Wo kann man eine Patientenverfügung machen lassen?

Ein Formular für eine Patientenverfügung, auf dem ein Kugelschreiber und ein Stethoskop liegen.

Wer muss eine Patientenverfügung unterschreiben und wer hilft beim Ausfüllen? Wir haben für dich recherchiert. Foto: Adobe Stock, (c) Ralf Kalytta

Niemand wünscht sich, in die Lage zu kommen, eine Patientenverfügung zu brauchen. Wenn es aber doch zu einem Notfall kommen sollte, ist es besser vorgesorgt zu haben. Mit einer Patientenverfügung kannst du bestimmte medizinische Behandlungen wie lebenserhaltende Maßnahmen im Vorfeld ablehnen. Dadurch kannst du deinen Angehörigen schwierige Entscheidungen bezüglich deiner ärztlichen Versorgung abnehmen.

Wo bekomme ich eine Patientenverfügung?

In Österreich ist für Patientenverfügungen keine bestimmte Form vorgegeben. Dennoch ist es ratsam, auf eine vertrauenswürdige Vorlage zurückzugreifen, wie etwa das Formular des Sozialministeriums. Daraus kannst du ablesen, wie du deine Patientenverfügung richtig schreiben kannst und welche Angaben du machen musst.

Darüber hinaus sind für eine rechtlich bindende Patientenverfügung auch ein Arzttermin und ein Termin bei deinem Anwalt oder Notar vorgesehen.

Was muss ich bei einer Patientenverfügung beachten?

Da eine Patientenverfügung erst dann greift, wenn du selbst nicht mehr entscheidungsfähig bist, befasst sie sich in der Regel mit Eingriffen im medizinischen Notfall und lebensverlängernden Maßnahmen. Es ist allerdings unmöglich, in einer Patientenverfügung jede denkbare Situation vorauszusehen.

Deshalb ist es ratsam, zeitgleich eine Vorsorgevollmacht anzulegen. Damit kannst du bestimmen, wer im Notfall für dich Entscheidungen treffen soll. Falls du lebensverlängernde Maßnahmen ablehnen möchtest, kannst du zudem mit einer Sterbegeldversicherung und einer Bestattungsverfügung für den Fall deines Todes vorsorgen.

Wer macht eine Patientenverfügung?

Aufgrund der umfangreichen medizinischen und rechtlichen Konsequenzen einer Patientenverfügung sieht das Gesetz in Österreich im Vorfeld eine entsprechende Beratung vor. Der erste Schritt ist eine ärztliche Aufklärung, in der überprüft wird, ob du den Rahmen und die Folgen einer Patientenverfügung richtig einschätzt und deine Entscheidung freiwillig und klaren Geistes trifft. Auch bei der genauen Beschreibung jener Behandlungen, die du ablehnen möchtest, kann dein Arzt dir weiterhelfen.

Ein Arzt der mit einer Frau spricht und dabei auf einem Klemmbrett schreibt.

Der erste Schritt zu einer Patientenverfügung ist in Österreich die umfassende Aufklärung durch einen Arzt. Foto: Adobe Stock, (c) Jonas Glaubnitz

Medizinische Aufklärungsgespräche werden vor allem, aber nicht ausschließlich, von Allgemeinmedizinern durchgeführt. Ob ein Arzt Aufklärungen zum Thema Patientenverfügung anbietet, erfragst du am besten im Vorfeld per Telefon. Die Ärztekammer Wien erlaubt zudem die Online-Suche nach Ärzten, die Aufklärungen zu Patientenverfügungen durchführen.

Wer unterschreibt eine Patientenverfügung?

Damit deine Patientenverfügung verbindlich gültig ist, braucht es zusätzlich zu der Unterschrift des Arztes, der das medizinische Aufklärungsgespräch durchgeführt hat, auch eine Rechtsbelehrung durch einen Experten. In Frage kommen dafür:

  • ein Rechtsanwalt
  • ein Notar
  • ein rechtskundiger Mitarbeiter der Patientenanwaltschaft
  • ein rechtskundiger Mitarbeiter eines Erwachsenenschutzvereins

Im Rahmen dieser juristischen Aufklärung wird deine Patientenverfügung zudem offiziell errichtet. Unter der Errichtung versteht man die offizielle Ausfertigung der Verfügung. Dazu setzt dein Anwalt entweder auf Basis deiner ärztlichen Beratung ein neues Dokument auf oder datiert und unterfertigt das Formular, das du als Vorlage verwendet hast.

Ein Anwalt, der mit einem Klienten ein Dokument bespricht.

Über die rechtlichen Auswirkungen einer Patientenverfügung muss ein Anwalt oder Notar aufklären. Foto: Adobe Stock, (c) makibestphoto

Was kostet eine Patientenverfügung?

Die Kosten für eine Patientenverfügung setzen sich aus den Kosten der ärztlichen Aufklärung und der Errichtung des Dokuments durch deinen Rechtsanwalt oder Notar zusammen. Das medizinische Aufklärungsgespräch ist eine Privatleistung und daher von dir selbst zu bezahlen. Der genaue Betrag kann sich hier von Arzt zu Arzt unterscheiden. Die Ärztekammer schlägt jedoch eine Richtlinie von € 120 pro angefangener halben Stunde vor.

Das Honorar deines Anwalts oder Notars ist ebenso unterschiedlich, bewegt sich aber meist in einem Rahmen von € 100 bis € 150. Dazu kommt eine Gebühr von rund € 15 für die Eintragung deiner Patientenverfügung im Patientenverfügungsregister der österreichischen Anwälte bzw. des Notariats. Diese Registrierung empfiehlt sich aufgrund der Möglichkeit zur raschen Einsicht im Notfall.

Wie schreibe ich eine Patientenverfügung?

Falls du nicht sicher bist, wie du deine Patientenverfügung richtig ausfüllen sollst oder was darin stehen muss, kannst du dich an dem Formular orientieren. Auch dein Arzt kann dich im Rahmen deines Aufklärunggespräches dabei unterstützen, deine Wünsche richtig formuliert niederzuschreiben. Die Stadt Wien bietet zudem einen Ratgeber mit Formulierungshilfen an.

Ein Mann mit geschlossenen Augen und Sauerstoffmaske, der in einem Krankenhausbett liegt.

Mit einer Patientenverfügung kannst du für den Fall, dass du nicht entscheidungsfähig sein solltest, Behandlungen ablehnen. Foto: Adobe Stock, (c) rawpixel.com

Das Hauptkriterium für eine Patientenverfügung ist, dass du möglichst genau beschreiben musst, wann sie zur Anwendung kommen soll und welche Maßnahmen du verweigerst. Du musst also erklären, unter welchen Umständen du eine bestimmte Behandlung ablehnst. Denkbar wären hier etwa Behandlungen wie:

  • Operationen
  • Wiederbelebungsversuche
  • Dialyse
  • künstliche Beatmung
  • künstliche Ernährung (Zufuhr über Magensonde)
Wichtig: Eine Patientenverfügung kann sich nicht über geltendes Recht hinwegsetzen. In Österreich ist etwa aktive Sterbehilfe verboten. Diese in einer Verfügung zu fordern wäre also hinfällig.

Kann ich eine Patientenverfügung selber schreiben?

Eine rechtlich bindende Patientenverfügung kann in Österreich nur nach ärztlicher Bestätigung und bei Errichtung durch einen Anwalt oder Notar erstellt werden. Neben der verbindlichen Patientenverfügung existiert in Österreich aber auch die beachtliche Patientenverfügung. Unter diese Kategorie (offiziell als „andere Patientenverfügungen“ bezeichnet) fallen all jene Verfügungen, die den strengen Voraussetzungen der verbindlichen Patientenverfügung nicht entsprechen. Etwa weil der Patient sie selbst verfasst hat.

Eine beachtliche Patientenverfügung ist juristisch nicht bindend. Sie dient Ärzten und Angehörigen als Orientierungshilfe bei der Behandlung, lässt aber einen gewissen Spielraum bezüglich des medizinischen Vorgehens. Dennoch darf ein Arzt die beachtliche Patientenverfügung nicht einfach ignorieren oder entgegen der darin geäußerten Wünsche handeln.

Die Tastatur eines Laptops, auf der zwei Hände etwas tippen.

Eine Patientenverfügung selber zu schreiben dient als Orientierungshilfe für deinen Arzt, ist rechtlich aber nicht bindend. Foto: Adobe Stock, (c) golubovy

Ärzte müssen auch auf eine beachtliche Patientenverfügung Rücksicht nehmen. Sie fällt dabei umso schwerer ins Gewicht, je näher sie den rechtlichen Vorgaben für eine verbindliche Verfügung kommt.

  • Wie lange besteht die Patientenverfügung bereits?
  • Wann wurde sie zuletzt erneuert?
  • Wurde im Vorfeld eine ärztliche Beratung in Anspruch genommen?
  • Wie konkret ist die Beschreibung der abgelehnten Behandlungen?

Wie lange ist eine Patientenverfügung gültig?

Seit 2018 gilt für verbindliche Patientenverfügungen in Österreich eine maximale Gültigkeit von 8 Jahren. Auf Wunsch kannst du auch eine kürzere Frist für die Erneuerung setzen. Ebenso kann eine Patientenverfügung jederzeit widerrufen werden. Eine Patientenverfügung muss vor Ablauf der Frist erneuert werden, um weiterhin gültig zu bleiben.

Eine Ausnahme bildet der Fall, dass die betroffene Person vor der Erneuerung ihre Entscheidungsfähigkeit verliert, etwa weil ein Patient mit bestehender Patientenverfügung vor deren Ablauf ins Koma fällt. In diesem Fall bleibt eine verbindliche Patientenverfügung auch über die Maximaldauer von 8 Jahren hinaus bestehen.

Eine Person in einem Krankenhausbett, die die Hand einer anderen Person hält.

Mit einer Patientenverfügung kannst du deinen Angehörigen schwierige Entscheidungen abnehmen. Foto: Adobe Stock, (c) rawpixel.com

Wie oft muss ich eine Patientenverfügung erneuern?

Eine verbindliche Patientenverfügung ist für 8 Jahre gültig und muss vor Ablauf dieser Frist erneuert werden. Falls du eine Patientenverfügung erneuern möchtest, ist dazu keine erneute juristische Belehrung, sondern nur ein medizinisches Aufklärungsgespräch nötig. Da sich der medizinische Forschungsstand laufend ändert, muss ein Arzt überprüfen, ob der Patient eine Behandlung weiterhin ablehnen möchte. Du kannst eine bestehende verbindliche Patientenverfügung daher gemeinsam mit deinem Arzt verlängern.

Falls die Dauer von 8 Jahren überschritten wird, verfällt eine bestehende Verfügung nicht, sondern verliert zunächst nur ihren verbindlichen Status. Das heißt, aus der verbindlichen Patientenverfügung wird nach Ablauf eine beachtliche. Je länger eine Verfügung aber zurückliegt, desto eher kann deren Gültigkeit in Frage gestellt werden, da sie unter Umständen nicht mehr dem Willen des Patienten oder dem medizinischen Forschungsstand entspricht.

Wo sollte ich eine Patientenverfügung aufbewahren?

Am besten bewahrst du deine Patientenverfügung bei einer Vertrauensperson auf. Da du in einem medizinischen Notfall unter Umständen nicht ansprechbar bist, kann es zudem hilfreich sein, eine Hinweiskarte mit sich zu führen. Damit weist du darauf hin, dass du eine Patientenverfügung hast und wo diese zu finden ist.

Ein Arzt, der ein Gespräch mit einem Patienten führt.

Wenn du eine Patientenverfügung erneuern möchtest, genügt ein Termin beim Arzt. Foto: Adobe Stock, (c) DragonImages

Die Novelle des Patientenverfügungsgesetzes macht es zudem für Gesundheitsberufe verbindlich, in der elektronischen Krankenakte ELGA nachzusehen, ob eine Patientenverfügung besteht. Eine Speicherung von Patientenverfügungen in ELGA ist ab 2020 möglich. Auch ein Eintrag im Register für Patientenverfügungen der österreichischen Anwälte bzw. des Notariats ermöglicht rasche Auskunft durch Online-Abruf und eine 24-Stunden Hotline.

Wichtig: Da rasches Handeln im Notfall lebenswichtig ist, wird von Notärzten und Sanitätern nicht erwartet, erst nach einer Patientenverfügung zu fragen bevor sie Patienten helfen. Deshalb kann es unter besonderen Umständen dennoch dazu kommen, dass Ärzte Maßnahmen vornehmen, die ein Patient eigentlich abgelehnt hat.

Patientenverfügung erstellen: Anwälte in Wien

Mag. Sybille-Maria Lindeis – Wien 1070

Mag. Sybille-Maria Lindeis ist Rechtsanwältin im 7. Wiener Gemeindebezirk und hat sich auf die Tätigkeit im Familienrecht, Wohnrecht und Erbrecht spezialisiert. Auch die juristische Aufklärung im Vorfeld einer Patientenverfügung sowie das Aufsetzen des Dokuments gehören zu ihren Leistungen. Auf HEROLD.at kommt Mag. Lindeis bei 37 Bewertungen auf eine Note von 5 von 5 Sternen und eine einhundertprozentige Weiterempfehlungsrate.

„Fr. Mag. Lindeis fachliche Kompetenz gepaart mit schnellem Agieren fasziniert mich jedes Mal. Zudem interessiert sie sich wirklich menschlich für das Schicksal ihrer Kunden, sie nimmt sich Zeit, fragt nach und findet verschiedene Wege und Ansätze bei einer Problematik. Sie ist auch offen und ehrlich, wenn der Klient Vorstellungen hat, die rechtlich nicht realistisch und aussichtslos sind. Sie hat mir schon drei Mal bei rechtlichen Problemen beigestanden und war so hilfreich. TOP-Empfehlung!“

Kontakt: Mag. Sybille-Maria Lindeis, 1070 Wien

Schmelz Rechtsanwälte – Wien 1090 (online Termin)

Mag. Eva Schmelz und Mag. Dorian Schmelz befassen sich in ihrer Kanzlei im 9. Bezirk neben Themen wie Familienrecht, Erbrecht und Pflegerecht auch mit der Erstellung von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Die Kanzlei bietet zudem eine Online-Terminvergabe für die nötige rechtliche Beratung. Auf HEROLD.at darf sich das Team der Schmelz Rechtsanwälte über 5 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen und eine Empfehlungsrate von 100% freuen.

„Bereits zweimal habe ich die Rechtsanwaltskanzlei Schmelz in Anspruch genommen und wurde immer gut betreut. Schön, dass es Anwälte gibt, die so unkompliziert und serviceorientiert sind. Wenn es ein drittes Mal nötig ist, werde ich bestimmt wieder auf sie zurückkommen.“

Kontakt: Schmelz Rechtsanwälte OG, 1090 Wien

Rechtsanwaltskanzlei Scheer – Wien 1010

Das Team der Kanzlei von Mag. Alexander Scheer im ersten Bezirk arbeitet in verschiedenen Rechtsbereichen. Auch das Erstellen von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten gehört zu den Leistungen. Dank einer Kooperation mit dem Neurologen Prof. Stefan Seidl kann auch die medizinische Aufklärung vor Ort stattfinden. Das heißt, beide Vorgespräche werden zu einem Termin verbunden. Im Anschluss kannst du deine fertige Patientenverfügung direkt mit nach Hause nehmen.

Kontakt: Rechtsanwaltskanzlei Scheer, 1010 Wien

Ein Anwalt mit Buch in der Hand spricht mit einem Klienten, der ein Dokument unterschreibt.

Eine verbindliche Patientenverfügung setzt in Österreich die Errichtung durch einen Anwalt oder Notar voraus. Foto: Adobe Stock, (c) amnaj

Dr. Johannes Öhlböck – Wien 1080

Dr. Johannes Öhlböck ist Experte für Wirtschaftsrecht mit Kanzlei im 8. Bezirk und unterstützt Klienten bei der Erstellung und Überprüfung von Verträgen. Auch das Aufsetzen von Patientenverfügungen gehört zu seinen Leistungen. Auf HEROLD.at verzeichnet Dr. Öhlböck eine Bilanz von 4,9 von 5 Sternen bei 30 Bewertungen.

„Gerade wenn man es zum ersten Mal mit einem Rechtsanwalt zu tun hat, gibt es wohl eher große Berührungsängste. Dr. Öhlböck hat mit seiner freundlichen, zuvorkommenden Art diese Ängste sofort genommen und rasche, unkomplizierte Hilfe geleistet. Top!“

Kontakt: Dr. Johannes Öhlböck, 1080 Wien

Kanzlei Kiechl Schaffer – Wien 1070

Die Rechtsanwälte Mag. Dr. Wolfgang Kiechl und Mag. Mario Schaffer befassen sich in ihrer Kanzlei in Wien 1070 mit unterschiedlichen juristischen Themen, von Arbeits- und Sozialrecht bis hin zu Erbrecht. Die Rechtsberatung im Rahmen einer Patientenverfügung und Ausfertigung des Dokuments ist ein Teil des Angebots. Bei 10 Bewertungen auf HEROLD.at kommt das Team der Kanzlei auf ein Ergebnis von 5 von 5 Sternen und eine Empfehlungsrate von 100%.

„Ich werde seit vielen Jahren in allen Rechtsangelegenheiten von Dr. Kiechl zu meiner vollsten Zufriedenheit vertreten. Dr. Kiechl hat sich immer als überaus kompetenter und zielorientierter Rechtsanwalt erwiesen. Im Vordergrund stand stets eine konsensorientierte Problemlösung, die nicht zuletzt auch die Anwaltskosten gering hielt.“

Kontakt: Kanzlei Kiechl Schaffer, 1070 Wien

Caviola & Canigiani – Wien 1080

Die Rechtsanwälte Mag. Viktoria Weihs-Caviola und Mag. Clemens Canigiani helfen ihren Klienten unter anderem bei Fragen zu Versicherungsrecht, Schadensersatz und Ärztehaftpflicht. Zudem erstellen sie in ihrer Kanzlei im 8. Bezirk auch Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Durch ihre Zusammenarbeit mit Ärzten können dir Mag. Weihs-Caviola und Mag. Canigiani auch einen Ansprechpartner für dein ärztliches Beratungsgespräch empfehlen.

Kontakt: Caviola & Canigiani, 1080 Wien

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