Sterbegeldversicherung: Warum sich die Vorsorge lohnt

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Die Sterbegeldversicherung entlastet die Angehörigen und stellt einen würdevollen Abschied sicher. Foto: Adobe Stock, (c) highwaystarz

2012 titelte der „Standard“: „Der Tod kostet in Wien nicht nur das Leben.“ Seither ist Sterben sogar noch teurer geworden: Dank durchschnittlicher 5.000 € Bestattungskosten hat schon so mancher Todesfall die Hinterbliebenen in die finanzielle Misere gestürzt. Wer seine Angehörigen entlasten und sich nach eigenen Konditionen vom Leben verabschieden möchte, sollte daher eine Sterbeversicherung abschließen. Der HEROLD verrät dir, welche Vorteile die Versicherung bietet und mit welchen Kosten du rechnen musst.

Sterbegeldversicherung – was ist das?

Das Schicksal der 86-jährigen Großmutter, die nach einem arbeitsreichen Leben im Armengrab zur letzten Ruhe gebettet wird, ist leider kein Einzelfall. Immer wieder fehlen Hinterbliebenen die finanziellen Mittel – und dann bleibt nur die Sozialbestattung. Besonders bitter ist das Schicksal derjenigen, die ihren Partner vor der Zeit verlieren und sich innerhalb weniger Tage plötzlich nicht nur mit ihrer Trauer, sondern auch mit einem erdrückenden Kostenberg konfrontiert sehen.

Die Versicherung für ein Sterbegeld sorgt dafür, dass genau das NICHT passiert. In der Regel werden Versicherungssummen ab 10.000 € abgeschlossen und der Eintritt ist etwa ab Mitte 30 möglich. Die Beiträge werden einmalig, jährlich oder monatlich entrichtet und der Auszahlungsbetrag staffelt sich entsprechend der Einzahlungsdauer. Das heißt, je länger die Versicherung besteht, desto höher ist die Auszahlungssumme.

Tipp: In Österreich verlangen viele Kreditinstitute die Sterbegeldversicherung als Kreditbesicherung für den Todesfall. Die hierbei anfallenden Prämien sind in jedem Fall geringer als die Prämien für eine kombinierte Er- und Ablebensversicherung.

Was kostet eine Bestattung?

Je nach Umfang der Bestatter-Leistungen, der Grabart, dem Bestattungsort und der Art der Beisetzung liegen die Kosten für eine Bestattung zwischen 2.000 und 30.000 €. Bei der günstigsten Variante handelt es sich um eine (anonyme) Feuerbestattung. Wer Wert auf eine gehobene Erdbestattung legt, zahlt locker die Hälfte einer Wiener Eigentumswohnung. Die größten Posten in Sachen Bestattungskosten sind die Beiträge für den Friedhof, die Grabpflege, den Steinmetz und für die Leistungen des Bestatters. Wir haben eine Übersicht der wichtigsten Bestattungskosten für dich zusammengestellt:

Bestatter-Leistungen Friedhof (Gebühren) Steinmetz Friedhofsgärtner
rund 3.000 EUR rund 2.500 EUR rund 4.000 EUR rund 350 EUR pro Jahr

 

Sterbegeldversicherung – was sind gute Konditionen?

Mittlerweile gibt es für diese Art von Versicherung eine große Zahl von Anbietern. Sterbegeldversicherungen werden u.a. als Bestattungskostenversicherung oder als Begräbnisversicherung angeboten und variieren in ihrem Leistungsspektrum je nach Versicherer. Da manche Vorsorgepakete an bestimmte Konditionen gebunden sind und einige Träger einen Teil der Auszahlungssumme als Provision einbehalten, solltest du dich im Vorfeld sehr genau informieren und einen entsprechenden Anbieter-Vergleich durchführen. Sehr gute Konditionen für eine Sterbegeldversicherung sind:

  • Deckung: Die Versicherungssumme sollte sich zwischen 10.000 und 15.000 € bewegen.
  • Unmittelbarkeit: Bis zum Eintritt der Leistungspflicht sollte KEINE Wartezeit bestehen.
  • Gesundheitsprüfung: Normalerweise wird im Vorfeld KEINE Gesundheitsprüfung durchgeführt.
  • Freie Bestatterwahl: Sofern die Versicherung bei einem professionellen Versicherer abgeschlossen wird, besteht keinerlei Bindung an ein konkretes Bestattungsunternehmen.
  • Bestattungsart: Die herkömmlichen Bestattungsarten (Erd-, Feuer- und Seebestattung) gehören in jedes Versicherungspaket. Es sollte jedoch auch die Möglichkeit bestehen, sich für andere Alternativen zu entscheiden.

Lohnt sich eine Sterbeversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn keine großen Ersparnisse vorhanden sind. Wenn du davon ausgehst, dass du deine finanziellen Mittel zu Lebzeiten aufbrauchst, oder deine Eltern von einer bescheidenen Rente leben, sind entsprechende Versicherungen sehr sinnvoll. Sind ausreichend Ersparnisse vorhanden, übersteigen die Kosten für Beiträge und Zinsen letztendlich die ausgezahlte Versicherungssumme.

Was kostet eine Sterbeversicherung?

Das Mindestalter für den Eintritt in die Sterbegeldversicherung liegt bei Mitte 30 bis 40. Das höchstmögliche Versicherungsalter setzen die meisten Versicherer mit 80 Jahren an. In der Regel steigen die Monatsprämien mit dem Einstiegsalter: Während ein 40-jähriger Versicherungsnehmer sich mit einem Monatsbeitrag von rund 15 € bereits auf eine Auszahlungssumme von 30.000 € versichern lassen kann, zahlen ältere Versicherungsnehmer häufig das Doppelte.

Tipp: Der Vergleich lohnt! Vor allem die Höhen der Prämien variieren je nach Träger zum Teil enorm. Außerdem sind die Prämien gemäß § 18 EStG als Sonderausgaben steuerlich absetzbar.

Sterbeversicherung – alle Vorteile auf einen Blick:

Der größte Vorteil von Sterbegeldversicherungen ist ihre Bindung an den Bestattungszweck. Anders als (herkömmliche) Lebensversicherungen ist es bei der Sterbegeldversicherung NICHT möglich, die Versicherungssumme zu einem anderen Zweck (z.B. Pflegekosten) auszahlen zu lassen. Das bedeutet, dass im Sterbefall bzw. bei plötzlichem Unfalltod auf jeden Fall die komplette Summe zur Verfügung steht. Weitere Vorteile dieser Versicherung sind folgende:

    • Finanzielle Entlastung der Hinterbliebenen
    • Voller Schutz nach spätestens zwei Jahren Laufzeit
    • Sofortschutz bei Unfalltod
    • z.T. Beitragsfreiheit ab dem 85. Lebensjahr
    • keine Wartezeit zwischen Abschluss und Auszahlung
    • Abschluss bis ins hohe Alter (in der Regel bis 75 oder 80) möglich
    • Beiträge flexibel zahlbar (einmalig, jährlich, monatlich)
    • rasche Auszahlung an den/ die Begünstigte/n
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Durch eine Sterbegeldversicherung werden die Angehörigen entlastet und die Beisetzung nach Wunsch garantiert. Foto: Adobe Stock, (c) Ralf Geithe

Wie schließe ich eine Sterbegeldversicherung ab?

Wenn du nicht möchtest, dass deine Sterbegeldversicherung an ein bestimmtes Bestattungsunternehmen gebunden ist, solltest du sie bei einem zertifizierten Versicherungsunternehmen abschließen. Idealerweise lässt du dich im Vorfeld entsprechend beraten, da das Leistungsspektrum von Anbieter zu Anbieter sehr stark variieren kann. Es ist allerdings auch möglich, eine entsprechende Versicherung im Rahmen eines Vorsorgegesprächs beim Bestatter deiner Wahl zu vereinbaren. Eine Alternative zur Sterbegeldversicherung ist der sog. „Vorsorgevertrag„, den du ebenfalls direkt beim Bestatter deiner Wahl abschließt.

Wichtige Tipps für die Sterbegeldversicherung

Da die Leistungen je nach Träger stark variieren, solltest du dich sehr genau über die Konditionen des jeweiligen Vorsorgepaketes informieren. So ist es z.B. wichtig, dass das Sterbegeld bei Unfalltod direkt ausbezahlt wird. Weitere wichtige Tipps für die Bestattungsverfügung:

  • Treuhänder: Wenn du dich dafür entscheidest, deine Sterbegeldversicherung oder einen Vorsorgevertrag direkt beim Bestatter abzuschließen, solltest du sicherstellen, dass die Zahlungen über einen Treuhänder bzw. ein Treuhandkonto abgewickelt werden. Lass dir schriftlich versichern, dass erst im Todesfall die komplette Summe an den Bestatter ausgezahlt wird. Auf diese Weise verhinderst du u.a., dass deine Beiträge im Falle eines Konkurses verloren gehen.
  • Bestattungsverfügung: Damit du nicht nur finanziell abgesichert bist, sondern deinen Abschied von dieser Welt auch inhaltlich zu deinen eigenen Konditionen gestalten kannst, solltest du parallel zur Sterbegeldversicherung eine Bestattungsverfügung aufsetzen.
  • Überführung: Achte darauf, dass die auch Überführung aus dem Ausland von deiner Sterbegeldversicherung gedeckt ist.

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