Rollputz innen: richtig auftragen, verarbeiten & entfernen

Rollputz innen: Eine Wann mit sehr stark gekörnter Struktur in Pink und Grün.

Rollputz innen erzeugt einen tollen Untergrund für kräftige Farben. Im Artikel erfährst du, wie man ihn aufträgt. Foto: Adobe Stock, (c) KSENIA

Du kannst Rollputz innen sowie im Außenbereich nutzen, um interessante Strukturen an die Wand zaubern. Dabei ist der Streichputz weitaus langlebiger als jede Tapete. In unserem Ratgeber erklären wir dir, wie du ihn verarbeitest und wie viel du davon pro m² benötigst.

Was ist Rollputz?

Rollputz ist die wohl einfachste Art und Weise, Putz auf Wänden und Decken aufzutragen – auch wenn er streng genommen gar kein richtiger Putz ist. Denn anstatt mit einer Putzkelle trägst du ihn ganz easy mit einer Malerrolle auf – daher auch der Name Rollputz. Ihn zu verarbeiten funktioniert also fast so, als würdest du die Wand oder Decke mit herkömmlicher Farbe streichen. Man spricht darum auch oft von Streichputz. Er besteht übrigens aus einer Mischung aus mineralischem Putz und Kunstharz.

Anders als herkömmliche Dispersionsfarbe sorgt der Rollputz innen für eine besondere Oberflächenstruktur auf den Wänden – je nachdem, wie du ihn bearbeitest. Im Baumarkt kannst du ihn fertig in Kübeln kaufen, genau wie Wandfarbe. Je nachdem welche Oberfläche du bevorzugst, sind feine, mittlere und grobe Sorten mit einer Körnung von bis zu 8 Millimetern erhältlich. Vor allem feiner Rollputz stellt dabei eine echte Alternative zur Dispersionsfarbe dar.

Es gibt drei Varianten:

  • Feiner Rollputz: Körnung zwischen 0,5 und 1 Millimeter
  • Mittlerer Rollputz
  • Grober Rollputz: Körnung bis 8 Millimeter

Das Tolle am Streichputz: Ihn aufzutragen ist kein Hexenwerk und selbst für absolute Beginner in Sachen Bauen und Renovieren gut machbar. Zum Verarbeiten benötigst du lediglich eine Farbrolle. Anschließend trocknet der Rollputz sehr schnell. Eine flinke Hand oder ein paar zusätzliche Handwerks-Assistenten sind daher gefragt. 🙂

Die 8 wichtigsten Fragen und Antworten

  1. Was ist Rollputz? Eine fertig gemischte Masse, die du mit einer Malerrolle bzw. einer Walze auf der Wand aufträgst.
  2. Wie kann man ihn verarbeiten? Man trägt Rollputz mit einer Auftragsrolle auf der Wand auf. Finish-Rollen erzeugen anschließend zusätzliche Strukturen.
  3. Wie muss der Untergrund für Rollputz sein? Sauber, ausgespachtelt und mit Grundierfarbe gestrichen.
  4. Wie viel Rollputz pro qm? Pro Quadratmeter benötigst du 1–1,2 Kilo Rollputz.
  5. Wie lange muss Rollputz trocknen? Bis zu einer Woche dauert es, damit er vollständig trocknet.
  6. Kann man ihn überstreichen? Ja, mit Dispersionsfarbe – sofern die Farbe von der Zusammensetzung her passt.
  7. Was kostet Rollputz? € 30 bis € 50 pro 20 Kilogramm fertige Masse.
  8. Wie bekomme ich Rollputz wieder ab? Entweder samt der darunter liegenden Tapete oder durch Abwaschen und Abschaben.

Rollputz innen: Was beachten beim Kauf?

Bevor es ans Verputzen geht, steht ein Besuch im Baumarkt bevor. Aber was kostet Rollputz überhaupt und wie viel braucht man pro qm? Wir haben die wichtigsten Fakten zum Kauf von Streichputz für dich.

Was kostet Rollputz?

Rollputz zum Selberanrühren gibt es bereits ab € 12 je 10 Kilogramm. Damit kannst du zwar etwas am Preis sparen. Allerdings musst du den pulverförmigen Putz dabei selbst mit Wasser und einer Bohrmaschine mit Quirlaufsatz anrühren und anschließend erstmal quellen lassen. Weitaus bequemer ist es hingegen, den Streichputz fertig angereichert zu kaufen. Hierbei kannst du mit Preisen zwischen € 30 und € 50 für 20 Kilogramm rechnen.

Rollputz Preis: Mit etwa € 30 bis € 50 pro 20 Kilo musst du rechnen. Dabei brauchst du etwa 1-1,2 kg pro Quadratmeter Fläche. Günstiger ist es, wenn du den Putz zum Selberanrühren kaufst.

Wie viel Rollputz pro qm?

Pro Quadratmeter Wand bzw. Decke brauchst du 1 bis 1,2 Kilo Rollputz. Für eine 4 x 3 m Wand mit 12 m² Fläche benötigst du also zwischen 12 und 14,4 Kilogramm. Auf einen Raum mit vier Wänden à 12 m² plus 16 m² Deckenfläche wären das ungefähr 64 bis 77 Kilo und somit um die vier 20-kg-Kübel. Sprich: circa € 120 bis € 200. Noch etwas teurer wird es übrigens, wenn du den Putz mit einer Farbe deiner Wahl anreichern lässt. Du kannst den Streichputz aber auch selber mit konzentrierter Farbe einfärben.

Rollputz verarbeiten: Welches Werkzeug?

Zum Auftragen der Streichputzes eignen sich am besten Kurzflor-Rollen bzw. -Walzen. Als Faustregel gilt: Je kürzer das Flor, desto glatter ist der Rollputz später. Sowohl Rollen mit Lammfell- als auch mit Kunststoff-Bezug kommen in Frage. Du musst nicht unbedingt neue Rollen kaufen, beschädigt sollten sie jedoch nicht sein. Denn Unebenheiten in der Oberfläche übertragen sich schließlich auf den aufgetragenen Putz.

Rollputz innen: Ein Roller lehnt an einer weißen Wand.

Rollputz innen: welche Farbrollen du zum Verputzen brauchst, erfährst du im Artikel. Foto: Adobe Stock, (c) Imaster

Vorsicht ist auch bei Kunststoffrollen geboten. So mancher Streichputz beinhaltet vor allem Kalk und Mineralien, die das Kunststoff-Flor beschädigen können. Den Streichputz gleichmäßig aufzutragen ist dann kaum noch möglich. Frag daher am besten beim Kauf der Rolle nach, ob sie für den Putz deiner Wahl geeignet ist.

Was sind Auftrags- und Finish-Rollen?

Beim Verarbeiten benutzt man in der Regel eine Auftragsrolle, mit der der Putz aufgetragen wird, und eine Finish-Rolle (auch Struktur-Rolle), die ihm die gewünschte Oberflächenstruktur verleiht. Finish-Rollen gibt es in vielen verschiedenen Varianten, je nachdem, welche Oberfläche du dir wünschst. Auch mit Schwämmen und Pinseln lassen sich spezielle Strukturen und Muster zaubern. Lass dich auch hierzu im Fachhandel beraten, um das richtige Produkt für deine Zwecke zu finden.

Mit der Auftragsrolle kannst du den Rollputz auftragen. Mit der Finish-Rolle oder Struktur-Rolle verleihst du dem Putz anschließend die gewünschte Struktur.

Rollputz innen auftragen: So geht’s

Mit Streichputz zu arbeiten ist nicht schwer. Wie es geht, verraten wir dir in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Bevor du startest, checke noch einmal, ob du das nötige Werkzeug zur Hand hast.

Das brauchst du zum Verputzen:

  • Malervlies zum Abdecken des Bodens
  • Folie zum Abdecken von Möbeln
  • Malerkrepp
  • Bürsten oder Besen zum Reinigen des Untergrunds
  • Rollputz in ausreichender Menge
    • eventuell Farbe zum Einfärben
  • Malerrollen
    • Auftragsrolle
    • Finish- bzw. Strukturrolle
  • Pinsel
  • Abstreifgitter
  • Bohrmaschine mit Rührquirl
  • Optional: Schwämme oder Pinsel für spezielle Strukturen

Alles da? Dann kann es auch schon losgehen mit der Renovierung.

1. Zimmer räumen und mit Malerkrepp abkleben

Zunächst heißt es: Zimmer und Wände leer räumen. Kleinere Gegenstände bringst du in einen Nebenraum. Größere Möbel kannst du hingegen in die Zimmermitte schieben und dort mit Folie abdecken. Auch den Boden solltest du mit Malervlies abdecken. Anschließend klebst du wie bei Malerarbeiten alle Lichtschalter und Leisten, auf die kein Putz gelangen soll, gewissenhaft mit Malerkrepp ab.

2. Borhlöcher spachteln und Wand grundieren

Zunächst musst du den Untergrund vorbereiten. Löcher durch Dübel oder Nägel sowie andere Cuts und Unebenheiten besserst du mit Spachtelmasse aus. Hartnäckige Tapetenreste kannst du übrigens an der Wand lassen und einfach überstreichen. Bürste diese zudem gut ab, sodass sie absolut staubfrei ist.

Anschließend solltest du den Untergrund mit Grundierfarbe streichen. So kannst du den Streichputz gleichmäßiger auftragen und er hält besser. Lass alles schließlich gut trocknen. Lüften dabei nicht vergessen!

Rollputz innen: Eine Person grundiert zunächst die Wand, indem sie Löcher mit einer Spachtel ausbessert.

Zuerst musst du den Untergrund für das Verputzen vorbereiten. Foto: Adobe Stock, (c) sivivolk

3. Rollputz anrühren und Farbe beimischen

Damit Mineralien und Kunstharz im fertigen Streichputz gleichmäßig verteilt sind, solltest du ihn zunächst gut durchrühren. Rollputz in Pulverform musst du anders als eine Fertigmischung noch selbst mit kaltem Wasser vermengen. Folge dabei den Angaben des Herstellers und nutze eine Bohrmaschine mit Rührquirl und niedriger Drehzahl. Anschließend muss die Masse etwa eine halbe Stunde lang quellen.

4. Rollputz mit Farbe mischen

Auch Farben, die du in den Putz mischen möchtest, fügst du an dieser Stelle bei. Taste dich dabei vorsichtig vor, damit die Farbe nicht intensiver als gewünscht ausfällt. Rühre die Farbe so lange unter, bis alles gleichmäßig durchmischt ist und keine Farbschlieren mehr zu sehen sind. Achtung: Die Farbe sollte für den Rollputz geeignet sein.

Am besten kaufst du Streichputz und Farbe vom selben Hersteller. Halte dich dabei an die angegebene Höchstmenge, die du dem Putz beimengen darfst, um seine Qualität nicht zu mindern. Keine Sorgen, falls die Farbe nicht stark genug ist: Du kannst das Ganze später noch mit Wandfarbe streichen.

5. Rollputz innen auftragen mit Roller

Jetzt geht es ans Eingemachte: Mit der Auftragsrolle trägst du den Rollputz möglichst gleichmäßig auf. Feuchte die Rolle dabei zuerst mit Wasser an. So bleibt der Putz besser daran haften. Für schwer zugängliche oder kleine Stellen kannst du auf einen Pinsel zurückgreifen. Trage die Masse mehrere Millimeter dick und gleich verteilt auf.

6. Mit Finish-Rolle Rollputz bearbeiten

Nachdem du den Rollputz aufgetragen hast, bleiben dir etwa 10 bis 15 Minuten, in denen du ihn mit der Finish-Rolle weiter bearbeiten kannst. Mit dieser strukturierten Rolle kannst du dem Putz eine individuelle Oberfläche verleihen. Wenn du keine besondere Oberflächenstruktur im Putz haben möchtest, kannst du diesen Schritt natürlich überspringen und den Putz ganz einfach trocknen lassen.

Rollputz innen: Nach dem Auftragen erteilt ein Heimwerker mit einer Finish-Roller Struktur.

Mit einer Strukturrolle kannst du verschiedene Muster erzeugen. Foto: Adobe Stock, (c) gunterkremer

7. Rollputz trocknen lassen

Bis der Putz vollkommen getrocknet ist, dauert es bis zu einer Woche. Wie lange es tatsächlich dauert, hängt vom ausgewählten Putz, der Temperatur im Raum sowie der Luftfeuchtigkeit aus. Eine durchschnittliche Raumtemperatur und -feuchtigkeit sind ideal. Zu kalt sollte es nicht sein. Zusätzlich solltest du das Zimmer gut gelüftet halten und gegebenenfalls mit einem Ventilator nachhelfen.

Wie Rollputz entfernen?

Wie einfach sich Rollputz entfernen lässt, hängt unter anderem von seiner Zusammensetzung und der Art und Weise ab, wie er aufgetragen wurde.

Gut zu wissen: Rollputz, der wenig Kunstharz enthält, lässt sich beispielsweise leichter lösen, als Putz mit einem hohen Anteil an Kunstharz. Auch wenn wenn du den Streichputz vorausschauend auf eine Tapete aufgetragen hast, bekommst du ihn leichter wieder ab.

1. auf Tapete aufgetragenen Rollputz entfernen

Besonders einfach lässt sich Rollputz entfernen, wenn du ihn auf eine Tapete aufgestrichen hast. Denn dann kannst du ihn praktisch samt der Tapete von der Wand ziehen. Damit das gelingt, brichst du den Putz vorsichtig mit einem Hammer auf. Die Tapete kannst du schließlich mit Wasser und Tapetenlöser inklusive Putz entfernen.

2. Rollputz entfernen durch Abwaschen

Wenn du den Rollputz direkt auf die Wand gestrichen hast, versuche zunächst, ihn abzuwaschen. Je geringer der Kunstharz-Anteil im Streichputz ist, desto einfacher gelingt das. Nimm dafür einfach einen nassen Schwamm zur Hand und durchweiche damit den Putz. Einmal aufgeweicht kannst du ihn mit einer Spachtel ablösen. Die restlichen Spuren lassen sich ebenfalls mit einem Schwamm und einer Bürste beseitigen.

3. Rollputz entfernen mit Elektroschaber

Wenn der Kunstharz-Anteil im Rollputz überwiegt, richtest du mit einem nassen Schwamm meist nicht viel aus. Dann bleibt nur noch der Griff zum Schaber. Manuell ist das Abschaben des Putzes kaum zu schaffen, weswegen der Griff zu einem Multiwerkzeug oder einem Elektroschaber (ab ca. € 70 im Handel oder im Baumarkt ausleihen) sinnvoll ist. Weiche den Putz dafür mit dem nassen Schwamm auf und gehe äußerst vorsichtig vor, um die Wand darunter nicht zu beschädigen.

Wasserfester Rollputz im Bad

Du kannst mit Rollputz Innenräume wie Küche und Wohnzimmer auf einfache Weise gestalten. Aber auch für Nassräume wie Badezimmer und WC ist er geeignet, sofern du eine wasserfeste Sorte verwendest.

Du kannst den Streichputz übrigens sogar auf Fliesen auftragen. Dafür entfernst du zunächst das Silikon aus den Fliesenfugen. Die Fugen und mögliche Löcher oder Risse in den Fliesen versiegelst du mit Spachtelmasse. Wenn die Fliesen vollkommen staub-, schmutz- und fettfrei sind, lässt sich der wasserfeste Rollputz wie gehabt verarbeiten. So kannst du ein Badezimmer ohne den großen Aufwand des Fliesenlegens renovieren.

Rollputz im Badezimmer? Das ist möglich. Allerdings solltest du ausschließlich dafür geeigneten Putz verwenden. Achte beim Kauf des Putzes auf die Bezeichnung „wasserfester Rollputz“ oder „wasserdichter Rollputz“.

Was ist besser: Rollputz oder Tapete?

Der optische Unterschied zwischen Rollputz und Tapete ist bei einfärbigen Materialien oft nicht groß. Mit dem Streichputz lassen sich sogar ganz ähnliche Effekte wie bei einer Raufasertapete erzielen. Auch das Arbeiten mit der Masse ist für Beginner in Sachen Heimwerken weniger frustrierend, als Tapeten aufzutragen.

In Sachen Preis hat die Tapete hingegen die Nase vorne. Denn die Rollputz-Kosten sind deutlich höher. Allerdings: der Streichputz ist auch langlebiger als die gute, alte Tapete. Wohnst du in einer Mietwohnung, aus der du in absehbarer Zeit wieder ausziehst, ist eine Tapete eine gute kurzfristige Lösung, um die Wände zu verschönern. Bei einem Eigenheim lohnt es sich hingegen, in Rollputz zu investieren.

Rollputz vom Profi auftragen lassen

Eigentlich ist das Auftragen von Rollputz relativ simpel. Dass die Masse aber schon nach 10 Minuten hart wird und das Bearbeiten dann nicht mehr möglich ist, bringt viele Hobby-Heimwerker ins Schwitzen. Wenn du dir unsicher bist, ob deine Hände flink genug sind, oder du dir eine ganz besondere Musterung oder Struktur wünschst, dann beauftrage am besten einen Profi. Neben auf Verputzarbeiten spezialisierten Betrieben bieten den Service auch manche Malerbetriebe an.

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