Blower-Door-Test: Infos, Kosten & Anbieter

Blower-Door-Test: Ein Handwerker misst die Luftdichte eines Gebäudes.

Mittels Blower-Door-Test lässt sich die Luftwechselrate im Eigenheim messen. Foto: Adobe Stock, (c) Ingo Bartussek

Lästige Energie-Schlupflöcher suchen und finden? Das leistet ein Blower-Door-Test, der die Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle misst. Das Messverfahren hilft, Wärmeverluste zu reduzieren und die Behaglichkeit im Eigenheim auf ein hohes Niveau zu bringen. Eine Qualitätskontrolle für Alt- und Neubau. Wie teuer der Blower-Door-Test ist, wie er durchgeführt wird und wo du die besten Anbieter findest, haben wir für dich recherchiert.

Wie funktioniert ein Blower-Door-Test?

Zum vereinbarten Termin spannen Messtechniker das Blower-Door-Messgerät in eine beliebige Außentür ein. Daraufhin werden alle anderen Türen und Fenster im gesamten Gebäude geschlossen. Ein elektrisch betriebenes Gebläse erzeugt einen Unterdruck (im zweiten Verfahren einen Überdruck) mit einer Luftdruckdifferenz von 50 Pascal zwischen innen und außen. Durch unvermeidliche Fugen entweicht die Luft im Laufe der Zeit. Die mittlere Luftwechselrate (n50-Wert), die aus den Ergebnissen des Unter- und Überdrucks berechnet wird, gibt an, wie oft pro Stunde die gesamte Luft im Gebäude durch Leckagen entweicht beziehungsweise ausgetauscht wird. Die Luftwechselrate n gibt also das Vielfache des Raumvolumens an, das in einer Stunde bei einem Referenzdruck von 50 Pa ausgetauscht wird.

Je kleiner diese Zahl ist, desto dichter das Gebäude. Ein n50-Wert = 2 bedeutet zum Beispiel, dass die Luft in dem Gebäude in einer Stunde zweimal durch undichte Stellen ausgetauscht wird. Der ganze Ablauf der Messung ist genormt und in ÖNORM EN ISO 9972 geregelt.

Info: Der Blower-Door-Test ist ein standardisiertes Verfahren zur Messung der Luftdurchlässigkeit eines Gebäudes.

Arten von Messungen

Die Messnorm (ISO 9972) definiert je nach Zielvorgabe drei Durchführungsarten der Messung. Für alle drei Verfahren müssen unterschiedliche Vorarbeiten im Gebäude geleistet werden. In Österreich ist das Verfahren 1 am häufigsten.

  • Verfahren 1 laut ISO-Norm: in bewohnbarem Zustand (Endmessung)
  • Verfahren 2 laut ISO-Norm: während der Bauphase (Rohbaumessung)
  • Verfahren 3 laut ISO-Norm: für einen spezifischen Prüfzweck wie z.B. eine Bauverordnung

Im Verfahren 1 ist das Gebäude im Wesentlichen bereits in einem bewohnbaren Nutzungszustand. Bauteile, die auf die Luftdichtheit einen negativen Einfluss haben können, sollten zu diesem Zeitpunkt schon eingebaut sein. Das Verfahren 2 ist eine Zwischenprüfung der Gebäudehülle in der Bauphase. Gemessen wird idealerweise bevor der Estrich gelegt ist. Die Luftdichtheitsebene (Dachfolie, Fenster, Innenputz usw.) sollte bereits vorhanden sein.

Auf diese Weise können Baumängel rechtzeitig erkannt und kostengünstig behoben werden. Das Verfahren 3 bezieht sich auf Messungen zu einem bestimmten Zweck wie Bauverordnungen, spezielle Normen oder nationale Bestimmungen. In Österreich sind die Grenzwerte für die Luftwechselrate gesetzlich geregelt:

  • Gebäude mit Lüftungsanlage n50 < 1,5
  • Gebäude ohne Lüftungsanlage n50 < 3,0
  • Passivhäuser n50 < 0,6

Wie lange dauert ein Blower-Door-Test?

Die Messung vor Ort inklusive Aufbau und Leckageortung dauert im Durchschnitt nicht länger als zwei Stunden. Für ein mittleres Einfamilienhaus kannst du in der Regel mit 90 Minuten rechnen. Bei einem großen Mehrfamilienhaus ist mit einer Dauer von bis zu vier Stunden zu rechnen. In dieser Zeit wird das Gebäude nicht betreten. Im Vorfeld ist jedoch mit einer Planungszeit von 1 – 2 Wochen zu rechnen. Mindestens 10 Tage vor dem Termin sollten nämlich folgende Unterlagen zugesandt werden:

  • Schriftlicher Auftrag mit Adresse (eventuell Anfahrtsskizze)
  • Gebäudeskizze mit Grundrissen
  • Energieausweis

Der Auftrag kann normalerweise auch online auf der Homepage des Sachverständigen erteilt werden, wo auch die erforderlichen Unterlagen hochgeladen werden können.

Wie viel kostet ein Blower-Door-Test?

Wieviel die Messung der Luftdurchlässigkeit im Gebäude mittels Blower-Door-Test tatsächlich kostet, richtet sich generell nach deinen Ansprüchen. Im Verhältnis zu den Baukosten eines Neubaus oder möglichen Einsparungen ist der Blower-Door-Test sehr günstig. Die Preise hängen im Wesentlichen davon ab, welches Verfahren in Anspruch genommen wird und wie lange der Anfahrtsweg ist. Unter den Anbietern selber sind die Preisunterschiede verschwindend gering. Eine Messung inklusive Anfahrt, Prüfprotokoll und Zertifikat kostet durchschnittlich € 400 – € 600.

Im Angebot inkludiert ist bereits die Lokalisierung der Luftleckagen (undichte Stellen), die fotografisch dokumentiert werden. Die Preise variieren natürlich hinsichtlich der Bauweise (Massivbauweise oder Gebäude mit Holzkonstruktion) und der Wohnfläche. Darüber hinaus gibt es Angebote, die den Bau des Gebäudes von Anfang bis Ende begleiten und eine optimale Dichtheit des Gebäudes sicherstellen. Um den genauen Preis zu erfahren, lohnt es sich, einen Anbieter in deiner Nähe zu kontaktieren.

Blower-Door-Test: Eine Technikerin misst die Luftdurchlässigkeit eines Gebäudes.

Der Energieausweis ist gesetzlich vorgeschrieben. Hier misst eine Technikerin die Luftdichte. Foto: Adobe Stock, (c) Norman Krauss

Wie funktioniert eine Leckageortung?

Eine Leckage ist eine undichte Stelle in der Gebäudehülle, durch die ungewollt Luft entströmt. Mit Hilfe verschiedenster Messtechniken lassen sich diese undichten Stellen lokalisieren. Dieser Vorgang wird als Leckageortung bezeichnet. Bei einer Luftdichheitsprüfung nach ÖNORM EN ISO 9972 ist die Leckageortung verpflichtend. Hierbei stehen drei Messmethoden zur Auswahl:

  • Nebelgenerator
  • Thermografiekamera (Wärmebildkamera)
  • Anemometer (Luftgeschwindigkeitsmessgerät)

Größere Luftleckagen lassen sich problemlos auch mit der Hand erfühlen. Die Wärmebildkamera ist für die kleinsten Leckagen geeignet. Nachdem alle Fehlstellen in der Gebäudehülle lokalisiert und dokumentiert worden sind, können die betroffenen Stellen fachgerecht ausgebessert werden. Dadurch können erhöhte Energieverluste sowie schwerwiegende Bauschäden (Feuchtschäden, Schimmelpilz) verhindert werden.

Welche Vorteile hat eine luftdichte Gebäudehülle?

  • finanzielle Ersparnis durch niedrigere Energiekosten
  • verbesserte Wohnqualität und Behaglichkeit
  • Vermeidung von Geruchsbelästigung durch Luftströmung (insbesondere zwischen Wohnungen)
  • verbesserter Schallschutz (insbesondere zwischen Wohnungen)
  • Sicherstellung einer effizienten Wohnraumlüftung
  • Vermeidung von Kondensat und Schimmelbefall

Was ist ein Blower-Door-Test eigentlich?

Der Blower-Door-Test ist ein patentiertes Verfahren zur Luftdichtheitsmessung von Gebäuden. Der Begriff „Blower Door“ ist eine geschützte Marke und bezeichnet die fachgerechte Messung mit den originalen Messinstrumenten der BlowerDoor GmbH. Die Differenzdruck-Messung mittels Blower-Door-Verfahren sollte an jedem Neubau im Zuge der Fertigstellung durchgeführt werden. Im Idealfall wird die Luftdurchlässigkeit eines Gebäudes baubegleitend und abschließend ein zweites Mal gemessen. Bei Umbau und Sanierungen ist der Blower-Door-Test ein zuverlässiges Instrument, um vorhandene Problemstellen zu lokalisieren oder auch die Qualität der Bauausführung zu kontrollieren.

Wo finde ich Anbieter für den Blower-Door-Test?

Die meisten Bauunternehmen oder auf Bauphysik spezialisierten Anbieter haben einen Einzugsbereich über mehrere Bundesländer. Um sich hohe Anfahrtskosten vonseiten der Messtechniker zu sparen, empfiehlt es sich aber, den nächstgelegenen Anbieter zu beauftragen.

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