Seebestattung in Österreich? Kosten & Ablauf

Steinerner Engel am Strand bei Sonnenuntergang. Seebestattung Österreich.

Seebestattung Österreich: Wie läuft es ab, wenn die Asche eines Verstorbenen auf See beigesetzt wird? Und was kostet es? Adobe Stock, (c) Stefan Koerber

Die Ewigkeit unter den Wellen: So stellen sich immer mehr Menschen ihre letzte Ruhestätte vor. Aber ist die Seebestattung in Österreich überhaupt erlaubt? Wie läuft das Ganze ab? Und was passiert bei einer Wasserbestattung mit der Urne? Wir haben recherchiert, wo die Bestattung auf See erlaubt ist, wer sie durchführt, und welche Kosten bei einer Seebestattung entstehen.

Seebestattung – was ist das?

Die Seebestattung ist eine besondere Form der Naturbestattung. Der Verstorbene wird bei dieser Bestattungsart allerdings nicht unter Bäumen (Baumbestattung) oder auf einer Wiese beigesetzt, sondern seine Asche wird in einer speziellen Urne im Meer beigesetzt. Einer See- oder Wasserbestattung geht also grundsätzlich die Einäscherung voraus.

Die Beisetzung erfolgt in der Regel vom Boot aus im Rahmen einer Trauerfeier. Je nach Umfang des Begräbnisses können bis zu 50 Trauergäste an einer Seebestattung teilnehmen. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit einer anonymen Beisetzung.

Seebestattung – was passiert mit der Asche?

Viele Menschen glauben, dass die Asche bei einer Seebestattung über den Wellen verstreut wird. Dies ist jedoch nicht der Fall – und es ist in Österreich auch gar nicht zulässig. Stattdessen beginnt die Seebestattung wie eine normale Feuerbestattung: mit der Einäscherung des Verstorbenen. Nach der Kremation wird die Asche in eine spezielle Urne gegeben. Die Urne wird vom Boot aus an einem Seil ins Wasser hinabgelassen und sinkt in der Regel relativ rasch auf den Meeresboden, da sie zu diesem Zweck mit Sand oder Kieseln beschwert wird (befindet sich im Inneren der Urne).

Dort zersetzt sie sich, abhängig vom jeweiligen Material, innerhalb weniger Stunden oder Tage, und setzt die Asche des Verstorbenen frei. Durch die natürlichen Wellenbewegungen wird diese anschließend mit Grundsand bedeckt, wodurch nach und nach eine kleine Grabstelle am Meeresboden entsteht.

Seeurne mit Blumenschmuck bei Seebestattung an Bord eines Schiffes.

Die anonyme Seebestattung ist die kostengünstigste unter den Bestattungsarten. Sie findet vollständig ohne Trauergäste statt. Adobe Stock, (c) Gabriele Rohde

Wie lange hält die Urne?

Seeurnen unterliegen strengen Richtlinien und müssen zwingend aus einem biologisch abbaubaren Material bestehen (zum Beispiel gepresstem Sandstein, Pappmaché, Salzkristallen oder einem vollständig wasserlöslichen Werkstoff namens Anhydrit). Grundsätzlich geht man davon aus, dass es zwischen 36 und 74 Stunden dauert, bis eine Seeurne sich vollständig zersetzt hat. Testläufe haben allerdings gezeigt, dass der tatsächliche Zeitraum, in dem die Zersetzung stattfindet, von vielen Faktoren abhängig ist (zum Beispiel dem Salzgehalt des Wassers und den Strömungsbedingungen am Meeresgrund). Es kann also, je nach Material der Urne und Ort der Bestattung, durchaus einige Wochen dauern, bis die Urne die Asche des Verstorbenen freigibt.

Seebestattung – wie läuft das ab?

Seebestattungen sind in Österreich erlaubt. Allerdings gelten hier bestimmte Voraussetzungen. Zunächst einmal erfordert die Beisetzung im Meer eine schriftliche Willenserklärung des Verstorbenen und eine behördliche Genehmigung. Seebestattungen sind in Österreich bei der Bezirkshauptmannschaft bzw. dem zuständigen Magistrat zu beantragen. Dies ist unter anderem notwendig, da auch die Gesundheitsbehörde über das Vorhaben Bescheid wissen muss.

Hat der/die Verstorbene den Wunsch nach einer Seebestattung zu Lebzeiten nicht im Testament oder einer Bestattungsverfügung festgehalten, genügt auch eine entsprechende Willenserklärung der Hinterbliebenen. Die meisten Bestatter bieten drei verschiedene Formen der Seebestattung an: 1) die anonyme Beisetzung, 2) die stille Beisetzung und 3) die Beisetzung mit Trauergesellschaft.

1. Anonyme Seebestattung

Die anonyme Seebestattung findet vollständig ohne Trauergäste statt. Außerdem werden die Angehörigen im Vorfeld auch nicht über den Zeitpunkt oder den genauen Ort der Urnenbeisetzung informiert. Diese anonyme Form der Seebestattung verursacht insgesamt die geringsten Bestattungskosten. Allerdings sollten Angehörige sich darüber im Klaren sein, dass das Zeremoniell von Trauerfeier und Verabschiedung häufig eine wichtige Rolle in der Trauerbewältigung spielt.

Rose am Meeresstrand als Symbol einer Seebestattung.

Bei einer Seebestattung wird die Urne dem Meer übergeben. Anders als bei der Erdbestattung gibt es also keine (richtige) Grabstelle. Adobe Stock, (c) twystydigi

2. Stille Seebestattung

Auch die stille Seebestattung findet ohne die Anwesenheit einer Trauergesellschaft statt. Hier werden die Angehörigen jedoch über den genauen Zeitpunkt und den Ort der Beisetzung informiert. Dies geschieht mittels Seegrabmappe, welcher ein Auszug aus dem Schiffstagebuch und die exakte Beisetzungsposition (eingezeichnet in einem Seekartenausschnitt) beiliegt. Sowohl bei der stillen Bestattung als auch bei der anonymen Seebestattung findet eine seemännische Zeremonie statt, im Rahmen derer die Seeurne von der Bootsbesatzung auf den Meeresgrund hinabgelassen wird.

3. Seebestattung mit Trauergästen

Wenn die gesamte Trauergesellschaft inklusive Freunden und Bekannten am Begräbnis teilnehmen möchte, muss für die Seebestattung ein eigenes Schiff gemietet werden. Normalerweise bieten entsprechende Seefahrzeuge Platz für bis zu 50 Trauergäste. Auch hier erhalten die Angehörigen ein paar Tage nach der Beisetzung die Seegrabmappe mit der exakten Position und einem Auszug aus dem Schiffstagebuch.

Seebestattung Kosten – wie teuer ist die Beisetzung auf See?

Grundsätzlich kannst du bei der Seebestattung mit geringeren Kosten rechnen als beispielsweise für eine klassische Erdbestattung. Das liegt unter anderem daran, dass bei einer Wasserbestattung keine „laufenden“ Kosten für einen Grabplatz oder die Grabpflege entstehen. Auch Grabstein und Grabschmuck spielen keine Rolle, wenn die Urne der See übergeben wird. Eine anonyme Seebestattung kostet in Österreich zwischen € 1.000 und € 2.500. Diese Summe deckt die Kosten für das Krematorium, die Überführung durch den Bestatter, die Seeurne, die Beisetzung und sämtliche Formalitäten.

Blumenkranz, der nach einer Seebestattung an den Strand gespült wurde.

Hinterbliebene müssen sich darüber im Klaren sein, dass es bei einer Seebestattung keine „normale“ Grabstelle gibt. Adobe Stock, (c) Nordreisender

Was kann die Seebestattung teurer machen?

Eine Seebestattung mit Trauergesellschaft verursacht höhere Kosten, da ein Schiff gemietet werden muss. Außerdem kommen gegebenenfalls noch die Kosten für einen Trauerredner und die Bewirtung auf dem Schiff (Leichenschmaus) hinzu. Weitere Faktoren, die die Kosten der Seebestattung in die Höhe treiben können, sind:

  • Ort der Beisetzung (Ostsee-Bestattungen sind z.B. günstiger als Beisetzungen in der Nordsee)
  • Umfang der Trauergesellschaft
  • musikalische Untermalung während der Beisetzung
  • Erinnerungsfoto von der aufgebahrten Urne
  • Seebestattung im Ausland

Seebestattung – wie lange nach dem Tod?

Für Seebestattungen gelten im Normalfall die gleichen „Fristen“ wie für normale Feuerbestattungen. Je nachdem, wie ausgelastet das jeweilige Krematorium ist, dauert es rund eine Woche, bis der Leichnam eingeäschert wird. Drei Tage nach der Kremation kann die Urne durch den Bestatter abgeholt und zum Ort der Seebestattung überführt werden. Wenn du die Urne selbst abholen und zum Begräbnis bringen möchtest, musst du zuvor eine behördliche Zusage bei der MA40 beantragen (Wien). In den anderen Bundesländern sind die jeweiligen Gemeinden oder die Bezirkshauptmannschaften zuständig.

Wo finden Seebestattungen statt? Österreich

In Österreich dürfen Seebestattungen ausschließlich an bestimmten Stellen der Donau durchgeführt werden. Es ist allerdings auch möglich, von Österreich aus eine Seebestattung im Ausland (zum Beispiel im Mittelmeer, in der Ost- oder Nordsee) zu planen. Hierfür wird das inländische Bestattungsunternehmen mit einem ausländischen Bestatter zusammenarbeiten. Für eine Seebestattung im Ausland fallen natürlich entsprechende Mehrkosten an.

Die Areale in der Nord- oder Ostsee, dem Mittelmeer oder an der Donau, wo Seebestattungen erlaubt sind, nennt man auch Seefriedhöfe. Neben der Bestattung auf offener See ist es im Ausland auch möglich, den lieben Verstorbenen in einem Fluss oder See bzw. an einem Wasserfall beisetzen zu lassen.

 

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Wer darf Seebestattungen durchführen?

Die Nutzungsrechte für österreichische Seefriedhöfe sind den Wasser- und Schifffahrtsämtern per Gesetz zugeteilt worden. Um sicherzustellen, dass entsprechenden Bestattungen auch wirklich ausschließlich an diesen zertifizierten Stellen durchgeführt werden, benötigen Bestattungsunternehmen und Schiffseigner eine entsprechende wasser- und seerechtliche Befugnis. Wer einen lieben Verstorbenen auf See beisetzen lassen möchte, kann dies also ausschließlich über ein Bestattungsunternehmen tun, das über eine entsprechende Befugnis verfügt.

Wer macht Seebestattungen? Wien & NÖ

See- oder Donaubestattungen gehören noch längst nicht bei allen Bestattungsunternehmen zum Repertoire. Da diese besondere Form der Beisetzung aber immer beliebter wird, arbeiten viele Anbieter mittlerweile mit diversen Kooperationspartnern zusammen, um Hinterbliebenen auch diesen Wunsch erfüllen zu können. In Wien (und Niederösterreich) werden Seebestattungen derzeit u.a. von folgenden Bestattungsunternehmen angeboten:

Seebestattungen in Österreich

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