Kabelbrand – was tun ?!

Kabelbrand

Was tun bei einem Kabelbrand? Foto: Shutterstock.com, (c) Africa Studio

Kabelbrände sind das Schreckgespenst jeden Wohnungsbesitzers. Wegen eines Kabelbrands sind schon mehrfach komplette Häuser abgebrannt. In Deutschland sind beispielsweise rund ein Drittel der Brände auf elektrische Ursachen zurückzuführen. Aber wie entsteht ein Kabelbrand genau und wie kann man ihn verhindern? Das alles erfährst du in unserem Beitrag.

Ursachen: Wie kommt es zu einem Kabelbrand?

  1. Lose Klemmverbindungen: Gelegentlich kommt es vor, dass sich Klemmverbindungen lockern. Dann kann es zu kurzen Kontaktunterbrechungen und Fehlerlichtbögen kommen, wie sie beispielsweise bei Schienen einer U-Bahn zu sehen sind. Solche Lichtbögen erreichen oftmals eine Temperatur von bis zu 1000° C.
  2. Kabelbruch: Ein Kabelbruch ist durch eine lokal begrenzte Reduktion des Kabelquerschnitts gekennzeichnet. In diesem Bereich kommt es daraufhin zu hohen Stromdichten. Das bedeutet, dass viel Strom über einen verkleinerten Leiterquerschnitt fließt und sich das Kabel unzulässig stark erwärmt, wodurch die Isolierung beschädigt wird. Dies kann zu Kurzschlüssen und auch zu Lichtbögen führen, die in einen Kabelbrand münden.
  3. Überlastung: Wenn über eine zu schwache Leitung (mit zu klein dimensioniertem Kabelquerschnitt) zu viel Strom geleitet wird, kann es zu einer Überlastung der elektrischen Leitung kommen. Der Kupferdraht wird von der zu hohen Spannung dermaßen überlastet, dass er wie eine Glühbirne zu glühen beginnt. Die daraus resultierende Wärme führt zum Brand der Plastikisolierung und anderer an der Leitung angrenzender Materialien. Eine Überlastung ensteht beispielsweise dann, wenn hintereinandergeschaltete Mehrfachsteckdosen verwendet werden und an alte, nicht dafür geeignete Leitungen angeschlossen werden. Die alten fest im Gebäude installierten Leitungen sind in vielen Fällen zu dünn, um die große Anzahl an Elektrogeräten, die dann an einer Leitung hängen, überlastungsfrei zu betreiben.

Kabelbrand: Wie erkennen?

Ein Kabelbrand ist meist unter dem Putz verborgen. Dennoch gibt es Anzeichen, die den Verdacht eines Kabelbrands erhärten können. Dazu gehören folgende Erscheinungen:

  • Knistergeräusche und Funkenschlag beim Ein- oder Ausschalten von Geräten und Lichtschaltern
  • Funkenschlag beim Einstecken von Geräten in die Steckdose
  • Häufiges Herausspringen der Sicherung
  • Wackelkontakte
  • Nicht erklärbare Bildstörungen beim TV-Gerät

Was tun beim Verdacht auf Kabelbrand?

Sollte sich der Verdacht auf einen entstehenden Kabelbrand verhärten, sollte man unverzüglich einen Elektriker kontaktieren, um die Leitungen überprüfen zu lassen. Wenn der Brand tatsächlich schon entfacht wurde, müssen alle in der Nähe befindlichen Personen in Sicherheit gebracht und die Feuerwehr alarmiert werden.

Wie lässt sich ein Kabelbrand vorbeugen?

Da Kabelbrände in sehr vielen Fällen mit einer Überlastung der Stromleitungen einhergehen, sollten diese Überlastungen bestmöglich vermieden werden. Die zu starke Spannungslast entsteht hauptsächlich durch billige Elektrogeräte oder nicht sachgemäß verwendete Elektroteile wie Steckdosen oder Leuchtmittel. Elektrogeräte sollten idealerweise bei einem seriösen Fachhändler erworben werden. Achte darauf, dass sämtliche Geräte das international gültige CE-Prüfzeichen und/oder das national gültige ÖVE-Prüfzeichen aufweisen.

Nimm überdies Abstand von unseriösen, allzu günstigen Elektrikern. Häufig kommt es vor, dass diese die Elektroinstallation verpfuschen und schlampig bzw. ungenau arbeiten. Die Folge sind überbrückte Sicherungen, zu große elektrische Stromkreise oder verschmutzte bzw. ungenau zusammengeschlossene Kontakte.

Achte zusätzlich auf schadhafte (geknickte und gequetschte) Isolierungen. Denn ein gequetschtes Kabel hat einen höheren elektrischen Widerstand, die gequetschte Stelle erhitzt sich also stärker als die anderen Stellen des Drahtes. Lass deine Leitungen sicherheitshalber von Zeit zu Zeit von einem Elektriker überprüfen.

Außerdem sollten laufende Geräte (insbesondere Wäschetrockner) niemals unbeaufsichtigt gelassen werden. Bei Leuchtmitteln wie LED-Lampen muss unbedingt auf die maximal zulässige Leistung geachtet werden. Lass außerdem alle leicht beschädigten und nicht ganz einwandfrei funktionierenden Elektrogeräte reparieren.

Anmerkung: Selbstverständlich sind auch Rauchmelder und Feuerlöscher eine wichtige und sinnvolle Investition um im Falle eines Kabelbrands schnell reagieren zu können.

Kabelbrand führt zu Brandschaden: Was nun?

Wenn der Kabelbrand tatsächlich zu einem gröberen Brandschaden geführt hat, ist meist eine Brandschadensanierung notwendig. Oftmals übersteigen die Folgeschäden durch Brandgeruch, Löschwasser, Brandbekämpfungsmittel und diverse freigesetzte Schadstoffe sogar den eigentlichen Brandschaden. Bei der Brandschutzsanierung wird diverser Brandschutt entsorgt, Löschwasser und Löschschlamm werden abgesaugt, die gesamte Wohnung wird entfeuchtet, Brandrückstände werden entfernt und der Brandgeruch bestmöglich neutralisiert. Folgende Firmen haben sich als Anlaufstelle zur Brandschadensanierung bewährt:

Welche Versicherung bei Kabelbrand?

Kabelbrandschäden sind normalerweise von der Haushaltsversicherung gedeckt. Das betrifft sowohl die Sachschäden, die eine unmittelbare Folge der Brände sind, aber auch diverse Folgeschäden durch Löscharbeiten.

Begutachtet wird der Kabelbrandschaden von einem Schadensgutachter deiner Versicherung. Nur wenn der Gutachter von der Versicherung bestellt wird, deckt diese auch den Schaden.

Wann zahlt die Versicherung bei Kabelbrand nicht?

Wenn der Kabelbrand durch eigenes Verschulden oder Fahrlässigkeit entstanden ist, zahlen Versicherungen die Schäden allerdings nicht. Du musst als Eigentümer oder Mieter deine Elektronik also regelmäßig warten lassen, um versicherungstechnisch abgesichert zu sein. Im Schadensfall ist es gelegentlich notwendig, vor Gericht zu beweisen, dass man nicht fahrlässig gehandelt hat und die Elektroanlage vorschriftsmäßig installiert und gewartet wurde.



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