Was ist ein Passivhaus? | Moderne Baukonzepte - HEROLD.at

Die größten Vorteile beim Passivhaus bauen

Einfamilienhaus Energieversorgung

Wir erklären dir die Vorteile beim Passivhaus Bauen. Foto: Adobe Stock; (c) arsdigital

Passivhäuser sind derzeit in aller Munde. Bauherren planen sie, Hausbesitzer wollen sie und alle anderen sind neidisch. Warum? Weil das Passivhaus es dir ermöglicht, dein Haus mit minimalem Energieaufwand zu betreiben. Du lebst also vor dich hin, während dein Haus dir bares Geld spart. Grund genug für HEROLD.at, die Gründe für den Hype ums energiearme Haus einmal genauer zu betrachten. Wir erklären dir, was genau ein Passivhaus ist, welche Vorteile es bietet und warum es sogar möglich ist, durch ein Passivhaus aktiv Geld zu verdienen. Neugierig geworden? Im Anschluss an diesen Beitrag möchtest du bestimmt auch ein Passivhaus bauen.

Was ist ein Passivhaus?

Das Passivhaus ist ein technisches Wunderwerk. Grundsätzlich bezeichnet der Begriff Häuser, die ihren Energiebedarf zum größten Teil aus sogenannten passiven Quellen beziehen. Das bedeutet, dass für die Energieversorgung weder Fremdstrom noch herkömmliche Heizungssysteme genutzt werden. Passive Energiequellen sind beispielsweise Solarenergie sowie die Abwärme von Geräten und Personen im Haus.

Ermöglicht wird die Deckung des Energiebedarfs aus passiven Quellen durch die extrem gute Wärmedämmung, die zu den wichtigsten Eigenschaften des Passivhauses zählt. Aufgrund der Kombination von Wärmedämmung, Sonnenenergie und einer intelligenten Lüftungsanlage ist der Heizwärmebedarf in einem Passivhaus grundsätzlich extrem gering und übersteigt einen Wert von 15 kWh im Jahr nicht.

Zum Vergleich: Ein Passivhaus mit 100 mWohnfläche hat im Jahr einen Heizwärmebedarf von 1.500 kWh. Ein vergleichbar großes Haus von konventioneller Bauweise benötigt etwa das Zehnfache an Heizenergie.

Wie wird mein Haus zum Passivhaus?

Wer nicht die Möglichkeit hat, das Passivhaus im Zuge eines energieeffizienten Neubaus zu realisieren, kann auch nachrüsten. Um den Standard zu erreichen, sind umfangreiche Maßnahmen zur Wärmedämmung erforderlich. Hierzu gehört vor allem die Eliminierung von Kältebrücken, damit die Wärmeverluste minimal bleiben. Entsprechend sind bis zu 30 cm starke Wärmedämmungen bei Passivhäusern absolut normal. Mehr Informationen darüber, wie ein solches Haus aussieht und wie viel es kostet, erhältst du von Bauunternehmen, die sich auf den Bau von Passivhäusern spezialisiert haben.

Übrigens: Dass sich ein Passivhaus nur in Form eines Neubaus auszahlt, ist nicht korrekt. Bei guter Bausubstanz kann es sich sogar rechnen, im Zuge einer Altbausanierung auf ein Passiv- bzw. Niedrigenergiehaus umzusteigen.

Passivhaus bauen – die wichtigsten Vorteile

Das Passivhaus lohnt sich nicht nur finanziell, sondern auch ökologisch. Im Folgenden erfährst du, unter welchen Umständen du ein Passivhaus bauen solltest und welche Vorteile das für dich und deine Umwelt bringt.

Extreme Einsparungen bei Energiekosten möglich

Der größte Vorteil, den ein Passivhaus bietet, ist die enorme Einsparung bei den Energiekosten. Ein Gebäude, das nach Passivhaus-Standards errichtet wurde, benötigt 80 bis 90 Prozent weniger Heizwärme als ein Haus, das nach konventioneller Bauart errichtet wurde. Der kleine Rest an zusätzlicher Wärme, die unter Umständen zugeführt werden muss, stammt in der Regel aus energieeffizienten Luft-Wärmepumpen. Normalerweise ist nicht einmal im Winter eine zusätzliche Heizung erforderlich, um ein angenehmes Wohnklima zu erhalten. Durch eine hochwertig ausgeführte Vollwärmedämmung, dreifach verglaste Fenster und eine Bauweise ohne Undichtigkeiten werden Wärmeverluste durch Wände, Fenster und Türen vermieden.

Die Isolation wird mit dem sogenannten Blower-Door-Test ermittelt und sichergestellt. Eventuell vorhandene Wärmepumpen und Solaranlagen werden zudem ausschließlich mit elektrischer Energie betrieben. Ein weiterer Vorteil des Pasivhauses ist also, dass du völlig unabhängig von sämtlichen Brennstoffen wie Öl, Gas, Holz oder Pellets bist.

Achtung: Die enormen Vorteile entstehen nur bei optimalem Nutzerverhalten. Werden nutzerbedingte Fehler gemacht, geht der enorme Vorteil gegenüber Niedrigenergiehäusern verloren.

Passivhaus bauen

Ein Passivhaus verbraucht bei optimaler Nutzung etwa 80 bis 90 Prozent weniger Heizenergie. Foto: Adobe Stock; (c) Frank Boston

Gutes Klima auch im Sommer

Das Passivhaus-Prinzip funktioniert auch im Sommer – allerdings genau umgekehrt. Durch die perfekte Wärmedämmung wird ein Aufheizen der Räume vermieden. Die Voraussetzung hierfür ist, dass du Fenster und Jalousien geschlossen hältst. Das Passivhaus verfügt über ein intelligentes Belüftungssystem, weshalb stickige Raumluft im Sommer trotz geschlossener Fenster der Vergangenheit angehört. Es lohnt sich also durchaus auch in warmen Ländern, ein Passivhaus bauen zu lassen.

Zum Lüften kein Öffnen der Fenster notwendig

Eine gute Nachricht für alle Allergiker: Wer Frische Luft braucht, muss ab sofort keine Fenster mehr öffnen. Im Passivhaus erfolgt eine sog. kontrollierte Wohnraumbelüftung über die angeschlossene Luft-Wärmepumpe. Diese sorgt zugleich dafür, dass die Luft gefiltert und vorgewärmt wird, sodass trotz ständiger Frischluftzufuhr kein Abfall der Raumtemperaturen stattfindet. Auf diese Weise bleiben nicht nur der Straßenlärm, sondern auch Pollen und Schadstoffe vor der Tür. Wer trotzdem nicht auf das morgendliche Lüften verzichten möchte, kann dies natürlich trotzdem tun. Auch in einem Passivhaus lassen sich die Fenster ganz normal öffnen.

Gesundes Wohnklima durch niedrige Luftfeuchtigkeit

Durch die kontrollierte Wohnraumbelüftung herrscht stets eine niedrige Luftfeuchtigkeit. Das Risiko für Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung ist daher minimal. Verirrten sich doch einmal Schimmelsporen in die Räumlichkeiten, eliminiert das Belüftungssystem diese sofort.

Warmwasser und Heizung im Passivhaus

Falls du doch einmal zusätzliche Heizenergie benötigst, stammt diese in der Regel aus einer Luft-Wärmepumpe. Diese bezieht ihre Energie aus der Umgebungsluft und gibt sie über einen Wärmetauscher an die Innenräume ab. Warmwasser zum Duschen, Baden und für den Haushalt wird über eine Solarthermie-Anlage bereitet. Die Energie der Sonnenstrahlung wird hierbei von einem Trägermedium absorbiert und wiederum über einen Wärmetauscher zur Erwärmung des Brauchwassers genutzt. Sowohl zum Heizen als auch für die Warmwasserbereitung nutzt das Passivhaus also regenerative Energien.

Wo kommt der Strom für die Wärmepumpe her?

Der Strom für den Betrieb der Wärmepumpe wird im Normalfall zugekauft und ist damit die einzige externe Energiequelle. Einer der wichtigsten Vorteile dieser Bauform ist jedoch, dass selbst die für die Wärmepumpe benötigte elektrische Energie in vielen Fällen selbst produziert werden kann – und zwar mithilfe einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Je nach Dachform, Dachfläche und Größe der Anlage kannst du hierbei sogar über deinen eigenen Bedarf hinaus produzieren.

Das bedeutet, dass du überschüssigen Strom nach Absprache mit deinem örtlichen Anbieter ins Netz einspeisen kannst. Da du hierfür eine entsprechende Vergütung erhälst, kannst du mit deinem Passivhaus sogar Geld verdienen.



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