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Blutsauger! Bettwanzen erkennen und Verstecke finden

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Der Bettwanzenbiss kann Allergien auslösen und Krankheiten übertragen. Wir verraten, wie du Bettwanzen loswirst. Foto: Adobe Stock, (c) bryndin

Sie saugen Blut, meiden das Licht und besuchen dich am liebsten in der Nacht. Nein nein, keine Vampire. Die Rede ist von Bettwanzen (lat. Cimex lectularius). Ein Befall bleibt häufig unentdeckt und die ahnungslosen „Gastgeber“ wundern sich lediglich über wiederkehrende juckende Quaddeln und Schwellungen. Wir verraten, warum ein Bettwanzenbefall sehr ernst zu nehmen ist und was du dagegen tun kannst.

Wie sehen Bettwanzen aus?

Rotbraune, behaarte Insekten von 3,8 bis 5,5 Millimeter Körpergröße, die sich nachts an deinem Lebenssaft laben. Klingt eklig? Das Beste kommt erst noch: Jedes Weibchen legt jeden Tag zwölf Eier, die sich innerhalb von zwei Wochen ebenfalls zu erwachsenen Parasiten entwickeln! Den Biss der Bettwanze bemerkst du nicht sofort, da bestimmte Wirkstoffe im Speichel der Wanze die Bissstelle lokal betäuben. Zurück bleiben, ähnlich wie bei Mückenstichen, juckende und häufig rötliche Schwellungen. Bei empfindlichen Menschen kann es sogar zu großflächigen Hautentzündungen kommen.

Warum ein Bettwanzenbiss gefährlich ist

Während die kleinen Monster lange Zeit lediglich als lästig galten, ist mittlerweile erwiesen, dass Bettwanzen Krankheiten übertragen können. Zu den Krankheitserregern, die in Bettwanzen bislang nachgewiesen wurden, zählen u.a. Hepatitis B, C und der HI-Virus. Außerdem gelten Wanzen grundsätzlich als Überträger des Q-Fiebers. Eine Übertragung ist auf dreierlei Arten möglich:

  1. Du tötest (zerquetscht) die Wanze mit der Hand, wobei Erreger durch winzige Hautverletzungen eindringen können.
  2. Du kommst in Kontakt mit (frischem) Wanzenkot (ebenfalls Eindringen durch Verletzungen der Haut)
  3. Die Wanze wird beim Saugen unterbrochen und würgt vor Schreck halbverdautes Blut in die frische Wunde. Na Mahlzeit!
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Die gemeine Bettwanze ist nur 3 – 5 mm groß und mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Foto: Adobe Stock, (c) smuay

Bettwanzen erkennen und Verstecke finden

Mit bloßem Auge sind Bettwanzen nicht einfach zu finden. Die kleinen Monster sind Meister im Verstecken und flüchten sich in Matratzennähte, Bettgestelle, hinter Tapeten, in die Gardinen oder unter die Fußleiste, sobald das Licht angeht. Allerdings verraten dir folgende Anzeichen, dass du es möglicherweise mit einem Bettwanzenbefall zu tun hast:

  • Geruch: Bei Stress stoßen die Tiere einen süßlichen Geruch aus, der häufig mit den Früchten der Korianderpflanze verglichen wird. Ist ein Zimmer von Bettwanzen befallen, verbreitet sich dieser Geruch früher oder später in der gesamten Wohnung.
  • Bissstellen: Die Bisse sind häufig in einer Reihe angeordnet. Rötungen, Schwellungen und Juckreiz nehmen zunächst einmal zu, bevor sie abklingen.
  • Kotspuren: Profis für Schädlingsbekämpfung erkennen die Intensität des Befalls an der Menge des Wanzenkots (vor allem an der Matratzenunterseite in der Nähe der Schlupflöcher und Verstecke).

Test: Wenn du einen Wanzenbefall ausschließen möchtest, solltest du dein Bett am Abend mit frischer weißer Bettwäsche beziehen. Am nächsten Morgen stehst du vorsichtig auf und suchst nach Kotspuren. Diese sind eher flüssig als fest und trocknen zu kreisförmigen kleinen Flecken ein. Da diese aus verdautem Blut bestehen, färben sie die Bettwäsche rot, wenn du sie befeuchtest.

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Wie bekommt man Bettwanzen?

Die Bettwanze ist aus Nahrungsgründen an die Lebensräume von Mensch und Tier gebunden. „Einfangen“ kannst du dir einen Befall mit den fiesen Blutsaugern auf mehreren Wegen. Hast du dir in letzter Zeit neue Möbel oder ein altes Gemälde gekauft? Warst du im Urlaub oder auf einer Geschäftsreise? Bettwanzen können auf folgenden Wegen in deine Wohnung gelangen:

  • Einschleppen: Wenn du Pech hast, hast du aus deinem letzten Urlaub nicht nur schöne Erinnerungen, sondern auch Bettwanzen mitgebracht. Auch in alten Möbelstücken oder gebrauchten Polstern und Decken können die kleinen Monster in dein Zuhause gelangen.
  • Vogelnester: Vogelbruthöhlen, insbesondere die Nester wildlebender Tauben, dienen auch Bettwanzen als Brutstätten.
  • Haustiere: Auch Hunde, Katzen & Co. können die ungebetenen Gäste mitbringen. Noch ein Grund mehr, Bello & Lola nicht mit ins Bett zu nehmen.
  • Nachbarwohnungen: Unfair aber wahr: Über Rohrleitungen und Steckdosen gelangen Bettwanzen von einer Wohnung zur anderen.

Tipp: In kühlen, staubigen Wohnungen fühlen sich Bettwanzen am wohlsten. Regelmäßiges Staubsaugen und Heizen fördert also nicht nur ein angenehmes Wohnklima, sondern auch deine Gesundheit.

 

Wo verstecken sich Bettwanzen?

Die nachtaktiven Parasiten fühlen sich besonders wohl in geschlossenen Räumen, in denen es möglichst nicht zieht. Geöffnete Türen und Fenster, die regelmäßig für frische Luft in deinem Zuhause sorgen, sind ihnen ein Graus. Schau zunächst hinter deinem Sofa, im Bett und grundsätzlich in sämtlichen Spalten und Öffnungen nach. Genauso gerne wählen sie Rollladenkästen, Tapetenränder oder Vorhangschienen als Quartiere. Hauptsache, es ist dunkel und eng und sie können sich gut verstecken.

Wie behandle ich Bettwanzen Bisse?

Richtig problematisch wird ein Bettwanzenbiss dann, wenn eine entsprechende Allergie vorliegt. Wenn du mit Hautausschlag, Schwellungen und Juckreiz reagierst, kann eine Kortisonsalbe aus der Apotheke Abhilfe schaffen. Sobald sich der Biss entzündet, solltest du deinen Hausarzt oder einen Dermatologen aufsuchen. Eine entsprechende Allergie kann vom Arzt normalerweise nur durch eine sogenannte „Ausschlussdiagnose“ festgestellt werden.

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Bettwanzen mit Staubsauger bekämpfen?

Wenn du einen begründeten Verdacht auf Bettwanzenbefall hast (z.B. durch entsprechende Kotspuren, wiederkehrenden Hautausschlag etc.) ist es an der Zeit, die Wohnung buchstäblich auf den Kopf zu stellen. Sauge Teppiche und Vorhänge ab und verwende hierfür einen leistungsfähigen, saugstarken Staubsauger. Besorge dir am besten ein hochwertiges Gerät bei einem Haushaltsgerätefachmann in deiner Nähe. Idealerweise wählst du einen Beutelstaubsauger. Den Beutel solltest du direkt nach dem Gebrauch entfernen und entsorgen!

Achtung: Wirf den vollen Staubsaugerbeutel auf keinen Fall achtlos in die Mülltonne. Verschließe ihn fest und lege ihn für zwei bis drei Tage in die Gefriertruhe. Die Minustemperaturen töten die Bettwanzen zuverlässig ab. Anderenfalls würden sie sich im Inneren leicht vermehren und sich dann ihren Weg nach draußen beißen. Auch Textilien, die du nicht heiß waschen (über 55°C) kannst, befreist du auf diese Weise von Bettwanzen.

Bettwanzen sind immer ein Fall für den Kammerjäger!

Um einen Bettwanzen-Befall zu stoppen, müssen die Tiere vollständig vernichtet werden. Und das ist mit Staubsauger und Gefriertruhe alleine nicht zu schaffen. Die Blutsauger sind ausgesprochen robust und können bis zu 12 Monate ohne Nahrung überleben. Selbst, wenn deiner Säuberungsaktion nur 10 Tiere entgehen, tummeln sich einen Monat später schon wieder mehr als 3.000 Tierchen in deinem Bett. Es ist daher dringend notwendig, den Kampf gegen die Wanzen einem professionellen Schädlingsbekämpfer zu überlassen.

Der Profi bekämpft Bettwanzen mit einer Kombination aus Hitze (über 55°C), Kälte (unter 18°C) und speziellen Chemikalien. Er spürt die Verstecke anhand der Kotspuren auf, besprüht sie mit Gift und lässt dieses mehrere Stunden einwirken. In den meisten Fällen muss dieser Vorgang zwei- oder dreimal wiederholt werden, bis wirklich sämtliche erwachsenen Tiere und Eier abgestorben sind.

Achtung: Es hat wenig Sinn, den Parasiten mit doppelseitigem Klebeband oder Bettwanzenspray aus der Drogerie zuleibe zu rücken. Erstens breiten sich unter den Insekten zunehmend Resistenzen gegen frei erhältliche Gifte aus, zweitens wird der Befall mit der Zeit immer schwieriger zu stoppen. Wenn du deine Bettwanzen ignorierst, musst du am Ende sehr wahrscheinlich sämtliche Matratzen, Sofas, Teppiche, Decken, Polster und Vorhänge entsorgen.
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Der Kammerjäger hilft dir dabei, die Verstecke der Bettwanzen aufzuspüren und sie endgültig zu vertreiben. Foto: Adobe Stock, (c) Karin & Uwe Annas

Bettwanzen – Wer muss zahlen?

Normalerweise trägst du die Kosten für den Kammerjäger-Einsatz selbst. Es gibt allerdings bestimmte Voraussetzungen, unter denen die Kosten zulasten Dritter gehen. Dies ist z.B. der Fall, wenn du erst vor Kurzem umgezogen bist und beweisen kannst (z.B. eine entsprechende Aussage), dass auch schon die Vormieter ein Bettwanzen-Problem hatten. In diesem Fall trägt dein Vermieter die Kosten.

Ähnliches gilt, wenn die Bettwanzen nachweislich aus einem Taubennest unter dem Dach stammen. Auch hier ist der Vermieter verantwortlich – sowohl für die Taubenabwehr als auch für den Kammerjäger. Idealerweise informierst du dich beim Mieterschutzbund oder bei deinem Anwalt über deine diesbezüglichen Rechte.



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