Was gehört zu einer guten Wanderausrüstung?

Wanderausrüstung

Mit der richtige Wanderausrüstung macht Wandern gleich noch viel mehr Spaß. Foto: Adobe Stock, (c) XtravaganT

Was macht einen guten Wanderschuh aus und welche Modelle gibt es? Worauf ist beim Rucksack zu achten? Und welche Kleidung soll ich tragen? Dazu findest du in diesem Beitrag zahlreiche Tipps und Infos.

Gut zu Fuß mit den richtigen Wanderschuhen

Das Wandervergnügen steht und fällt mit qualitativ hochwertigen Wanderschuhen, die optimal an den Fuß angepasst und für die jeweilige Wandertour geeignet sind.

Tipps für den Kauf von Wanderschuhen

  • Sohle: Abrieb- und rutschfeste Sohlen (z.B. Vibram-Sohle) mit einem ausreichend tiefen Profil sorgen für sicheren Halt. Je schwieriger das Gelände, desto mehr Profil braucht der Schuh. Die Härte der Sohle ist abhängig vom jeweiligen Gelände. Ein leichter Wanderschuh hat eine weichere Sohle als etwa ein Bergstiefel für das Hochgebirge.
  • Schaft: Generell gilt, je herausfordender das Gelände, umso höher und fester der Schaft. Ein hoher Schaft über Knöchelniveau bietet Halt und mindert das Umknicken, eine gute Polsterung schützt die Knöchel vor Stößen.
  • Schnürung: Achte auf eine leichtgängige Schnürung. Bei knöchelhohen Wanderschuhen sollten im unteren Teil Ösen oder Schlaufen, ab Knöchelhöhe offene Haken eine problemlose Anpassung an den Fuß ermöglichen.
  • Material: Das Obermaterial von Wanderschuhen besteht aus Leder, Kunstfaser oder einer Kombination aus beidem. Schuhe aus Kunstfaser sind im Vergleich zu Lederschuhen leichter, dünner und einfacher in der Pflege. Sollen deine Wanderschuhe wasserdicht und atmungsaktiv sein, dann achte darauf, dass Schuhe aus Kunstfaser über Klima-Membranen wie Gore-Tex verfügen. Lederschuhe müssen unbedingt imprägniert werden.
  • Verarbeitung: Wanderschuhe werden entweder geklebt oder genäht. Geklebte Schuhe punkten mit hoher Wasserfestigkeit, allerdings sind sie nicht so atmungsaktiv. Genähte Schuhe sind robuster und atmungsaktiver. Qualitativ hochwertige Lederschuhe sind mindestens zweimal genäht.
  • Passform: Deine Ferse muss genau sitzen und darf weder rutschen noch drücken. Der Fußballen sollte flach und gut im Schuh liegen. Die Zehen dürfen nirgends anstoßen. Beachte, dass beim Abrollen des Fußes die Zehen nach vorne rutschen, diesen Platz (=Zugabe) solltest du bei der Größe des Wanderschuhes daher einberechnen. Auch seitlich sollte der Schuh Festigkeit bieten, ohne den Fuß jedoch abzuschnüren. Viele Hersteller bieten bereits auch verschiedene Leistenbreiten und Extragrößen an. Alpin- und Bergstiefel sind im Gegensatz zu leichten Wanderstiefeln übrigens schmäler geschnitten, damit sie besser auf Kletterhaken und Steigeisen passen.

Welche Wanderschuhe für welche Tour?

Grundsätzlich gilt: Je schwieriger und unwegsamer das Gelände und je schwerer der Rucksack, desto robuster sollten die Wanderschuhe sein. Der Schaft ist dann höher und fester, die Sohle härter und weniger biegsam.

Damit du dir vorab schon ein Bild machen kannst, hier ein Überblick der unterschiedlichen Modelle in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad der Wandertouren.

Am besten lässt du dich jedoch in Fachgeschäften für Bergsportartikel beraten, welches der zahllosen Modelle das richtige für deine Bedürfnisse ist. Denn den richtigen Wanderschuh zu finden, ist eine Wissenschaft für sich!

Der perfekte Wanderrucksack für eine unbeschwerte Tour

Wichtiger Bestandteil jeder Wanderausrüstung ist der passende Wanderrucksack. Auch hier gibt es eine Vielzahl von Details in der Kaufentscheidung zu beachten, die einen Besuch im Outdoor-Fachgeschäft empfehlenswert machen. Worauf du beim Kauf grundsätzlich achten solltest, dazu hier einige Tipps:

  • Einsatzzweck: Für Tagestouren reicht in der Regel ein einfacher Rucksack mit etwa 10-30 Litern Fassungsvermögen. Für mehrtägige Touren sind schon Rucksäcke mit mindestens 40 Litern erforderlich. Und für große Trekkingtouren eignen sich sogenannte Backpacker mit 60-80 Liter Stauraum am besten.
  • Tragekomfort: Ein guter Wanderrucksack sollte über gut gepolsterte Rückengurte und Hüftgurte verfügen. Dünne, ungepolsterte Gurte können auf der Haut scheuern. Ein Brustgurt sorgt zusätzlich für guten Tragekomfort und Stabilität. Ein Rucksack mit einem Tragegestell überträgt zudem das Gewicht auf die Hüfte und entlastet die Schultern. Die Polsterung des Rückens mit Schaumstoffkissen steigert den Tragekomfort ebenfalls erheblich.
  • Anatomische Anpassung: Jeder hat einen anderen Körperbau: Schmale oder breite Schultern, kurzen oder langen Rücken, schmale oder runde Hüften. Der Rucksack sollte daher anatomisch geformt sein und sich optimal an den Körper anpassen lassen. Einige Hersteller bieten neben Kinder-Rucksäcken bereits auch spezielle Damen-Rucksäcke an, die auf den weiblichen Körperbau optimal abgestimmt sind.
  • Rückenbelüftung: Die Kombination aus einem elastischen, gebogenen Federstahlrahmen und einem Aircomfort-Spezialnetz sorgt für optimale Belüftung des Rückens Eine perfekte Rückenbelüftung reduziert den Flüssigkeitsverlust übrigens um bis zu 25 Prozent!
  • Ausstattung: Die Aufteilung der Innenfächer sollte praktikabel sein, im Außenbereich ist auf eine Vielzahl von Verstaumöglichkeiten zu achten (Netze, elastische Bänder, Taschen für Teleskopstöcke, Fach für Trinkflasche, Fach für Schlüssel, Geld, Kamera, Handy, Taschentücher, etc.).
  • Regenschutz: Der Rucksack sollte über einen integrierten Regenschutz verfügen, der bei einem Unwetter schnell über den gesamten Rucksack gestülpt werden kann.
  • Verarbeitungsqualität: Achte auf robustes und reißfestes Material, solide Verarbeitung der Nähte und qualitativ hochwertige Reißverschlüsse.

Ungetrübtes Wandervergnügen mit der richtigen Bekleidung

Eine wasserabweisende Jacke ist essentiell für eine gute Wanderausrüstung. Foto: Adobe Stock, (c) chalabala

Eine gute Wanderausrüstung umfasst auch eine atmungsaktive, windresistente und wasserabweisende Wanderbekleidung. Moderne Funktionsbekleidung erfüllt diese Kriterien. Sie ist im Gegensatz zu Baumwollkleidung atmungsaktiv und trocknet schnell, indem sie den Schweiß vom Körper rasch nach außen transportiert. Allerdings rascheln viele High-Tech-Materialien beim Gehen. Falls du das als störend empfindest, solltest du Materialien wählen, die keine Reibungsgeräusche erzeugen.

Da speziell in Gebirgslagen das Wetter sehr wechselhaft sein kann, trägst du am besten nach dem Zwiebelprinzip mehrere dünne Kleidungsschichten übereinander, die du dann nach Bedarf an die Wetterlage anpassen kannst:

  • Die beste Wanderbekleidung bringt nichts, wenn du Unterwäsche aus Baumwolle trägst. Du solltest daher hier nicht sparen und atmungsaktive Funktions- bzw. Sportunterwäsche verwenden.
  • Atmungsaktives Wanderhemd oder Funktionsshirt.
  • Dünner Fleecepullover oder Fleecejacke (Vorteil: Im Vergleich zu einem Wollpullover sehr leicht).
  • Atmungsaktive, windabweisende Wanderjacke mit regendichter Membran, abnehmbaren Ärmeln, Kapuze und einer ausreichenden Anzahl an Taschen für Handy, Kamera oder Snacks. Für Wanderungen bei extremen Wetterbedingungen sind Hardshelljacken von Vorteil.
  • Stabile und atmungsaktive Wanderhose (Zipphosen mit abnehmbaren Beinteilen).
  • Du solltest immer gute Socken tragen, die auf die jeweiligen Wanderschuhe bzw. Bergschuhe abgestimmt sind. Hochwertige Berg- und Trekkingschuhe sind bereits so gut gepolstert, dass dünnere Wandersocken getragen werden können. Bei Berg- und Trekkingsocken ist daher in der Regel eine Polsterung im Bereich der Ferse und des Ballens ausreichend.

Viel Spaß in der Natur und Berg heil!



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