Rasen säen oder Fertigrasen kaufen? Eine Übersicht

Grüner Rasen im Garten

Rasen säen oder Rollrasen? Mähen und düngen muss man schließlich jeden Rasen. Foto: Adobe Stock, candy1812

Was wäre ein Garten ohne richtigen Rasen? Auch wenn das Rasenmähen manchmal mühsam und beschwerlich ist, so bereichert die dichte grüne Matte doch den Aufenthalt im Garten. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, ob du einen Rasen säen oder doch lieber auf einen Fertigrasen setzen solltest, haben wir hier ein paar Entscheidungshilfen für dich.

Rasen, Rasenziegel oder Fertigrasen?

Familien nutzen ihren Rasen als Spiel- und Erholungsfläche. Eine robuste Rasenfläche zum Laufen, Toben und Aufstellen einer Sonnenliege ist hier die richtige Wahl. Andere Gartenbesitzer wünschen sich eine gepflegte, dichte Grünfläche: einen englischen Rasen. In beiden Fällen kannst du die passende Rasensorte aussäen. Bis er ausreichend gewachsen ist, um ihn zu betreten, dauert es jedoch. Entscheidest du dich stattdessen für einen Fertigrasen, verkürzt sich die Wartezeit. Fertigrasen erhältst du als Rollrasen aus einem Stück oder in Form von kleineren Rasenziegeln. Diese eignen sich, um nicht bewachsene Stellen auf der Grünfläche zu bedecken. Ebenso ergänzen sie beispielsweise den Fertigrasen an verwinkelten Ecken.

Rasen säen: Vorteile von Rasensamen

Saatrasen zeichnet sich durch seinen günstigen Preis aus. Für einen hochwertigen und strapazierfähigen Mischrasen bezahlst du pro Quadratmeter rund 50 Cent. Das Wachstum der saftigen Grünfläche erfordert jedoch Geduld. Frisch gesät hält der Rasen kaum Belastungen stand. Erst nach zwei bis drei Monaten guter Pflege kannst du die Fläche bedenkenfrei betreten. Es dauert im Durchschnitt ein Jahr, bis der Saatrasen die Robustheit und Narbendichte eines Rollrasens erreicht. Damit der Saatrasen auf deinem Grundstück üppig und dicht wächst, musst du den Boden zunächst vorbereiten.

Ein schöner Rasen ohne Unkraut und Moos.

Rasenpflege: Damit der Rasen so schön bleibt, heißt es Unkraut jäten, regelmäßig mähen und richtig düngen. Foto: Adobe Stock, Andrea

Ab Mitte April beginnst du, den festen Untergrund aufzulockern oder umzugraben. Dabei beseitigst du Baumwurzeln, größere Steine und feste Erdklumpen. Indem du Fremdkörper entfernst, schaffst du eine gut durchlüftete Wuchsfläche. Mit einem breiten Rechen planierst du die Erde und lässt sie sich anschließend sieben Tage setzen. Für eine verbesserte Bodenstruktur wird eine Gründüngung empfohlen, durch die wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff im Boden einlagert werden.

Im Anschluss ebnest du die letzten Unebenheiten ein. Mit einer Rasenwalze verdichtest du den Erdboden. Beim Aussäen verteilst du die Samen mit der Hand oder mit einem Streuwagen. Letzterer hat den Vorteil, dass du dem Inhalt problemlos Dünger beimengen kannst. Selbst bei großen Grundstücken funktioniert die Aussaat schnell und schont deine Kräfte.

Fertigrasen und Rasenziegel

Vor- und Nachteile von Fertigrasen und Rasenziegel

Der Fertigrasen brilliert vor allem damit, dass du auf der Stelle eine gepflegte schöne Grünfläche besitzt. Allerdings ist die gleiche Bodenvorbereitung wie beim Saatrasen vonnöten. Nach dem Verlegen walzt du ihn gründlich an und schon ist er bereit für die Nutzung. Bevor du dich auf dem Rollrasen erholst, empfiehlt es sich jedoch, die neue Rasenfläche durchdringend zu bewässern. Bis zu 14 Tage nach dem Auslegen benötigt sie viel Feuchtigkeit, um im Untergrund wurzeln zu können.

Rasen anlegen: Für Fertigrasen ist die gleiche Bodenvorbereitung wie für Saatrasen notwendig. Foto: Adobe Stock; (c) ikostudio

Rasenziegel sind eine kleinere Form des Fertigrasens. Nach dessen intensiver Bewässerung kannst du ihn voll belasten. Den Rollrasen erhältst du in speziellen Rasenschulen, die beim Kauf die Logistik mit dir besprechen. Vorzugsweise liegt der Liefertermin der fertigen Rasenfläche in den frühen Morgenstunden. Speziell bei warmen Temperaturen solltest du den Rasen schnell verlegen, um Rasenfäule zu vermeiden.

Abhängig von der Flächengröße und den Transportgebühren zahlst du für einen Fertigrasen je Quadratmeter fünf bis zehn Euro. Speziell bei einem großen Grundstück summieren sich die Kosten auf drei- bis vierstellige Beträge.

Wichtige Tipps zum Kauf des Rollrasens

Beim Fertigrasen existieren mitunter deutliche Qualitätsunterschiede. Deswegen lohnt es sich, ihn vor dem Kauf aufmerksam zu begutachten. Ein gesunder Rollrasen punktet mit einer satten grünen Farbe und einer üppigen Dichte. Damit er in deinem Garten gut anwächst, sollten die Sorten stark wurzeln. Bricht die Erde auseinander, deutet dies hingegen auf eine minderwertige Qualität hin.

Entscheide bereits im Vorfeld, für welche Fläche du den Rollrasen verwendest. Liegt diese im Schatten oder im Halbschatten? Dient die Grünfläche als reine Zierde oder als Spielrasen? Diese Überlegungen bestimmen Beschaffenheit und Belastbarkeit, die der Fertigrasen aufweisen sollte. Um einen Hang oder eine Böschung zu begrünen, eignet sich beispielsweise Landschaftsrasen. Der dichte Wuchs verhindert Erosion. Verlegst du Rasen auf einer sonnenbeschienenen Fläche, nutzt du Trockenrasen. Er hält Trockenheit und Hitze problemlos stand.

Rollrasen im Baumarkt kaufen?

Im Bau- oder Gartenmarkt kostet der Quadratmeter zwischen 2,50 und 3,00 Euro. Die beste Auslegezeit für den Rollrasen ist zudem zwischen März und Mai. Den Fertigrasen aus dem Baumarkt erhältst du in vier verschiedenen Mischungen:

  • mediterraner Rasen
  • Schattenrasen
  • Spiel- und Sportrasen
  • Strapazierrasen

Fertigrasen bedarf einer regelmäßigen Pflege

Wie der Rollrasen brauchen die Ziegel nach dem Auslegen eine üppige Bewässerung. Zwischen 15 und 20 Liter Wasser pro Quadratmeter benötigt der Rasen an den ersten beiden Tagen. Anschließend ist es wichtig, die gesamte Rasenfläche feucht zu halten. Nach dem Anwachsen des Fertigrasens lohnt es sich, ihn wie gewöhnlichen Saatrasen zu pflegen. Im Sommer und während Dürreperioden gehört eine regelmäßige Bewässerung dazu. Zudem planst du die Aussaat von Rasendüngemitteln und in den Folgejahren das Vertikutieren ein.

Rasen vertikutieren – was bedeutet das? Beim Vertikutieren wird die Grasnarbe des Rasens angeritzt. Mit Hilfe eines Vertikutierers werden Mulch, Unkraut und Moos entfernt, sodass der Boden wieder „atmen“ kann.

Zwei Wochen nach dem Verlegen mähst du den Rollrasen erstmals. Bemerkst du eine deutliche Wuchszunahme, dann kürze den Rasen auf vier Zentimeter! Gute Rasenmäher lassen sich auf jede beliebige Schnitthöhe einstellen. Je öfter du die Gesamtfläche mähst, desto dichter wächst sie. Sechs bis acht Wochen nach dem Auslegen des Fertigrasens oder der Rasenziegel düngst du ihn zum zweiten Mal. Im ersten Jahr verzichtest du darauf, den Rasen zu vertikutieren. Andernfalls drohen kahle Stellen, wenn die Grünfläche nicht optimal anwächst.

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