Last Updated on: 27th Mai 2022, 12:33 pm

HIV/AIDS:
What the hell…?

Was ist HIV/AIDS eigentlich?

Was ist HIV/AIDS eigentlich genau und wie äußert es sich? Foto: AdobeStock (c) Niall. Bildbearbeitung: HEROLD Business Data

Verklemmt, verklemmter, geht gar nicht. Viele Themen sind leider heute noch Tabuthemen. „Es ist peinlich, darüber zu reden“ und „Geht mich doch eh nichts an“ sind Sätze, die man im Zusammenhang mit ebensolchen Themen oft hört. Doch nur in Gesprächen können Lösungen und Hilfsmöglichkeiten gefunden werden. Schweigen ist also nicht immer Gold. In diesem Beitrag geht es um das Thema HIV/AIDS. Verklemmt, verklemmter, geht gar nicht? Dann wollen wir daran mal was ändern!

HIV/AIDS: Was ist das ganz genau?

Bei AIDS handelt es sich um eine Immunschwächekrankheit. Mit dieser wird man nicht geboren, sondern man „erhält“ sie. AIDS resultiert dabei aus einer HIV-Infektion.

Verlauf/Entstehung

Die HI-Viren schwächen die körpereigenen Abwehrkräfte (= das Immunsystem), da sie die Zellen des Immunsystems angreifen. Das Problem dabei: Infizierte Menschen sind durch diese Schwächung der Abwehrkräfte sehr viel anfälliger für andere Infektionen. So können auch solche Krankheiten lebensbedrohlich werden, die es für einen HIV-negativen Menschen nicht sind.

Symptome

Im Frühstadium der HIV-Infektion sind die Symptome einer Grippe sehr ähnlich, dann folgt eine symptomlose Phase. Das Problem ist, dass Infizierte trotz der Symptomlosigkeit ansteckend sind. Im weiteren Verlauf treten dann aber Symptome und Infektionskrankheiten auf. Zum Beispiel:

  • starker Verlust von Gewicht
  • Durchfall (langanhaltend)
  • Tuberkulose
  • Lungenentzündungen aufgrund von Bakterien

Danach bilden sich Infektionskrankheiten aus, die für gesunde Menschen nicht bedrohlich sind, für HIV-Patienten aber lebensgefährlich sein können. Ab diesem Zeitpunkt spricht man dann nicht mehr von einer HIV-Infektion, sondern von AIDS. Betroffene können u.a. unter folgenden Symptomen und Folgekrankheiten leiden:

  • Lungenentzündungen aufgrund eines gewissen Erregers (Pneumocystis jirovecii)
  • Durch das Virus ausgelöste Hirnerkrankung
  • Kaposi-Sakrom (auch: AIDS-Flecken; bösartige Tumorerkrankung)
  • Wasting-Syndrom (starker Gewichtsverlust + Diarrhoe und/oder Fieber)

HIV/AIDS: Wir halten fest…

… dass HIV und AIDS eigentlich keine Synonyme sind.

HIV steht für „Human Immunodeficieny Virus“ (menschliches Immunschwäche-Virus), auch HI-Virus. Er ist der Erreger, der unbehandelt AIDS auslöst.

AIDS wiederum ist die Abkürzung für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ (erworbenes Immunschwächesyndrom). Es ist quasi das Endstadium der HIV-Infektion.

Heilbar, ansteckend oder tödlich?

Heilbar?

Die schlechte Nachricht zuerst: Eine HIV-Infektion ist nicht heilbar. Aber mit Medikamenten behandelbar. Wird eine HIV-Infektion früh erkannt und behandelt, kann man AIDS verhindern. Willst du wissen, wie man HIV ganz genau behandelt? Dann hilft dir unser Artikel AIDS-Test? HIV Test! Wie läuft das ab? weiter. Oder wie es in der Forschung aktuell aussieht? Dann schau dir gerne den Artikel HIV Österreich/weltweit: Zahlen und spannende Forschungsergebnisse an.

Ansteckend?

Grundsätzlich ja. ABER: nicht im Alltag! Nur weil man aus dem Glas eines HIV-Infizierten trinkt oder ihn küsst, steckt man sich nicht an. Dasselbe Handtuch, dieselbe Toilette, Angehustet werden, Schweiß – alles kein Problem. Auch das Blut für Bluttransfusionen wird seit 1985 immer vor der Durchführung einem HIV Test unterzogen, genauso wie auch die Spender selbst (in regelmäßigen Abständen). In europäischen Ländern besteht also auch hier nahezu kein Ansteckungsrisiko.

HIV/AIDS: Keine Ansteckungsgefahr durch einen Kuss.
HIV/AIDS: Durch einen Kuss steckt man sich nicht an. Also schön weiterküssen! Foto: AdobeStock (c) Masson. Bildbearbeitung: HEROLD Business Data

Das HI-Virus wird stattdessen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Wird die Infektion jedoch behandelt und werden die Viren dabei so stark unterdrückt, dass die Erreger nicht mehr nachweisbar sind, kann man sich auch beim Sex nicht anstecken. Wichtig: Nicht die Medikamente absetzen! Sonst vermehren sich die Viren schnell wieder und man kann seinen Partner doch wieder anstecken. Auch regelmäßige Kontrollen sind hier wichtig, um die Virenlast generell regelmäßig zu testen. Denn diese kann auch so einmal Schwankungen unterliegen.

Die zweite Möglichkeit der Übertragung ist „ungeschützter“ Drogenkonsum. Ungeschützt heißt beim Drogenkonsum das Benutzen der Spritzen oder des Zubehörs eines anderen Menschen. Hier können sehr leicht entsprechende Erreger lauern, wenn diese Person HIV-infiziert ist.

Für medizinisches Personal gibt es eine dritte Infizierungssituation: medizinische Geräte. Alle spitzen Geräte, die mit anderen Menschen in Kontakt kommen, also beispielsweise Spritzen, können theoretisch ebenfalls Gefahrenquellen darstellen. An ihnen kann man sich leicht stechen und so könnte das Virus übertragen werden.

Tödlich?

Ist man gesund, jung und behandelt die HIV-Erkrankung, hat man trotz Infektion (fast) die gleiche Lebenserwartung wie Menschen ohne Infektion. Bei älteren Menschen oder solchen mit Vorerkrankungen ist die Lebenserwartung etwas geringer. Gleiches gilt auch für Drogenabhängige.

Auch die Gesundheitsversorgung spielt eine wichtige Rolle. Ist diese nicht besonders gut, wirkt sich das sogar stark auf AIDS-kranke Menschen und deren Lebenserwartung aus.

Wird HIV/AIDS hingegen überhaupt nicht behandelt, führt es oft innerhalb von ungefähr acht bis vierzehn Jahren zum Tod.1 Dabei sterben die Betroffenen oft an Krankheiten, die durch AIDS ausgelöst wurden. Oder an solchen, die normalerweise nicht tödlich sind, die aber durch die durch HIV ausgelöste Immunschwäche lebensbedrohlich werden. Ein Beispiel dafür wäre Tuberkulose.

Ist man im AIDS-Stadium und behandelt die dort auftretenden Krankheiten nicht, wird von einer Lebenserwartung von ein paar Wochen bis Monaten ausgegangen, behandelt man sie hingegen, liegt sie bei zwei bis drei Jahren.2

Anlaufstellen für weitere Infos?

HIV/AIDS: Hab keine Angst, dir Hilfe zu holen! Foto: AdobeStock (c) Andriy Blokhin. Bildbearbeitung: HEROLD Business Data

Für HIV/AIDS gibt es relativ viele Anlaufstellen, von denen du hier ein paar aufgelistet siehst. Bei ihnen kannst du dich nicht nur informieren, sondern auch testen lassen:

Hat dich das Thema AIDS-Awareness gepackt? Jedes Jahr gibt es eine ganze Reihe weltweiter/nationaler Tage, an denen auf unterschiedlichste Weise auf AIDS und HIV aufmerksam gemacht wird. Diese stellen wir dir ebenfalls vor- und zwar hier: AIDS Schleife und Veranstaltungen.

1, 2 MED-INFO- Medizinische Informationen zu HIV und Aids (2010). Länger leben –älter werden mit HIV (Nr.79). https://www.aidshilfe.de/sites/default/files/documents/medinfo_79_Laenger_leben.pdf (Stand: 29.09.2021)

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