Feuerbestattung in Wien: Was kostet es, sich verbrennen zu lassen?

Trauerfeier mit silberner Urne im Vordergrund und Trauergästen im Hintergrund. Feuerbestattung Wien.

Die Feuerbestattung ist der Erdbestattung gleichgestellt. Aber ist sie auch genau so teuer? Was kostet es, sich verbrennen zu lassen? Adobe Stock, (c) Anze

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Aber ich hasse die Vorstellung, in der kalten, dunklen Erde zu liegen. Deshalb weiß ich eines ganz sicher: Wenn ich sterbe, will ich verbrannt werden. Und anschließend am liebsten im Winde verstreut. Aber ist das in Österreich überhaupt erlaubt? Wir haben recherchiert, was die Feuerbestattung in Wien kostet, wie sie vor sich geht, und ob es legal ist, die Urne woanders als am Friedhof beisetzen zu lassen.

Feuerbestattung – was ist das?

Sterben ist teuer. Und in Wien und Umgebung sind die Bestattungskosten ganz besonders hoch. So hoch, dass sich im Westen Österreichs mittlerweile schon drei von vier Menschen nach ihrem Ableben einäschern lassen. Zum Vergleich: Im Osten entscheidet sich lediglich einer von vier Menschen für die Kremation. Die hohen Kosten einer klassischen Erdbestattung entstehen in erster Linie durch die Grab- und Friedhofsgebühren. Diese fallen bei einer Feuerbestattung deutlich geringer aus. Das erste Krematorium Österreichs wurde 1922 gegenüber vom Zentralfriedhof gebaut. Seit 1934 ist die Feuerbestattung der Erdbestattung in Österreich gleichgestellt.

Übrigens: Im Gegensatz zu Särgen dürfen Urnen im eigenen Garten beigesetzt, auf dem Kaminsims verewigt oder in der Donau versenkt werden. Wir haben uns die rechtlichen Grundlagen hierzu einmal genauer angesehen.

Feuerbestattung – wie läuft das ab?

Feuerbestattungen laufen in Österreich grundsätzlich so ab, dass der/die Verstorbene in einem Sarg verbrannt wird. Hierbei handelt es sich um einen speziellen Verbrennungs- oder Kremationssarg, der aus Holz gefertigt ist und einem bestimmten Mindestheizwert entspricht. Nach der Kremation wird die Asche des/der Verstorbenen zusammen mit dem Schamottestein in eine sogenannte Aschekapsel gegeben.

Diese wird anschließend in die Urne eingesetzt, die zuvor entweder vom Verstorbenen selbst (zum Beispiel im Rahmen einer Bestattungsverfügung) oder von den Angehörigen ausgewählt wurde. Wie und wo die Urnenbeisetzung stattfindet, entscheiden die Angehörigen im Rahmen der Möglichkeiten selbst.

Heller Holzsarg, der im Inneren eines Kremationsofens verbrannt wird. Feuerbestattung Wien Kosten.

Feuerbestattung Wien: Der Verbrennungsvorgang dauert bei rund 1200°C etwa 90 Minuten. Leichnam und Sarg verbrennen gemeinsam. Adobe Stock, (c) anake

Was passiert mit der Asche?

Damit nach der Kremation neben der Asche keinerlei Rückstände übrig bleiben, sind Kremationssärge größtenteils geleimt und ohne Schrauben montiert. Damit eine Verwechslung ausgeschlossen ist, wird dem Sarg eine Identifikationsnummer zugewiesen und grundsätzlich nur ein Sarg zur Zeit im Kremationsofen verbrannt. Außerdem befindet sich im Sarg selbst noch ein feuerfester Stein (Schamottestein) mit der Identifikationsnummer.

Wann darf die Feuerbestattung stattfinden?

Die Entscheidung für eine Feuerbestattung bringt eine etwas längere Wartezeit mit sich. Das liegt an den Richtlinien, nach denen Feuerbestattungen in Österreich abzulaufen haben. Grundsätzlich darf jeder Mensch eingeäschert werden, dessen Identität feststeht und dessen Tod bei der zuständigen Behörde angezeigt und mittels Sterbeurkunde bestätigt worden ist. Die Überführung ins Krematorium erfolgt grundsätzlich mit dem Leichenwagen. Vor der Einäscherung ist das zuständige Krematorium verpflichtet, die Identität des Verstorbenen noch einmal zu überprüfen und noch eine letzte ärztliche Untersuchung durchzuführen.

Feuerbestattung – wie lange bis zur Beerdigung?

Abhängig davon, wie viele Kremationen durchgeführt werden müssen, dauert es normalerweise rund eine Woche, bis der Leichnam eingeäschert wird. Die Urne kann normalerweise drei Tage nach der Kremation abgeholt und/oder beigesetzt werden. Damit das Krematorium dir die Urne aushändigen darf, brauchst du eine behördliche Zusage. In Wien kannst du diese bei der MA40 beantragen. In den anderen Bundesländern sind die jeweiligen Gemeinden oder die Bezirkshauptmannschaften zuständig.

Dunkle, sparsam verzierte Urne während der Trauerfeier auf einem hellen Nussholzsarg neben roten Rosen. Feuerbestattung Wien Kosten.

Die Trauerfeier kann vor oder nach der Kremation stattfinden. Die Feuerbestattungskosten hängen auch von deren Größe ab. Adobe Stock, (c) valeggio2000

Feuerbestattung – erforderliche Unterlagen

Sofern bei der letzten ärztlichen Untersuchung im Krematorium keine Zweifel an der festgestellten Todesursache auftreten, kann der Leichnam eingeäschert und beigesetzt werden, sobald folgende Dokumente vorliegen:

  • Todesbescheinigung (im Falle eines Ablebens zu Hause): Wird vom Totenbeschauarzt ausgestellt, der den Leichnam damit auch gleichzeitig freigibt.
  • Sterbeurkunde: Wird nach der Anzeige des Todes durch das Standesamt ausgestellt.
  • Einwilligung zur Kremation: Damit jemand nach seinem Tode eingeäschert werden darf, muss er dies vor seinem Ableben schriftlich festgehalten haben (zum Beispiel in einer Bestattungsverfügung). Die Zustimmungserklärung kann aber auch von den Angehörigen gegeben werden.

Warum dauert die Feuerbestattung so lange?

Wie viel Zeit zwischen Tod und Beisetzung vergeht, ist unterschiedlich. Normalerweise findet die Einäscherung nach der Überführung durch den Bestatter innerhalb einer Woche statt. Etwa drei Tage nach der Kremation können die Angehörigen die Urne abholen und/oder sie im Rahmen einer Trauerfeier beisetzen lassen. Faktoren, die einen raschen Ablauf verzögern können, wären zum Beispiel Unklarheiten über die Todesursache. Wenn der Totenbeschauarzt sich beispielsweise nicht sicher ist, ob der Tod auf natürliche Weise eingetreten ist, kann er eine gerichtliche Obduktion beantragen.

Die Freigabe des Leichnams erfolgt dann normalerweise deutlich später, da sie von demjenigen Institut einzuholen ist, wo die Obduktion stattfindet. Ein weiterer Grund für eine verzögerte Freigabe kann es sein, wenn ein Sterbefall von einer der beteiligten Behörden (z.B. Polizei oder Staatsanwaltschaft) noch nicht fertig bearbeitet worden ist, oder wenn bei der ärztlichen Untersuchung im Krematorium Zweifel an der laut Sterbeurkunde angeführten Todesursache auftauchen. Der Leichnam darf dann nicht verbrannt werden, bis sämtliche Zweifel ausgeräumt sind.

Wie teuer ist die Feuerbestattung in Österreich?

Natürlich variieren die Kosten einer Feuerbestattung je nach Bundesland und Anbieter. Aus diesem Grund können wir nur Näherungswerte angeben. Nachfolgend findest du die wichtigsten Posten aufgelistet, aus denen sich die Feuerbestattungs Preise in Österreich zusammensetzen.

Feuerbestattung Kosten von ca. bis ca.
Überführung 100 200
Aufbahrung 80 250
Kremationssarg 300 750
Schmuckurne 60 150
Ankleiden und Einsargen 70 200
Krematorium 250 600
Urnenneugrab 180 500
jährl. Gebühr Urnengrab 25 60
Beisetzungskosten 350 500
Gesamt Kosten Feuerbestattung € 1.415 € 3.210

 

Zu den hier aufgeführten Kosten kommen normalerweise noch die Ausgaben für den Totenschein beziehungsweise die Sterbeurkunde, die Traueranzeige und allgemeine Verwaltungsposten des beauftragten Bestattungsunternehmens hinzu. Je nach Gestaltung der Trauerfeier erwarten dich weitere Kosten für die Nutzung der Trauerhalle, eine Kaffeetafel (Leichenschmaus), Trauerredner und dergleichen mehr. Hierzu findest du eine detaillierte Übersicht in unserem Blogartikel über Bestattungskosten.

Erd- oder Feuerbestattung – Was ist günstiger?

Die Feuerbestattung ist die günstigere Bestattungsart. Das liegt zum einen daran, dass die Nutzungsgebühren und die Kosten für die Bereitstellung eines Erdgrabes deutlich höher sind als jene für Urnengräber. Außerdem ist ein Sarg aus Kiefern- oder Fichtenholz beziehungsweise aus Eiche oder Mahagoni, wie er für Erdbestattungen hergestellt wird, teurer als Kremationssarg und Urne zusammen.

Zudem entfallen bei einer Feuerbestattung normalerweise die Kosten für die Grabpflege/den Friedhofsgärtner, da die Pflege der Waldfriedhöfe, Friedenshaine etc. der Stadt obliegt. Eine der größten finanziellen Belastungen, die bei einer Feuerbestattung wegfallen, sind die Kosten für den Grabstein. Und wenn du dich für eine Seebestattung entscheidest, entfallen sogar die Gebühren für das Urnengrab.

Wunderschöner Waldfriedhof mit alten Bäumen im Hintergrund und Gräbern im Vordergrund in der Herbstsonne. Feuerbestattung Kosten Wien.

Eine Feuerbestattung ist unter anderem auch am Waldfriedhof (Friedenshain) anonym oder nicht anonym möglich. Foto: Adobe Stock, (c) stockpics

Feuerbestattung – wann findet die Trauerfeier statt?

Die Trauerfeier kann sowohl vor der Kremation als auch danach stattfinden. Bei der Feuerbestattung gibt es unter anderem die Möglichkeit, eine private Trauerfeier daheim abzuhalten, für die der Bestatter den Leichnam vor der Einäscherung entsprechend aufbahren kann. Viele Angehörige entscheiden sich auch dafür, die Trauerfeier mit der Urnenbeisetzung zu verbinden. Die Beisetzung der Urne findet normalerweise drei bis vier Tage nach der Kremation statt.

Was passiert nach der Einäscherung? Bestattungsarten

Die Beisetzung muss nach der Kremation nicht zwingend in einem Urnengrab am Friedhof erfolgen. In Österreich ist es grundsätzlich erlaubt, eine Urne daheim im eigenen Garten, auf einer Almwiese oder an einem anderen Lieblingsort beizusetzen. Voraussetzung hierfür ist, dass der Verstorbene diesen Wunsch zu Lebzeiten schriftlich festgehalten hat und die Art der Beisetzung nicht gegen die Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes verstößt.

Nähere Informationen über alternative Bestattungsarten findest du im Blogartikel Naturbestattung in Österreich. Wir haben recherchiert, welche Formen der Beisetzung im Rahmen einer Feuerbestattung in Wien zulässig sind:

  • Erdbestattung im Urnengrab (Friedhof)
  • Baumbestattung (z.B. am Waldfriedhof)
  • Seebestattung
  • Luftbestattung
  • Bergbestattung

Darf ich die Asche im Garten verstreuen?

Grundsätzlich ist es in Österreich NICHT erlaubt, Bestattungsurnen im eigenen Garten beizusetzen. Bei großen Privatgrundstücken können manchmal Sonderregelungen getroffen werden, was jedoch grundsätzlich beim zuständigen Magistrat nachzufragen ist. Auch das Verstreuen der Asche auf privatem Grund und Boden ist in Österreich verboten. Was viele nämlich nicht wissen: Auf das Öffnen einer Urne stehen in allen Bundesländern hohe Strafen. Wer in Wien eine Urne öffnet, und sei es auf Privatbesitz, muss mit Strafen bis zu € 20.000 rechnen.

Ältere Frau mit langen schwarz-grauen Haaren, die an einem Herbsttag am Meer sitzt und die Asche eines verbrannten Menschen in den Wind streut. Feuerbestattung Wien Kosten.

In Österreich ist es nicht gestattet, die Urne zu öffnen und die Asche zu verstreuen. Du kannst hierfür aber ins Ausland gehen. Foto: Adobe Stock, (c) Des

Urnengrab nach Kremation

Traditionell findet die Bestattung nach der Kremation in einem Urnengrab am Friedhof statt. Die Feuerhalle Simmering, die unter anderem mit Bestattung Wien zusammenarbeitet, hat hierfür eigens einen sogenannten Urnenhain am Zentralfriedhof angelegt. Hier gibt es die Möglichkeit, auf die Dauer von zehn Jahren ein Strauchgrab (Beisetzung unter einem blühenden Strauch), ein Baumgrab (Beisetzung am Fuße eines Baumes) oder ein Rasengrab (Beisetzung unter grüner Rasendecke) zu erwerben. Für die Beisetzung im Urnengrab werden Urnen aus biologisch abbaubarem Material empfohlen.

Seebestattung nach Einäscherung

Ja, in Österreich sind auch Seebestattungen erlaubt. Bei der Wasserbestattung wird eine spezielle Urne, die aus Pappmaché oder Salz gefertigt ist, den Wassern der Donau übergeben. Voraussetzung hierfür ist eine schriftliche Willenserklärung des Verstorbenen (beziehungsweise eine Willenserklärung der Angehörigen) und eine behördliche Genehmigung. Die Beisetzungen dürfen nur an bestimmten Stellen der Donau durchgeführt werden. Grundsätzlich ist es auch möglich, von Österreich aus eine Seebestattung im Ausland (zum Beispiel in der Ostsee) zu planen. Dein Bestattungsunternehmen wird hierfür mit einem ausländischen Bestatter zusammenarbeiten, wodurch natürlich entsprechende Mehrkosten anfallen.

Baumbestattung nach Kremation

Im Rahmen einer Naturbestattung ist auch die Beisetzung am Fuße eines Baumes oder in einem Wald möglich. Für Baumbestattungen gibt es je nach Bundesland verschiedene Konzepte. Gemeinsam ist allen Waldfriedhöfen, Friedenshainen usw., dass der Verstorbene in einem naturbelassenen Stück Wald am Fuße eines Baumes beigesetzt wird. Je nachdem, wie viele Urnen am Fuße eines Baumes zur letzten Ruhe gebettet werden, steigen oder fallen die Kosten.

Waldstück, in dem sterbliche Überreste im Rahmen einer Feuerbestattung beigesetzt werden können.

Im Todesfall ist die Entscheidung zwischen verschiedenen Bestattungsarten (Erdbestattung, Baumbestattung etc.) zu treffen. Adobe Stock, (c) locrifa

Darf ich die Urne zuhause aufbewahren?

Wer die Asche eines lieben Angehörigen nicht in einer gesetzlich anerkannten Bestattungsanlage (Urnengräber, Friedenshaine usw.) beisetzen lassen möchte, braucht immer eine Sondergenehmigung. Dein Bestatter kann dich diesbezüglich beraten. Angehörige, die die Urne zuhause aufbewahren möchten, brauchen hierfür zusätzlich eine Erklärung des/der Verstorbenen, der zu Lebzeiten schriftlich festhalten muss, dass seine sterblichen Überreste nach der Einäscherung zu Hause aufbewahrt werden sollen.

Er oder sie legt auch eine bestimmte Person namentlich fest, die befugt ist, die Urne aufzubewahren. In Wien und Niederösterreich erfordert es einigen administrativen Aufwand, die Urne zuhause aufbewahren zu dürfen. Grundsätzlich ist es aber erlaubt.

Die bestbewerteten Bestatter in deinem Bundesland:



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