Heizungsvergleich: Effiziente und umweltschonende Heizungen

Heizungsvergleich

Wir haben 7 Heizformen miteinander verglichen. Doch welche hält dem Heizungsvergleich stand?. Foto: Adobe Stock; (c) kange_one

Für die Auswahl der richtigen Heizungsanlage sind verschiedene Aspekte, darunter die Energiekosten, die Effizienz und der Umweltschutz, zu berücksichtigen. Du suchst eine preiswerte Alternative zu Heizöl oder zu deiner alten Gasheizung? In unserem Beitrag stellen wir einen Heizungsvergleich von insgesamt 7 verschiedenen Heizsystemen an. Auf Basis dieser fundierten Informationen kannst du dann hoffentlich selbst entscheiden, welche die beste Heizung für dich ist.

Heizungsvergleich: Welche Heizung ist zu empfehlen?

In unserem Heizungsvergleich beleuchten wir klassische Heizungsanlagen und vergleichen sie mit modernen Heizsystemen. Wir wollen dir die sieben gängigsten Heizsysteme von der Ölheizung über die Wärmepumpe bis hin zur Anlagen für Solarthermie mit all ihren Vor- und Nachteilen vorstellen. Je nach Verwendungszweck haben alle sieben Heizsysteme ihre Daseinsberechtigung.

Die Ölheizung: der Klassiker

Die Ölheizung gehört zu den klassischen Varianten und ist nach wie vor in rund 600.000 österreichischen Haushalten zu finden. Moderne Brennwertkessel nutzen die Wärme des Abgases, wodurch sich der Normnutzungsgrad der Heizungsanlage erhöht. Für den Einbau benötigst du nicht nur Raum für die Heizungsanlage, sondern auch für die Tanks. Sie können unterirdisch oder in einem Heizungsraum ausgestellt werden. Das Volumen orientiert sich an dem Heizbedarf. Für ein 150 m² großes Einfamilienhaus sollten die Tanks rund 3.000 Liter fassen.

Kosten: Im Schnitt liegen die Anschaffungskosten einer Ölheizung bei 15.000 bis 25.000 Euro. Die Betriebskosten richten sich nach den tagesaktuellen Heizölpreisen, sind im Vergleich mit anderen Heizungsanlagen aber nach wie vor recht günstig. Besonders aktuell ist der Ölpreis aufgrund der Corona-Pandemie enorm günstig.

Anmerkung: Die aktuelle Türkis-Grüne Bundesregierung plant allerdings die stufenweise Abschaffung von Ölheizungen. Konkret sieht der Plan im Regierungsprogramm vor, Ölheizungen bei Neubauten bereits ab 2020 zu verbieten. Bei einem Heizungswechsel sollen Ölheizungen ab 2021 verboten werden. Zudem sollen Ölheizkessel, die älter als 25 Jahre alt sind, ab 2025 verpflichtend ausgetauscht werden. Spätestens 2035 sollen dann alle Heizkessel verpflichtend auf erneuerbare Energie umgerüstet werden. Die Ölheizung hat als Heizungsalternative also langfristig ausgedient.

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Die Gasheizung: die saubere alternative Heizung

Die Gasheizung kann als Wand- oder Bodengerät realisiert werden. Sie nimmt im Heizungsraum wenig Platz ein. Ein weiterer Vorteil ist, dass du keinen externen Brennstoff benötigst. Du kannst Gas aus der Zuleitung nutzen, wodurch sich der Komfort erhöht. Alternativ kannst du aber auch Flüssiggas aus einem Tank einsetzen, sollte kein Anschluss an das Gasversorgungsnetz vorhanden sein. Mit Gas betriebene Heizungen sind laut diversen Studien eine besonders saubere Alternative, da sie unter allen Verbrennungsheizungen am wenigsten Feinstaub ausstoßen.

Kosten: Die Anschaffungskosten bewegen sich im Bereich von 9.000 bis 25.000 Euro, während die laufenden Betriebskosten ähnlich hoch sind, wie bei einer Ölheizung.

Anmerkung: Da es sich auch bei Gas um einen fossilen Brennstoff handelt, plant die Türkis-Grüne Bundesregierung allerdings auch hier einen langfristigen Ausstieg. Ab 2025 sollen laut Regierungsprogramm keine Gasheizungen in Neubauten mehr erlaubt sein. Ob sich all diese Vorhaben aufgrund der milliardenschweren Corona-Krise aber auch wirklich umsetzen lassen, bleibt abzuwarten. Noch sind keine Gesetze diesbezüglich beschlossen.

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Holz & Biomasse: umweltfreundlich mit Abstrichen

Heizen mit Holz kann in verschiedenen Formen umgesetzt werden. Eine beliebte Variante sind Pelletöfen, bei denen die Holzpellets in einem Lagerraum aufbewahrt werden und über ein automatisches Fördersystem zur Heizungsanlage gelangen. Theoretisch ist es auch möglich, auf ein solches Fördersystem zu verzichten und den Kessel manuell mit Pellets zu befüllen, was jedoch wesentlich aufwendiger ist. Du kannst auch einen Kamin im Haus installieren und diesen mit Holzscheiten befüllen. Moderne Ausführungen können an die Trinkwassererwärmung angeschlossen werden. Viele Menschen nutzen den Kamin zusätzlich zu einer Zentralheizung, um im Winter die wohlige Wärme der Flammen zu nutzen. Mit einem Kamineinsatz profitierst du von dem wunderschönen Flammenspiel und der Wärme – das Feuer ist jedoch sicher hinter der Sichtscheibe platziert.

Heizen mit Holz gilt grundsätzlich als umweltfreundliche Alternative. Der Grund dafür ist, dass Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, der eine CO2-neutrale Bilanz aufweist. CO2-neutral heißt, dass beim Verbrennen genau so viel CO2 freigesetzt wird, wie die Bäume im Laufe der Zeit aufgenommen haben und im Zuge ihrer natürlichen Verrottung ohnehin wieder freigegeben hätten. Zu 100% umweltfreundlich ist das Heizen mit Holz aber trotzdem nicht. Beim Verbrennen von Holz werden nämlich hohe Mengen des gefürchteten Feinstaubs produziert, der für seine kanzerogene (= Krebs erzeugende) Wirkung bekannt ist.

Kosten: Die Anschaffungskosten einer Holz- bzw. Biomasseheizung richten sich in erster Linie nach ihrer Art. Eine neue Pelletsheizung kostet beispielsweise zwischen 15.000 und 25.000 Euro.

Anmerkung: Die Regierung hat als Anreiz für den Umstieg auf umweltfreundliche Heizungen auch eine Förderung von Biomasse-Heizungen in Aussicht gestellt. Derzeit gibt es allerdings auch hierfür noch keinen Gesetzesentwurf.

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Fernwärme: alternatives Heizen ohne Kessel und Ofen

Das Thema Fernwärme betraf in vergangenen Jahrzehnten vor allem urbane Räume in der Nähe von Heizkraftwerken und anderen Industriezweigen, bei denen eine große Menge von Hitze freigesetzt wird. Heutzutage ist diese Form der Heizung auch in ländlichen Räumen angekommen. Der Grund ist die wachsende Zahl von Biogasanlagen. Da diese Anlagen alternativen Strom unabhängig davon erzeugen, ob die Sonne scheint oder der Wind weht, sind sie für den Energiemix der Zukunft nach aktuellem Wissensstand unverzichtbar. Entsprechend nachhaltig ist die Investition in einen Fernwärme-Anschluss an eine Biogasanlage.

Kosten: Ein Fernwärme-Anschluss kostet rund 6.700 Euro. Die laufenden Heizkosten sind verhältnismäßig gering.

Die Elektroheizung: einfache & schnelle Alternative

Elektroheizungen benötigen Strom und verursachen daher im Vergleich zu den übrigen Heizungsvarianten höhere Kosten. Dafür zeichnen sich sie durch eine einfache Handhabung aus. Du musst keine Verbindung zu einem bestehenden Heizungssystem vornehmen, sondern stellst die Heizkörper einfach in den Räumen auf. Es werden verschiedene Unterformen wie beispielsweise Konvektionsheizungen, Heizlüfter und Infrarotheizungen angeboten:

  • Infrarotheizung: Erwärmt nicht nur die Raumluft, sondern auch die Objekte, die sich im Raum befinden. Das Prinzip ähnelt den warmen Sonnenstrahlen. Die gemessene Raumtemperatur ist bei einer Infrarotheizung im Vergleich zur gefühlten Temperatur um rund 4 Grad Celsius geringer, was dir die Möglichkeit zur Energieeinsparung bietet. Moderne Infrarotheizungen sind als flache Wandgeräte realisiert, welche die Form von Bildern oder Lampen haben.
    Tipp: Ausführlichere Infos zur Infrarotheizung erhältst du in unserem Artikel Photonenheizung: Nachteile und Vorteile.
  • Konvektionsheizung: Der Begriff Konvektion bezieht sich auf die Art der Lufterwärmung. Typische Konvektorheizungen sind Radiatoren unterhalb des Fensters. Elektrische Konvektiosheizungen erhitzen das Wärmeträgermedium (Wasser, Öl, Gas) mittels Strom und lassen es im Heizkörper zirkulieren. Elektrische Konvektionsheizkörper eignen sich zum Beispiel als Ergänzung zu einer Fußbodenheizung als Badezimmerheizung.
  • Heizlüfter: Sind mit einem integrierten Gebläse ausgestattet. Die Luft wird aktiv im Raum verteilt, wodurch sich die Aufheizzeit verkürzt. Oft besitzen die Heizungen verschiedene Stufen, sodass du die Leistung auswählen kannst. Für einen mittelgroßen Wohnraum (Fläche 16 bis 25 m²) solltest du ein Modell mit einer Leistung von 2.000 Watt auswählen. Im Badezimmer sind 1.000 bis 1.500 Watt ausreichend.

Solarthermieanlagen: umweltschonende alternative Heizung

Moderne Heizsysteme erfreuen sich immer großerer Beliebtheit. Wer sich für das Heizen mit einer Solarthermieanlage entscheidet, leistet einen wertvollen Beitrag in Sachen Umweltschutz: Der Verbrauch pro Jahr beträgt null Euro, und auch die Wartungskosten halten sich mit rund 50 Euro pro Jahr in Grenzen. Die Solarthermieanlage reicht allerdings nicht, um die benötigte Wärme im Haushalt zu erzeugen. Sie muss daher mit einer herkömmlichen Heizung kombiniert werden.

Kosten: Die Anschaffungskosten einer Solarthermieanlagen sind mit rund 10.000 Euro verhältnismäßig günstig.

Wärmepumpen: moderne Heizsysteme

Wärmepumpen nutzen Strom, um die Wärme aus der Luft, dem Grundwasser oder dem Erdreich für die Beheizung umzuwandeln. Die Wärmepumpe ist ein modernes Heizsystem und gehört aktuell zu den umweltschonendsten Heizformen. Der große Nachteil sämtlicher Wärmepumpen sind die verhältnismäßig hohen Anschaffungskosten. Die Betriebskosten einer Wärmepumpe sind aktuell ähnlich hoch wie jene der anderen Heizungen. Während die Preise für fossile Brennstoffe in den nächsten Jahren vermutlich eklatant steigen werden, kann man davon ausgehen, dass die Strompreise einigermaßen stabil bleiben.

Kosten: Je nach Art der Wärmepumpe betragen die Anschaffungskosten zwischen 9.000 und 25.000 Euro. Die Betriebskosten sind gleichzusetzen mit zusätzlichen Stromkosten und bewegen sich etwa im Bereich herkömmlicher Heizungen.

Moderne Heizsysteme

Moderne Heizsysteme schonen Umwelt und Geldbeutel. Wärmepumpe und Solarthermie gelten als die führenden Techniken. Foto: Adobe Stock, (c) slavun

Heizungsvergleich: Welche ist die günstigste Heizung?

Die Ölheizung und die Gasheizung verursachen im Verbrauch ähnliche Kosten. Für das Beheizen eines 150 m² großen Hauses solltest du mit monatlichen Ausgaben von 130 bis 170 Euro rechnen. Die genauen Werte hängen von der Dämmung, dem Heizverhalten und dem Wirkungsgrad der Heizung ab. Für Mieter werden die Kosten vom Vermieter abgerechnet oder du schließt mit den Versorgern selbst einen Vertrag ab. Die Elektroheizung ist die teuerste Variante, da sie über den verhältnismäßig teuren Strom betrieben wird.

Tipp: Achte auf günstige Tarife und statte eventuell nur einzelne Räume mit der Elektroheizung aus. Eine Solar- bzw. Photovoltaikanlage auf dem Dach ermöglicht es dir, den Strom selbst zu erzeugen. Du kannst die Anlage auch mit einer Wärmepumpe kombinieren, um Kosten zu sparen. Ob Neubau oder Altbau – dir stehen stets alle Möglichkeiten zur Verfügung.

Fazit: Welche Heizung ist zu empfehlen?

Wer mit Weitblick agiert, wird sich wohl eher keine mit Öl, Kohle oder Gas betriebene Heizung anzuschaffen. Die aktuelle Klima-Debatte und mögliche künftige Gesetze innerhalb Österreichs und der EU, machen die Lage für Gas- und Ölheizungen trotz ihrer wirtschaftlichen Vorteile sehr unsicher. Die Gefahr, das Gebäude bereits in 15 Jahren wieder mit einer neuen Heizung ausstatten zu müssen, ist einfach zu groß.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann mit Biomasse-bzw. Pellets eigentlich kaum etwas falsch machen. Holz ist es Rohstoff von dem in Österreich genügend vorhanden ist und der sich zudem mit Klimaneutralität auszeichnet. Mit großer Wahrscheinlichkeit gibt es für solche Heizungen demnächst sogar eine Förderung.

Wer über das nötige Kleingeld verfügt und der Umwelt etwas Gutes tun will, der kann für den Neubau schon jetzt über eine Wärmepumpe und oder über Solarthermie nachdenken. Beide Heizformen ermöglichen es, beinahe völlig ohne den Ausstoß von CO2 zu heizen. Bei der Wärmepumpen wird lediglich ein wenig Strom benötigt.

Das Heizen ohne CO2-Ausstoß gelingt im weitesten Sinne auch mit Elektroheizungen. Wer tatsächlich eine Elektroheizung in Erwägung zieht, sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die meisten Elektroheizungen, aufgrund ihrer speziellen Funktionalität, ein eher ungewohntes Wärmegefühl liefern. In Kombination mit Photovoltaik zahlt sich eine Elektroheizung langfristig aber sogar finanziell aus.



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