Gaskamin: Offenes Feuer ohne Rauchfang

Blaue Flammen eines Gaskamins vor Vintage Steinwand.

Die Gaskamin Kosten richten sich u.a. danach, welches Modell du wählst und ob der Gasanschluss bereits vorhanden ist. Adobe Stock, (c) Maksim Shebeko

Du träumst von gemütlichen Herbstabenden vor prasselndem Kaminfeuer? Dieser Traum kann schneller in Erfüllung gehen, als du denkst! Ein Gaskamin braucht nicht viel Platz, muss nicht an den Schornstein angeschlossen werden und lässt sich bequem per Knopfdruck ein- und ausschalten. Außerdem ist er häufig kostengünstiger als ein klassischer Kaminofen. Wir verraten, wie Gaskamine funktionieren, wie sie angeschlossen werden und wie hoch die Gaskamin Preise in Österreich sind.

Gaskamin – Vorteile gegenüber anderen Öfen

Gaskamine sind die perfekte Lösung für jeden, der die Behaglichkeit eines Kaminfeuers genießen, aber keine Unsummen ausgeben möchte. Ein moderner Gaskaminofen benötigt keinen Schornsteinanschluss, er braucht keinen Wanddurchbruch und der Brennstoff kommt praktischerweise direkt aus der Gasleitung. Weitere Vorteile eines Gaskamins gegenüber klassischen Kamin- und Kachelofen sind folgende:

  • kein Vorheizen nötig: Du kannst den Gaskamin via Fernbedienung, Smartphone oder Zeitschaltuhr einschalten. Die Wärmeleistung ist sofort auf 100 Prozent.
  • kein Lagerplatz nötig: Wer einen Gaskamin hat, muss weder Holz noch Briketts oder Pellets einlagern.
  • leichte Reinigung: Da Gas rückstandslos verbrennt, musst du einen Gaskaminofen nur sehr selten (und sehr unaufwändig) reinigen.
  • gute Luftqualität: Durch einen Gaskamin bildet sich kein Feinstaub. Geschlossene Systeme geben außerdem nur Konvektionswärme ab, was für ein angenehmes Raumklima sorgt.
  • flexible Standortwahl: Da Gaskamine nicht, wie klassische Kaminöfen, an einen Schornstein angeschlossen werden müssen, können sie theoretisch überall im Haus installiert werden.
  • regulierbare Wärmeleistung: Der Gaskamin ist die einzige Ofenart, bei der du die Wärmeleistung via Knopfdruck bzw. ganz bequem via Thermostat regulieren kannst.
  • für Wohnungen geeignet: Da du Gaskamine flexibel aufstellen und ihre Wärmeleistung via Knopfdruck regulieren kannst, sind sie besonders gut als Kamin für Wohnungen geeignet.

Wie funktioniert ein Gaskaminofen?

In Sachen Optik und Gemütlichkeitsfaktor stehen Gaskamine dem klassischen Kaminofen in nichts nach. Außerdem sind sie deutlich kostengünstiger, haben einen geringeren Wartungs- und Pflegeaufwand und funktionieren raumluftunabhängig. Je nach Modell hat ein Gaskamin einen oder mehrere Brenner, die über die Gasleitung mit Erdgas versorgt werden. Die Zufuhr startet über Knopfdruck direkt am Gerät beziehungsweise alternativ über eine Fernbedienung oder (z.B. im Smart Home mit Bussystem) via Smartphone-App.

Die Gasflamme brennt zunächst bläulich, wechselt aber schon nach wenigen Minuten in die typische sattgelbe Farbe, die wir mit einem offenen Kaminfeuer assoziieren. Für das authentische Kamin-Erlebnis sorgen Holzscheit- oder Zweigimitate aus feuerfester Keramik. Wer sich seinen Gaskamin in modernerem Design wünscht, setzt stattdessen auf Carrara-Kiesel in unterschiedlichen Farben.

Übrigens: Es ist auch möglich, den Gaskamin mittels Propangas aus der Flasche zu betreiben. Hier musst du allerdings sichergehen, dass du die Lagervorschriften für Flüssiggas einhältst: In einem Wohnraum dürfen Propangasflaschen nur bis maximal 15 kg gelagert werden.

Gaskamin als Wohnraumheizung?

Das Gerücht, ein Gaskamin sei keine wollwertige Wohnraumheizung, steckt noch immer in vielen Köpfen. Entsprechend betrachten die meisten Leute Gaskamine mehr oder weniger als Lifestyle-Öfen, die einfach nur hübsch anzusehen sind. Diese Vorstellung wird modernen Gaskaminen aber ganz und gar nicht gerecht. Es stimmt zwar, dass ein Gaskamin mit Sichtscheibe und „offenem Feuer“ einen recht geringen Wirkungsgrad hat (normalerweise nicht mehr als 15 Prozent), aber das gilt natürlich nicht für alle Modelle. Geschlossene Gaskamine zum Beispiel erreichen bei optimalen Bedingungen einen Wirkungsgrad von über 70 Prozent und sind absolut in der Lage, effizient zu heizen.

Kosten. Adobe Stock, c mari1408

Anders als klassische Kaminöfen kann ein Gaskamin freistehend im Raum installiert werden. Das garantiert volle Flexibilität. Foto: Adobe Stock, (c) mari1408

Was zeichnet moderne Gaskamine aus? Typen

Moderne Gaskamine sind auf neuesten Stand der Technik und arbeiten äußerst effizient. Neben dem offenen Gaskamin, der allerdings nur einen Wirkungsgrad von etwa 15 Prozent erreicht, gibt es noch den geschlossenen, den raumluftunabhängigen und den wasserführenden Gaskamin.

Gaskamin mit geschlossener Verbrennung

Gaskamine mit geschlossenem Brennraum erreichen bei optimalen Bedingungen Wirkungsgrade von bis zu 70 Prozent. Sie sind in ihrer Wärmeleistung also durchaus mit einem traditionellen Holzkamin vergleichbar. Den Sauerstoff, der für die Verbrennung notwendig ist, bezieht der geschlossene Gaskamin entweder direkt aus dem Raum, in dem er aufgestellt ist (raumluftabhängig) oder aus einer Zuluftöffnung ins Freie (raumluftunabhängig). Die Abgase werden über ein Abgasrohr direkt ins Freie geleitet.

Übrigens: Geschlossener Gaskamin bedeutet nicht, dass du auf die prasselnden Flammen verzichten musst. Diese Art von Gaskamin ist normalerweise mit einem praktischen Sichtfenster ausgestattet.

raumluftunabhängiger Gaskamin

Moderne Gaskamine sind normalerweise raumluftunabhängig. Das bedeutet, dass sie den für die Verbrennung notwendigen Sauerstoff über ein konzentrisches Edelstahl-Rohrsystem von draußen beziehen. Auf dem gleichen Wege werden auch die Abgase ins Freie geleitet. Der große Vorteil des raumluftunabhängigen Gaskamins besteht darin, dass er bei der Standortwahl die größte Freiheit bietet: Da der Installateur beim Anschluss dieses Ofentyps nicht auf einen Rauchfang angewiesen ist, kann dieser moderne Gaskamin theoretisch überall im Haus (oder in der Wohnung) montiert werden.

wasserführender Gaskamin

Was viele nicht wissen: Moderne Gaskamine kannst du problemlos an das zentrale Heizungssystem koppeln. Zu diesem Zweck gibt es wasserführende Kamineinsätze, die mit einem eigenen kleinen Wasserspeicher ausgestattet sind. Das Wasser wird, während es durch den Kamin strömt, sowohl durch die Rauchgase als auch durch die Strahlungswärme erwärmt. Das warme Wasser kann über die Zentralheizung zur Raumerwärmung abgerufen oder (über die Umwälzpumpe) zu den Wasserhähnen geleitet werden.

Zwei paar Füße vor einem geschlossenen Gaskamin mit Sichtfenster und Scheitholzimitaten aus feuerfester Keramik.

Die Gaskamin Preise hängen unter anderem von der Verkleidung ab. Speckstein verspricht ein authentisches Kaminfeuer-Erlebnis. Adobe Stock, (c) AlexMaster

Kachelofen mit Erdgas

Wer einen Gaskamin als Heizung für mehrere Räume oder sogar das gesamte Haus benutzen möchte, sollte sich über Kachelöfen informieren. Bei Kachelöfen handelt es sich um sogenannte Grundöfen, die bis zu 24 Stunden Heizwärme abgeben und je nach Bauart ein gesamtes Einfamilienhaus beheizen können. Der Grundofen wird traditionell zwar mit Holz beheizt, aber es ist auch möglich, nachträglich einen Einsatz nachzurüsten, der die Versorgung mit Erdgas zulässt. Ein Gaskachelofen vereint die Vorteile beider Kaminarten: Er lässt sich auf Knopfdruck ein- und ausschalten, du brauchst kein Brennholz mehr und die Wärmeleistung wird durch die Keramikplatten des Kachelofens maximiert.

Gaskamin Preise: Was kostet ein Gaskaminofen?

Aufgrund der großen Modellvielfalt ist es kaum möglich, sich auf pauschale Gaskamin Preise festzulegen. Grundsätzlich kostet dich ein qualitativ hochwertiger Gaskamin mit effizienter Wärmeleistung zwischen € 2.000 und € 6.000, wobei die Preise natürlich stark vom gewählten Modell, von der bevorzugten Verkleidung und von der gewünschten Wärmeleistung abhängig sind. Außerdem kommt es auch darauf an, ob der Kamin einen bestehenden Schornstein angeschlossen werden kann, oder ob extra Luft-Abgas-System (LAS) installiert werden muss. Einfache gasbetriebene Standkamine oder kleine Tischkamine sind schon ab etwa € 200 erhältlich.

Ofen nachrüsten mit Kamineinsatz: günstigste Variante

Kamineinsätze wurden speziell entworfen, um klassische Holz-Kamine auf andere Verbennungsarten um- bzw. nachrüsten zu können. So ist es zum Beispiel möglich, einen Kachelherd mit einem Gasheizeinsatz auszustatten, sofern ein Anschluss an das Erdgasnetz vorhanden ist. Es gibt aber auch Kamineinsätze, die so entworfen sind, dass sie direkt in den Hohlraum eines normalen Rauchfangs eingepasst werden können. Wenn dein Haus oder deine Wohnung also schon über einen Schornstein verfügt, kannst du mit dieser Variante einiges an Geld sparen.

Freistehender Gaskamin in schlichtem aber edlen Design.

Freistehende Gaskamine kannst du schon um wenige hundert Euro kaufen. Bei fest installierten Anlagen steigen die Gaskamin Preise. Adobe Stock, (c) mari1408

Energie sparen mit Gaskamin

Besonders energieeffizient ist das Heizen mit Gaskamin, wenn du in einen sogenannten Pufferspeicher investierst. Der Pufferspeicher speichert, wie der Name schon sagt, produzierte Wärme zwischen, damit sie zu einem späteren Zeitpunkt über das Heizsystem abgerufen werden kann. Auf diese Weise ist es zum Beispiel möglich, ein Niedrigenergiehaus während der gesamten Übergangszeit zum Winter ausschließlich über den Gaskamin zu beheizen.

Was verbraucht ein Gaskamin?

Eines direkt vorweg: Moderne Gaskamine sind KEINE Energiefresser! Die Frage, was dein Gaskamin verbraucht, hängt natürlich unter anderem davon ab, ob du ihn den ganzen Abend mit voller Leistung laufen lässt. Beispiel: Ein Gaskamin mit einer Höchstleistung von 7 kW verbraucht auf höchstem Stand etwa einen Kubikmeter Gas pro Stunde. In Österreich beträgt der Preis für einen Kubimeter Gas derzeit zwischen 36 und 57 Cent (abhängig vom Bundesland). Ein sechsstündiger Abend vor dem Gaskamin kostet dich also zwischen € 2,16 und € 3,42.

Tipp: Wenn du dir nicht sicher bist, ob ein Gaskamin in deinem Fall eine sinnvolle Investition darstellt, solltest du dich von einem unabhängigen Energieberater mit allen wichtigen Informationen versorgen lassen.

Gaskamin anschließen: Wer installiert Gaskamine?

Achtung! Während du deinen Kachelofen theoretisch selbst bauen kannst, wenn du über entsprechendes handwerkliches Geschick und Know-how verfügst, müssen Gaskaminofen grundsätzlich von autorisierten Fachinstallateuren oder einem Ofenbauer mit sogenanntem Gasschein aufgebaut und angeschlossen werden. Anschließend muss der Gaskamin noch vom Rauchfangkehrer freigegeben werden. Dieser überprüft, ob alle feuerpolizeilichen und baurechtlichen Vorschriften eingehalten wurden. Viele Ofenbauer und Anbieter von Kachel- und Kaminöfen haben entweder eigene Installateure oder können dir entsprechende Spezialisten empfehlen, mit denen sie für den Einbau zusammenarbeiten.

Wo kann ich meinen Gaskaminofen kaufen?

Gaskamine bis zu einer bestimmten Größe kannst du heute problemlos im Baumarkt um die Ecke kaufen. Für kleinere freistehende Geräte oder sogenannte Tischkamine ist das auch relativ unproblematisch. Wenn du deinen Gaskamin allerdings wirklich zum Heizen verwenden und möglicherweise an das zentrale Heizungssystem anschließen möchtest, solltest du unbedingt einen professionellen Kachel- und Kaminofen-Anbieter aufsuchen. Gleiches gilt, wenn du planst, deinen bestehenden Kamin- oder Kachelofen mit einem Gaskamineinsatz nachzurüsten oder den Kamineinsatz direkt in den Rauchfang einzupassen.

Wichtig: Der Gang zum Profi ist vor allem wichtig, damit du eine umfangreiche und korrekte Beratung bekommst. Dein Fachmann für Kachel- und Kaminöfen kann dir ganz genau sagen, was du selbst machen darfst und was nicht. Außerdem kann er dir genau sagen, welche Art von Ofen am besten zu dir und deinen Ansprüchen passt, und dir unter Umständen entsprechende Spezialisten empfehlen.

Die beliebtesten Anbieter für Kachel- und Kaminöfen in deinem Bundesland:



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