Brand- und Rauchmelder: Wie sicher ist dein Haushalt?

Rauchmelder installieren an der Decke

Alarm, der Leben rettet: In Österreich herrscht Rauchmelder Pflich. HEROLD hat recherchiert, wer betroffen ist (Stand: 2018). Foto: Adobe Stock, (c) Inga Nielsen

Feuer zählt zu den gefürchtetsten Gefahren in privaten Haushalten. Brandmelder verringern diese Gefahr und retten damit Leben. Der Einbau von Brand- und Rauchmeldern in Wohngebäude war lange Zeit freiwillig ist mittlerweile aber weitgehend gesetzlich vorgeschrieben. Natürlich stellt sich zunächst die Frage, wie der Einbau schützt und welche Produkte es gibt. Zudem sind Brandmelder nicht völlig wartungsfrei. Wir liefern dir alle nennenswerten Informationen zu Brandmeldern, Rauchmeldern und Feuermeldern.

Rauchmelder – hilfreich oder nicht?

Das ist wohl die Frage, die im Zusammenhang mit Rauchmeldern am häufigsten gestellt wird. Um sie gut beantworten zu können, musst du verschiedene Hintergrundinformationen kennen. Zunächst zu den Brand- und Feuerstatistiken: Laut den österreichischen Brandverhütungsstellen BV kam es 2016 zu exakt 7.323 Bränden mit einer Mindestschadenssumme von 2.000 Euro. Die häufigsten Ursachen für die Brände waren einmal mehr:

  • Blitzschlag
  • defekte Wärmegeräte
  • elektrische Energie
  • offenes Licht und Feuer

Durchschnittlich 20 bis 40 Personen lassen in Österreich ihr Leben im Feuer. 2016 waren es exakt 30 Brandtote. Von 1996 bis 2008 lag der Durchschnitt an Brandopfern bei gerundet 40 Menschen pro Jahr. Seit 2008 gibt es erste gesetzliche Verpflichtungen Brandmelder in Neubauten zu installieren. Seither ist die Opferquote auf gerundet 31 Brandtote pro Jahr geschrumpft.

Fazit: Die Installation eines Rauchmelders schützt auch statistisch gesehen vor Bränden und rettet Leben. Im Smart Home (zum Beispiel mit Bussystem) sind Brand- und Hitzemelder längst Standard.

Ab wann sind Rauchmelder Pflicht?

Rauchmelder sind in Österreich in Aufenthaltsräumen gesetzlich verpflichtet. Wie viele Rauchmelder Pflicht sind, hängt von der Anzahl der Aufenthaltsräume ab. Dazu zählt das Wohnzimmer, aber nicht die Küche.

An der derzeitigen Gesetzeslage zu bemängeln ist, dass die Pflicht nur bei Neubauten und Umbauten gilt. Ausnahme ist hier Kärnten, wo Rauchmelder seit 1. Juli 2013 in sämtlichen Wohnungen verpflichtet sind. In allen anderen Bundesländern sind Bestands- und Altbauten, an denen nicht mindestens Umbaumaßnahmen getroffen werden, noch immer von dieser Brandmelderpflicht ausgenommen. Die aktuell gültigen Gesetzestexte entnimmst du bitte der OIB Richtlinie 2 (Österreichisches Institut für Bautechnik).

Warum sind Rauchmelder in Schlafräumen so wichtig?

Wie du anhand der statistischen Zahlen erkennst, dominieren Brände durch Wärmequellen und Elektrogeräte oder Elektroinstallationen. Diese Brandursachen sind tückisch, denn oft kommt es nur zu einem Schwelbrand, der zu einer starken Rauchgasentwicklung führt. Dadurch kannst du nicht aufwachen, wenn du schläfst. Vielmehr fällst du durch das Einatmen in tiefe Bewusstlosigkeit und erstickst letztendlich wegen Sauerstoffmangel. Wir müssen das so drastisch ausdrücken, damit jeder die enorme Gefahr erkennt, die von Schwelbränden und Feuern ausgeht.

Brandmelder mit aktivem Alarm und einer Rauchwolke.

Ein wichtiges Stück Sicherheit: Moderne Rauchwarnmelder schlagen schon beim kleinsten Anzeichen von Feuer Alarm. Adobe Stock, (c) Michael Stifter

Rauchmelder wo installieren?

Es ist dringend zu empfehlen, die Vorgaben, die in deinem Bundesland herrschen, in deinen eigenen vier Wänden freiwillig zu erweitern. Zumindest in diesen Räumen solltest du den Rauchmelder anbringen:

  • Aufenthaltsräume wie Wohnzimmer
  • Schlafzimmer, Kinderzimmer
  • Flure

Eine Besonderheit stellt die Küche dar. Sie ist einerseits einer jener Orte an denen relativ leicht ein Feuer ausbrechen kann, allerdings kommt es in der Küche aufgrund der natürlichen Rauchentwicklung beim Kochen auch zu den meisten Fehlalarmen. Die Anbringung in der Küche wird daher nur bedingt empfohlen.

Wer installiert die Rauch- und Brandmelder?

Die Feuermelder kannst du entweder selbst installieren oder einen Fachbetrieb damit beauftragen.

Wie und wie oft Rauchmelder prüfen?

Herkömmliche Brandmelder werden mit Batterien oder Akkus betrieben. Von Zeit zu Zeit solltest du den Rauchmelder prüfen. Normalerweise sind sie mit einem Druckknopf oder einem Schalter ausgestattet, um einen Brandmeldertest durchzuführen. Diesen Rauchmeldertest solltest du jeden Monat durchführen. Die Melder signalisieren auch eine schwache Batterie. Es ist zu empfehlen, auf moderne Rauch- und Brandmelder mit einer fest eingebauten Langzeitbatterie (länger als zehn Jahre haltbar) und mit einlegbaren externen Batterien zu setzen. Es handelt sich meist um 9V-Monoblock-Batterien.

Welche Brandmelder gibt es?

Es gibt verschiedene technische Ausführungen von Rauchmeldern zu kaufen. Die drei wichtigsten Arbeitsweisen beziehungsweise Arten von Brandmeldern sind:

  • Rauchmelder mit foto-optischer Technik
  • Brandmelder mit foto-optischer Technik und Temperaturerkennung (thermo-optische Brandmelder)
  • Ionisationsrauchmelder
Zwei Hände, die einen Rauchmelder unter der Decke anbringen.

Die meisten Hitze- und Rauchwarnmelder werden mittels Batterie betrieben. Rauchmelder mit Funk findet man oft im Smart Home. Adobe Stock, (c) photophonie

Foto-optische Melder                                         

Am häufigsten zum Einsatz kommen Melder mit Foto-Optik. Ein Infrarotstrahl im Gehäuse des Brandmelders wird gebrochen, sobald Rauchpartikel eintreten. Damit benötigen diese Melder abhängig vom Einbaustandort etwas Zeit, bis sie Rauch wahrnehmen können. In Räumlichkeiten mit dauerhaftem Luftzug arbeiten sie nur eingeschränkt.

Thermo-optische Melder

Thermo-optische Rauchmelder sind um einen Temperatursensor erweitert. Dieser warnt auch bei bestimmten Temperaturveränderungen. Da auch diese etwas Zeit benötigen, ist ein solcher Melder nicht wirklich schneller. Reine Thermorauchmelder sollten in Wohnräumen nicht installiert werden.

Ionisationsrauchmelder

Der Ionisationsrauchmelder ist der effizienteste, aber leider ein sehr selten eingesetzter Brandmelder. Zwischen zwei Metallplättchen befindet sich eine extrem geringe Menge an unbedenklichem radioaktivem Material, welches an den Metallplättchen ionisiert. Gelangen nun nur geringste Spuren von Rauchpartikeln in den Melder, tritt eine elektrisch messbare Veränderung ein. Schon die geringsten Rauchmengen genügen. Dieser Rauchmelder arbeitet schnell und effizient, wird aber sehr selten verwendet.

Fazit: Rauchmelder runden die häusliche Sicherheit ab

Du solltest alle Räume und Flure mit Rauchmeldern ausstatten! Die verwendete Technik hängt von deinen Vorlieben ab. In jedem Fall empfehlenswert ist der Ausbau deiner Wohnung oder deines Hauses zum Smart Home mit Funk-Rauchmeldern. Diese Technologie ist immer weiter auf dem Vormarsch und sichert jedes Gebäude effizient ab. Vor allem kannst du auch Alarmanlagen integrieren, Fenster und Türen überwachen (geschlossen, offen), Raffstores und Rollläden aus der Ferne bedienen, die Heizung an deine Aufenthaltszeiten zu Hause anpassen und viele andere Features integrieren, die das Leben komfortabler und sicherer gestalten.

Hier findest du die besten Anbieter für Brandmeldeanlagen in deinem Bundesland:



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