Was tun bei Wespenstich? – Wirksame Erste-Hilfe-Maßnahmen

Wespenstich Hausmittel

Kein Sommer ohne Wespenstich? Wir haben die effektivsten Hausmittel gegen Wespenstiche zusammengefasst. Foto: Adobe Stock, (c) murgvi

Wespen und Bienen sind unwillkommene Begleiterscheinungen des Sommers. Ein Picknick im Freien oder barfuß gehen auf einer Wiese hat leider öfters einen schmerzlichen Wespenstich zur Folge. Im Folgenden erfährst du, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen die Schmerzen nach einem Wespen- oder Bienenstich lindern, bei welchen Symptomen du die Rettung rufen solltest und wie du Wespenstiche vermeidest.

Wespenstich – Symptome

Wenn sich Wespen bedroht fühlen, stechen sie mit ihrem Giftstachel zu. Dabei injizieren sie Gift in die Haut des Menschen. Das Wespengift wirkt schon nach wenigen Sekunden bis Minuten nach dem Eintreten. Es kommt zu einem stechenden Schmerz, gefolgt von Juckreiz, Rötung und einer Schwellung an der Einstichstelle. Diese Beschwerden, sofern keine weiteren Symptome auftreten, sind nach einem Wespenstich völlig normal und klingen nach 3-4 Tagen ab.

Gut zu wissen: Wespen ziehen nach dem Zustechen ihren Stachel wieder aus der Haut. Dies ermöglicht ihnen mehrmaliges Zustechen. Anders als bei den Bienen, die nur einmal stechen können. Der Stachel der Biene bleibt nämlich, oft auch mit der Giftblase, in der Haut des Menschen stecken. Dies ist der wesentliche Unterschied zwischen einem Bienenstich und einem Wespenstich.

Was tun bei einem Wespenstich?

Wespenstich was tun

Ein Wespenstich verursacht mäßige bis starke Schmerzen. Kühlen lindert diesen Schmerz. Foto: Adobe Stock, (c) Marina Lohrbach

Bei einem Wespenstich gibt es verschiedene wirkungsvolle Erste-Hilfe-Maßnahmen, die den Schmerz und Juckreiz lindern und die Regenerationszeit der Haut verkürzen. Schnelles Handeln ist dabei essentiell. Folgende Maßnahmen wirken auch bei einem Bienenstich.

Zuallererst muss das Gift aus der Wunde gedrückt werden. Das ist wichtig, damit es sich nicht in der Blutbahn verteilt, wodurch es zu Infektionen kommen kann. Dabei kann auch ein sogenannter Saugstempel helfen, welcher in der Apotheke erhältlich ist. Wenn ein Bienenstachel in der Wunde steckt, muss dieser zuerst sorgfältig, am besten mit einer Pinzette, entfernt werden.

Achtung: Das Gift NICHT mit dem Mund aussaugen, da sich das Gift sonst über die Schleimhäute im Körper verteilt!

Schmerzlinderung bei Wespenstich

  • Heißes Wasser: Unmittelbar nach dem Stich kann ein Lappen in heißem Wasser (mind. 38°C) getränkt und auf die betroffene Stelle gedrückt werden. Die Hitze zerstört die Struktur des Giftes und mildert dadurch den Schmerz und Juckreiz.
  • Stichheiler: Dieses kleine Gerät kann zur speziellen Behandlung von Insektenstichen und -bissen verwendet werden. Er ist aber nur wirksam, wenn er innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich angewendet wird. Das Gerät erhitzt sich auf eine Temperatur von ca. 50°C und zerstört dadurch das Wespengift.  Erhältlich ist der Stichheiler in der Apotheke.
  • Kühlen: Kälte ist ein sehr effektives Hausmittel gegen den Schmerz. Auch am nächsten und übernächsten Tag sollte mit Eiswürfeln, Kühlakkus oder kalten Lappen gekühlt werden, bis die Schwellung zurückgeht.
  • Kalter Essigumschlag: Dafür muss Wasser und Essig gemischt werden, ein Tuch darin eingetaucht und auf die Stichstelle gelegt werden. Der Essig neutralisiert das Wespengift.
  • Natron: Natron bzw. Backpulver und Wasser werden zu einem Brei vermischt und auf die Stichstelle aufgetragen. Der Brei sollte ca. 5-10 Minuten einwirken. Danach gründlich abspülen.
  • Zwiebel: Der Saft einer Zwiebel kann auf die gestochene Haut aufgetragen werden bzw. eine Zwiebelscheibe auf die Stelle gelegt werden. Das wunderbare Hausmittel wirkt entzündungshemmend.
  • Kühlende Cremes: In der Apotheke gibt es mehrere kühlende und Juckreiz-lindernde Cremes. Dein Apotheker berät dich gerne.
  • Spucke: Wenn man unterwegs ist und keine Hilfsmittel zur Verfügung stehen, ist Spucke die beste Erste-Hilfe-Maßnahme. Spucke wirkt neutralisierend und lindert daher sowohl den Schmerz als auch den Juckreiz.
  • Spitzwegerich: Ebenfalls ein gutes schmerzlinderndes Mittel für unterwegs ist der Spitzwegerich. Man erkennt ihn an seinen spitzen, schmalen Blättern und der dichten, walzförmigen Blüte. Zerriebenen Blätter auf die gestochende Wunde legen.

Vorsicht: Nicht kratzen! Auch wenn die wunde Stelle stark juckt, darfst du auf keinen Fall kratzen. Anderenfalls riskierst du Infektionen.

Was tun bei einem Wespenstich im Mund oder Rachenraum?

Im Gegensatz zu einem Wespenstich auf der Haut, stellt ein Stich im Mund- oder Rachenbereich eine Gefahr dar, auch für Personen, die keine Allergie haben. Durch den Stich schwellen die Schleimhäute an, wodurch die Atemwege verengt werden können. Dies wiederum führt zu Atemnot. Bei einem Wespen- oder Bienenstich im Mundbereich muss sofort das Krankenhaus aufgesucht oder die Rettung alarmiert werden.

Folgende Sofortmaßnahmen können bei einem Wespenstich im Mund- oder Rachenraum durchgeführt werden:

  • Kühlen: Eiswürfel-Lutschen und kalte Halsumschläge lindern die Schwellungen.
  • Ruhe bewahren: Es ist wichtig, in der Situation so ruhig wie möglich zu bleiben. Aufregung wirkt sich negativ auf die Schwellung aus und trägt nur dazu bei, dass sie schlimmer wird.
  • Rettung rufen!

Allergische Reaktion bei einem Wespenstich

Etwa 4 Prozent der Österreicher reagieren allergisch auf Wespen- oder Bienenstiche. Ein Stich kann bei Allergikern einen allergischen (anaphylaktischen) Schock auslösen, welcher innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich wird. Treten nach einem Wespenstich also Symptome auf, die auf eine Allergie schließen lassen, ist rasches Handeln lebenswichtig. Allergische Reaktionen auf Hornissen- oder Hummelstiche sind eher selten.

Auch eine Bienenallergie bedeutet nicht zwingend, dass die Person auch auf Wespen allergisch reagiert und vice versa. Zusätzlich ist zu beachten, dass sich eine Allergie mit der Zeit weiterentwickeln und von Stich zu Stich schlimmer werden kann. So kann zum Beispiel beim ersten Stich einer Wespe eine leichte allergische Reaktion auftreten und beim nächsten Stich bereits eine lebensbedrohliche Reaktion die Folge sein.

Symptome einer allergischen Reaktion

Bei einer schweren allergischen Reaktion bleiben die Beschwerden nicht auf die Stichstelle beschränkt, sondern verbreiten sich auf den ganzen Körper. Die ersten Symptome treten bereits Minuten nach dem Stich auf wie zum Beispiel ein Kribbeln an Handflächen oder Fußsohlen. Allergische Reaktionen verlaufen oft unterschiedlich, so können Atembeschwerden bereits wenige Minuten nach dem Stich auftreten oder erst eine halbe Stunde danach.

Die häufigsten Symptome einer allergischen Reaktion bei einem Wespenstich:

  • sehr starke Hautschwellung
  • Entstehung von Quaddeln
  • plötzlicher Schnupfen
  • gerötete, tränende Augen
  • Schwindelgefühl
  • Kalter Schweiß
  • Übelkeit
  • Blutdruckabfall
  • Atembeschwerden
  • Herzrasen

Ein allergischer Schock ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Er setzt rasch ein und kann innerhalb von Minuten zu einem drastischen Blutdruckabfall, Bewusstseinstrübung oder sogar Ohnmacht führen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Allergische Reaktion bei Wespenstich: Was tun?

Eine allergische Reaktion ist ohne ärztliche Behandlung lebensbedrohlich. Deshalb muss beim Auftreten von Symptomen einer allergischen Reaktion schnell reagiert werden.

Folgende Maßnahmen helfen, bis der Notarzt eintrifft:

  • Gift entfernen. Den Stachel, wenn vorhanden, entfernen und das Gift aus der Stelle drücken.
  • Rettung alarmieren!
  • Atemwege freihalten: Bei Atemnot enge Kleidung entfernen und eine sitzende Haltung einnehmen.
  • Schocklage einnehmen: Bei Schocksymptomen den Betroffenen in die Schocklage bringen: auf den Rücken legen und Beine hochlagern.
  • Stabile Seitenlage: Bei Bewusstlosigkeit eine stabile Seitenlage einnehmen. Den Betroffenen auf die Seite legen, das obere Bein abwinkeln, den Kopf nach hinten neigen und die obere Hand unter den Kopf legen.

Wenn eine Allergie gegen Bienen oder Wespen bekannt ist, sollte man während der Sommermonate ein Notfall-Set bei sich tragen. Im Artikel „Das Notfallset für Insektengiftallergiker kann Leben retten“ findest du alles Wissenswerte über das Notfallset. Zusätzlich solltest du dich bei deinem Hausarzt darüber informieren.

Tipps, wie man Wespenstiche vermeidet

Vor allem von süßen Lebensmitteln werden Wespen angezogen. Foto: Adobe Stock, (c) Antje Lindert-Rottke

Wer eine Wespenallergie hta, sollte sich nicht unnötig in Gefahr begeben. Beachtet man folgende einfache Tipps, mindert man das Risiko auf einen Wespenstich enorm:

  • Nicht nach Wespen schlagen oder hektische Bewegungen bei Sicht einer Wespe machen! Wespen deuten ruckartige Bewegungen als Angriff und fühlen sich veranlasst, sich mit einem Stich zu wehren. Auch anblasen macht Wespen durch das Kohlendioxid im Atem aggressiv. Am besten ruhig abwarten, bis die Wespe von selbst wieder wegfliegt.
  • Gläser abdecken und vor dem Trinken sicherstellen, dass sich keine Wespen darin befinden! Nicht aus Dosen oder Flaschen trinken, da man nicht erkennen kann, ob sich Wespen darin befinden.
  • Speisen im Freien generell immer abdecken, da diese Wespen anlocken. Vor allem süße Speisen, Limonaden und Fleisch ziehen sie besonders an.
  • Barfuß gehen im Freien sollte vermieden werden. Vor allem in der Nähe von Obstbäumen oder auf Blumenwiesen.
  • Auf duftende Deos und Parfums verzichten.
  • Nach Sport sofort duschen, da Schweiß Insekten anlockt.
  • Fliegengitter an Wohnungsfenster und Türen befestigen.
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