Smart Home Beginner’s Guide: 3 Schritte

Smart Home

Smart Home für Komfort, Sicherheit und effektive Energienutzung. Foto: Adobe Stock, (c) dlyastokiv

Jedes Haus und jede Wohnung lässt sich smarter machen. Wir erklären dir in diesem Beitrag, wie ein Smart Home funktioniert, wie viel das kostet, wie du das selber installierst und worauf du sonst noch achten musst. Ein Beginner’s Guide für deine ersten Schritte in Richtung effizienter Energienutzung und Hausautomatisierung.

Smart Home Beginner’s Guide

Was ist ein Smart Home?

Neben dem Begriff Smart Home sind heute viele andere Begriffe im Umlauf: Smart Living, Connected Home, Hausautomation oder eHome. Gemeint ist jedoch in allen Fällen dasselbe: Zentrale Steuerung und Automatisierung aller elektrischen Haushaltsgeräte von der Alarmanlage bis zur Heizung mittels App oder Spracherkennung. Dabei tauschen alle vernetzten Geräte Informationen untereinander aus, wodurch komplexere Automatisierungen möglich sind. Die Vernetzung intelligenter Geräte im Haushalt dient dem Zweck, Wohn- und Lebenskomfort zu erhöhen, den Energieverbrauch sinnvoll zu reduzieren und das Eigenheim besser zu schützen.

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Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Smart Home. Bild: Adobe Stock, (c) visivasnc

Wer installiert Smart Home?

Mit Ausnahme der Basisstation funktionieren sämtliche Smart Home Installationen per Funk. Die Basisstation ist mit einer Steckdose und einem Router per Kabel verbunden und lässt sich ebenfalls ohne großen Aufwand einstellen. Im Schnitt kannst du das System im Alleingang innerhalb von 15 – 20 Minuten in Betrieb nehmen. Da fast alle intelligenten Geräte ohne Schrauben und Bohren auskommen, können Smart Home Lösungen auch in einer Mietwohnung verwendet werden. Wenn du jedoch auch die Zentralheizung per Funk steuern oder ein Smart Home System im Neubau haben möchtest, empfiehlt es sich, einen Fachmann hinzuziehen.

Smart Home planen in 3 Schritten

Im folgenden Abschnitt erklären wir dir, wie du in 3 Schritten dein Smart Home planst und realisierst. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung kann nichts schiefgehen:

Schritt 1: Testlauf mit WLAN-Steckdose

Am Anfang kannst du mit einer WLAN-Steckdose deine ersten Versuche zuhause unternehmen. Du kannst beispielsweise die Stehlampe im Wohnzimmer per Smartphone regulieren oder die Musikanlage per Sprachsteuerung ein- und ausschalten. Auf diese Weise wirst du für dich selber herausfinden, ob du in ein Smart Home weiter investieren möchtest. Natürlich kannst du mit einer WLAN-Steckdose noch keine aufregenden Ergebnisse erzielen. Du kannst dir aber alltägliche Handgriffe damit erleichtern und dir mögliche Einsatzfelder überlegen.

Schritt 2: Grundidee skizzieren 

Dir gefällt die Vorstellung, dein Leben mithilfe technischer Verfahren bequemer zu gestalten? Dann kannst du dich als nächstes mit dem Grundriss der eigenen Wohnung an den Schreibtisch setzen. Nun lässt du vor deinem geistigen Auge einen durchschnittlichen Tag aus deinem Leben vorbeiziehen. Währenddessen stellst du dir die Frage: Welche täglichen Handlungsabläufe sollen zu automatisierten Routinen im Smart Home werden? Sobald du diese Frage geklärt hast, kannst du vorab eine Kostenrechnung aufstellen.

Info: Beim Einkauf unbedingt beachten, dass nicht jedes Gerät mit jeder App oder Sprachsteuerung kompatibel ist!

Schritt 3: Basisstation auswählen

Das Herzstück deines Smart Homes ist die Basisstation (auch: Hub, Bridge, Gateway, Steuerungszentrale). Die Basisstation entscheidet in weiterer Folge, welche Geräte du an das System anschließen kannst. Spätestens jetzt musst du dich entscheiden, ob du deine vier Wände mit einem offenen oder geschlossenen System ausstatten möchtest. Bei geschlossenen Systemen können nur Geräte derselben Marke verwendet werden, bei offenen Systemen können auch Komponenten von anderen Firmen hinzugefügt werden. Vor- und Nachteile gibt es bei beiden Systemen. So sind geschlossene Systeme insgesamt sicherer, weil die Protokolle nur bei der Firma liegen. Steht die Installation von Alarmanlagen im Vordergrund, sind geschlossene Systeme auf jeden Fall sinnvoll.

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Dein Smart Home steuerst du per Spracherkennung, Smartphone oder Tablet. Foto: Shutterstock, (c) ArchiVIZ

Automatisierte Routinen im Smart Home

Die Automatisierung läuft über Sensoren (Information) und Aktoren (Energie), die getrennt voneinander Information und Energie übertragen. Durch diese Arbeitsteilung ist es beispielsweise möglich, dass eine an die Basisstation gesendete Information mehrere Geräte gleichzeitig aktiviert. Einen solchen automatisierten Handlungsablauf nennt man Routine oder Szene.

If This Then That (IFTTT) – Routine

IFTTT sind Befehle, mit denen die Basisstation gefüttert wird: Sobald ein Eingangssignal kommt, reagiert die Basisstation mit einem Ausgangssignal. Die Information wandert über den Sensor zur Zentrale und wieder zum Aktor. Auf diese Weise kann durch das Auslösen eines Bewegungsmelders das Flutlicht im Garten aktiviert werden, die Alarmanlage beginnt zu heulen, die Jalousien fahren herab und gleichzeitig bekommst du eine Meldung am Handy, die dir per Videokamera sofort ein Live-Video des Einbrechers oder der streunenden Katze liefert. Sicherheit ist nur ein Anwendungsbereich neben anderen wie Unterhaltung, Komfort und Energieverbrauch. Durch die Verschaltung von Geräten ergeben sich unzählige Anwendungsmöglichkeiten.

Sprachbefehl – Routine

Du kommst beispielsweise nach einem langen Arbeitstag nach Hause und sagst einfach: „Kinoabend.“ Im nächsten Moment wird das Licht im Wohnzimmer gedimmt, das Bücherregal öffnet sich in der Mitte und ein Fernseher wird ausgefahren, die Soundanlage wird eingeschaltet und schon sitzt du im eigenen stimmungsvollen Privatkino. Das wäre eine mögliche vorprogrammierte Routine, die deinen Alltag komfortabler gestalten kann.

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Smart Living erobert die heimischen Wohnungen und Häuser. Grafik: Adobe Stock, (c) mast3r

Warum Smart Home?

In einer Befragung aus dem Jahr 2017 gaben die meisten Nutzer der Smart Home Technologie an, der persönliche Komfort sei ausschlaggebend gewesen für die Anschaffung. Als zweiter Grund wurde die Sicherheit angeführt, danach der Spaß an der Nutzung und zu guter Letzt der Faktor Energie sparen.

Wie viel kostet ein Smart Home?

Je nachdem, wie dicht die Haustechnik miteinander vernetzt sein soll, variieren die Preise für ein Smart Home. Kabelgebundene Systeme sind grundsätzlich teurer und beginnen ab € 5000. Funkgesteuerte Systeme sind hingegen günstiger. Einsteigerpakete kosten hier rund € 200. Eine simple Basisstation bekommst du schon ab € 50. Einen smarten Heizkörperthermostat oder eine smarte WLAN-Steckdose bekommst du im Einzelhandel für € 20. Mit der Installation grundlegender Geräte, hast du auch das Fundament für dein Smart Home gelegt. Nun kannst du langsam aufstocken und nachrüsten. Alexa-fähige Sicherheitssysteme oder Rasenmäher gibt es bereits zu günstigen Preisen.

Smart Home Bussysteme

Bei Neubauten empfiehlt sich ein kabelgebundenes Bussystem für dein Smart Home. Es handelt sich hierbei um eine effiziente Lösung der Elektroinstallation. Wenn du einen herkömmlichen Stromkreis unterbrichst, ist die Information (=kein Stromfluss) gleichzeitig auch die gewünschte Steuerung (=es brennt kein Licht). Ein Bussystem hingegen verwendet hierfür zwei unterschiedliche Leitungen, die mit allen Geräten verbunden sind. Auf diese Weise kann das Binary Unit System eine Unmenge an Informationen gleichzeitig übertragen und dabei energiesparend vorgehen. Nähere Details zum Bussystem findest du in unserem Artikel Bussystem im Smart Home: Arten, Kosten, Anbieter.

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Smart Home via Spracherkennung oder Handyapp. Foto: Adobe Stock, (c) denisismagilov

Welche Smart Home Heizungssteuerung?

Moderne Heizungssysteme helfen dabei, den tatsächlichen Energieverbrauch dem individuellen Tagesrhythmus anzupassen. In anderen Worten: Die Wohnung wird nur mehr zu vorprogrammierten Zeiten geheizt. Smart Home geht hier noch einen Schritt weiter. Wenn ein Meeting abgesagt wurde und du früher als erwartet nach Hause kommst, kannst du unterwegs die Heizung einschalten. Im Unterschied zu herkömmlichen Systemen kannst du nämlich in Smart Homes deine Heizung via Smartphone von jedem Ort der Welt aus in Echtzeit regulieren. Dadurch kannst du noch effektiver Heizkosten sparen und Energieverschwendung vermeiden. Das Zauberwort heißt: Smart Metering Systeme. Von unregelmäßigen Arbeitszeiten bis hin zu Airbnb lassen sich mit smarten Steuerungen viele Probleme lösen. Wenn du dich mehr zum Thema informieren möchtest, dann lies unseren Beitrag über Heizungssteuerungen via Smart Home.

Wie sicher ist dein Smart Home?

Geht es um Smart Home Systeme, kommt es zwangsläufig zur Diskussion über Hacker-Angriffe oder Datenschutz. Smarte Geräte sind via WLAN mit anderen Geräten verbunden und senden Daten an die Cloud des Herstellers. Anbieter wie Amazon oder Google nutzen einerseits die gesendeten Daten für eigene statistische Erhebungen, andererseits stellen sie dir dieselben Daten in deiner App zur Verfügung. Bei den meisten Smart Home Systemen kannst du jedoch verschiedene Datenschutz-Einstellungen noch während der Installation vornehmen.  

Wie bereits weiter oben erwähnt, sind geschlossene Smart Home Systeme prinzipiell sicherer als offene. Dennoch geht der Trend eindeutig in Richtung kompatibler Systeme. Was diese Entwicklung in Zukunft für die Sicherheit deiner Daten bedeutet, lässt sich nur mutmaßen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das Szenario eines bösartigen Hacker-Angriffs auf ein privates Smart Home System höchst unwahrscheinlich.

Was lässt sich alles in einem Smart Home steuern?

Die Technologie rund um das Smart Home lässt sich in die vier Anwendungsgebiete Unterhaltung, Sicherheit, Energie-Management und Gesundheit untergliedern. Weitere Möglichkeiten der Anwendung haben wir hier für dich gelistet:

  • Beleuchtung: Gartenstrahler, LED-Streifen, Stehlampen usw.
  • Entertainment-Geräte: Fernseher, Tablets, Drohnen, Spielkonsole, Smart Speaker, VR-Brille usw.
  • Fenster: Jalousien, Rolladen usw.
  • Haushaltshelfer: Kaffeemaschine, Kühlschrank, Rasenmäh-, Wisch- oder Saugroboter, Waschmaschine usw.
  • Klima- und Heizanlagen: Heizkörper, Ventilatoren, Luftbefeuchter usw.
  • Sicherheitskomponenten: Alarmanlagen, Rauch- oder Bewegungsmelder, Wasser- oder Glasbruchsensoren, Videoüberwachung usw.
  • sonstiges: analytische Auswertungen, Energieverbrauch usw.

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