für eine rasche Abwicklung sorgen. Das Team besteht aus Experten und gerichtlich beeideten Sachverständigen, die dich beraten und bei Bedarf auch schriftliche Gutachten erstellen können.

Kontakt: Giese & Schweiger Kunsthandel GmbH, 1010 Wien 

Kunsthandel Widder

Kunsthandel Widder berät dich beim Ankauf von Kunstwerken, dem Aufbau deiner Sammlung sowie auch beim Verkauf von Nachlässen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf österreichischer und deutscher Kunst des 20. Jahrhunderts. Neben der Kunst der Zwischenkriegszeit, der Klassischen Moderne sowie der Exilkunst stehen auch internationale zeitgenössische Künstler im Fokus der Galerie.

Kontakt: Kunsthandel Widder, 1010 Wien 

 

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Galerie bei der Albertina – Zetter

Die Galerie bei der Albertina ist eine Anlaufstelle für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts und gehört mittlerweile zu den wichtigsten Galerien im Kunstviertel. Österreichische Malerei, Bildhauerei und Design um 1900 stehen hier im Mittelpunkt des Interesses, wobei das Angebot durch wichtige internationale Künstler ergänzt wird. Ein besonderes Augenmerk liegt weiters auf Objekten der Wiener Werkstätte. Die klassische Moderne wird hier durch Werke von Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Artur Nikodem, Josef Hoffmann, Alfons Walde oder Friedensreich Hundertwasser vertreten – um nur ein paar schillernde Namen dieser Zeit zu nennen.

Kontakt: Galerie bei der Albertina – Zetter, 1010 Wien 

Kunsthandel Kolhammer

Der Kunsthandel Florian & Nikolaus Kolhammer befindet sich ebenfalls im Kunstviertel und bietet den Ankauf und Verkauf hochwertiger Originale des Wiener Jugendstils sowie Malerei des 20. Jahrhunderts. Die beiden Kunsthändler konnten sich auf diversen internationalen Messeauftritten einen Namen in der Sammlerszene machen. Der Service beinhaltet die Erstellung eines Expertengutachtens beim Kauf eines Objekts. Dabei werden alle wichtigen Informationen von der Technik über die Entstehungszeit bis hin zu Literaturangaben und Fotografien dokumentiert. Darüber hinaus kümmert sich die Galerie um einen kunstsachgerechten Transport an jede Adresse der Welt.

Kontakt: Kunsthandel Florian & Nikolaus Kolhammer OG, 1010 Wien 

 

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Kunsthandel Patrick Kovacs

Geht es um Wiener Möbel, Kunsthandwerk und Antiquitäten ist der Kunsthandel von Patrick Kovacs eine kompetente Ansprechperson. Seit 1976 kauft und verkauft der Experte Möbel, Kleinkunst (Kerzenständer, Vasen etc.), Bildkunst, Lampen, Skulpturen und vieles mehr. Hinsichtlich der Preisspanne findet jeder kunstsinnige Käufer ein passendes Objekt.

Kontakt: Patrick Kovacs Kunsthandel, 1040 Wien 

 

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Kunsthandel Paul Grosslicht

Die im internationalen Kunsthandel gut vernetzte Familie Grosslicht steht seit drei Generationen für Sammlerleidenschaft. Der Schwerpunkt des Kunsthändlers liegt auf Malerei der Renaissance, des Barocks, des Klassizismus, der Romantik, des Jugendstils bis hin zur Gegenwart. Darüber hinaus stehen Skulpturen, Möbel, Kunsthandwerk, Porzellan, Uhren und Glas zum Verkauf. Mit seiner Expertise hilft der Kunsthandel Paul Grosslicht auch bei Verlassenschaften und Wohnungsräumungen.

Kontakt: Kunsthandel Paul Grosslicht, 1080 Wien

Galerie Serafin

Die Galerie Serafin befasst sich seit der Gründung im Jahr 1989 sowohl mit etablierten als auch mit weniger bekannten KünstlerInnen aus der ganzen Welt. Das Programm konzentriert sich auf moderne Kunst in Form von Malerei, Fotografie, Skulptur, Objekt und Design. Nach Absprache mit der Galerie kannst du die Schauräume besuchen.

Kontakt: Galerie Serafin, 1080 Wien 

Keil – Kunsthandel

Im Kunsthandel von Dr. Robert Keil werden Kunstinteressierte persönlich und eingehend zu den jeweiligen Spezialgebieten des Hauses beraten. Das Programm umfasst europäische Miniaturmalerei, Zeichnungen und Gemälde des Barock und des Klassizismus. Der Kunstkenner bietet auch Kunstwerke zu günstigen Preisen (Trouvaillen) an.

Kontakt: Dr. Robert Keil – Kunsthandel, 1130 Wien

 

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