Abgasmessung: Grenzwerte für Heizung und Gastherme

Bei einer Gastherme muss alle 5 Jahre eine Abgasmessung erfolgen

Die regelmäßige Abgasmessung der Heizung bzw. Gastherme ist gesetzlich vorgeschrieben. Foto: Shutterstock, (c) Phovoir

Während die Abgaswerte der Heizung vor einigen Jahrzehnten nur umweltpolitisch thematisiert wurden, gelten sie heute als wichtige Kennzahlen der Energieeffizienz und sind an Auflagen geknüpft. Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen musst du regelmäßig eine Abgasmessung der Heizung bzw. der Gastherme durchführen lassen. Die bei der Verbrennung anfallenden Emissionen sind giftig und dürfen gewisse Grenzwerte aufgrund ihrer Schadstoffe nicht übersteigen. Besonders die Kennziffer des Abgasverlustes ist von Belang, da diese Rückschlüsse auf den Wirkungsgrad gibt und damit direkt deine Energie- und Heizkosten beeinflusst.

Abgasmessung Heizung: Grenzwerte, Häufigkeit und Kosten

Konkret dient die Abgasmessung der Heizung der Ermittlung der beim Betrieb von Heizungsanlagen mit den Abgasen emittierten Schadstoffe (CO, CO2, NOx, Abgasverlust). Zudem wird die mit den warmen Abgasen verloren gegangene Heizenergie gemessen. Die hierbei ermittelten Daten tragen zu einer effizienteren Energienutzung bei, wenn bei zu hohen Werten entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Die Grenzwerte der Schadstoffemission sind von der Heizanlage abhängig. Hier findest du einen detaillierten Überblick.

Abgasmessung: Wie oft?

Bei Feuerstätten wie Thermen mit einer Leistung von weniger als 26 Kilowatt musst du in einem Abstand von vier Jahren eine Abgasmessung der Heizung durchführen lassen. Geräte ab 26 kW bis 50 kW müssen alle zwei Jahre überprüft werden. Bei Feuerungsanlagen mit einer Nennwärmeleistung von mehr als 50 Kilowatt muss die Abgasmessung jährlich erfolgen.

Wer darf eine Abgasmessung durchführen?

Ausschließlich Firmen, die vom Magistrat eine Prüfnummer erhalten haben und deren Prüforgane die entsprechende Fortbildungen und Prüfung absolviert haben.

Abgasmessung Wien: Kosten

Bei der Preisgestaltung hat die Landesinnung Wien einen Höchstbetrag festgelegt, der gegenwärtig bei maximal 40 Euro liegen darf. Zuzüglich können noch bis zu 22 Euro an Wegzeitentgelt in Rechnung gestellt werden. Versuche dich an diesem Höchstbetrag zu orientieren und meide Anbieter, die diese Höchstgrenze überschreiten wollen. Die Preise für eine solche Abgasmessung schwanken zwischen einzelnen Installateuren und Anbietern enorm. Daher ist es empfehlenswert, vorab einen genauen Preisvergleich zu machen und sich nach einem preiswerten Installateur umzusehen. Viele Installateure bieten eine Abgasmessung bei der Heizung zudem nur in Kombination mit einem Wechsel der gesamten Therme an.

Abgasmessung der Heizung durch den Rauchfangkehrer

Aufgrund der unübersichtlichen Preispolitik der Heizungsinstallateure empfiehlt es sich, die Preise im Vorfeld genau zu erfragen. Ebenso kann die Überprüfung direkt vom Rauchfangkehrer durchgeführt werden. Wird die Abgasmessung korrekt abgewickelt und bewegen sich die Messwerte im Rahmen der Richtlinien, erhält die überprüfte Therme nach Abschluss der Messung eine Prüfplakette. Auf dieser wird gleichfalls das Fälligkeitsdatum der nächsten Messung vermerkt. Damit ist sichergestellt, dass der Nutzer auf einen Blick weiß, wann das Gerät wieder überprüft werden muss. Nicht hinreichend ist hingegen ein reiner Wartungsbericht der Geräte.

Regelmäßige Wartung verhindert Abgasverluste

Je niedriger der Abgasverlust, desto effizienter arbeitet deine Heizung. Niedriger Ausstoß von Abgasemissionen trägt damit nicht nur zum Umweltschutz bei, sondern hilft auch dabei, nachhaltig Heizkosten zu sparen.

Genauer bezeichnet der Abgasverlust die verlorengegangene Menge an Wärmeenergie, die gemeinsam mit den Abgasen ungenutzt entweicht. Ausschlaggebender Faktor für die Höhe des Abgasverlustes ist die Abgastemperatur. Mit steigender Temperatur der Abgase sinkt die Effizienz bei der Verbrennung des Brennstoffs. Die Angabe der Höhe des Abgasverlustes erfolgt in Prozent und unterliegt ebenfalls bestimmten Richtlinien. Auch Abgasverlust-Messungen werden von Rauchfangkehrern vorgenommen.

Faktoren die die Abgastemperatur beeinflussen

Maßgeblichen Einfluss auf die Abgastemperatur haben der Brennstoff, die Verbrennungsart sowie die Art und Beschaffenheit der Heizanlage. Die höchste Energieausbeute und Effizienz wird bei möglichst geringer Abgastemperatur erlangt. Dies gilt allerdings nur im Rahmen eines durchschnittlichen Temperaturspektrums der jeweiligen Anlagen und Betriebsarten. So ist für Gas-Kessel eine Temperatur im Bereich von 60 bis 140 Grad Celsius normal.

Was passiert, wenn die Abgastemperatur zu niedrig ist?

Fällt hierbei die Abgastemperatur auf einen Wert unter diesem Temperaturbereich, so wird der Schornsteinzug verschlechtert. Temperaturen in diesem niedrigen Bereich führen langfristig zu Schäden am Schornstein. Dies gilt besonders für Temperaturen unterhalb des Taupunkts. Dieser bezeichnet den Punkt, bei dem ein Medium aufgrund der Temperaturen keine weiteren fremden Gasmoleküle mehr aufnehmen kann. In diesem Fall kommt es zur Kondenswasserbildung, die wiederum die Abgasanlage korrodieren lassen kann. Auch der Schornstein kann infolgedessen verrotten.

Was passiert, wenn die Abgastemperatur zu hoch ist?

Wenn hingegen die Temperatur der Abgase zu hoch ausfällt, ist dies ein Indikator für eine unvorteilhafte Wärmeübertragung. Der Wärmeübergang an den Wärmeüberträger ist dann behindert. Mögliche Ursachen finden sich in zu starken Rußablagerungen. Ist die Abgastemperatur nach der Kesselreinigung noch immer zu hoch, könnte die Heizanlage überlastet sein. Mögliche Abhilfe schafft die Verringerung der Leistung des Brenners. Oftmals sind Brenner auf eine höhere Leistung eingestellt, als es der eigentliche Bedarf erfordern würde. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass jeder Brenner auf ein bestimmtes Leistungsspektrum ausgelegt ist, dessen unterer Wert nicht unterschritten werden sollte.

Abgasverluste verringern

Eine der häufigsten konkreten Ursachen hoher Abgasverluste findet sich in zu alten Heizungsanlagen. Wenn die Heizungsanlage in die Jahre gekommen ist, ist sie mit Sicherheit nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. In Fällen veralteter Anlagen sollte auf modernere Geräte umgerüstet werden. Weitere Ursachen problematisch hoher Abgasverluste finden sich in defekten oder verschmutzten Wärmetauschern. Auch falsche Einstellungen im Ölbrenner oder Gasbrenner können Abgasverluste verursachen. Um solchen Fehlerquellen vorzubeugen, solltest du eine regelmäßige Wartung und Überprüfung der Heizung veranlassen.

Maßgebliche Faktoren

Neben der Abgastemperatur ist auch der Sauerstoffgehalt ein ausschlaggebender Faktor für die zu hohen Abgasverluste. Er ist als zweiter maßgeblicher Parameter zur Unterhaltung der Verbrennung zwingend erforderlich. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Sauerstoffgehalt optimal ist, das heißt, dass genügend Sauerstoff zur Unterstützung der Verbrennung vorhanden ist. Gasheizungen und Ölheizungen lassen sich präzise hinsichtlich der Sauerstoffzufuhr einstellen. Feststoffverbrennende Einrichtungen wie etwa Holzheizungen haben hingegen eher ungenaue Dosierungsmöglichkeiten für die zur Verbrennung benötigte Luft. Hierbei entstehen Überschüsse, die eine Verschlechterung der Abgaswerte und eine Erhöhung der Abgasverluste nach sich ziehen.

Austauschen oder korrigieren?

In vielen Fällen überschreitet das Ergebnis der Abgasmessung bei der Heizung kritische Höchstwerte oder es kommt zu hohen Abgasverlusten. Dann kommen mehrere Optionen in Frage, um die Abgaswerte zu verbessern. So kann eine Korrektur der Zufuhr von Sauerstoff vorgenommen werden oder auf Gleichmäßigkeit der Verteilung geachtet werden. Wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg zeigen, ist gegebenenfalls ein Austausch des Brenners nötig. Auch eine Nachrüstung des bestehenden Abgassystems kann Abhilfe schaffen.

Hier die bestben Installateure für Abgasmessung in deinem Bundeslands:



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