Glaswolle: Dämmung auf höchstem Niveau

Arbeiter mit Handschuhen dämmt Ziegelmauer mit gelber Glaswolle

Glaswolle ist derzeit der beliebteste Dämmstoff. Einzig das Entsorgen ist mühsam. Foto: Adobe Stock; (c) ronstik

Wer sein Gebäude dämmen möchte, der kommt normalerweise nicht an Glaswolle vorbei. Es handelt sich dabei um eine Verbindung aus chemischen und mineralischen Substanzen mit idealen bauphysikalischen Eigenschaften. Ausgezeichnete Wärmedämmungseigenschaften, flexible Einsatzmöglichkeiten sowie günstige Anschaffungskosten machen Glaswollen zum aktuell beliebtesten Dämmstoff.

Glaswolle – Dämmstoff zur Wärmedämmung

Woraus besteht Glaswolle?

Die Hauptbestandteile von Glaswolle waren ursprünglich Quarzsand, Kalkstein, Sodaasche, Fluorit, Natriumnitrat und Mangan. Heutzutage ist recyceltes Altglas (u.a. altes Autoglas & Bauglas) mit einem Anteil von bis zu 80% der Hauptbestandteil. Beigemengt werden diverse Bindemittel sowie Mineralöle.

Was dämmt besser: Glaswolle oder Steinwolle?

Glaswolle gehört gemeinsam mit Steinwolle und Schlackenwolle zu den Mineralwolle-Dämmstoffen. Glaswolle ist leicht und lässt sich hervorragend komprimieren. Die Schalldämmeigenschaften sind etwas schwächer als bei Steinwolle, dafür ist Glaswolle flexibler und leichter zu verarbeiten. Deshalb wird sie auch bevorzugt im Dachbereich eingesetzt, während Steinwolle bei Trennwänden zum Einsatz kommt. Die Wärmedämmeigenschaften von Glaswolle und Steinwolle sind nahezu gleich – jene von Glaswolle nur geringfügig besser. Anders als Styropor haben beide Mineralwollen den großen Vorteil, dass sie gegen Schimmel und Feuer resistent sind.

Bauphysikalische Eigenschaften von Glaswolle

Die bauphysikalischen Eigenschaften
Eigenschaft Wert
Wärmeleitfähigkeit 0,032–0,045 W/(m·K)
Dampfdiffusionswiderstand 1–2 μ
Rohdichte 20–153 kg/m³
Baustoffklasse A1
Quadratmeterpreis 2 € – 17 €

Anwendungs- und Einsatzgebiete

Das optimale Einsatzgebiet für Glaswolle sind Dachdämmungen und Deckendämmungen. Auch für Zwischensparrendämmungen ist sie hervorragend geeignet, da sie bezüglich Rohdichte den meisten anderen Dämmstoffen klar überlegen ist. Weitere Anwendungsbereiche sind Hausfassaden sowie tragende und nicht tragende Trennwände.

Vor- und Nachteile im Überblick

Glaswolle ist nicht umsonst der beliebteste Dämmstoff der Gegenwart. In unserem Überblick fassen wir noch einmal ihre zahlreichen Vorteile sowie ihre Nachteile zusammen:

Vorteile:

  • ausgezeichnete Wärmedämmungseigenschaften
  • gute Schalldämmungseigenschaften
  • feuchtigkeitsabweisend
  • resistent gegen Schimmel und Ungeziefer

Nachteile:

  • verminderte Dämmungseigenschaften bei durchfeuchteter Wolle
  • hält starkem Druck nicht stand (daher eher nicht geeignet für begehbare Geschossdecken)
  • aufwändige Müllentsorgung (nicht biologisch abbaubar)

Glaswolle: Preis pro m²

Der Quadratmeterpreis variiert je nach Stärke der Glaswolle. Dünne Filze sind für rund 2 € pro m² erhältlich, dickere für bis zu 17 €. In Fachgeschäften für Dämmstoffe erhältst du Glaswolle normalerweise günstiger als in Baumärkten.

Arbeiter trägt Mundschutz beim Verlegen von Glaswolle unter dem Dach

Bei Arbeiten mit Mineralwolle sollte immer ein Mundschutz getragen werden. Foto: Adobe Stock; (c)

Warum juckt Glaswolle?

Ihre feinen Fasern können Juckreiz der Haut verursachen. Dafür verantwortlich sind vor allem die gröberen Fasern, die aufgrund ihrer Steifheit in die Haut eindringen und damit zu mechanischen Hautreizungen führen.

Achtung: Bereits bestehende Hautprobleme wie Ausschläge oder Psoriasis können sich durch den Umgang mit Mineralwolle verstärken.

Wie gefährlich ist Glaswolle?

Abgesehen von den oben genannten Hautreizungen sowie möglichen Reizungen der Atemwege (deshalb immer einen Mundschutz tragen!) gilt Glaswolle mittlerweile als gesundheitlich unbedenklich. Der einstige Verdacht, sie könne krebserregend sein, hat sich nach neueren wissenschaftlichen Untersuchungen nicht erhärtet.

Darf Glaswolle nass werden?

Grundsätzlich darf Glaswolle nass werden, da sie wie erwähnt nicht anfällig für Schimmelbefall ist. Bis sie wieder abgetrocknet ist, ist ihre Dämmwirkung allerdings stark eingeschränkt. Bei stark durchnässter Wolle kann es sich daher lohnen, einen kompletten Austausch vorzunehmen. Um es gar nicht so weit kommen zu lassen, wird die Dämmung normalerweise so verbaut, dass sie vor Nässe und Feuchtigkeit (zum Beispiel durch eine Dampfsperre) ausreichend geschützt ist.

Hier findest du die besten Anbieter für Dämmstoffe jeglicher Art:



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