Carsharing in Österreich: Alle Anbieter und Preise im Überblick

Carsharing in Österreich

Carsharing in Österreich. Foto: Daimler

Nutzen statt besitzen – unter diesem Motto hat das Konzept des Carsharing in Österreich schon längst Einzug gehalten. Mit Autos, die jederzeit für einen beliebigen Zeitraum genutzt werden können, bleiben Großstädter unabhängig und sind trotzdem mobil – ganz ohne Fixkosten für Versicherung, Werkstatt oder Parkplatz. In Wien gibt es bereits eigens gekennzeichnete Parkplätze für Carsharing und auch in anderen österreichischen Städten haben sich kommerzielle und private Anbieter etabliert. Wie ist es um das Carsharing in Österreich bestellt?

Wie funktioniert Carsharing?

In der Regel musst du ein bestimmtes Mindestalter haben und deinen Führerschein schon einige Zeit besitzen, bevor du ein Auto anmieten kannst – das ist je nach Anbieter unterschiedlich. Zipcar verlangt z.B., dass du in den letzten Jahren nicht mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt wurdest, kein unversichertes Fahrzeug gelenkt hast und höchstens zwei Unfälle verursacht hast. Bei fast allen gewerblichen Carsharing-Anbietern musst du zur Anmeldung persönlich in eine Registrierungsstation kommen.

Dein gewünschtes Auto kannst du dann online oder per App finden und reservieren. Aufsperren lässt es sich mit einer Kundenkarte oder deinem Smartphone. Du findest den Autoschlüssel im Auto oder kannst den Motor mit einem Bordcomputer und Start-Knopf zünden. Bei einigen Anbietern musst du das Fahrzeug wieder an denselben Ort zurückbringen, bei anderen kannst du es einfach innerhalb eines bestimmten Gebietes (z.B. Wien) abstellen.

Carsharing in Österreich

Carsharing mit Kundenkarte. Foto: DriveNow

Bezahlt wird mittels Anmelde- bzw. Jahresgebühr und/oder pro Stunde und Kilometer. Sprit, Versicherung und Steuern sind inklusive! Parkscheine in einer Kurzparkzone müssen bei manchen Anbietern selbst bezahlt werden – genauso wie Strafzettel, die unter dem Scheibenwischer stecken. Viele der Carsharing-Anbieter offerieren auch Pakete, mit denen der Minuten- bzw. Kilometerpreis günstiger wird.

Was sind die Vorteile von Carsharing?

Ohne Zweifel ist Carsharing ein Modell, von dem jeder profitiert: Der Fahrzeugnutzer, der Anbieter und auch die Gesellschaft.

  • Kostenersparnis: Je nach der Intensität der Nutzung ist Carsharing meist billiger als der Besitz eines Autos.
  • Mobilität: Auch Nicht-Autobesitzer können innerhalb weniger Minuten in ein Auto steigen und sind nicht auf Öffis angewiesen.
  • Flexibilität: Je nach Situation können Carsharing-Nutzer immer den passenden Fahrzeugtyp wählen – vom Zweisitzer bis zum Kleintransporter.
  • Modernität: Die mietbaren Autos sind meist neuwertig, sauber und gut gewartet.
  • Sorglosigkeit: Wer Carsharing nutzt, muss sich nicht um Versicherung, Reparatur, Pflege oder Garage kümmern.
  • Nachhaltigkeit: Die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeuges verringert den ökologischen Fußabdruck der einzelnen Fahrer.
  • Bewusstsein: Jede Fahrt mit dem Auto muss bewusst geplant und bezahlt werden – vielleicht verzichtet der eine oder andere dadurch auch mal aufs Auto.
  • Verkehrsberuhigung: Carsharing bedeutet mehr Parkraum sowie weniger Staus und Schadstoffbelastung: Laut Zipcar ersetzt ein Carsharing-Auto 15 Privatfahrzeuge.

Was sollte man beim Carsharing beachten?

Eine Haftpflichtversicherung muss beim Carsharing in jedem Fall bestehen – informiere dich aber, wie hoch die Deckungssumme ist, welche anderen Versicherungen noch zur Anwendung kommen (Vollkasko, Teilkasko, Insassenversicherung) und welche Selbstbehalte im Schadensfall zu zahlen sind. Nichtmitglieder des Carsharing-Anbieters sollten das Fahrzeug nicht lenken – sie sind von der Versicherung nicht gedeckt. Du bist also für Schäden und Reparaturen verantwortlich, die von deinem Mitfahrer verursacht wurden, und verlierst vielleicht auch deine Mitgliedschaft beim Anbieter.

Wird eine Pannen- oder Notfallhilfe angeboten? An wen musst du dich wenden, wenn etwas passiert? Überprüfe vor der Fahrt, ob das Auto Schäden, Mängel oder Verunreinigungen aufweist, und halte diese fest bzw. melde sie an den Anbieter – so wirst du nicht für Schäden, die jemand anderer verursacht hat, zur Verantwortung gezogen. Überprüfe auch, ob alle Dokumente vorhanden sind – Zulassungsschein, Parkberechtigung, Tankkarte, Vignette etc. – und die Mitführpflichten erfüllt sind: Warnweste, Pannendreieck und Erste-Hilfe-Set. Bitte versichere dich vor der Fahrt beim Anbieter, ob du auch ins Ausland fahren darfst!

Alle Carsharing-Anbieter in Österreich

Der Anbieter Flinkster (für Carsharing in Wien, Graz und Salzburg) der Deutschen Bahn zieht sich mit April 2016 aus dem österreichischen Markt zurück – zu groß war die Konkurrenz durch die Platzhirsche:

ZipCar (Carsharing in Österreich)

Carsharing in Österreich

Carsharing in Österreich: Zipcar. Foto: Zipcar

ZipCar findest du in neun großen Städten in Österreich mit ca. 120 Standorten – auch an vielen Bahnhöfen. Eine breite Auswahl an Fahrzeugmodellen kann bis zu 7 Tage lang gebucht werden, für 3 bis 11 Euro die Stunde bzw. 69 bis 109 Euro pro Tag. 80 Kilometer sind pro Tag inkludiert, jeder weitere Kilometer kostet 20 bis 25 Cent. Auch Treibstoff, Steuern und Versicherungen sind in der Jahresmitgliedschaft von 60 Euro inbegriffen. Die Parktickets für Kurzparkzonen musst du selbst bezahlen.

DriveNow (Carsharing in Wien)

Carsharing in Wien

Carsharing in Wien: DriveNow. Foto: DriveNow

Die über 400 MINIs und BMWs von DriveNow sind überall in Wien verteilt und können reserviert oder spontan genutzt werden. Eine Ampel-Anzeige am Auto zeigt an, ob das Auto gerade gebucht, reserviert oder frei ist. Das Auto kann überall und jederzeit wieder abgestellt werden, und auch die Parkgebühren für Kurzparkzonen sind, neben Benzinkosten, Versicherung und KFZ-Steuer, in der Anmeldegebühr von 29 Euro und dem Preis von 34 bis 37 Cent pro Minute inkludiert. Das Auto im Parkmodus zu parken kostet 19 Cent pro Minute.

car2go (Carsharing in Wien)

Carsharing in Wien

Carsharing in Wien: car2go. Foto: Daimler

Die blau-weißen Smarts von car2go des Daimler-Konzerns flitzen durch ganz Wien: Sie können ebenfalls überall im Geschäftsgebiet angemietet und auch überall abgestellt werden. Wie bei DriveNow können die Autos spontan genutzt oder 30 Minuten vor der Fahrt reserviert werden. Bezahlt wird minütlich, stündlich oder täglich zum jeweils für dich günstigsten Tarif: 31 Cent pro Minute, 14,90 Euro pro Stunde oder 69 Euro pro Tag. Parken kostet auch hier 19 Cent pro Minute. Die einmalige Anmeldegebühr beläuft sich bei car2go ebenfalls auf 19 Euro.

EMIL (Carsharing in Salzburg)

Carsharing in Salzburg

Carsharing in Salzburg: EMIL. Foto: Kolarik

Bei EMIL mietest du Elektroautos für Trips in Salzburg und Umgebung. Das Projekt von REWE und der Salzburg AG verwendet fünf verschiedene Elektroauto-Modelle, die mit 100 % Ökostrom aus heimischen, erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Die Autos können von der Ladestation abgeholt und müssen auch wieder dorthin zurückgebracht werden. Die einmalige Registrierungsgebühr kommt auf 19 Euro, gefahren wird um 3,90 bis 6 Euro pro Stunde bzw. 39 bis 55 Euro pro Tag. Für das ganze Wochenende kostet das E-Mobil nur 59 Euro!

Blitzzcar (Carsharing in Wien, Graz, Linz und Salzburg)

Carsharing in Österreich

Carsharing in Österreich: Blitzzcar. Foto: Blitzzcar

Die Luxusvariante Blitzzcar geht noch einen Schritt weiter: Dein Auto wird dir bis vor die Haustür geliefert – und zwar ein Tesla Model S, das modernste und sicherste Elektrofahrzeug der Welt. Wenn du es nicht mehr brauchst, wird es wieder abgeholt. Das kostet inklusive Vollkasko-Versicherung, unbeschränkten Kilometern und kostenlosem Tanken pro Tag 249 Euro und pro Wochenende 398 Euro. Im Package mit 5 oder 10 Tagen kommt der Tagespreis auf 174 bzw. 156 Euro.

Privates Carsharing in Österreich

Ein Viertel aller österreichischen Haushalte hat mehr als ein Auto. Gerade im ländlichen Raum und in kleineren Städten, die von kommerziellen Anbietern nicht serviciert werden, wächst privates Carsharing rasant: Hierbei teilen Privatpersonen, Siedlungen, Gemeinden oder Firmen gemeinsame Fahrzeuge oder vermieten ihre Autos privat.

Carsharing 24/7

Auf dieser Plattform für privates Carsharing teilen sich tausende Nutzer hunderte Fahrzeuge. Auch Gemeinschaftsfahrten in Form einer Mitfahrbörse werden angeboten. Die Registrierung ist kostenlos, und die Preise für das Carsharing machen Vermieter und Mieter unter sich aus – empfohlen wird ein Tagessatz von 2 % der jährlichen Fixkosten für das Auto. Pro Tag bezahlt man so ab 20 Euro für die Nutzung. Im Team mit anderen Mitgliedern, die sich langfristig die Fixkosten für ein Auto teilen, kostet die Nutzung um die 3,50 Euro pro Tag! Die Versicherung kommt auf 5 bis 9 Euro pro Tag.

Caruso

Caruso spezialisiert sich auf das Carsharing in Gemeinden, Wohnanlagen und Firmen – und hierbei vor allem auf E-Autos, aber auch „herkömmliche“ Fahrzeuge. So kann z. B. ein Fahrzeug gemeinsam von Bewohnern einer Stadt bzw. Siedlung oder Mitarbeitern einer Firma genutzt werden. Sogenannte Fahrzeug-Paten kümmern sich um die Autos und erhalten dafür bis zu 100 Frei-Kilometer im Monat. Neben einer Mitgliedsgebühr von 10 Euro pro Monat bezahlt man bei Caruso 2 Euro pro Stunde und 30 Cent pro Kilometer.

 

Der HEROLD wünscht dir viel Fahrspaß mit deinem Auto auf Zeit!



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