Zisterne einbauen: Wiener sparen bis zu 1.500 Euro durch Regenwassernutzung!

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Die moderne Zisterne spart im Privathaushalt jährlich bis zu 1.500 € durch Regenwassernutzung. Foto: Adobe Stock, (c) tuk69tuk

Umwelt schonen und gleichzeitig Geld sparen? Das geht – und zwar mit modernen Zisternen aus Kunststoff oder Beton, die in Privathaushalten zur Regenwassernutzung verwendet werden. Was viele nämlich nicht wissen: Regenwasser eignet sich nicht nur für die Gartenbewässerung oder die Autowäsche, sondern auch Toilettenspülung und Waschmaschine kannst du mit Trinkwasser zum Nulltarif betreiben! Wir zeigen, wie das geht, was eine Zisterne kostet und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Wie teuer ist Trinkwasser?

Vorarlberger trinken günstig, für Wiener kostet's mehr: Die Kosten pro Kubikmeter Trinkwasser sind in Österreich sehr unterschiedlich. Der durchschnittliche Preis liegt bei 87 Cent, wobei noch 1,30 EUR für die Abwassergebühr hinzukommen. Über moderne und fachgerechte Sanitärinstallationen lässt sich der Verbrauch zwar reduzieren, am Trinkwasserpreis ändert jedoch auch ein modernes Leitungs- und Abwassersystem nichts.

Trinkwasserpreise in Wien: Es trifft die Großstadt

Während Vorarlberger ihren Kubikmeter Trinkwasser um 58 Cent genießen, zahlt der Wiener mehr als doppelt so viel (1.31 EUR). Dies liegt u.a. an den Kosten für die Trinkwasseraufbereitung, welche in Ballungszentren naturgemäß höher ausfallen als in weniger stark besiedelten Gebieten (z.B. Kärnten, Burgenland oder Vorarlberg). Wer in Stadtnähe wohnt und ein entsprechend großes Grundstück hat, sollte also darüber nachdenken, ob sich die Tausende Liter Regenwasser, die jeden Monat im Garten versickern, nicht besser nutzen lassen.

Was ist eine Zisterne?

Eine Zisterne ist wie eine Regentonne – nur größer, besser und vor allem effizienter. Es handelt sich hierbei um unter- oder oberirdische Behälter für Trink- bzw. Nutzwasser, die ihren Namen dem lat. Ausdruck cisterna (=Wasserspeicher unter der Erde) verdanken. Hierzulande werden Zisternen in erster Linie für die Gartenbewässerung verwendet, da dies nicht nur große Mengen an Trinkwasser spart, sondern Pflanzen aller Art mit kalkarmem Wasser auch besser gedeihen. Und Regenwasser ist nahezu kalkfrei. Zisternen werden in der Regel aus Kunststoff oder aus Beton hergestellt.
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Zisternen sind Behälter aus Beton oder Kunststoff, die zur Regenwassernutzung verwendet werden. Foto: Adobe Stock, (c) Marie-Thérèse GUIHAL

Wie funktioniert die Regenwassernutzung?

Normalerweise hat jeder Gartenbesitzer eine Regentonne am Haus oder Gartenhaus angebracht, um den Niederschlag zur Bewässerung der Pflanzen oder für die eine oder andere Reinigungsarbeit (z.B. Terrasse schrubben oder Auto waschen) zu verwenden. Die Wenigsten denken bei der Gartenplanung jedoch an die Möglichkeit einer ausgedehnten Regenwassernutzung. Dabei lassen sich mit Hilfe einer modernen Regenwassernutzungsanlage sogar die Toilettenspülung und die Waschmaschine zum Nulltarif betreiben. Höchste Zeit also, clever zu planen!

Da das Regenwasser für die Betreibung der Waschmaschine und der Toilettenspülung keimfrei sein und ans Hauswassernetz angeschlossen werden muss, ist eine professionelle Anlage hier die einzige Möglichkeit. Die Regenwassernutzungsanlage besteht aus einem Wasserspeicher (Zisterne), einer Filteranlage, einer leistungsstarken Pumpe und einem gesonderten Leitungsnetz. Aufgrund der hohen technischen Anforderungen ist es erforderlich, Installation und Wartung (zweimal im Jahr) sämtlicher Produkte durch einen zertifizierten Betrieb durchführen zu lassen.

Wie kommt das Regenwasser in den Haushalt?

Wenn es regnet, wird das Wasser von deinen Dachflächen in die Regenrinne und anschließend in die Fallrohre geleitet. An deren Ende befindet sich ein Regenwasser-Filter. Dieser reinigt das ankommende Wasser von groben Verunreinigungen und leitet es in eine unterirdisch montierte Zisterne weiter. Dort wird es zur späteren Verwendung zwischengespeichert. Anhand einer Füllstandsanzeige kannst du jederzeit erkennen, wie viel Wasser sich in deiner Zisterne befindet.

Ein Überlauf verhindert, dass die Zisterne bei besonders starken Regenfällen überläuft. Das überschüssige Wasser versickert dann entweder in der Kiesummantelung oder wird direkt in den Abwasserkanal geleitet. Um das Regenwasser nutzen zu können, benötigst du eine sogenannte Zisternenpumpe. Hierbei handelt es sich normalerweise um eine Tauch- bzw. eine Saugpumpe.

Durch eine sog. „schwimmende Entnahme“ wird das Regenwasser nun in die Brauchwasserleitung gepumpt. Hierbei kann es sich z.B. um ein Leitungssystem mit Sprinklern zur automatischen Bewässerung von Rasenflächen handeln. Aber auch die Verwendung für WC und Waschmaschine ist durchaus möglich, wenn deine Zisterne mit entsprechend hochwertigem Zubehör wie z.B. Wasserfiltern ausgestattet ist.

Kunststoff- oder Betonzisterne?

In Sachen Bedienkomfort und Effizienz macht es eigentlich keinen Unterschied, ob du dich für eine Beton- oder eine Kunststoffzisterne entscheidest. Wichtig ist, dass Die Zisterne in einem Stück gegossen, also nahtlos bzw. monolithisch ist. Ob für deine Zwecke eine Zisterne aus Kunststoff oder aus Beton besser geeignet ist, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Preis: Da Betonzisternen jeder Größe durch ihr hohes Gewicht mittels Spezialfahrzeugen transportiert werden müssen, machen die Frachtkosten einen großen Teil der Gesamtkosten aus. Brauchst du also nur eine kleine Zisterne, ist eine Kunststoffzisterne günstiger.
  • Befahrbarkeit: Wenn du die Zisterne unter der Garageneinfahrt oder einer Hoffläche installieren möchte, muss sie befahrbar sein. Die Befahrbarkeit ist bei Betonzisternen leichter herzustellen als bei Modellen aus Kunststoff.
  • Einbau: Um eine monolithische Zisterne aus Beton einzubauen, muss das Gelände von allen Seiten gut zugänglich sein, da die Zisterne von einem Schwerlast-LKW mit Ladekran in die Grube gehoben werden muss. Ist der Einbauort nicht gut zugänglich bzw. nicht gut befahrbar, sollte eine Kunststoffzisterne gewählt werden.
  • Untergrund: Bei hohem Grundwasserstand besteht bei Kunststoffzisternen die Gefahr, dass sie aufgeschwemmt werden. Bei Betonzisternen besteht diese Gefahr nicht.

Zisterne – Lohnt sich die Investition?

Die Anschaffungskosten von bis zu 6.000 € (inkl. Installation) für die Zisterne und sämtliches Zubehör sind auf den ersten Blick natürlich abschreckend. Allerdings solltest du bedenken, dass eine vierköpfige Familie ihren Trinkwasserverbrauch durch Regenwassernutzung um 30 bis 50 % senken kann. Das bedeutet, dass sich die Investition in eine Zisterne bereits nach wenigen Jahren amortisiert. Außerdem hat eine moderne Kunststoff- bzw. Betonzisterne eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten. Zisternen mit einem Fassungsvermögen von rund 2.000 Litern, was für die meisten kleineren Gärten ausreicht, sind schon ab 600 bis 700 €  zu haben.

Rechenbeispiel: Kosten sparen durch Regenwassernutzung

Durch den Einbau einer modernen Zisterne lassen sich rund 50 % der jährlichen Trinkwasserkosten sparen. Für einen 5-Personen-Haushalt in Wien bedeutet das Folgendes:

Wasserverbrauch pro Person ca. 130 L
Wasserverbrauch in einem 5-Personen-Haushalt ca. 650 L
jährlicher Wasserverbrauch in einem 5-Personen-Haushalt ca. 237.250 L
Trinkwasserpreis pro Liter in Wien 0,0131 €
jährliche Trinkwasserkosten in einem 5-Personen-Haushalt 3.107,975 €
jährliche Ersparnis durch Regenwassernutzung in Wien 1.553,98 €

 

Ergebnis: Unser Rechenbeispiel zeigt, dass sich die Kosten für den Einbau einer Regenwassernutzungsanlage in einem 5-Personen-Haushalt nach spätestens vier Jahren amortisiert haben.

Kosten für Zisternen

Grundsätzlich gilt: Je höher die Wassergebühren in deinem Bundesland bzw. in deiner Kommune sind, desto schneller amortisieren sich die Kosten für die Regenwassernutzungsanlage. Die konkreten Kosten sind von folgenden Faktoren abhängig:

  1. Art der Zisterne: Ein Erdspeicher (Außentank) ist teurer als ein Innentank
  2. Nachspeisung: Komplettmodul (teurer) oder konventionelle Nachspeisung
  3. Art der Rückstausicherung: Hier gibt es z.T. große qualitative Unterschiede
  4. Förderung: Kann eine Förderung genehmigt werden?
  5. Zeitpunkt: Direkter oder nachträglicher (teurer) Einbau

Wie teuer sind Regenwassernutzunganlagen?

Zwar hängen die konkreten Kosten neben den jeweiligen Gebühren für Trink- und Abwasser von dem gewählten Modell und der Installationstechnik ab, aber grundsätzlich musst du mit folgenden Investitionskosten für eine ausgedehnte Regenwassernutzung in Haus und Garten rechnen:

  • Erdspeicher und konventionelle Nachspeisung (im Neubau): 4.000 bis 5.000 €
  • Erdspeicher und Komplettmodul (im Neubau): ca. 5.000 €
  • Innentank und konventionelle Nachspeisung (nachträglicher Einbau): ca. 5.000 €
  • Innentank und Komplettmodul (nachträglicher Einbau): ca. 6.000 €
  • Rückstausicherung: ca. 2.000 €
  • Wartung (2 x jährlich): ca. 100 €

Achtung: Da es gesetzliche Richtlinien für die Regenwassernutzung mit Anschluss ans Leitungsnetz gibt, muss die Anlage vor Inbetriebnahme beim zuständigen Wasserversorger gemeldet werden und kann ggf. überprüft werden! Es ist daher dringend erforderlich, die Installation durch einen Fachmann vornehmen zu lassen.

Wie aufwändig ist der Einbau einer Zisterne?

Je nach Größe der gewählten Produkte (Modelle) muss in deinem Garten ein entsprechend großes Loch ausgeschachtet werden. Hierfür benötigst du in der Regel einen Bagger. Hast du keinen Kanalanschluss im Garten, legst du um die Zisterne herum eine Drainageschicht aus Kies, die verdichtet werden muss. Kleinere Zisternen lassen sich mit wenig Aufwand und etwas Hilfe von Freunden oder Familien durchaus selbst anlegen.

Modelle mit vielen Tausend Litern Inhalt jedoch sollten besser von einem Fachbetrieb für Zisternen oder einem Sanitärbetrieb installiert werden! Dies gilt vor allem dann, wenn das Regenwasser auch für den Betrieb von Waschmaschinen oder für die WC-Spülung verwendet werden soll. In diesem Fall sind umfangreiche Installationen und eine hochwertige Filterung des Wassers notwendig, die man in der Regel nicht in Eigenregie realisieren kann.

Förderung für die Zisterne

Da die Installation einer Regenwassernutzungsanlage nicht nur den Trinkwasserverbrauch einer vierköpfigen Familie um 30 bis 50 % reduziert, sondern auch eine Entlastung für das öffentliche Wassermanagement darstellt, werden in vielen Städten und Gemeinden entsprechende Förderungen gewährt. Die Stadt Linz fördert beispielsweise Regenwassernutzungsanlagen mit unterirdischem Wasserspeicher (Kunststoff- und Betonzisternen), die zur Bewässerung der Außenanlage, zur Reinigung von Fahrzeugen oder für die WC-Spülung genutzt werden. Welche Förderrichtlinien in deinem Bundesland gelten, kannst du über die Interessengemeinschaft Ressource Wasser in Erfahrung bringen.

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Ab sofort sind Regentage ein Grund zur Freude: Hoch lebe die Regenwassernutzung mit modernen Zisternen! Foto: Adobe Stock, (c) S.H.exclusiv

Guter Rat ist (nicht) teuer

Wenn du nicht sicher bist, ob eine Regenwassernutzungsanlage sich für deine Zwecke lohnt, welche Produkte Modell für dein Grundstück geeignet sind, oder an wen in deinem Fall der Förderantrag zu richten ist, kannst du dich beraten lassen: „Die Umweltberatung“ Niederösterreich bietet telefonische Entscheidungshilfe an und berät dich gerne über deine Möglichkeiten.

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