Was tun gegen Schnarchen? Ursachen, Tipps & Behandlungen

Erfahre, wie schnarchen entsteht und wie die Therapie und Behandlung davon aussieht. Foto: Adobe Stock, (c) Antonioguillem

Niemand möchte während des Schlafens so klingen, als würde er einen ganzen Wald zersägen. Schnarchen ist vor allem dann unangenehm, wenn man von dem Partner oder der Partnerin verärgert wachgerüttelt wird. Doch wie entsteht eigentlich Schnarchen und wie kann man es verhindern? Hier erfährst du, welche Mittel und Tipps gegen Schnarchen helfen!

Wie entsteht Schnarchen? Ursachen

Schnarchen, auch Rhonchopathie genannt, bezeichnet ein knatterndes Geräusch, das während des Schlafs in den oberen Atemwegen entsteht.

Das geräuschvolle Atmen wird durch Vibrationen von Weichteilen im Rachenraum (Gaumensegel und Zäpfchen) erzeugt, die durch die Luftströmung an Engstellen des Atemweges hervorgerufen werden. Grund dafür ist sehr häufig die Entspannung der Muskulatur im Schlaf.

Weitere häufige Ursachen sind:

  • Schlafen in Rückenlage: Bei fast allen Menschen verstärkt sich das Schnarchen in der Rückenlage. In dieser Position fällt die Zunge nach hinten und es kommt zu einer Verengung der Luftwege.
  • Übergewicht: Eine der häufigsten Gründe, warum jemand schnarcht, sind Anhäufungen an Unterhautfettgeweben im Halsbereich, die den Luftweg einengen.
  • Alkoholkonsum: Alkohol hat eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur. Daher verlieren die Muskeln in den oberen Atemwegen an Spannung und die Weichteile wie Gaumensegel und Zungengrund sacken ein und blockieren die Atemwege.
  • Einnahme von Beruhigungsmitteln: Auch Beruhigungsmittel bewirken eine zu starke Entspannung der Muskeln und fördern geräuschvolles Schlafen.
  • Schnupfen: Verstopfungen in der Nase können der Auslöser für Schnarchgeräusche sein.
  • Allergien: Bei Allergien, zum Beispiel einer Milbenallergie, schwellen die Schleimhäute an, wodurch die Atemwege verengt werden.
  • Nasenscheidewandverkrümmung: Bei einer Behinderung der Nasenatmung kommt es nicht selten zum Schnarchen.
  • Nasennebenhöhlenentzündung: Bei Entzündungen kommt es zu vorübergehenden Schwellungen, die den Luftstrom blockieren.
  • Kieferfehlstellung: Der Atemweg wird behindert, wenn der Unterkiefer in einer starken Rücklage steht.
  • Vergrößerte Mandeln: Wenn die Rachenmandeln zu groß werden, verengen sie den Luftweg. Das ist oft eine Ursache für Schnarchen bei Kindern.

Mit zunehmenden Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand schnarcht. Dabei sind 60 Prozent der Männer mittleren Alters betroffen und 40 Prozent der Frauen.

Schnarchen

Schnarchen entsteht durch eine Verengung der Atemwege. Foto: Adobe Stock, (c) bilderzwerg

Arten des Schnarchens

Schnarchen ist zwar ein störendes Geräusch, aber in den meisten Fällen ist es für die Gesundheit unbedenklich. Diese Art des Schnarchens nennt man primäres Schnarchen. Kommt es beim Schnarchen jedoch zu Atemaussetzern (obstruktive Schlafapnoe), kann Schnarchen negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Primäres Schnarchen

Das primäre (einfache) Schnarchen ist die häufigste Form des Schnarchens. Hierbei kommt es zum Vibrieren der Weichteile in den Atemwegen aufgrund einer Verengung. Es erfolgt aber keine komplette Blockierung der Atemwege. Es liegt ein primäres Schnarchen vor, wenn

  • atmungsabhängige Geräusche im Schlaf auftreten
  • keine Schlafstörungen durch das Schnarchen auftreten
  • keine Atemstörungen während dem Schlafen aufkommen

Obstruktive Schlafapnoe

Bei einer obstruktiven Schlafapnoe kommt es zu einer kompletten Schließung des Rachenraumes, wodurch Atempausen während des Schlafens entstehen. Die Atemaussetzer führen auch oft dazu, dass die Person in der Nacht mehrmals aufwacht und keinen ausreichenden Schlaf bekommt. Das Problem an der Sache: Die betreffende Person selbst bemerkt die Atemaussetzer oft nicht und stellt am Morgen lediglich fest, dass sie niemals richtig ausgeruht ist.

Bei Verdacht auf eine Schlafapnoe empfiehlt sich daher auf jeden Fall der Besuch im Schlaflabor, denn diese Art des Schnarchens stellt im Gegensatz zum primären Schnarchen ein Gesundheitsrisiko dar und sollte daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Folgen der obstruktiven Schlafapnoe sind Sauerstoffmangel, Konzentrationsstörungen und nächtliches Aufwachen. Folgende Symptome sind typisch bei einer obstruktiven Schlafapnoe:

  • flache Atmung
  • Atemaussetzer
  • beeinträchtigte Schlafqualität durch nächtliches Erwachen
  • Konzentrationsstörungen
  • Müdigkeit während des Tages
  • lautes und unregelmäßiges Schnarchen

Schnarchen: Zu welchem Arzt?

Wenn du in der Nacht laut und unregelmäßig schnarchst, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, da es sich  um eine obstruktive Schlafapnoe handeln könnte. Aber auch, wenn dein Partner oder deine Partnerin unter deinem Schnarchen leidet, ist ein Arztbesuch lohnenswert.

Der richtige medizinische Ansprechpartner bei Schnarchproblemen ist der HNO-Arzt. Dieser hat die notwendigen Instrumente, um deinen Nasenraum, Mund und Atemwege zu untersuchen. Außerdem weisen HNO-Ärzte hohe Expertise in diesem Bereich auf und können dir die richtige Behandlung anbieten beziehungsweise dich an entsprechende Fachleute verweisen, sollte dies notwendig sein.

 Empfehlenswerte HNO-Ärzte in Wien:

Welche Untersuchungen führt der Arzt durch?

Der HNO-Arzt beginnt mit einer detaillierten Anamnese. Er stellt dem Patienten Fragen zu seinem Gesundheitszustand, Schlafverhalten und Lebensgewohnheiten. In der Befragung kommen folgende Fragen vor:

  • Gibt es Vorerkrankungen?
  • Sind dem Partner/ der Partnerin Sonderheiten beim Schnarchen oder Atempausen aufgefallen?
  • In welcher Schlafposition schläft der Patient?
  • Nimmt der Patient Medikamente?
  • Gibt es sonstige Beschwerden?
  • Bestehen während des Tages Konzentrationsprobleme?
  • Bestehen Schlafstörungen?
  • Wie sind die Essensgewohnheiten?
  • Konsumiert der Patient Alkohol?

Nach der Befragung erfolgt eine Untersuchung des Nasenraumes und der Nasennebenhöhlen sowie des Schlunds und des Kehlkopfes, um etwaige Behinderungen oder Engpässe in den oberen Atemwegen oder der Nasen-Luft-Passage zu erkennen. Im weiteren wird ein Schlafscreening, auch Polysomnographie genannt, durchgeführt. Dieses Verfahren kann der Patient auch zu Hause ausführen, indem er ein kleines Screeninggerät mit nach Hause nimmt und in der Nacht an sich anschließt. Das Gerät zeichnet Schnarchgeräusche, die Körperlage, den Atemfluss, die Atembewegungen und die Herzfrequenz auf. Nach dieser Messung kann der Arzt erkennen, ob gefährliche Atemaussetzer stattfinden oder ob es sich um harmloses, also das primäre Schnarchen handelt.

Was tun gegen Schnarchen?

Schnarchen

Schnarchen kann oft verhindert werden, indem der Betroffene in der Seitenlage schläft. Foto: Adobe Stock, (c) baranq

Bei primärem Schnarchen kannst du selbst aktiv werden und mit einigen Umstellungen und Tipps die sägenden Geräusche beim Schlafen loswerden. Hast du aber den Verdacht, unter einer obstruktiven Schlafapnoe zu leiden, solltest du dringend einen Arzt aufsuchen. Dieser wird dir eine passende Therapie empfehlen.

Tipps gegen Schnarchen: Was kann man selbst tun?

Wenn dein Partner oder deine Partnerin sich zum ersten Mal über Schnarchgeräusche beschwert, gibt es einige Maßnahmen, die du selbst durchführen kannst, um das Schnarchen zu mindern. Oft liegen die Gründe, warum Menschen schnarchen, im eigenen Lebensstil oder Schlafverhalten. Folgende Tipps helfen dir, das Schnarchen zu besiegen:

Schlafhygiene

Wenn du einige Regeln der Schlafhygiene befolgst, schaffst du ideale Voraussetzungen für einen erholsamen Schlaf und beseitigst Faktoren, die Schnarchen fördern. Du solltest ein angenehmes Raumklima schaffen mit Temperaturen zwischen 16°C und 18°C. Lüfte vor dem Schlafen gehen, um frische Luft ins Schlafzimmer zu lassen. Teste außerdem deine Matratze, ob sie für deinen Körper etwa zu hart oder zu weich ist und tausche sie, wenn notwendig, aus. Eine hygienische Schlafumgebung mit frischer Bettwäsche verbessert deine Schlafqualität.

Schlafposition

Viele Menschen schnarchen nur, wenn sie auf dem Rücken liegen. Aus diesem Grund ist das Schlafen in der Seitenlage eine einfache und wirksame Lösung gegen geräuschvolles Atmen. Lege dir zum Beispiel einen Polster so hin, dass er die Seitenlage unterstützt. Außerdem solltest du darauf achten, dass sich dein Kopf während dem Schlaf in einer erhöhten Lage befindet. So vermeidest du, dass die Zunge nach hinten rutscht und einen Engpass erzeugt.

Ernährung umstellen

Eine der häufigsten Ursachen für geräuschvolles Atmen während des Schlafens ist Übergewicht. Die in Übermaß vorhandenen Fettdepots am Hals engen die Atemwege ein. Bereits ein paar Kilo weniger am Körper können positive Auswirkungen zeigen. Mit einer gesunden Ernährung sagst du nicht nur dem Schnarchen den Kampf an, sondern du verbesserst auch deinen allgemeinen Gesundheitszustand. Ein Ernährungsberater hilft dir, einen gesunden und ausgewogenen Ernährungsplan zu erstellen.

Alkohol und Medikamente reduzieren

Der Konsum von Alkohol verursacht, dass die Weichteile der oberen Atemwege zusammensacken, wodurch Engpässe entstehen. Verzichte also mindestens vier Stunden vor dem zu Bett gehen auf Alkohol. Auch stark entspannende Medikamente wie Beruhigungsmittel solltest du meiden.

Übungen gegen Schnarchen

Das knatternde Geräusch im Schlaf entsteht durch das Erschlaffen des Gewebes im Rachenraum. Mit speziellen Übungen kannst du die Muskulatur im Bereich des Rachens stärken. Für einen stärkeren Gaumen kannst du zum Beispiel deine Zunge bei geschlossenem Mund ein paar Minuten gegen die Zähne des Unterkiefers drücken. Als Übung für die Zunge kannst du deine Zungenspitze gegen den Gaumen pressen und dann so weit wie möglich rückwärts rutschen. Wiederhole die Übung etwa 20 mal. Weitere Übungen findest du hier.

Aber auch singen oder das Spielen eines Blasinstrumentes stärken die Mund- und Rachenmuskulatur.

Natürliche Hausmittel

Es gibt auch einige Hausmittel, die bei Schnarchgeräuschen helfen sollen. Du musst dabei selbst probieren, was bei dir wirkt.

  • Dampfbad: Ein Dampfbad vor dem Schlafengehen öffnet die Atemwege in der Nase und löst überschüssige Sekrete.
  • Pfefferminztee: Der Tee wirkt entzündungshemmend und hilft, etwaige Schwellungen zu lindern.
  • Honig: Auch Honig hat eine entzündungshemmende Wirkung. Gib einen Löffel Honig in deinen Tee oder in ein Glas Milch.
  • Ätherische Öle: Eukalyptus- oder Teebaumöl helfen, deine Nase frei zu bekommen. Gib ein paar Tropfen des Öls in eine Schüssel mit heißem Wasser und halte deinen Kopf darüber. Lege noch ein Handtuch über deinen Kopf und inhaliere die Dämpfe für etwa 15 Minuten.

Hilfe aus der Apotheke

In Apotheken sind Hilfmittel erhältlich, die das Schnarchen lindern. Es gibt zum Beispiel Nasenklammern, Rachenspray oder Gaumenstreifen. Informiere dich beim Apotheker, welches Mittel er dir empfehlen würde. Um aber wirklich sicher zu gehen, dass du die richtige Methode gegen die Schnarchgeräusche anwendest, solltest du einen Arzt aufsuchen. Erst nach einer medizinischen Untersuchung kann die optimale Lösung für dein Schnarchproblem gefunden und etwaige schwerwiegendere Ursachen können ausgeschlossen werden.

Was tun gegen Schnarchen? Therapie und Behandlung

Je nach Diagnose variieren die Behandlungen und Methoden, die der Arzt empfiehlt.

Anti-Schnarchschiene

Die Schnarchschiene (Protrusionsschiene) wird ähnlich wie eine Zahnspange getragen und sorgt dafür, dass die Atemwege frei bleiben. Um die Schiene optimal an den Kiefer anpassen zu können, muss dafür ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde miteinbezogen werden. Die Schnarchschiene wird dann vom Zahnarzt an den Abdruck des Gebisses angepasst.

Schnarchmaske (CPAC)

Die apparative Schnarchtherapie CPAC (Continuous Positive Airway Pressure) wird bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe angewendet. Die Schlafmaske ist mit Schläuchen an ein Beatmungsgerät angeschlossen und hält die Atemwege mittels Überdruck offen. Dadurch werden die Atemaussetzer verhindert und der Patient bekommt einen erholsamen Schlaf.

Operative Maßnahmen

Bei sehr starken Schnarchproblemen oder physischen Hindernissen, die nicht mit anderen Methoden beseitigt werden können, kann ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein. Je nach Ursache des Schnarchens helfen zum Beispiel eine Korrektur der Nasenscheidewand, eine Verkleinerung der Nasenmuscheln oder eine Gaumensegeloperation.

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