Schwimmteich bauen: Was kostet das Paradies im Garten?

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Relaxen am Naturpool: Der Schwimmteich ist ein eigenes kleines Ökosystem mitten in deinem Garten. Foto: Adobe Stock, (c) Artalis-Kartographie

Pool war gestern: Clevere Bauherren holen sich das Wasser als Schwimmteich in den Garten! Der Badeteich ist ein biologischer Pool, der zwar künstlich angelegt ist, bei dem die Wasseraufbereitung aber biologisch stattfindet – und das ist gesünder für dich, für die Umwelt und für deine Brieftasche! Wir verraten, was Schwimmteiche kosten, welche Arten es gibt und ob du den Badeteich selbst bauen kannst.

Was ist ein Schwimmteich?

Bade- oder Schwimmteiche sind wie Swimmingpools – nur dass du sie bepflanzen und mit den Fischen schwimmen kannst! Der Schwimmteich ist zwar künstlich angelegt, wird in Sachen Gestaltung aber natürlichen Badeseen nachempfunden. Typische Merkmale (großer) Badeteiche sind klares Wasser, üppiges Pflanzenwachstum und eine große heimische Artenvielfalt. Da der natürliche Pool über keinen Zu- oder Abfluss verfügt, muss die Verdunstung regelmäßig durch Nachfüllen ausgeglichen werden. Je nach Größe kommt der Schwimmteich komplett ohne Pumpe und Filter aus und ist in der Wartung daher deutlich weniger aufwändig und kostengünstiger als ein Swimmingpool.

Wie funktioniert ein Schwimmteich?

Du fragst dich jetzt sicher, wie ein Schwimmteich sauber bleibt? Im Gegensatz zum Swimmingpool ist der Badeteich ein ökologisches System, bei dem die Wasseraufbereitung bzw. Nährstoffregulierung über Sedimentation erfolgt. Um dies zu gewährleisten, ist der Schwimmteich in zwei Zonen unterteilt: eine Schwimmzone und eine Regenerationszone. Im Regenerationsbereich findet die Wasserreinigung statt. Die hier lebenden Wasserpflanzen nehmen Nährstoffe aus dem Sediment auf, während die im Wurzelwerk lebenden Bakterien für eine natürliche Keimreduktion sorgen.

Bade- und Pflanzenzone sind durch Trennwände voneinander abgegrenzt, die 20 bis 30 cm unter der Wasseroberfläche enden. Auf diese Weise findet ein stetiger Wasseraustausch zwischen beiden Bereichen statt, der bei Bedarf durch Umwälzpumpen unterstützt wird.

Passt ein Badeteich in meinen Garten?

Grundsätzlich ist ein Schwimm- oder Badeteich in jedem Garten realisierbar. Je nach den Gegebenheiten deines Grundstücks (z.B. größere Leitungen, Gesteinsschichten im Erdreich, Grundwasserspiegel etc.) und den Ansprüchen, die du an Pflegeaufwand und Bewegungsfreiheit stellst, sind manche Modelle allerdings besser geeignet als andere. Ob du eine Baugenehmigung brauchst, hängt von der jeweiligen Bauordnung deines Bundeslands ab. Grundsätzlich unterscheidet man fünf Arten von Schwimmteichen, die jeweils unterschiedlich viel (oder wenig) Technik-Einsatz erfordern:

  • Typ 1 sind große naturbelassene Stehgewässer mit mind. 50 % Pflanzzone. Sie kommen ohne Filter und Pumpen aus und sind im Wartungsaufwand sehr gering, da ein stabiles ökologisches Gleichgewicht besteht. Es kommt zu natürlichen Wassereintrübungen und Algenbildung.
  • Typ 2 sind mittelgroße Badeteiche mit 50 % Pflanzzone , die mit einem Oberflächenskimmer ausgestattet sind, der die Wasseroberfläche zuverlässig von schwimmenden Grobteilen (z.B. Laub) reinigt und für ein paar Stunden am Tag für Wasserzirkulation sorgt.
  • Typ 3 sind mittelgroße Schwimmteiche mit 50 % Pflanzzone, die mit Pumpen und Filtern ausgestattet sind, die feinste organische Substanzen aus dem Wasser filtern und in einer extra angelegten Filterzone abbauen. Die gelösten Nährstoffe werden anschließend in der Pflanzzone gebunden. Die Pumpe läuft fast durchgehend und sorgt für klares Wasser.

Schwimmteich oder Naturpool?

Bei den Typen 4 & 5 handelt es sich eigentlich nicht um Badeteiche, sondern um sog. Naturpools, da sie deutlich mehr Technik-Einsatz brauchen. Im Naturpool wird das Wasser durch ein Pumpensystem 24 Stunden am Tag in Bewegung und durch ein Filtersystem grundsätzlich klar und sauber gehalten. Der Nährstoff-Abbau findet bei Typ 4 über einen Biofilter (= mehr oder weniger bepflanzte Kieszone) statt, durch den das Teichwasser gepumpt wird. Bei Typ 5  werden statt des Biofilters aktive Medien wie Zeolith oder Phosphatbinder verwendet und es findet keine Bepflanzung statt. Typ 5 ist sowohl vom Betrieb als auch vom Wartungsaufwand her am kostspieligsten.

Was lebt im Schwimmteich? Fische, Pflanzen & Co.

Neben den Mikroorganismen, die den Badeteich von Natur aus bevölkern und u.a. für ein stabiles ökologisches Gleichgewicht sorgen, braucht es für die biologische Wasseraufbereitung im Schwimmteich natürlich die richtige Bepflanzung. Die Wahl der Wasserpflanzen ist vor allem von ihrem Standort abhängig, da je nach Wassertiefe (z.B. Tief- und Flachwasserzonen) unterschiedliche Pflanzen geeignet sind:

  • Sumpfbereich (max. 10 cm Wassertiefe): Gräser und Binsengewächse (z.B. Blutweiderich oder Wasserminze), die keine ständige Überflutung brauchen.
  • Flachwasserzone (max. 30 cm Wassertiefe): Pflanzen, die vom Randbereich in die Zone hineinwachsen und das Wasser mit Sauerstoff anreichern (z.B. Kalmus, Rohrkolben und verschiedene Binsengewächse)
  • Regenerationszone (bis zu 50 cm tief): Je weniger Technik vorhanden ist, desto stärker sollte der Regenerationsbereich bepflanzt sein, damit die Wasserqualität nicht leidet. Sehr gut geeignet sind z.B. Unterwasserpflanzen wie Wasserhahnenfuß, Tausendblatt, Laichkraut und die Kanadische Wasserpest.
  • Schwimmbereich (ab 50 cm tief): Im Schwimmbereich sind Schwimmblattpflanzen wie Seerosen, Laichkraut, Wasser-Knöterich oder die Seekanne nützlich, da sie mit ihren großen Blättern den Teich beschatten und optimale Lebensbedingungen für Mikroorganismen (z.B. das Zooplankton) schaffen.

Fische im Schwimmteich – geht das?

Grundsätzlich ist es möglich, Fische in einen Schwimmteich zu setzen. Allerdings sorgen die Fische für ein sehr hohes Maß an Stoffwechselprodukten und Nährstoffen, die das Algenwachstum fördern und das Sediment wachsen lassen. Wenn du dir für deinen Badeteich Fische wünschst, ist eine Filteranlage unerlässlich. Außerdem solltest du den Schwimmteich mit einem sog. Filtergraben mit reichlich Sumpfpflanzen ausstatten, damit sich das Sediment nicht unkontrolliert aufbauen kann. Bei dicken Sedimentschichten nimmt die Wasserqualität rapide ab und das ökologische Gleichgewicht gerät in Gefahr.

Tipp: Schwimmteiche mit Fischen sollten möglichst naturnahe gestaltet sein und den Tieren einen Rückzugsort bieten. Geeignete Arten für den Badeteich sind z.B. der einheimische Bitterling, der Hundsfisch, der Stichling und die Rotfeder. Ein Naturpool (Typen 4 u. 5) ist nicht für Fische geeignet.

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Wer den direkten Kontakt mit den Fischen sucht, sollte den Schwimmteich entsprechend ausstatten. Foto: Adobe Stock, (c) valoudu63

Was ist besser: Schwimmteich oder Pool?

Wer den Kontakt mit der Natur sucht und auf lange Sicht Energiekosten sparen will, für den ist die Entscheidung schnell getroffen: Ein Badeteich muss her! Allerdings lässt der Swimmingpool sich leichter abdecken und länger nutzen, da er an kälteren Tagen beheizt werden kann. Wir haben die Vor- und Nachteile beider Schwimmbad-Formen für dich zusammengefasst:

Schwimmteich Swimmingpool
Vorteile ✔ Badeteiche kommen vollkommen ohne Chemie (z.B. Chlor) aus.
✔ Badeteiche sind Lebensräume für die heimische Flora und Fauna.
✔ Badeteiche (Typen 1 bis 3) benötigen weniger Pflege und Wartungsaufwand als Swimmingpools.
✔ Die (technische) Ausstattung für einen Badeteich ist recht überschaubar.
 ✔jederzeit angenehme Wassertemperatur durch die Möglichkeit der Beheizung
✔ gleichbleibende keimfreie Wasserqualität (durch Einsatz von Chlor)
✔ können problemlos mit Sicherheitsabdeckungen ausgestattet werden
✔ erhöhter Wellness-Faktor durch den Einsatz von Massage- bzw. Whirlpooldüsen etc.
Nachteile ✘ Anders als Swimmingpools kannst du Schwimmteiche nur während der (sehr) warmen Jahreszeit nutzen, da sie sich nicht künstlich beheizen lassen (würde Tieren und Pflanzen gleichermaßen schaden).
✘ Eine Sicherheitsabdeckung bzw. eine Kindersperre ist bei Badeteichen schlecht bis gar nicht zu realisieren.
✘ Pools müssen deutlich häufiger gewartet und intensiver gepflegt werden als Schwimmteiche.
✘ Da das Wasser aus dem Swimmingpool jeden Winter abgelassen und im Frühjahr neu eingefüllt werden muss, ist der Wasserverbrauch sehr hoch.
✘ Da in Swimmingpools mehr Technik zum Einsatz kommt, sind die laufenden Kosten entsprechend höher.

 

Schwimmteich Kosten: Wie teuer ist ein Badeteich?

Da man Schwimm- und Badeteiche nicht „von der Stange“ kaufen kann, sondern jeder Naturpool dem Grundstück und seinen Besitzern quasi auf den Leib geschneidert wird, variieren die Kosten für einen Schwimmteich stark. Wenn du das Paradies in deinem Garten von einem Fachmann für Schwimmteichbau planen und realisieren lässt, kommen Kosten in Höhe von 150 bis 450 € pro Quadratmeter auf dich zu. Je mehr Technik der Pool braucht und je mehr Sonderwünsche (z.B. Stege, kleine Inseln etc.) du hast, desto höher klettern die Schiwmmteich-Kosten natürlich.

Wer baut Schwimmteiche?

Während normale Gartenteiche häufig im Zuge der Gartenplanung von Garten- und Landschaftsgestaltern angelegt werden, solltest du den Bau deines Schwimmteichs einem darauf spezialisierten Betrieb überlassen. Hierzulande sorgt der Verband Österreichischer Schwimmteich- & Naturpoolbau (VOESN) durch laufende Überprüfungen seiner Mitglieder dafür, dass sämtliche Arbeiten am neuesten Stand der Technik ausgeführt werden. Zertifizierte Mitglieder des VÖSN sind u.a.:

 

Schwimmteiche selbst bauen – geht das?

Grundsätzlich ja. Wer Erfahrung in Sachen Erdarbeiten, viel Zeit und ein paar kräftige Helfer mitbringt, kann den Badeteich tatsächlich selbst bauen. Allerdings sind auch bei kleinen Schwimmteichen aufwändige Erdarbeiten notwendig, die du aus Sicherheitsgründen nicht im Alleingang durchführen solltest. Entsprechend schweres Gerät (Minibagger & Co.) findest du z.B. im Fachhandel für Baumaschinenverleih.

Um Kosten zu sparen, aber trotzdem vom Know-How und dem Service des Fachbetriebs zu profitieren, kannst du die Erdarbeiten und die Bepflanzung in Eigenregie erledigen und das Verlegen der Teichfolie sowie den Einbau der Technik dem Profi überlassen. Wer beim Schwimmteich bauen selbst Hand anlegt, kann die Kosten etwa um die Hälfte reduzieren.

Achtung: Selbst wenn du dich dazu entschließt, den Schwimmteich vollständig selbst zu bauen, solltest du dich im Vorfeld ausführlich beraten und dein Grundstück vom Profi in Augenschein nehmen lassen. Das Honorar für die Beratung ist in jedem Fall geringer als der finanzielle Schaden, der dir durch Unwissenheit entstehen kann!

Was kostet Schwimmteichfolie?

Wie ein normaler Gartenteich braucht auch der Badeteich eine Abdichtung, damit das Wasser nicht versickert. Die gängigste Art der Abdichtung neben Beton und GFK ist eine spezielle Schwimmteichfolie. Diese verlegst du über einem Schutzvlies und einer 10 cm starken Schicht aus Füllsand, die sie vor Wurzeln und Steinen schützt. Der Preis für Schwimmteichfolie richtet sich nach ihrer Stärke und dem verwendeten Material. Spezielle Schwimmteichfolien aus PVC sind 1,5 mm stark und kosten, je nach Anbieter, zwischen 9.00 und 12.00 € pro m². Eine andere Möglichkeit sind 1,5 mm starke Teichfolien aus Kautschuk, die besonders langlebig, umweltfreundlich und belastbar sind. Sie kosten zwischen 9,50 und 10,50 € pro m² und sind im Fachhandel für Teichbau und -zubehör erhältlich.

Wie groß sollte der Schwimmteich sein?

Ein Schwimmteich, der nicht nur zum Plantschen gedacht ist, sollte eine Fläche von mind. 35 m² und eine Wassertiefe von mindestens 180 cm haben. Ein Badeteich, der im Sommer lediglich der Abkühlung dient, kommt auch mit 20 m² Wasserfläche aus. Um den technischen Aufwand möglichst gering zu halten, ist allerdings ein Verhältnis von 1:1 zwischen Schwimm- und Pflanzzone erforderlich. Wenn du also nicht auf leistungsstarke Filter- und Pumpsysteme angewiesen sein möchtest, sollte dein Schwimmteich insgesamt mindestens 40 m² groß sein.

Wie viel Technik braucht der Badeteich wirklich?

Wenn du nicht gerade einen sehr großen, naturbelassenen Schwimmteich des Typs 1 planst, kommst du ohne etwas Technik nicht aus. Das ist aber auch gar nicht so schlimm: Eine Mindestausstattung aus Pumpe, Skimmer und einem einfachen Filtersystem ist sogar recht sinnvoll, da sie dem Algenwachstum und einem damit verbundenen höheren Pflegeaufwand vorbeugt. Die Wartung dieser Technik sollte nach einmaliger Einweisung im entsprechenden Fachhandel auch kein Problem darstellen.

Damit sich der Pflegeaufwand in Grenzen hält, solltest du Laub und ggf. auch Fadenalgen regelmäßig mit Laub- und Algenkäschern von der Wasseroberfläche entfernen und kleinere Verschmutzungen der Teichfolie mit einem Schlammsauger bekämpfen. Nach einigen Jahren ist es sinnvoll, Teichfolien mit viel Sediment mit einem professionellen Schlammsauger zu reinigen, den du problemlos entleihen kannst.

Gibt es für Schwimmteiche Förderungen?

Das Land Niederösterreich vergibt Fördergelder für Landschaftsteiche, Feuchtbiotope und Kleingewässer. Diese Förderungen können auch von Privatpersonen beantragt werden. Ob dein Badeteich-Projekt den Anforderungen für entsprechende Fördergelder gerecht wird, entnimmst du am besten den Leitlinien und Merkblättern.



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