Mulittalent Kachelherd – Kochen, Backen, Heizen

Kachelherd

Kachelherd. Foto: Adobe Stock, (c) contrastwerkstatt

Kachelherde sind wahre Multitalente: Sie heizen den Wohnraum, lassen dich deine Lieblingsgerichte zubereiten und sind problemlos in die Einbauküche integrierbar. Beheizt werden diese traditionellen Herde mit Holz, was nicht nur die Umwelt schont, sondern auch deinen Geldbeutel.

Wie zu Urgroßmutters Zeiten

Um 1900 kam das Essen erst auf den Tisch, wenn vorher ein Feuer entfacht wurde. Die Wärme, die dabei von der Feuerstelle ausging und in den Keramikplatten drumherum gespeichert wurde, musste anschließend für den kompletten Tag ausreichen. Heute sind die Gründe für den Einbau eines Kachelherds eher ästhetischer als praktischer Natur. Viele Menschen wünschen sich das traditionell urtümliche Kocherlebnis und schätzen den Kachelherd als zusätzliche Heizoption in den Wintermonaten.

Wie ist der Kachelherd aufgebaut?

Der Kachelherd lässt sich mit Feuerstelle, Backrohr und Herd grob in drei Elemente unterteilen. Bei klassischen Modellen liegt die Feuerstelle hinter einer Tür un die Hitze verteilt sich gleichmäßig über die gusseisenere Platte (d.i. der eigentliche Herd). Der Umgang mit dem Kachelherd erfordert ein wenig Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Wird zu Beginn zu stark eingeheizt, brennen die Speisen leicht an.

Moderne Kachelherde werden häufig mit Elektro-Einbauherden kombiniert, damit das Kochen und Backen in den Sommermonaten die Küche nicht in eine Sauna verwandelt. Die meisten Modelle können außerdem mit Heiztaschen für die Zentralheizung versehen, mit der Solaranlage kombiniert und an die zentrale Wasserversorgung angeschlossen werden.

Kachelherd um 1900. Moderne Modelle bieten einen deutlich höheren Kochkomfort. Foto: Adobe Stock, (c) artfocus

Kachelherd – welche Modelle gibt es?

Die Faszination für Kachelherde liegt auf der Hand: Sie verbreiten eine angenehme, wohlige Strahlungswärme ohne Feinstaubbelastung und verleihen den Speisen einen einzigartigen, vollmundigen Geschmack. Je nach Modellwahl haben sie außerdem das Zeug, zum absoluten Blickfang in Küche oder Wohnraum zu werden. Je nachdem, wie deine Küche gestaltet ist, und wie viel Platz du zur Verfügung hast, kannst du unter verschiedenen Modellen wählen:

  • Tischherd: Der Kachelherd als Tischherd ist vor allem für kleinere Küchen geeignet, in denen die Wärmespeicherung nicht so wichtig ist. Hier erfolgt die Wärmeabgabe hauptsächlich über die Herdplatte, die normalerweise noch durch ein Bratrohr ergänzt wird.
  • Inselherd: Wird der Kachelherd als Inselherd eingebaut, braucht es viel Platz. Beliebt sind hier Kombilösungen mit Elektro-Herden, die idealerweise von Beginn an in die Hausplanung einbezogen werden sollten.
  • Aufsatzherd: Der Aufsatz-Kachelherd ist die perfekte Lösung für Wohnküchen, in denen lange zusammengesessen wird. Die Keramikverkleidung sorgt dafür, dass die Wärme lange gespeichert und kontinuierlich abgegeben wird.
  • Durchheizherd: Der Durchheizherd dient in der Küche zum Kochen und Backen und beheizt gleichzeitig einen Kachelofen im dahinterliegenden Wohnraum. Auch diese Lösung sollte bereits beim Neubau integriert und in Absprache mit einem Ofenbauer geplant werden.

 

Hat der Kachelherd auch Nachteile?

Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Und wer seine Küche mit einem Kachelherd schmücken möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass in Sachen Bedienkomfort ein paar Abstriche zu machen sind. Was vor der Entscheidung für einen Kachelherd zu bedenken ist:

  • Temperatur: Im Gegensatz zum Gaskamin oder Pelletofen, bei denen du die Temperatur bequem steuern kannst, ist beim Kachelherd einiges an Fingerspitzengefühl gefragt. Es gibt keine automatische Steuerung und keine Zeitschaltuhr: Ist der Herd beheizt, bleibt er lange warm.
  • Effizienz: Der Kachelofen ist wunderbar geeignet, um während der kalten Monaten eine zusätzliche Wärmeleistung zu erzielen. Er kann die Zentralheizung bzw. ein Heizsystem für das gesamte Haus jedoch nicht ersetzen.
  • Wartung: Bei Kachelherden ist die regelmäßige Wartung und Reinigung extrem wichtig, da durch eine unvollständige Verbrennung eine erhöhte Schadstoffbelastung entstehen kann. Durchgeführt werden Wartungen dieser Art durch den Ofenbauer.
  • Lagerplatz: Da Kachelherde mit Holz befeuert werden, benötigst du einen entsprechenden Lagerplatz.

Wer baut den Kachelherd ein?

Normalerweise wird der Kachelherd durch einen professionellen Hafner eingebaut. Dieser prüft im Vorfeld, ob ausreichend Platz vorhanden ist, ob der Anschluss an den Kamin möglich ist und ob der Brandschutz gewährleistet ist.

Wie teuer ist der Kachelherd?

Da Kachelherde, genau wie Kachelöfen, von Grund auf durch einen professionellen Hafner gemauert und eingebaut werden müssen, sind die Anschaffungskosten vergleichsweise hoch. Es gibt zwar Modelle, die im Handel schon ab ca. 1.000 EUR erhältlich sind, aber hier solltest du dir selbst einen Gefallen tun und auf Qualität setzen. Ein La Nordica Küchenofen ist für rund 1.400 Euro erhältlich. Hierbei handelt sich um rund ein Meter breite Modelle. Produkte aus dem Hause Bartz GmbH sind für Preise ab circa 2.000 Euro verfügbar.

Ist ein Kachelherd ein Kachelofen?

Kurz und bündig: nein. Während der Kachelherd vorrangig zum Kochen und Backen und zusätzlich zum Heizen genutzt wird, dient der Kachelofen ausschließlich dem Beheizen des Hauses. Interessanterweise erleben auch Kachelöfen in den letzten Jahren wieder einen Aufschwung, da sie u.a. perfekt für den Einbau in Niedrigenergie- und Passivhäuser geeignet sind.

Tipp: Der Blogartikel „Mit dem Kachelofen gegen den Weltuntergang“ informiert dich über sämtliche Vorteile des Speicherofens und hält detaillierte Informationen über Einbau und Voraussetzungen bereit.

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