Balkonverglasung: Was sie bringt, was sie kostet

Mit einer Balkonverglasung kannst du deinen Wohnraum erweitern. Foto: Adobe Stock, (c) LoloStock

Du möchtest deinen Balkon nicht nur bei Sonnenstrahlen benützen können? Mit einer Balkonverglasung können dir Schneestürme und Regenfälle die gemütliche Auszeit auf dem Balkon nicht mehr nehmen. Wir verraten, welche Vorteile eine Balkonverglasung hat und was es kostet, den Balkon zu verglasen. Außerdem erfährst du, welche Formen der Balkonverglasung es gibt, wie die Genehmigung abläuft und was du auf alle Fälle bei einer Balkonverglasung beachten solltest.

Balkonverglasung: Was bringt es?

Balkonverglasungen nicht nur modern und elegant aus, sondern bieten auch etliche Vorteile:

  • Schutzschicht für den Balkon: Eine Balkonverglasung schützt den Balkon vor jeglichen Umwelteinflüssen. Regen, Schnee, Wind oder Tauben können dem Balkon durch die schützende Glasscheibe nichts mehr anhaben. Auch vor Autoabgasen oder Staub ist der Balkon sicher. Dank der durchsichtigen Wand fallen wesentlich weniger Kosten für die Reinigung und Reparatur entstandener Schäden an.
  • jederzeit nutzbar: Einen verglasten Balkon kannst du unabhängig vom Wetter jederzeit nutzen. Schnee, Regen und Kälte werden dich nicht mehr davon abhalten, am Balkon eine Tasse Tee zu genießen.
  • Schallschutz: Vor allem bei Balkonen mit viel Umgebungslärm lohnt es sich, eine Schalldämmung in Form einer Balkonverglasung zu installieren. Mit einem guten Isolierglas kannst du sogar eine Schalldämmung von bis zu 50 Prozent erreichen.
  • Windschutz: In windigen Gegenden schützt eine Balkonverglasung vor starkem Wind.
  • Heizkosten sparen: Eine Balkonverglasung wirkt wie ein Wärmepuffer und verlangsamt das Austreten der Wärme aus deiner Wohnung. Dadurch kannst du im Winter Energie sparen.
  • erhöhte Sicherheit: Kinder oder Haustiere darf man nie alleine am Balkon lassen, da stets die Gefahr besteht, dass sie über das Balkongeländer stürzen. Bei einem verglasten Balkon können sich Kinder und Haustiere auch ohne Aufsicht am Balkon aufhalten. Eine Balkonverglasung bietet auch Schutz gegen Einbrecher, was vor allem für Wohnungen in den unteren Stockwerken relevant ist.

Welche Formen von Balkonverglasung gibt es?

Festverglasung

Eine Festverglasung ist die einfachste und günstigste Variante einer Balkonverglasung. Hier montiert man nachträglich am Balkon Glasscheiben mit Aluminium-Profilen. Die Profile sind meistens wärme- und schallisolierend und sorgen dadurch für eine gute Wärmedämmung. Der große Nachteil ist, dass du eine Festverglasung nicht öffnen kannst. Die Festverglasung eignet sich zwar sehr gut für die Umgestaltung deines Balkons in einen Wintergarten, doch an der frischen Luft wirst du auf dem Balkon nicht mehr sitzen können. Zudem sind Festverglasungen sehr schwierig zu reinigen, da du die Außenseite von Innen nicht erreichen kannst.

Schiebesysteme

Bei Schiebesystemen handelt es sich um Glas-Elemente, die man am Balkon anbringt und nach Belieben auf- und zuschieben kann. Wahlweise kann man die Elemente entweder alle in eine Richtung übereinander schieben oder eine Hälfte der Elemente nach links und die andere Hälfte nach rechts verschieben.

Schiebesysteme eignen sich vor allem für kleine Balkone, da keine Elemente in den Raum ragen und dadurch Platz verbrauchen. Die Schiebe-Elemente gibt es in zwei Varianten: mit Rahmen und ohne Rahmen. Schiebesysteme mit Rahmen sind etwas kostengünstiger, wobei eine Balkonverglasung aus Ganzglas-Türen ohne Rahmen eine freie Sicht erlaubt und besonders modern wirkt.

Schiebe-Dreh-Systeme

Schiebe-Dreh-Systeme ermöglichen es, bei Schönwetter die Verglasung zur Gänze zur Seite zu schieben und die Freiheiten eines Balkons zu genießen. Bei Schlechtwetter hält die Balkonverglasung Regen und Kälte draußen. Schiebe-Dreh-Systeme zeichnen sich durch eine einfache Bedienung aus: Durch das Ziehen des Zugseiles kannst du die Drehflügel entriegeln und um 90° schwenken. Danach ziehst du die Flügel über die Laufschiene an der Decke einfach zur Seite und parkst sie auf der Seite des Balkons. Schiebe-Dreh-Elemente können ganz einfach und leicht geputzt werden.

 

 

Welches Glas für Balkonverglasung?

Für Balkonverglasungen kann entweder Einscheibensicherheitsglas oder Verbundssicherheitsglas verwendet werden.

Einscheibensicherheitsglas (ESG): Dieses Glas besteht aus einer einzigen Scheibe, die mit einem speziellen thermischen Verfahren behandelt wurde. Durch diese Behandlung weist das Glas eine besonders hohe Stoß- und Schlagfestigkeit auf. Es kann aus diesem Grund aber nachträglich nicht mehr geschliffen oder geschnitten werden. Wenn das Glas bricht, zerfällt es in kleine, unscharfe Stücke, bei denen die Verletzungsgefahr eher gering ist.

Verbundsicherheitsglas (VSG): Das Verbundssicherheitsglas besteht aus zwei Scheiben, die mit einer Folie verbunden wurden. Der Unterschied zu Einscheibensicherheitsglas besteht darin, dass das Verbundssicherheitsglas bei einem Bruch nicht zerfällt, da es von der Folie zusammengehalten wird. Dieses Glas muss in Bereichen eingesetzt werden, wo Absturzgefahr besteht.

Welche Balkone kann man verglasen?

Im Prinzip kann man jeden Balkon verglasen, sofern es die Statik erlaubt. Sollte dein Balkon keine Überdachung haben, ist es in dem Fall notwendig, zur Balkonverglasung auch eine Balkonüberdachung montieren zu lassen. Aus diesem Grund ist die Verglasung von Balkonen ohne Überdachung um einiges kostspieliger als die Verglasung bereits überdachter Balkone.

Bei Balkonen mit Überdachung verläuft die Verglasung wesentlich einfacher. Hier werden die Glaselemente an der Brüstung bis zur Decke montiert. Bei Balkonen mit Metallgeländer werden die Gläser hinter dem Geländer vom Boden bis zur Decke angebracht. Nicht nur Balkone, auch Loggien oder Terrassen können verglast werden.

Was kostet eine Balkonverglasung?

Die Kosten für eine Balkonverglasung belaufen sich im Groben auf € 3.500 bis € 8.000, wobei der Preis natürlich stark variieren kann. Folgende Faktoren beeinflussen den Preis einer Balkonverglasung:

  • Größe des Balkons: Die Balkongröße ist ein entscheidender Faktor für die Berechnung des Preises. Je größer der Balkon, desto teurer die Verglasung.
  • Art des Balkons: Bei manchen Balkonen sind die Montage der Verglasungen einfacher (und deshalb billiger) durchzuführen als bei anderen. Eine Verglasung ist zum Beispiel günstiger, wenn der Balkon eine Brüstung aus Beton hat. In dem Fall ist nämlich nur eine Verglasung bis zur Brüstung und nicht bis zum Boden notwendig. Sollte der Balkon keine Überdachung haben, musst du auch die Kosten für eine Überdachung mit einberechnen.
  • Form der Balkonverglasung: Eine Festverglasung ist wesentlich kostengünstiger als eine Bodenverglasung mit Schiebe-Dreh-System.
  • Glas: Die Verwendung eines speziellen Isolierglases ist teurer als einfaches Glas.

Eine 5-flügelige Balkonverglasung mit Einscheibensicherheitsglas kostet in etwa € 2.500. Hinzu kommen die Kosten der Montage, für die du mit etwa € 1.000 bis € 3.000 rechnen solltest. Weitere Kosten kommen für den Statiker und eventuell für die Baugenehmigung auf.

Die meisten Anbieter von Balkonverglasungen bieten einen kostenlosen Kostenvoranschlag für deinen Balkon an. Am besten lasst du von mehreren Unternehmen einen Kostenvoranschlag machen und vergleichst diese.

Balkone mit Verglasungen zum Schieben

In diesem Wohnhaus sind alle Balkone mit Schiebe-Verglasungen ausgestattet. Foto: Adobe Stock, (c) understand_media

Balkon verglasen: Das solltest du beachten

  • Warmer oder kalter Wintergarten: Du solltest dir bereits im Voraus überlegen, für was du den Balkon nutzen möchtest. Wenn du ihn als zusätzlichen Raum nutzen möchtest und auch im Winter darin viel Zeit verbringen willst, solltest du wärmeisolierende Gläser montieren lassen. Außerdem solltest du dir in dem Fall überlegen, ein Heizsystem für den Balkon zu installieren. Wenn du den Balkon nur als kalten Wintergarten zur Überwinterung von Pflanzen nutzen möchtest, brauchst du kein eigenes Heizsystem für den Raum.
  • Statisches Gutachten: Ein stabiles Doppelglas ist nicht gerade leicht. Nicht jeder Balkon kann diesem Gewicht Stand halten. Aus diesem Grund ist es dringend ratsam, vor einer Verglasung erst einmal ein statisches Gutachten zu beantragen. Erst, wenn der Statiker bestätigt, dass der Balkon das Gewicht tragen kann, kannst du mit der Durchführung loslegen.
  • Bodenbelag: Überlege dir im Vorfeld, welchen Boden du für deinen zusätzlichen Wohnraum haben möchtest. Möchtest du den Boden beibehalten oder neue Fliesen oder einen Holzboden im Raum verlegen?

Balkonverglasung: Ist sie genehmigungspflichtig?

Ja, Balkonverglasungen sind genehmigungspflichtig. Wenn du deinen Balkon verglasen möchtest, musst du dafür den Plan der Verglasung bei der zuständigen Baubehörde in deiner Gemeinde genehmigen lassen. Als Besitzer eines Hauses reicht die Genehmigung der Behörde. Solltest du den Balkon deiner Eigentumswohnung verglasen wollen, brauchst du zusätzlich die Zustimmung aller Wohnungseigentümer. Grund dafür ist, dass eine Balkonverglasung die gesamte Fassade des Gebäudes verändert und deshalb alle Bewohner damit einverstanden sein müssen. Bist du lediglich der Mieter der Wohnung, musst du als erstes deinen Vermieter um Zustimmung bitten.

Balkonverglasung: Professionelle Anbieter in Österreich

Balkonverglasungen gestalten sich nicht immer einfach. Man muss auf etliche Faktoren wie richtige Dämmung oder Statik achten. Außerdem ist die Verglasung ab einer gewissen Höhe auch ziemlich gefährlich. Darum solltest du deinen Balkon ausschließlich von Experten verglasen lassen. So kannst du dir sicher sein, dass du eine Balkonverglasung in höchster Qualität bekommst.

Folgende Glasereien bieten Balkonverglasungen an:

Empfehlenswerte Glasereien in deinem Bundesland:



Informationen zum Datenschutz einschließlich Cookie Richtlinie