Putz trocknen lassen: So lange dauert es

Putz trocknen

Den Putz trocknen lassen bevor du ihn verfliest, tapezierst oder bemalst. Foto: Adobe Stock; (c) Klaus Eppele

Wird der Putz frisch auf einer Wand aufgebracht, kann er erst dann geglättet werden, wenn er bereits kurz angezogen hat. Wenn du keine oder nur wenig Erfahrung hast, ist dieser Zeitpunkt nicht einfach zu bestimmen. Diese drei Faustregeln können dir aber dabei helfen:

  • Wenn du den Putz reibst, um ihn zu glätten, dürfen dabei keine Dellen oder Hohlräume mehr entstehen.
  • Kannst du den Putz noch mit deinen Fingern eindrücken? Wenn nicht, hat er genug angezogen.
  • Du darfst nicht so lange warten, bis der Putz an der Oberfläche so trocken ist, dass er nach dem Abreiben sandet.

Erst den Putz trocknen lassen

Wann Putz vollständig trocken ist, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Einer davon ist die Dicke der Putzschicht. Fachleute rechnen im Durchschnitt mit einem Tag Trocknungszeit für jeden Millimeter Putzschicht. Allerdings solltest du diesen Wert nur als groben Richtwert betrachten, da es noch weitere Faktoren gibt. Ist der Putz aus mehreren Lagen aufgebaut, muss er in der Regel etwas länger trocknen. Ein grober Richtwert besagt, dass Putz nach 14 Tagen völlig trocken ist.

Aber Achtung: Je höher der Anteil an Kalk ist, der sich im Putz befindet, desto länger muss der Putz trocknen. Ist dagegen mehr Gips im Putz, ist die Trocknungszeit wesentlich kürzer. Auch die Art des Putzes entscheidet darüber, wann der Putz trocken ist. Es gibt: Normalputz, Leichtputz, Wärmedämmputz und unterschiedliche Putzarten für innen und außen. Diese Experten können das Verputzen kostengünstig für dich übernehmen.

Was bedeuten die Standzeiten?

Standzeiten sind jene Zeiten, die dein Putz trocknen muss, bevor du mit der nächsten Arbeit – fliesen, tapezieren, oder malern – beginnen kannst. Da die Standzeiten für jede Putzart unterschiedlich sind, solltest du dich beim Hersteller danach erkundigen. Die auf der Packung angegebene Mindeststandzeit solltest du unbedingt einhalten. Falls du diese Zeiten unterschreitest und zu früh weiterarbeitest, können später Schäden am Putz auftreten und sich beispielsweise Risse bilden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Innen- und einem Außenputz?

Je nachdem, ob der Putz innen oder außen an einem Haus verwendet wird, muss er unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Außerdem wird nicht nur zwischen Innen- und Außenputz, sondern auch zwischen Ober- und Unterputz – auch hier für den Innen- und Außenbereich – unterschieden. Jeder Putz hat unterschiedliche Eigenschaften. Wie lange der Putz trocknen muss, hängt von der Zusammensetzung ab. So ist beispielsweise ein Innenputz eher diffusionsoffen, während ein Außenputz Wind und Wetter standhalten und daher wasserabweisend und UV-stabil sein muss. Zudem muss er die großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sowie Sommer und Winter aushalten können. Ein Innenputz hat es mit dem relativ stabilen Klima, das im Haus herrscht, dagegen relativ einfach. In jedem Fall muss der Putz trocknen, bevor weitere Arbeiten durchgeführt werden können.

Unterputz: Den richtigen Putz für die entsprechende Anforderung wählen

Da ein Unterputz größere Unebenheiten ausgleicht, wird er in dickeren Schichten aufgetragen. Manchmal sind auch mehrere Lagen Unterputz nötig. Wie lange der Putz trocknen muss, hängt von der Dicke der jeweiligen Schichten ab. Den anschließenden Oberputz kannst du in der Regel viel dünner auftragen. Außerdem kannst du Unterputze auftragen, die ganz unterschiedliche Aufgaben erfüllen können: Einige Unterputze verbessern die Wärmedämmung der Wände, andere können Salze aufnehmen, wiederum andere Unterputze sind extra leicht und eignen sich somit hervorragend für gemischte Untergründe oder eine bessere Wärmedämmung.

Noch andere Unterputze sind gegen mechanische Belastungen resistent und dazu besonders wasserabweisend. Damit sind sie besonders für den Sockelbereich des Hauses gut geeignet. Elastische Putze sind in der Lage, kleinere Risse zu überbrücken und auszugleichen. Welcher Putz für den entsprechenden Einsatz am besten geeignet ist, sagt dir der Fachmann.

Oberputz: Putz für innen und außen

Auch Oberputze unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Anwendung. Für innen und außen gibt es unterschiedliche Oberputze. Soll der Oberputz für den Außenbereich geeignet sein, muss er wasserabweisend und diffusionsfähig sein. Außerdem ist ein für den Außenbereich geeigneter Oberputz gegenüber mikrobiellem Befall resistent und bereits vom Werk mit den entsprechenden Fungiziden (gegen Pilze wirkende Mittel), Algizide (gegen Algen wirkende Mittel) und Bakterizide (gegen Bakterien wirkende Mittel) versehen. Innenputzen sind diese Mittel nicht zugefügt, hier werden sie normalerweise aber auch nicht benötigt.

Putz trocknen

Soll der Putz weiß werden, musst du vorher eine Grundierfarbe auf die Wand auftragen. Foto: Adobe Stock; (c) StudioLaMagica

Einen Reibeputz selbst auftragen

Während viele Putzarten vom Fachmann ausgeführt werden sollten, damit die Oberfläche auch wirklich glatt und eben ist, kann ein Reibeputz auch vom engagierten Laien aufgetragen werden. Als Reibeputz wird ein körniger Mörtel bezeichnet, der entweder auf Kunstharz- oder Mineralbasis hergestellt ist. Der Kunstharzputz lässt sich leichter verarbeiten und wird bereits gebrauchsfertig angeboten. Ein Putz auf mineralischer Basis ist dagegen diffusionsoffener und sorgt für ein natürliches Klima im Raum. Selbstverständlich muss auch dieser Putz trocknen, bevor er beispielsweise mit deiner Lieblingsfarbe gestrichen werden kann.

Dieses Material brauchst du für den Reibeputz:

  • den Reibeputz
  • Maurerkelle
  • Glätter aus Edelstahl
  • ein Reibebrett
  • Bohrmaschine mit Rührquirl
  • Kreppband und Abdeckfolie
  • Spachtelmasse und Spachtel
  • Tiefengrund

Anleitung zum selbst Verputzen:

  1. Alle Flächen, auf denen kein Putz landen soll, werden mit Abdeckfolie und Kreppband geschützt.
  2. Sind Unebenheiten in der Wand, musst du sie als erstes mit Spachtelmasse ausgleichen. Vor dem Auftragen des Putzes muss die Spachtelmasse trocken sein.
  3. Ist der Untergrund stark saugend, musst du ihn mit einem Tiefengrund streichen. Auch dieser muss vollständig trocknen.
  4. Soll der Putz schön weiß werden, kannst du vor dem Putzen eine Grundierfarbe auf die Wand auftragen.
  5. Ist die Wand vorbereitet und alles vollständig getrocknet, mischst du den Reibeputz mit Wasser an und rührst alles mit der Bohrmaschine und dem Rührquirl.
  6. Mit der Kelle trägst du etwa so viel Putz auf dem Edelstahlglätter auf, wie du in einer Viertelstunde verarbeiten kannst.
  7. Der Reibeputz kommt auf die Wand und wird mit dem Glätter glatt gezogen.
  8. Mit dem Reibebrett kannst du anschließend Strukturen in den Putz ziehen.
  9. Zieh das Kreppband ab, bevor der Reibeputz völlig hart ist.

Hier findest du gute Anbieter für Verputzarbeiten in deinem Bundesland:



HEROLD.at verwendet Cookies damit Sie unsere Webseite optimal nutzen können sowie für Marketingzwecke: Cookie Richtlinie