Müllentsorgung: Wie trenne ich meinen Müll richtig?

Muellentsorgung

Mülltrennung: Hier erfährst du, wie du deinen Müll richtig trennst. Foto: Adobe Stock, (c) eyetronic

Müll richtig zu trennen, kann manchmal schon ziemlich schwierig sein. Wo ich Zeitungen und Plastikflaschen hingebe, ist mir klar, aber was mache ich eigentlich mit Batterien, Speiseöl oder dem sperrigen alten Kühlschrank? Wir haben recherchiert, wie du deinen Abfall richtig entsorgst und wo du welchen Müll abgeben kannst. Außerdem erfährst du, welche positiven Effekte Mülltrennung bringt sowie Tipps, wie du Müll vermeiden kannst.

Was bringt eigentlich Mülltrennung?

Es ist natürlich viel einfacher, seinen gesamten Müll in die Restmülltonne zu werfen und die ganze Sache hat sich erledigt. Investierst du aber ein paar Minuten für die richte Mülltrennung, dann kannst du die Umwelt, das Klima und deine Stadt positiv beeinflussen. Folgende Vorteile hat Mülltrennung:

  • Recycling: Durch Mülltrennung können Abfallprodukte wiederverwertet werden. So werden aus alten Plastikflaschen neue Plastikflaschen oder aus altem Karton wird neuer Karton hergestellt.
  • Klima: Produkte aus neuen Ressourcen zu erstellen, kostet mehr Energie als Produkte aus alten, recycelten Rohstoffen zu erzeugen. Dadurch wird Energie gespart und weniger CO2 ausgestoßen.
  • Ressourcenschonung: Durch die Wiederverwendung von alten Ressourcen werden kostbare, neue Ressourcen geschont. Die Verwertung von Altpapier vermeidet z.B. das Abholzen von weiteren Bäumen.
  • Müll reduzieren: Durch das Recycling von Müll reduziert sich der Abfall und die Mülldeponien werden entlastet.

Wo gehört welcher Müll hin?

Damit Mülltrennung für dich kein Rätselraten mehr ist, haben wir im Folgenden aufgelistet, wo du welchen Müll entsorgen kannst.

Achtung: Es gibt regionale Unterschiede bei den Regelungen für Mülltrennung. Informiere dich bei Unsicherheiten also am besten bei deiner Gemeinde!

Die Bezeichnungen für Orte, an denen Müll abgegeben werden kann, sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Häufige Bezeichnungen sind Abfallsammelstelle, Wertstoffinsel, Recyclinghof oder Mistplatz.

Altpapier

In den Altpapierbehälter kommen:

  • Zeitungen
  • Magazine
  • Prospekte
  • Kataloge
  • Kopierpapier
  • Bücher
  • Papiersackerl
  • Wellpapier
  • Backpapier
  • gefaltete Kartons

BEACHTE: Kartonschachteln solltest du falten, bevor du sie in den Behälter wirfst, um Platz zu sparen. Schmutzige Kartons wie z.B. Pizzaschachteln gehören nicht zum Altpapier, sondern in den Restmüll.

WOHIN? Altpapier kannst du entweder im Altpapierbehälter in deinem Wohnhaus oder an Sammelinseln oder Mistplätzen abgeben.

Aus Altpapier werden neue Papierprodukte hergestellt wie z.B. Schulhefte, Notizblöcke, Toilettenpapier, Karton oder Pappe. Die Herstellung von Papier aus Altpapier spart 75% der Energie, die bei der Herstellung von Papier aus Holz benötigt wird. Alleine in Wien werden durch die Wiederverwertung von Altpapier 480.000 Bäume weniger gefällt.

Glas

In den Glasbehälter kommen:

  • Einwegflaschen
  • Konservengläser
  • Medikamentenfläschchen
  • Kosmetikfläschchen
  • Parfumflakons

BEACHTE: Wichtig ist dabei, dass du weißes, also ungefärbtes und buntes Glas trennst und in die jeweiligen gekennzeichneten Behälter wirfst. Außerdem gehören in den Glasbehälter nur Gläser, die Verpackungen sind. Das heißt Fensterglas, Glasgeschirr, Einmachgläser, Glühbirnen und Porzellan gehört NICHT in Glasbehälter sondern in den Restmüll.

WOHIN? Glas kannst du an Sammelinseln und Mistplätzen abgeben.

Altglas wird geschmolzen und zu neuem Verpackungsglas geformt. Durch das Wiederverwenden von Glas werden im Jahr in der Glasproduktion ca. 1.200 Tonnen CO2 weniger emittiert als bei Neuherstellungen.

Kunststoff

Für Kunststoffabfälle gibt es den gelben Sack bzw. die gelbe Tonne. In diese kommen:

  • Plastikflaschen (Flaschen für Getränke, Wasch- und Putzmittel, Lebensmittel und Körperpflege)
  • Getränkekartons

Je nach Bundesland und Gemeinde gibt es für den gelben Sack bzw. die gelbe Tonne unterschiedliche Regelungen. In manchen Gemeinden werden im gelben Sack bzw. der gelben Tonne auch folgende Materialien gesammelt:

  • Metalle (z.B. Getränkedosen, Konservendosen, Alufolie)
  • Verpackungen aus Kunststoff
  • Verpackungen aus Holz, Textil und Keramik

WOHIN? Die möglichen Sammelsysteme für Kunststoffabfälle sind

  • Plastikflaschenbehälter, in dem ausschließlich Plastikflaschen gesammelt werden. Den findest du auf Sammelinseln und am Mistplatz.
  • gelber Sack, der an Haushalte ausgegeben und wieder abgeholt wird.
  • gelbe Tonne, die an Sammelstellen und Mistplätzen steht.

Metallverpackungen

In den Metallbehälter kommen:

  • Alufolien
  • Grilltassen
  • Getränkedosen
  • Kronenkorken
  • Metalldeckel
  • Spraydosen
  • Tierfutterschalen

BEACHTE: In manchen Regionen wird in den Metallbehältern auch Haushaltsschrott wie Bleche, Drähte, Eisenpfannen oder Nägel gesammelt.

WOHIN? Metallbehälter findest du an Sammelinseln und auf dem Mistplatz. In manchen Regionen werden Metallverpackungen gemeinsam mit Kunststoffverpackungen im gelben Sack oder der gelben Tonne gesammelt.

Das gesammelte Metall wird aussortiert, zerkleinert und in der Stahl- und Aluminiumindustrie als Sekundärrohstoff verwendet. Dadurch spart man viel Energie, Rohstoffe und reduziert den Müll auf Deponien.

Bio-Abfall

In die Biotonne kommen:

  • Laub, Baum- und Strauchschnitte
  • Fallobst
  • ungewürzte und ungekochte Obst- und Gemüseabfälle
  • alte Brotreste
  • Tee- und Kaffeesud

BEACHTE: Nicht geeignet für die Biotonne sind Speisereste.

WOHIN? Bei Wohnhäusern mit Garten werden oft Biotonnen zu Verfügung gestellt. Biotonnen findest du außerdem an Sammelinseln und Mistplätzen. Du kannst dir auch für deinen eigenen Haushalt eine Biotonne zulegen. Zum Beispiel in Niederösterreich kostet eine 80 Liter Biotonne € 56,10 im Jahr und wird alle 14 Tage entleert.

Der Biomüll wird zu hochwertigem Kompost umgewandelt und dient dann als Düngemittel. In manchen Gebieten wird der Bioabfall für die Stromerzeugung in Biogasanlagen verwendet.

Wenn du einen eigenen Garten hast, zahlt es sich auf jeden Fall aus, einen eigenen Kompost anzulegen.

Problemstoffe

Problemstoffe sind alle gefährlichen oder giftigen Abfälle. Darunter fallen:

  • Arzneimittel
  • Batterien
  • Benzin
  • Desinfektionsmittel
  • Einwegspritzen
  • Putzmittel
  • Frostschutzmittel
  • Heizöl
  • Lacke
  • Spraydosen mit Restinhalt

WOHIN? Problemstoffe kannst du zur Problemstoffstelle in deiner Gemeinde bringen. Oft kann man Problemstoffe auch beim Händler zurückgeben wie z.B. Akkus, Batterien, Motoröl oder Medikamente. Batterien müssen von sämtlichen Geschäften, die diese verkaufen, auch zurückgenommen werden.

Problemstoffe werden sorgfältig aussortiert und gemäß Umweltstandards entsorgt, da sie gesundheits- und umweltgefährdend sind. Oft werden sie einer speziellen Verbrennung zugeführt.

Speiseöl- und fette

Für die Sammlung von Speiseölen- und fetten kannst du dir bei der Problemsammelstelle einen Behälter namens ÖLI (oder in Wien der WÖLI) abholen und dort gefüllt wieder abgeben. Hier bekommst du mehr Infos zum Thema Speiseöl entfernen.

Fette und Öle in den Kanälen führen zu großen Schäden an Rohren, Verstopfungen, Rückstaus und bereiten einen riesigen Reinigungsaufwand. Jedes Jahr entfernen alleine in Wien Kanalarbeiter 170 Tonnen Fett.

Elektrogeräte

Unter Elektrogeräte fallen:

  • Elektro-Großgeräte: Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Elektroherd
  • Kühl- und Gefriergeräte: Kühlschrank, Tiefkühltruhen, Klimageräte
  • Bildschirmgeräte: TV-Geräte, Laptops
  • Elektro-Kleingeräte: Bügeleisen, Kaffeemaschine, Rasierapparat, elektrische Zahnbürste, Radio, USB-Stick
  • Gasentladungslampen: Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren, Quecksilberlampen

WOHIN? Elektrogeräte aus Privathaushalten kannst du kostenlos bei Mistplätzen loswerden. Elektrogeräte unter 50 Zentimeter kann man auch bei Problemsammelstellen abgeben. Wenn du ein neues Gerät kaufst, ist es auch möglich, das alte Gerät direkt im Geschäft zurückzugeben. Jedoch nur, wenn das Geschäft eine Verkaufsfläche größer als 150 m² hat. Frage also am besten vorher nach! Hier bekommst du mehr Infos zum Thema Elektrogeräte entsorgen.

Die gesammelten Elektrogeräte werden zerlegt und gefährliche Inhaltsstoffe werden entfernt. Andere Stoffe wie z.B. Aluminium Kupfer oder Messing werden zur Herstellung für neue Geräte verwendet.

Restmüll

In den Restmüll kommt der Müll, der nicht gesondert abgegeben bzw. nicht recycelt werden kann.  Beispiele für den Restmüll sind:

  • Fensterglas
  • Fotos
  • kaputte Gebrauchsgegenstände
  • Glühbirnen
  • Glasgeschirr
  • Katzenstreu
  • Staubsaugerbeutel
  • Textilabfälle
  • Zahnbürste

WOHIN? Restmüll kannst du in jedem Wohnhaus in den Restmülltonnen, welche für alle zugänglich sind, entsorgen. Wohnst du in einem Haus, dann brauchst du deine eigene Restmülltonne. Diese kostet für einen Mehrpersonenhaushalt ca. 125 € im Jahr.

Restmüll wird in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Dadurch wird Strom und Fernwärme gewonnen.

Altkleidung

Zur Altkleidung gehört:

  • Bettwäsche
  • Kleidungsstücke
  • Schuhe
  • Tischwäsche
  • Wolldecken

WOHIN? Altkleider können bei Sammelbehältern von Organisationen (z.B. Caritas) oder bei Secondhand-Geschäften abgegeben werden.

Sperrmüll

Müllentsorgung

Sperrmüll musst du am Mistplatz entsorgen. Foto: Adobe Stock, (c) Ronald Rampsch

Als Sperrmüll gelten alle Gegenstände, die wegen ihrer Größe oder ihres Gewichts nicht in den Restmüllbehälter gegeben werden können. Darunter fällt:

  • Altholz
  • Möbel
  • Matratzen
  • Ski
  • Teppiche
  • Waschbecken

WOHIN? Sperrmüll-Gegenstände kannst du bei Mistplätzen abgeben.

Jetzt fragst du dich vielleicht, wie das mit deinem kleinen oder nicht vorhandenen Auto machen sollst? Sperrmüll-Abholungen werden von etlichen Firmen angeboten, die deinen Sperrmüll dann auch gleich umweltgerecht entsorgen. Außerdem bieten viele Gemeinden Sperrmüllabholungen gegen eine Gebühr an.

Professionelle Entrümpelungsfirmen in Österreich:

Tipps, wie du Müll vermeiden kannst

Mit einem wiederverwendbaren Kaffeebecher sparst du jede Menge Müll. Foto: Adobe Stock, (c) okolaa

Im Jahr fallen mehr als 62 Mio. Tonnen Abfall an. Prognose für die Zukunft: Steigend. Auch wenn ein Großteil des Abfalls durch richtiges Recycling wiederverwertet werden kann, ist es dennoch besser, Müll gleich von Anfang an nicht entstehen zu lassen. Wir haben einige Tipps für dich, wie du dem steigenden Abfall in Österreich entgegen wirken kannst:

  • Mit Stofftaschen einkaufen gehen: Wenn du deinen Einkauf in Stofftaschen anstatt Einweg-Plastiksackerln transportierst, hilfst du bei der Reduktion von Plastikmüll erheblich mit. Verzichte wenn möglich auch bei Obst und Gemüse auf die kleinen Plastiksackerl!
  • Keine Plastikflaschen kaufen: Den Kauf von Plastik-Wasserflaschen kannst du einfach vermeiden, indem du Leitungswasser trinkst. Leitungswasser hat in Österreich generell sehr gute Qualität, weshalb du es bedenkenlos trinken kannst. Falls du das Leitungswasser dennoch filtern willst, eignen sich dafür spezielle Filterkannen, die du in jedem Haushaltsartikel-Geschäft bekommst. Auch Kohlensäure haltiges Wasser kannst du dir leicht selber machen. Mit Wassersprudlern wie z.B. Soda Stream kannst du dir zu Hause sprudeliges Wasser selbst herstellen.
  • Trinkflasche zum Mitnehmen: Kleine Trinkflaschen aus Metall oder Glas kannst du einfach transportieren und überall mit frischem Leitungswasser befüllen. Dadurch muss du dir keine Plastikflasche kaufen, wenn du unterwegs Durst bekommst.
  • Wiederverwendbare Verpackungen: Für das Jausenbrot kannst du wiederverwendbare Dosen, wie z.B. Tupperware nehmen. Dadurch vermeidest du den Müll von Einweg-Verpackungen wie Alufolie oder Frischhaltefolie.
  • Glas statt Plastik kaufen: Glas kann besser und einfacher recycelt werden als Plastik. Darum solltest du im Geschäft eher zu Produkten im Glas als im Plastikbehälter greifen.
  • Coffee-to-go Becher: Wenn du dir öfters für unterwegs einen Kaffee kaufst, zahlt sich ein eigener wiederverwendbarer Coffee-to-go Becher auf jeden Fall aus.
  • Weniger drucken: Du kannst viel Druckpapier sparen, indem du auf das Drucken verzichtest und stattdessen Dokumente auf deinem PC oder Tablet liest.
  • Essensabfälle vermeiden: Kaufe dir am besten immer nur so viel Essen, wie du benötigst! Beachte auch, dass viele Produkte auch noch nach Ablaufen des Mindeshaltbarkeitsdatums genießbar sind!
  • Verpackungsfrei einkaufen: In Österreich gibt es bereits etliche Geschäfte, in denen man größtenteils verpackungsfrei einkaufen kann.

 



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