Rattenbekämpfung: So wirst du die Schädlinge los! - HEROLD.at

Ratten am Häusl? So wirst du sie los!

Rattenbekämpfung, Schädlingsbekämpfung

In Wien und Österreich sind Eigentümer per Gesetz zur Rattenbekämpfung verpflichtet. Foto: AdobeStock, (c) kickimages

Morgens halb sechs am Naschmarkt: Die Sonne liegt noch verschlafen hinter den Häusern und pelzige Schatten huschen zwischen Kanaldeckeln und Obstständen hin und her. Pelzige Schatten mit langen, kahlen Schwänzen. Ratten! Sie sind hier, um zu bleiben. Aber wenn sie sich in deinem Garten, Haus oder Keller niederlassen, musst du handeln – und zwar schnell! Bei uns erfährst du, wie du Ratten auf eigene Faust vertreiben kannst, wann die Schädlingsbekämpfung eingreifen muss und wer die Kosten trägt.

Warum die Rattenbekämpfung so wichtig ist

Wien hat ein Rattenproblem. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches: In jeder Großstadt finden die Nager gute Lebensbedingungen und eine (Über)fülle an Nahrung. Solange die Ratten in der Kanalisation bleiben, ist die Stadt Wien für die Bekämpfung zuständig und der Durchschnittsbürger bleibt weitgehend unbehelligt. Kritisch wird es dann, wenn die Ratten den Untergrund verlassen und sich in Gärten oder Gebäuden einnisten. Mit ihren starken Nagezähnen vernichten die Schädlinge nicht nur sämtliche Vorräte, sondern beschädigen auch Bausubstanz, Kabel und Leitungen. Außerdem stellt der Kontakt zu (wildlebenden) Ratten für den Menschen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.

Fazit: Eine große Rattenpopulation hat enormes Zerstörungspotenzial und kann Krankheiten in dicht besiedelten Gebieten rasend schnell verbreiten. Aus diesem Grund ist schnelles Handeln extrem wichtig, um eine weitere Verbreitung auszuschließen.

Wie alt werden Ratten?

Die frei lebende Wanderrate wird normalerweise nicht älter als zwei Jahre. Während dieser Zeit ist sie aber extrem produktiv. Da die Stadtratte bereits nach zwei bis drei Monaten geschlechtsreif ist, bis zu 12 Würfe pro Jahr zur Welt bringt und pro Wurf durchschnittlich acht oder neun Junge hat, zeugt eine einzige Wanderratte während ihres Lebens mehr als 200 Nachkommen. Die intelligenten Nager leben in Gruppen von rund 60 Tieren, erkennen sich untereinander am Geruch und verteidigen ihr Territorium aggressiv gegen Eindringlinge.

Rattenbekämpfung, Schädlingsbekämpfung, Ratten vertreiben

Der Rattenfänger von Hameln ist das prominenteste literarische Beispiel für die Rattenbekämpfung. Foto: Adobe Stock, (c) scusi

Was fressen Ratten?

Kurz und knapp: alles. Und genau hier liegt das Problem. Während Ratten in der Wildnis bevorzugt Samen, Körner, Früchte, Insekten, Vögel (und deren Eier) sowie kleine Wirbeltiere und Fische fressen, finden in Städten lebende Wanderratten ihre Nahrung im Abfall und in Vorratslagern. Zusätzlich fallen ihnen aber auch unübliche Delikatessen wie Papiere, Seife oder Pelze zum Opfer. Fakt ist: Wer Nahrungsmittel wegwirft oder Speisereste in der Toilette entsorgt, füttert die Ratten und verstärkt das Problem.

Sind Ratten gefährlich? Konkrete Risiken

Horrorstorys von menschenfressenden Nagern und Ratten, die des Nachts durch die Toilette kommen, sind stark übertrieben. Normalerweise ist die Ratte ein unsichtbarer Untermieter und ist nur dann zu sehen, wenn es sich bereits um eine sehr große Population handelt. Die Gefahr, die von Ratten ausgeht, liegt eher in ihrem Zerstörungspotenzial. In Wohngegenden können schon kleine Kolonien Leitungssysteme und Elektroinstallationen zerstören. In der Landwirtschaft fallen Jahr für Jahr ganze Ernten aus, weil die Schädlinge sich durch Wurzeln und Knollen fressen. Hierfür nutzen sie häufig leerstehende Gänge von Wühlmäusen oder Maulwürfen.

Die Ratte als Gesundheitsrisiko

Ratten übertragen Krankheiten. Sie tragen zwar nicht mehr oder weniger Erreger in sich als andere wildlebende Tiere (z.B. Füchse oder Tauben), verbreiten diese aber um so schneller. Zu den Krankheiten bzw. Erregern, die von der Ratte auf den Menschen übertragbar sind, zählen u.a.:

  • Salmonellosen: Salmonellosen sind Krankheiten, die durch Salmonellen ausgelöst werden und hochansteckend sind. Zu diesen Krankheiten zählt u.a. Typhus.
  • Streptokokken: Streptokokken sind Bakterien, die bei uns (vor allem bei Neugeborenen) zu Sepsis, Meningitis (Hirnhautentzündung) und Pneumonie führen können.
  • Hantaviren: Hantaviren verursachen je nach Typ verschiedene Erkrankungen (z.B. schwere Lungenerkrankungen und akutes Nierenversagen). Sie werden normalerweise durch getrockneten Rattenkot übertragen und von uns Menschen über den Staub eingeatmet.
  • Pest: Der Rattenfloh trägt das Bakterium Yersinia pestis in sich und kann es durch seinen Biss auf den Menschen übertragen.
Rattenbekämpfung, Schädlingsbekämpfung, Ratten vertreiben

Wusstest du, dass Betreiber von Abwasseranlagen per Gesetz zur Rattenbekämpfung verpflichtet sind? Foto: Adobe Stock, (c) donyanedomam

Was besagt die Rattenverordnung der Stadt Wien?

Ganz gleich, was Wolfgang Borchert sagt: Nachts schlafen die Ratten NICHT. Im Gegenteil: Sie nagen und wühlen sich so erfolgreich durch die Donaumetropole, dass im Jahre 2005 die sog. „Rattenverordnung“ erlassen wurde. Durch diese Verordnung sind Eigentümer von Liegenschaften in allen Wiener Bezirken zur Rattenbekämpfung verpflichtet. Darüber hinaus werden alle Objekte in Wien drei bis sechs Mal jährlich von einem befugten Schädlingsbekämpfer auf einen entsprechenden Befall hin geprüft.

Wird eine Population der nagenden Schädlinge entdeckt, trägt der Eigentümer die Kosten für sämtliche Abwehrmaßnahmen durch den Kammerjäger. Gleiches gilt für vorbeugende Maßnahmen, wenn im Bereich des Objektes z.B. Tiefbauarbeiten vorgenommen werden müssen, durch die die Gefahr eines Rattenbefalls steigt.

 

Wie werde ich Ratten los?

Ratten auf eigene Faust zu bekämpfen, ist ein aufwändiger und zeitintensiver Prozess. Dies sind die am häufigsten angewandten Maßnahmen zur (privaten) Rattenbekämpfung:

  • Rattengift: Fraßköder sind bei großen Populationen nahezu wirkungslos, da die Köder von den anderen Tieren der Gruppe gemieden werden. Außerdem ist Rattengift auch für den Menschen gefährlich und darf daher nicht überall ausgelegt werden.
  • Rattenfalle: Sog. „Schlagfallen“ sind so gebaut, dass sie den Tieren das Genick brechen. Auch hier besteht das Problem, dass die Fallen von weiteren Tieren gemieden werden, sobald es die ersten Ratten erwischt hat. Als regelrechter Wunderköder gilt übrigens Erdnussbutter.
  • Rattenkäfig: Sog. „Lebendfallen“ sind die humanere Lösung, allerdings auch nicht sehr wirkungsvoll in Sachen Bekämpfung: Wo willst du die Ratten denn anschließend freilassen?
  • Fressfeind: Wenn sich auf deinem Grundstück nur hin und wieder Ratten herumtreiben, könnte eine Katze die Lösung sein. Die meisten Stubentiger haben einen ausgeprägten Jagdinstinkt und können eine kleine Population durchaus in Schach halten.
  • Gerüche: Zu den Gerüchen, die Ratten vergraulen, zählen Terpentin, Minz- und Nelkenöl. Auch kleine Stoffsäckchen mit benutzter (!) Katzenstreu können Ratten ihre Behausung vermiesen.
Achtung: Da sowohl Giftköder als auch Schlag-, und Lebendfallen für (kleine) Haustiere und andere Wildtiere eine Gefahr darstellen, musst du hier sorgfältig die gesetzlichen Bestimmungen beachten!

Darf ich Ratten töten?

Klare Antwort: ja. Da Wanderratten vor dem österreichischen Gesetz nicht als geschützte Art gelten, darfst du sie töten. Tatsächlich bist du, sofern sie sich auf deinem Grundstück herumtreiben oder nisten, sogar dazu verpflichtet, um eine Ausbreitung zu verhindern. Wenn es dir nicht gelingt, die Ratten auf eigene Faust zu vertreiben, ist es deine Pflicht, die Sache dem Kammerjäger zu überlassen.

Achtung: Je länger du dich mit erfolglosen Versuchen aufhältst, desto größer wird die Rattenpopulation in deinem Garten, Haus oder Keller!

Rattenbekämpfung, Schädlingsbekämpfung, Ratten vertreiben

Der natürliche Jagdinstinkt der Hauskatze macht sie zum perfekten Instrument in Sachen Ratten Bekämpfung. Foto: Adobe Stock, (c) ivanvbtv

Wie geht der Kammerjäger vor?

Wenn sämtliche Maßnahmen fehlschlagen, bleibt nur noch die professionelle Rattenabwehr. Diese wird durch einen Schädlingsbekämpfer vorgenommen, der sich bestens mit den Gewohnheiten der Nager auskennt und die Stärke des Befalls anhand von Kotspuren und Fraßschäden einschätzen kann. Der Experte kennt sämtliche gesetzlichen Vorschriften für die Rattenabwehr und verfügt über das Equipment, um die Schädlinge effektiv zu bekämpfen:

  • Giftstoffe: Die (nicht frei verkäuflichen) Giftstoffe zur Rattenbekämpfung (Rodentizide) legen die Blutgerinnung der Tiere lahm, was den sofortigen Tod herbeiführt.
  • Rattenfallen: In den Rattenfallen vom Profi werden die Tiere mit Ködern angelockt und (sehr schnell) mit Strom oder Gas getötet.
  • Anpassung: Der Kammerjäger führt regelmäßige Kontrollen durch und passt seine Maßnahmen bei Bedarf an.

Profis für Schädlingsbekämpfung in deinem Bundesland:

Wer zahlt den Kammerjäger?

Bei öffentlichen Gebäuden, Plätzen und Parkanlagen ist die Stadt Wien bzw. die Gemeinde für die Rattenbekämpfung zuständig. Wenn sich die Nager jedoch auf einem Privatgrundstück niedergelassen haben, zahlt der Eigentümer. Bewohner von Mietshäusern wenden sich in diesem Fall an den Vermieter bzw. die Hausverwaltung. Da eine gesetzliche Pflicht zur Rattenbekämpfung besteht und bei Kontakt mit den Schädlingen ein enormes Sicherheits- und Gesundheitsrisiko entsteht, rechtfertigt ein Nicht-Handeln vonseiten des Eigentümers eine Mietminderung. Genauere Informationen hierzu erhältst du vom Mieterbund bzw. einem Rechtsanwalt deines Vertrauens.

Rattenbefall vorbeugen – geht das?

Sind die Ratten erst einmal da, ist es schwierig, sie wieder loszuwerden. Die gute Nachricht: Einem Rattenbefall lässt sich vorbeugen! Und das ist gar nicht mal so schwierig:

  1. Bauliche Maßnahmen: Der sicherste Weg, dein Haus vor Ratten zu schützen, ist das Versperren sämtlicher Zugänge. Türspalten werden mit Gummidichtungen verschlossen, Licht-, Luft- und Abwasserschächte bzw. -rohre mit feinmaschigen Gittern versehen und sämtliche Wand- und Deckendurchbrüche sorgfältig abgedichtet.
  2. Ratten am Häusl: Ja, es kann tatsächlich passieren, dass eine Ratte aus der Toilette kommt. Eine Rückstauklappe verhindert dies zuverlässig.
  3. Umgang mit Abfällen: Abfälle sollten grundsätzlich verschlossen gelagert und erst am Tag der Müllabfuhr nach draußen gestellt werden.
  4. Ratten im Komposthaufen: Schlecht durchmischte Komposthaufen mit vielen organischen Abfällen ziehen ebenfalls Ratten an.
  5. Haustiere: Sämtliches Tierfutter sollte fest verschlossen gelagert werden und Stallungen und Käfige gehören regelmäßig und sorgfältig gereinigt.

Warum sich die Gartenplanung mit Profi auszahlt



HEROLD.at verwendet Cookies damit Sie unsere Webseite optimal nutzen können sowie für Marketingzwecke: Cookie Richtlinie